mangelhaftem
pParlamentarischen Zufall und nicht als eine politische Wandlung ansehe. seinem König das Vertrauen, richtige war.
Auflö ung der griechischen Kammer?
T. U. Kopenhagen, 6. Nov. Nach den letzten hier vor⸗ liegenden Athener Nachrichten aus London ist gestern mittag die Auflösung der griechischen Deputiertenkammer verfügt worden. Der Athener Times-Korrespondent drahtete die griechische Nachricht bereits wenige Stunden nach Zaimis Rücktritt. In Paris werden an Zaimis Rücktritt die über⸗ schwenglichsten Hoffnungen geknüpft. Venizelgs soll erklärt haben, er könne sagen, daß Rußland sofort nach der Kriegs- erklärung Griechenlands mit starken Truppen Bulgarien angreifen werde.
Ein englisches Truppentransportschiff f. versenkt.
T. U. Budapest, 6. Nov. A Vilag meldet aus Saloniki: In der Nähe von Saloniki versenkte ein deutsches Untessee⸗ boot mit einem gut lanzierten Torpedoschuß ein englisches Truppentransportschiff. Das Schiff sank binnen einigen Minuten. Die an Bord befindlichen 800 Personen sind um—
gekommen. Das Unterseeboot entkam unpersehrt.
Gescheiterte ꝛussische Offensive,
In Ostgalizien vertrieben ungarische Regimenter im Verein mit preußischer Garde die Russen endgültig vom rechten Strypaufer und drängten sie laut Berliner Tageblatt nach Bieniawa und in die alten Stellungen auf der Pantalich⸗ Steppe zurück. Die russischen Durchbruchsversuche zur Zlota Lipa werden als gescheitert betrachtet.
Friegsnslisen.
Zu den bevorstehenden Stadtverordnetenwahlen ir Wiesbaden ist es zwischen den bürgerlichen Parteien und den Sozialdemokraten zu einer Einigung gekommen, letz⸗ tere erhalten ein weiteres— das fünfte— Mandat, das bisher ein Vertreter der Beamtenschaft innehatte.
Unter Wehrung des Burgfriedens wurden in Elberfeld in der dritten Abteilung vier Sozialdemokraten und ein Fort⸗ schrittler als Stadtverordfete gewählt. Die Beteiligung war schwach.
Die städtischen Kollegien in Ttzehde haben 2 Kreistagsabge⸗ orönete zu wählen. Neben einem Bürgerlichen wurde auch der sozialdemokratische Stadtveroroͤnete Lohse gewählt Als vor einigen Jahren in der holsteinischen Gemeinde Lochstebt unser Parteigenosse Jacobsen zum Kreistagsabgeordneten gewählt worden war, versagte die Aufsichtsbehörde die Bestätigung. Es wird abzuwarten sein, wie sie es in der Aera des Burgfriedens halten wird. 5
Der Temps konnte am 25. Oktober von einem Bomben⸗ Attentat in Antwerpen berichten, bei dem drei deutsche Offiziere getötet und einer schwer verwundet worden sein soll. Zu dieser Nachricht wird offiziös erklärt:
„Tatsache ist folgendes: Am 9. September nachts 1 Uhr fand in dem bezeichneten Hause eine Explosion statt, bei der die steinerne Füllung und die Gitter eines Kellerfensters zerstört wur⸗ den. Aufgefundene Teile einer Bombe und eine Zündschnur be⸗ wiesen, daß es sich um ein Attentat handelte. Dieses galt an⸗ scheinend einem Stabe, der in der Nähe des genannten Hauses untergebracht war Verletzt wurde niemand. Der Anschlag istalso mißglückt. Er beweist aber, mit welchen Gefahren die deutschen Truppen zu rechnen haben, und wenn der Feind sich mit solchen Anschlägen brüstet und ihre vermeintlichen Erfolge ver⸗ kündet, so kann er sich nicht wundern, wenn seine Sendlinge der Aufmerksamkeit der deutschen Behörden erliegen und durch Richter— spruch Opfer des eigenen Auftrages werden.“
Die Verhaftungen in industriellen Kreisen Piemouts wegen betrügerischer Lieferungen von Militär⸗ tuchen haben einen bedenklichen Umfang angenommen. Aufsehen erregt namentlich die Verhaftung von drei Direktoren der großen Aktiengesellschaft Bauchiero in Turin wegen Lieferung von Soldatentuch. Der Industriellen-Verband berief eine Sitzung ein, um mit der Militärbehörde eine Verständigung über die Abnahme der Lieferungen herbeizuführen.
daß sein Kurs bisher der
Das griechische Volk habe zu
gelegten Betrug nicht als erwiesen erachtete.
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und Nachbargebiete.
Gießen und Umgebung.
Hessen
— Wareu's Kilo oder Pfund! Der Handelsmann Feist Stern in Lichenroth, Kreis Gelnhausen, kaufte im letzten Sommer in hessischen Dörfern Flachs ein, weil dieses Material damals stark begehrt wurde und damit ein Ge⸗ schäftchen zu machen war. Er kam auch nach Kaulstoß, wo der Bauer Usinger ein Quantum Flachs zu verkaufen hatte, das er ihm— dem Stern— vorher für 65 Mark pro Zentner angeboten hatte. Stern hatte einen Wagen mitgebracht, um den Flachs zu verladen und man ging nun an das Verwiegen des Vorrats, zu welchem Zwecke die Gemeindewage(eine Schnellwage mit Schiebgewicht) von Usinger herbeigeholt wurde. Man hing die Wage an den Deckbalken in der Stube und nach der Behauptung des Stern soll Usinger selber das Gewicht abgelesen haben, während es Stern aufschrieb. Das Ergebnis waren 59½ Pfund. Später will Usinger— der im Alter von 66 Jahren steht und den man keineswegs als Beispiel anführen kann, wenn etwa von„Bauernschlauheit“ die Rede ist— bemerkt haben, daß Stern Pfund statt Kilo aufgeschrieben und ihn also betrogen habe. Usinger behauptet übrigens, daß Stern auch das Gewicht selbst abgelesen habe. Obwohl der Bauer dem Händler sofort nach Lichenroth nach⸗ eilte, war doch nichts mehr festzustellen weil unterdessen noch
mehr Flachs auf den Wagen verladen worden war und Usinger den seinen nicht mehr herausfinden konnte. Es gab
eine Gerichtsgeschichte und das Schöffengericht Schotten ver⸗ urteile den Stern wegen Betrugs zu 200 Mark Geldstrafe. Dagegen legte dieser Berufung ein, die am Freitag vor der Gießener Strafkammer verhondelt wurde. Nach eingehender Beweisaufnahme sprach das Gericht den von Justizrat Katz verteidigten Angeklagten frei, weil es den ihm zur Last
— Fleischlose Tage. Wer am Freitag Fleisch essen wollte und nicht bereits am Donnerstag eingekauft hatte, mußte darauf verzichten, denn am Freitag fand er geschlossene
Metzgerläden. Ob viel oder wenig Vergeßliche dadurch in Mitleidenschaft gezogen wurden, entzieht sich unserer Kennt⸗ nis; immerhin ist es schon möglich, daß eine ganze Anzahl „hereingefallen“ sind und der Fleischkonsum dadurch ver— ringert wurde. Für den weitaus größten Teil der ar⸗ beitenden Bevölkerung kommt diese Maßnahme ja kaum in Betracht, da von einern F konsum in dieson Kreisen infolge der unerhört
zeise schon seit langem kaum noch dis Rede war. Ob der Fleischverbrauch soviel zurückgehen. wird, daß ein Druck auf die Preise ausgeübt wird und diese da⸗ durch merklich fallen, kann mit Sicherheit gewiß nicht voraus⸗ gesagt werden, doch dürfte es immerhin etwas ausmachen.— Den Megzgern selbst sind die zwei unfreiwilligen Feiertage in der Woche auch nicht besonders angenehm, namentlich denjenigen nicht, die großes Ladengeschäft und dement⸗ sprechend viel Personal haben, für das sie keine Beschäftigung haben, aber doch bezahlen müssen. Am Freitag sah man mehrfach, daß in den Läden großer Putztag abgehalten wurde und das Personal sich damit die Zeit vertrieb.— Die Wirt⸗ schaften kommen an den fleischlosen Tagen(Diens⸗ tags und Freitags) in eine üble Lage, sie müssen sich mit Fisch⸗ oder Mehlspeisen behelfen; mit den letzteren dürfte es aber auch seine Schwierigkeiten haben, da bekanntlich Mehl nicht in gewünschter Menge zur Verfügung steht. Besser wird man sich mit den fettlosen Tagen, Montags und Donnerstags, abfinden können, da gekochtes Fleisch aller Art an diesen Tagen verabreicht werden kann, nur in Butter oder Fett gebraten oder geschmort darf's nicht sein. Sams⸗ tags ist Schweinefleisch verboten.— Das alles gilt natür⸗ lich nicht für private Haushaltungen, sondern nur für Gast⸗ und Speisewirtschaften und alle, die gewerbsmäßig Speisen an Verbraucher abgeben.— Bei Durchführung dieser Maß⸗
1 1 75* 1 5„ nahme dürften sich übrigens noch manche Särt Sollen zum Beispiel Kranke, die täglich 0 Fleischbrühe zur Wiederherstellung ihrer Gesundl müssen, auch an den zwei Tagen in der Woche au nahrung verzichten? Das kann kaum im Sinne d ordnung liegen. Und wie sieht's mit den Arb aus, die ohnehin schlecht ernährt sind, aber schwer müssen, in Berg⸗ und Hüttenbetrieben, oder sonst werben, die angestrengtes körperliches Arbeiten erf Es ist dem Privatmann allerdings nicht untersagt, gf
fleischlosen Tagen Fleisch zu essen, viele aber, die auf Wirtz hausessen angewiesen sind, dürften von der Maß e empfindlich getroffen werden. 1 1 — Gefallene aus Oberhessen und Nachbargeb 3 Leutnant Karl Baur aus Gießen, Inf. Reg. 116. 0 1 mann Wilhelm Damm aus Leihgestern, Landw.⸗Inf⸗ Reg. 116.— Gefreiter Ernst Mandler aus St 80 bei Gießen, Inf.⸗Reg. 349.— Muketier Huge ö 10 Preusch aus Kinzenbach, Inf.⸗Reg. 80.— Unte 90 Wilhelm Balser aus Reiskirchen, Inf.⸗Reg. 132. 0 freiter Otto Spehr aus Aßlar, Jäger-Bataillon Nr. 11. N
Musketier Wilhelm Glatthaar aus Bernsfeld, Reg. 186.
— Baumfällen. Die Aufnahme des Folgenden: In 5 an den Straßen und in den Ortschaften die und Fernsprechleitungen durch 1
Telegraphen-Verwaltung ersucht un der Zeit des Baumfällen⸗.
ö Reichs⸗Telegrapheß 10 Bäume oder N
herabfallende Aeste häufig beschädigt, weil die Personen, dene. 11 Baumfällen obliegt, in der Regel die zur Sicherung. der 15 graphenanlagen gegen Beschädigungen erforderlichen Vorkeh b
überhaupt nicht oder in ungenügendem Maße treffen und es 0 lassen, von den bevorstehenden Arbeften der nächsten Po ö 109 rechtzeitig Mitteilung zu machen. Da auch sahrlässige Be 0 a ungen der Telegraphenaulagen im§ 318 des Reichs⸗Strafge buches mit Strafe bedroht sind, wird den Baumbesitzern empfohl die nächste Postanstalt von der bevorstehenden Baumfällung zeltig zu benachrichtigen, daß die Entsendung eines Beamten Sicherung der Leitungen veranlaßt werden kann. Dadurch ersp sich der Baumbesitzer Unannehmlschkeiten: alle Kosten für Sicherung der Telegraphenleitungen trägt außerdem in dieß Ea Falle die Telegraphenverwaltung.
— Williges Wildfleisch. Aus Schlesten wird 0 richtet, daß die Verwaltung des Fürf Baruth, in 1 dorf, um ihren Leuten billbe Damwild, an dem in der Mangel hberrscht, ausschlachten läßt u 1 von Klitschdorf und Wehrau zu einem gerine 0 0 sondere Berücksichtigung finden hierbei die Ar 90 ärmere Bevölkerung.— Nun, da hört man wenig uf was von Gutsherrschaften sonst selten z hören 0 gehts dort nicht so wie in Gießen, wo den Leuten mit hi fleisch bloß das„Maul laug gemacht“ würde. 00
— Städtische Kartoffel⸗Abgabe. Im heutigen Blatte 11 sich eine Bekanntmachung der Bürgermeisterei, aus we Tage ersichtlich sind, an welchen die bei der Stadt bestelllen 0 toffeln in den einzelnen Bezirken zur Verteilung gelangen. ö weisen auf diese Bekanntmachung hin..
r. Die gemeinnützige Baugenossenschaft Gießen hielt am 1 nerstag im Hotel Schütz ihre diesjährige Generalpe ml 50 die einen verhältnismüßig guten Besuch au bit Dr. Rosenberg, Vorsitzender des Aufsichtsrg eröffnete 135 sammlung und godachte in warmen Worten des im Felde gefe 0 0 Mitgliedes des Aufsichtsrales, Herrn Prof. Dr. Klein, der allt he ein treuer Mitarbeiter gewesen sei, wie ihm überhaupt das 15 der minderbemittelten Bevölkerung sehr am Herzen gelegen n Aus seinem Berichte, den er der Versammlung erstattete, ist h 0 0 zuheben, daß der Verein seit seinem Bestehen mit den 10
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Schwierigkeiten in bezug auf 1 von geeignetem 15 zu kämpfen hatte. Die Oeffentlichkekt wisse noch lange nicht, 1 welcher Art und Weise die Arbeit der Genossonscbaft d 0
früheren Oberbürgermeister Mecum erschwert worden sei⸗ sei jedoch Aussicht vorhanden, daß den Mitgliedern in Ba 8 gelegenheit in zwei Stadtteilen geboten sei. Vor allen Di es gelungen, von der Stadt in der Paralellstraße der Ln 4 straße Bauplätze unter günstigen Bedingungen zu erhalten. We 8 auch die vertraglichen Einzelbestümmungen noch nicht ganz z b schlusse gekommen seien, so lassen die Verhandlungen schon aller Kürze ein günstiges Resultat erwarten. Hinzu komm die Stadt, um den Bauliebhabern erste Hypotheken bis zu zent der Taxe zu ermöglichen, sich für weitere 20 Prozent übliche 60 Prozent verbürge und sei hierfür von den Stadtve
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Der Schiffbrüchige. Erzählung von W. W. Jacobs.
(Nachdruck verboten.)
„Pearl“, sagte Herr Kröger mit der Miene eines empfind— lichen Zeugen unter Kreuzverhör.
„Und wie hieß der Kapitän?“ sagte Frau Rogenbuck.
„Thomas— Henry— Walter— Smith,“ sagte Herr Kröger mit etwas ungemütlicher Emphase.
„Und der Steuermann?“
„John Brown,“ war die Antwort.
„Gewöhnliche Namen,“ bemerkte Frau Rogenbuck,„ganz gewöhnliche. Aber ich wußte, du würdest schon wieder zurück— kehren— ich bin nie darum in Sorge gewesen.„Der ist wohl und munter, mein Kind,“ sagte ich,„der wird schon wieder zurückkommen, wenn die Zeit da ist.“
„Was meist du damit?“ fragte der empfindliche Herr Kröger.„Ich bin zurückgekommen, so früh, als ich konnte.“
f„Du weißt ganz gut, daß du auch in Sorge warst, Mutter,“ warf ihre Tochter ein.„Du hast sogar nicht eher nachgelassen, als bis wir den alten Herrn Liebermann des— vegen aufgesucht haben.“
„Ach! Aber ich war nachher nicht mehr unruhig oder ängstlich,“ sagte Frau Rogenbuck und kniff ihre Lippen zil— sammen.
„Wer ist der alte Herr Liebermann und was sollte der davon wissen?“ fragte Herr Kröger.
„Das ist ein Wahrsager,“ antwortete seine Frau.
„Liest in den Sternen,“ sagte seine Schwiegermutter.
Herr Kröger lachte— ein recht herzliches Lachen.„Was hat er Euch gesagt?“ fragte er.
„Nichts,“ sagte seine Frau schnell.
„Ah!“ sagte Herr Kröger schalkhaft,„das war schlau von hm. Auf diese Weise können wohl die meisten von uns wahr— agen.“
„Das ist nicht wahr,“ sagte Frau Rogenbuck scharf zu ehrer Tochter.„Recht muß Recht bleiben, und was wahr ist,
It wahr. Er sagte, er wüßte über Hinrich von allem Bescheid,
würde auch ein schöner Reinfall für ihn werden.“
und was er getan hätte, aber er wollte es uns nicht sagen, aus Furcht, unsere Gefühle zu verletzen und Unheil anzu⸗ richten.“
„Hör' mal,“ sagte Herr Kröger aufspringend;„jetzt hab' ich aber genug davon. Warum sagst du nicht gerade heraus, was du meinst? Ich will ihn„Unheil anrichten“, den alten Humbug. Alter Spitzbube!“
„Quäl dich nicht darum, Hinrich,“ sagte seine Frau und legte ihre Hand auf seinen Arm.„Jetzt bist du wohl und munter hier, und was den alten Herrn Liebermann anbe⸗ trifft, so gibt es'ne Masse Leute, die nicht an ihn glauben.“
„Ah! Das ist auch gar nicht nötig,“ sagte Frau Rogen⸗ buck hartnäckig.„Aber vergiß nicht, daß er letzten Winter meinen Husten vorhersagte.“
„Na, hör' mal zu,“ sagte Herr Kröger und verdrehte seine kurze stumpfe Nase, so gut es ging, zu einer Imitation eines höhnischen Grinsens,„ich hab' dir meine Geschichte erzählt, und ich hab' meine Leute, die sie bezeugen können. Du kannst an den Kapitän von dem„Marston Towers“ schreiben, wenn du Lust hast, und auch an andere Leute. Na, gut denn; laß uns hingehen und deinen famosen alten Wahrsager besuchen. Du brauchst nicht zu sagen, wer ich bin; sag' einfach, ich wär' ein Freund, und sag' ihm, er soll' sich nicht darum quälen, ob er Unheil anrichtete, sondern gerade heraus sagen, wo ich bin und was ich all' diese Zeit getan habe. Ich hoffe, daß dich das von deinem Aberglauben heilen wird.“
„Wir wollen herumgehen, wenn wir zugemacht haben, Mutter,“ sagte Frau Kröger.„Wir wollen erst ein bißchen Abendbrot essen und früh weggehen.“
Frau Rogenbuck zauderte. Es ist niemals angenehm, seinen Aberglauben der Probe eines Ungläubigen zu unter⸗ werfen, aber nach der Stellung, die sie zu der Frage genom⸗ men hatte, war sie entschieden abgeneigt, ihrem Schwieger⸗ sohn einen Triumph zu gönnen.
„Na, ist einerlei, wir wollen nicht mehr davon reden,“ sagte sie gezwungen,„aber ich habe meine eigenen Gedanken.“
„Das glaub' ich,“ sagte Herr Kröger;„aber du hast Angst, daß wir zu deinem alten Wahrsager hingehen. Das
. 0 e— „Das hat gar keinen Zweck, daß du verfuchst, mich l ärgern, Hinrich Kröger; das bringst du doch nicht fertig“ sagte Frau Rogenbuck mit vor Aufregung zitternder „Natürlich, wenn Leute gern betrogen sein wollen, m man ihnen ihren Willen lassen,“ sagte Herr Kröger,„ wollen alle leben, und wenn wir alle unseren Verstand b sammen hätten, würden es die Wahrsager nicht können. Sat er aus dem Kaffeesatz wahr oder aus der Farbe de Augen?“ 5 15 „Lach' nur zu, Hinrich Kröger,“ sagte Frau Rogenb eisig;„aber ich würd' jetzt nicht mehr am Leben sein, we mich Herr Liebermann nicht gewarnt hätte.“ 1 „Mutter blieb die ersten zehn Tage im Juli im Be liegen,“ erklärte Frau Kröger,„um zu vermeiden, daß von einem tollen Hunde gebissen würde.“ „Tchie— tchie— tchie,“ machte der unglücklich Kröger, hielt seine Hand vor den Mund und mach 5 Anstrengungen, sich zusammen zu nehmen;„ ie tchie—“ 3 „Ich glaub' du würdest noch mehr gelacht haben, wein ich gebissen worden wäre?“ sagte Frau Rogenbuck mit einen durchbohrenden Blick. „Na, wen hat der Hund denn schließlich gebissen?“ fragte 1 Herr Kröger, wieder zu sich kommend. 1 0 „Du verstehst das nicht,“ antwortete Frau Rogenb 9 bedauernd,„wo ich so sicher im Bett lag und die Tür 5 wol, ließ sich überhaupt kein toller Hund sehen, denn jetzt halle“ ja keinen Zweck mehr.“ 1 „Na,“ sagte Herd Kröger,„ich und Beta werden dem Abendbrot'rumgehen und den alten Schwindelm mal aufsuchen, ob du mitkommst oder nicht. Beta soll! sagen, ich wäre ein Freund von ihr, und er ind alles über ihren Mann erzählen. Kein Mensch ke hier, und ich und Beta werden recht zärtlich mit ei und ihm zu verstehen geben, daß wir gern heirate 1 90 wird es ihm nicht darauf ankommen, richten.“
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(Tortsetzung solgt.)


