Ausgabe 
27.9.1915
 
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Hessen und Nachbargebiete. Gießen und Umgebung.

Die Bundesratsverorduung gegen den Kriegswucher.

handlungen gegen die Verordnung gegen übermäßige Preis⸗ steigerung und gegen einzelne Bestimmungen des Höchstpreis⸗ gesetzes nunmehr neben Gefängnis auch schwere Strafen, wie Aberkennung der bürgerlichen Ehrenrechte, zugelassen sind. Auch kann bei den erwähnten Zuwiderhandlungen gegen das Höchstpreisgesetz die Verurteilung auf Kosten des Schuldigen der Oeffentlichkeit bekanntgemacht werden, wie dies bei der Verordnung gegen übermäßige Preissteigerung bereits vorgesehen ist. 5

Gegen den wucherischen Händler wird also nunmehr hoffentlich recht scharf vorgegangen werden. Wie steht es nun mit den wucherischen Produzenten? Der darf auch nicht geschont werden.

Auch während der Kriegszeit, wo die Gedanken von den furchtbaren, aller Vernunft und aller Kultur hohnsprechen⸗ den Ereignissen in Anspruch genommen werden, die sich täg⸗ lich abspielen, dürfen unsere Parteigenossen ihre Sache nicht aus dem Auge verlieren. Die Grundsätze der Freiheit und Menschlichkeit, für die wir jederzeit gekämpft haben, können durch den Waffenlärm und das Massen⸗Menschenmorden nicht erschüttert werden. Für unsere großen Ziele müssen wir weiter mit allen uns zu Gebote stehenden Kräften ein⸗ treten und immer neue Anhänger für unsere Sache werben. In erster Linie müssen wir zu diesem Zwecke für Ver⸗ breitung unserer Presse sorgen. Obwohl Tausende unserer Leser ins Feld gezogen sind, gibt es noch sehr viele zur arbeitenden Klasse Gehörige, welche als Leser der Ober- hessischen Volkszeitung gewonnen und unserer Bewegung zugeführt werden können. Unsere Freunde aller⸗ orts ersuchen wir, in diesem Sinne tätig zu sein. Mit Ein⸗ tritt des Winterhalbjahres pflegt das Lesebedürfnis zu steigen; benutze jeder diese Zeit, unserem Parteiblatte, dem einzigen Arbeiterblatte in Oberhessen und den Nachbarge bieten in seinen Bekanntenkreisen weitere Verbreitung zu ver⸗ schaffen!

Das alte Spiel des Kartoffelwuchers vom vrigen Jahre wiederholt sich. Amtlich wird durch das Wolffbureau be⸗ kannt gegeben:Bedauerlicherweise hat die Befürchtung, daß Kartoffeln für die menschliche Ernährung des Winters nicht, oder doch nicht zu annehmbaren Preisen der Bevölkerung in großen Städten und Industriebezirken zugeführt werden könnten, zu einer lebhaften Nachfrage zu einer Zeit geführt, in der die vorwiegend Kartoffeln erzeugenden Bezirke mit der Ernte kaum begonnen haben. Infolgedessen ist vielfach eine Preissteigerung für Kartoffeln eingetreten, die bei den sehr günstigen Ernteaussichten nicht begründet ist. Die Be⸗ wegung auf dem Kartoffemarkt wird von seiten der Regfe⸗ rung mit besonderer Aufmerksamkeit verfolgt. Die Regie⸗ rung verschließt sich nicht der Ueberzeugung, daß der ärmeren Bevölkerung bei der leider unvermeidlichen Steigerung der Preise für die meisten Lebensmittel Kartoffeln zu vertret⸗ baren Preisen zur Verfügung gestellt werden müssen. Die hierzu erforderlichen Organisationen sind in Vorbereitung;

nötigenfalls wird die Regierung die Sicherung des für die ärmere Bevölkerung in Städten und Industriebezirken er⸗

forderlichen Bedarf durch Zwangsmaßnahmen herbeiführen. Im gegenwärtigen Augenblick läßt sich weder im freihändigen Ankauf der noch zu deckende Bedarf an Eßkartoffeln noch die Wirkung der hervorragenden Ernte auf die Preisbildung genügend übersehen. Es kann deshalb nur dringend davor gewarnt werden, durch übereilte Eindeckung der durch die Verhältnisse nicht begründeten Preistreiberei Vorschub zu leisten. Besonders lebhaft erhobene Klagen aus dem rheinisch⸗westfälischen Industriebezirk haben die Regierung veranlaßt, zunächst für die Zufuhr größerer Kartoffelmengen nach diesem Gebiet Sorge zu tragen. So lange man nur die Wirkungen zu mildern sich bemüht, anstatt die Ursachen rücksichtslos zu beseitigen, so lange wird der Kartoffelwucher weiter am Körper des nationalen Wohles fressen.

Feier der 650jährigen Zugehörigkeit Gießens zu Hessen. Wie wir kürzlich bereits mitteilten, hat man vor einiger Zeit aus alten Urkunden herausgefunden, daß unsere Stadt jetzt 650 Jahre zu Hessen gehört. Aus diesem Anlaß findet am Mittwoch, 29. September, eine besondere öffent⸗ liche Stadtverordnetensitzung statt, in welcher zunächst der Oberbürgermeister eine Ansprache halten wird. Es folgt dann ein Vortrag von Herrn Stadtverordneten und Stadtarchivar Dr. Ebel über die Erwerbung von Stadt und Herrschaft Gießen durch Land- graf Heinrich J.

Wahlverein Gießen. Eine außerordentliche Mit gliederversammlung findet nächsten Donnerstag abend 9 Uhr statt, in welcher Genosse Katzen stein⸗Berlin über die Politische Lage rechen wird, Kabensteie bält sich einige

Tage in Gießen auf, welche Gelegenheit der Vorstand des Wahlvereins benutzte, ihn zu einem Vortrag zu gewinnen. Ein paar Tage keine Feldpostpäckchen nach dem Osten. Von der Reichspostverwaltung wird bekannt gegeben: Dis ungünstigen Beförderungsverhältnisse führten eine starke Anhäufung der Postsachen auf den östlichen Kriegsschau⸗ plätzen herbei. Die Mahnung durch die Zeitungen vom J. September hatte eine Beschränkung der Auflieferung leider nicht in dem erforderlichen Maße zur Folge. Bei dem Vor⸗ rücken der Truppen und den infolgedessen immer größer werdenden Entfernungen von den wenigen Eisenbahnpunkten häufen sich die Schwierigkeiten bei Abfuhr der Postsachen ständig. Da auch die Heeresverwaltung ihre Beförderungs⸗ mittel augenblicklich nur in beschränktem Maße zur Ver⸗ fügung stellen kann, wird behufs Wiederherstellung einer geordneten Abbeförderung im Einvernehmen mit der Heeres verwaltung die Annahme und Beförderung privater Feldpostbriefe über 50 Gramm(Päckchen) an die Truppenangehörigen der Ostarmeen für die Zeit vom 26. bis einschließlich 30. September einge⸗ stellt. Hiernach unzulässige Sendungen werden den Ab⸗ sendern zurückgegeben. Nach Mitteilung der Heexesver⸗ waltung sind auch bei der Beförderung von Privat- paketen für die Truppen im Osten aus demselben Gründen zur Zeit erhebliche Verzögerungen nicht zu vermeiden. Es empfiehlt sich daher, auch von der Auflieferung von Privat⸗ paketen in dieser Zeit abzusehen. Gefallene aus Oberhessen und Nachbargebieten. Dr. August Wenzel, Lehramtsassessor aus Gießen. Freiw. Ulan Karl Krämer aus Wetzlar, Ulanen⸗Reg. 6. Landsturmmann Ernst Bechthold aus Launsbach. Teuerungszulagen in der Tabakindustrie der Untermain⸗ gegend. Infolge der gewaltigen Teuerung haben die Tabak⸗ arbeiter der Untermaingegend ihre Organisationen, den Deutschen Tabakarbeiterverband und dem Christlichen Verband, beauftragt, an die Fabrikanten Eingaben zu richten, um die Zulagen, welche im Mai 1915 gewährt wurden, und nur 5 Proz. betrugen, zu er⸗ höhen. Die Fabrikanten haben eingesehen, daß 5 Proz. bei dieser furchtbaren Teuerung vollständig ungenügend sind. Deshalb haben die Firmen C. B. Sparfeld, C. A. Baecker in Kl.⸗Steinheim, K. H. Carstenjen, Grüneberg& Sohn, J. Baecker in Groß-Steinheim, Gebr. Gibbach in Dietesheim, noch weitere 5 Proz bewilligt, sodaß

10 Proz. und darüber als Teuerungszulagen und teilweise als Lohnerhöhung bewilligt wurde. Für die Tabakarbeiter ist auch

eine gute Organisation dringend notwendig.

Zur gefl. Beachtung!

Unsere Träger werden wiederholt ersucht, all monatlich bis zum 29. ihre Bestellungen auf den ihne zugestellten Karten zu machen..

Wir lönnen nicht einfach die Zahl des Vormonats senden, da gerade jetzt durch die Einbernfungen die Abonnentenzahl sehr häufig wechselt. Deshalb müssen wir unbedingt auf regel⸗ mäßiger Bestellung bestehen.

Ferner bitten wir die Träger, die noch im Rückstande sind,

sofort mit uns abzurechnen.

Ae brpcdition der Oberhesfscher Vollezeitung

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Früherer Ladenschluß in Gießen wird von einer Anzahl Ge⸗ schäftsinhabern angestrebt. Wenigstens will man während der Kriegsdauer abends 7 Uhr schließen und Sonntags mittags um 1 Uhr. Unter Umständen gedenkt man werktags eine Mittagspause von einer Stunde einzuführen. Während früher der größte Teil der Geschäftswelt absolut nichts von einer Verkürzung der Ver⸗ kaufszeit wissen wollte, werden sie jetzt von den Verhältnissen dazu gedrängt. Einmal müssen die Arbeiter mit viel weniger Personal bewältigt werden, weil viele Angestellte einberufen wor⸗ den sind und dann würde auch bei früherem Schluß am Abend er⸗ heblich an Beleuchtung gespart. Ob sich freilich der frühere Abend⸗ schluß auch für Lebensmittelgeschäfte durchführen läßt, müßte erst die Erfahrung lehren; aber es sind ja schon viele und weit schwie⸗ rigere Dinge durchgeführt worden und haben sich eingelebt, die man früher für unmöglich hielt. Heute abend 9 Uhr sindet eine Ve⸗ sprechung der Geschäfts inhaber imKaiferhof statt, die sich mit dieser Angelegenheit beschäftigen soll.

Nachteiliger Einfluß des Krieges auf die Kindererziehung. Der Krieg, der nach dem törichten Gerede einer gewissen Presse dieedelsten Eigenschaften wecken soll, hat für die Erziehung der Kinder böse Folgen. Im Verein katholischer Lehrer Breslaus wurden, wie dem Vorw. geschrieben wird, beklagenswerte Er⸗ scheinungen als Folgen des Krieges festgestellt: ungerechtfertigte häufige Schulversäumnisse, Liederlichkeit bei der Anfertigung der Schularbeiten, Unbotmäßigkeit und Frechheit auf der Straße, eine erschreckende Zunahme von Vergehen bei Schul⸗ kindern, die polizeiliches Einschreiten und gerichtliche Ahndung zur Folge haben! Die direkten Ursachen dieser sehr bedenklichen Erscheinungen sind in der Abwesenheit des Vaters und Existenz⸗ sorgen der Mutter, in der Beanspruchung der Schulhäuser durch die Heeresverwaltung, welche den Schulbetrieb von ein bis zwei Stunden täglich in Großwirtschaften, Fabrikräume, leerstehende Wohnungen verlegt, und schließlich in der Abwesenheit von drei Vierteln aller Lehrer zu suchen. Der skrupellose Vertrieb von Schund⸗ und Schauergeschichten und Zigaretten an Kindern wurde als mitschuldig befunden. Um so verwunderlicher, daß dann noch der allgemeine Satz aufgestellt wurde:Jedenfalls haben die Mütter in gewissen Volkskreisen in dieser Beziehung versagt. Die latholischen Lehrer könnten etwas mehr Kenntnis davon haben, daß die geringe Unterstützung der Kriegerfrauen in den Provinzstädten die Mitter von ihren Kindern reißt und in die Erwerbsarbeit treibt, so daß sie sich nicht um sie kümmern können, was nicht nur

Verwahrlosung, sondern Unglücksfälle traurigster Art zur Folge hat. Tödlicher Unfall beim Obstpflücken. In Großen⸗

Buseck fiel am Freitag nachmittag der 62 Jahre alte Balth. Buchtaleck so unglücklich vom Baume, daß er das Rliickgrat brach und sein Tod sosort eintrat.

Der Hausfrauen⸗Verein, über dessen Grlindung wir kürg⸗ lich berichteten, hat alsbald, wie wir vernehmen, seine Arbeiten Unter anderem hat er durch seinen Vorstand Ein⸗

aufgenommen. 0 e 5 gaben an den Herrn Oberbürgermeister und das stellvertretende Generalkommando des 18. Armeekorps fiber Marktverordnungen

richten lassen. Der Vorstand hofft, über den Erfolg dieser Ein⸗ gaben und über seine weiteren Arbeiten in einer demnächstigen

Versammlung berichten zu können. f

Kreis Alsfeld⸗Laulterbach. In Storu dorf siel der Landwirt Kraft, als er in der Scheuer Heu vom Boden herunterholen wollte, von der Leiter und erlitt erhebliche Verletzungen. Ein Arm war zweimal gebrochen. Der Unfall wurde wesentlich dadurch veraulaßt, daß die von Kraft benutzte Leiter ausrutschte.

Kreis Wetzlar.

Ein Ortsgesetz betreffend die Aufstellung und Offenlegung der Liste stimmsähiger Bürger für die Stadt Wetzlar ist am 24. Sep⸗ tember erlassen worden. Die Bekanntmachung des Bürgermeisters lautet: Auf Grund des§ 10 der Städteordnung für die Rheinpro⸗ vinz vom 15. Mai 1856 und des Gesetzes vom 20. Mai 1896 betr. die Ergänzung der Städteorbnung, sowie des Beschlusses der Stadt⸗ verordnetenversammlung vom heutigen Tage wird unter Ahände⸗ rung des in den§8 18 und 19 der Städteordnung slir die Rhein⸗ provinz sestgesetzten Fristen folgendes Ortsgesetz erlassen:§ 1. Eine Liste der stimmfähigen Bürger, welche bie erforderlichen Eigenschaf⸗ ten derselben nachweist, wird von dem Bürgermeister geführt und in jedem zweiten Jahre, und zwar in demjenigen, in welchem die Wahlen zur regelmäßigen Ergänzung der Stadtverordnetenver⸗ sammlung stattfinden, vom 1. bis 15. August berichtigt.§ 2. Vom 15. bis 30. Au gu sst des betrefsenden Jahres wird die Liste in einem oder mehreren zur öffentlichen Kenntnis gebrachten Lokalen in der Stadtgemeinde offengelegt. Während dieser Zeit kann jeder Einwohner der Stadtgemeinde gegen die Richligleit der Liste bei dem Bürgermeister Einwendungen erheben. Die Stadt⸗ verordnetenversammlung hat dartiber bis zum 15. September zu beschließen. 8 3. Dieses Ortsgesetz tritt mit dem Tage seiner öffentlichung in Kraft.

Westerwald und Unterlahn.

Tod in der Grube. Auf GrubeEisenzecher Zug bei Siegen wurde der Bergmann Heinr. Mauden aus Struthütten durch einen sitzen gebliebenen Schuß, der später zur Explosion bam, ge⸗ tötet. M. ist 43 Jahre alt und hinterläßt eine Witwe mit einer Anzahl unmündiger Kinder. Auf GrubeSan Fernando wurde der Bergmann Märker aus Biersdorf von Gestein verschlittet und war sofort tot..

Von Nah und Fern.

Unglück bei der Arbeit. In dem Stahlwerk einer Fabrik in Gelsenkirchen explodierte in der Nacht zum Samstag in einer Gießgrube ein sogenannter Bär und die dorthin abgelassenen Schlacken. Von den umherfliegenden glühenden Massen wurden steben Arbeiter verletzt, einer ist bereits gestor benz drei schweben in Lebensgefahr und einer wurde leicht verletzt.

Frankfurt, 24. Sepßt. Der Mord in Niederrad. In Niederrad wurde am 22. Juli vormittags die 32jährige Ehefrau Wilhelmine Keller in ihrer Küche von dem 25jährigen Gärtner Max Gaß durch einen Messerstich in die Brust ermordet. Gaß hatte ein Verhältnis mit Frau Keller, und seine Tat war nach den polizei⸗ lichen Ermittelungen die Folge rasender Eifersucht. Die Aus⸗ führung der Tat und die Begleitumstände ließen aber bald-den Ver⸗ dacht aufkeimen, daß es auch die Tat eines Wahnsinnigen war. Gaß wurde zur Beobachtung seines Geisteszustandes in die hiesige Irren⸗ anstalt gebracht, und hier ist sestgestellt worden, daß er geiste⸗ ist. Er kann für seine Tat nicht verantwortlich gemacht werden und wird als gemeingefährlich dauernd in einer Irrenanstalt unter⸗ gebracht werden..

Tagesberichte des Großen Hauptguartiers.

Eine neue Schlacht im Westen. Die Stadt Negniewitschi erstürmt. W. B. Großes Hauptquartier, 25. Sept., vorm.(Amtlich) Westlicher Kriegsschauplatz, 2

Auf der ganzen Front vom Meere bis an die Vogesen nahm das feindliche Feuer an Stärke zu und steigerte sich östlich von Ypern, zwischen dem Kanal von La Basséee und Arxas, sowie in der Champagne von Prosnes bis zu den Argonnen zu äußerster Heftigkeit. Die nach der zum Teil fünfzigstündigen stäfrksten Feuervore bereitung erwarteten Angriffe haben be⸗ gonnen. Zwischen den Bahnen von Ypern und Roulers und nach Comines stießen die Engländer heute früh vor. Ihr Angriff ist auf dem Nordflügel erst nach Nahkaaupf vor und in unserer Stellung bereits abge schla gen. Ferner greifen sie nordöstlich und südöstlich von Armentidres und nördlich des Kanals von La Basscke an; sie versuchen dabei die Benutzung von Gasen und Stinkbomben.

Am 23. September abends drangen, Wie nachträglich bez kanntgeworden ist, die Frauzosen in uusere zerschossenen Gräben bei Souchez ein. Sie wurden sofort wieder hin⸗ ausgeworfen. Gestern wurden sie abermals beil Souchez und beiderseits von Neuvilla zursckgeschlagen. 1

In der Champagne von Prosnes bis zu den Ar⸗ gonnen erfolgten französische Angriffe, die an den meisten Stellen abgewiesen wurden. Zum Teil wurden ste bereits durch unsere starke Artillerie zum Scheitern gebracht, zum Teil brachen sie erst wenige Schritt vor unseren Hinder⸗ nissen im Feuer unserer Infanterie und Maschinengewehre zusammen. Die zurückflutenden feindlichen Massen erlitten im heftigsten Artillerie- und Maschinengewehrfeuche sehr er⸗ erhebliche Verluste. An einzelnen Punkten der Front ist der Nahkampf noch im Gange. Ein schwacher französischer Vor⸗ stoß auf Bézange⸗la-Grande(nörlich von Lune ville) hatte keinen Erfolg. g

Oestlicher Kriegsschauplatz. 5 Heeresgruppe des Generalfeldmarschalls v. Hindenburg.

Russische Angriffe südwestlich von Lennewaden sowie bet Wilejka und Rabun wurden abgeschlagen. Unserc Angriffe in der Front südlich von Soly werden fortgesetzt; die Russen setzen unserem Vordringen in der allgemeinen Linie Smor⸗ gonWischnew westlich von Saberesina Djeliatitschi(an der Einmündung der Beresina in den Njemen) noch Widerstand entgegen.

Bei Friedrichstadt schoß ein deutscher Flieger eiu russisches Flugzeug herunter.

Heeresgruppe des Geueralfeldmarschalls Prinzen Leopold von Bayern.

Nördlich von Korelitschi wehren sich die Russen hark⸗ nückig; unsere Truppen stürmten die Stadt Negnie⸗ witsch i(nordöstlich von Nowogrodek) und schlugen mehrers starke Gegenangriffe ab. Oestlich und südöstlich von Bara⸗ witschi ist unser Angriff auf dem Westufer der Szezarg im Vorschreiten. Es wurden einige hundert Gefangene gemacht.

I Unsall.

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Westlich Medwjeditschi und südlich bis Lipsk ist die Söczara erreicht.