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22.9.1915
 
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Organ für die Interessen

des werktätigen Volkes Provinz Oberhessen und der Nachbargebiete.

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Nr. 222 5

Gießen, Mittwoch, den 22. September 1915

10. Jahrgang

Die Wirkscaftslage in Rußland.

J a Von A. Grigorjanz.

Wie so vieles andere in diesem Kriege, hat sich auch das Wirt⸗ gaaftsleben Rußlands viel widerstandsfähiger erwiesen, als man ies vorher glauben konnte. Eine wirtschaftliche Kalamität ist var vorsühergehend eingetreten, doch nicht solcher Art wie er bartet, nicht dadurch verursacht, daß Rußland vom Welthandel seinahe ganz aßgeschnitten wurde und sein Haupthandelsprodult das Getreide nicht mehr ausführen konnte. Das, was im ergangenen Winter alle Spuren eines wirtschaftlichen Chaos trug,

tittel, die Kohle und andere Gegen- Jänk täglichen Bedarfes, obschon an anderen Enden des Liesenreiches die gesuchten Waren im Ueberfluß vorhanden waren. Nit großer Schwerfälligkeit gelang es inzwischen, dieser Uebel ünde Herr zu werden, sodaß nunmehr derartige Klagen nur selten aut werden. a

3 Es unterliegt indessen keinem Zweifel, daß das russische Wirt⸗ 0 haftsleben im ganzen genommen von einer Erschütterung eerschont geblieben ist. Drei Viertel der Bevölkerung leben un kittelbar von den Erträgnissen der Landwirtschaft. Der Ausfall ber Ernte hat noch immer die ausschlaggebende Bedeutung für den ohl⸗ bezw. Notstand der Bevölkerung. Während Mißernten sonst egelmäßig jede 3 bis 4 Jahre ein oder das andere ziemlich aus⸗ bdehnte Territorium heimsuchen, war die Ernte 1914 befriedigend Afsgefallen und die diesjährige scheint ihr ebenbürtig zu sein. Da⸗ 1 rch ist aber die breite Masse des Volkes vor einer Notlage ge 3 Die in den letzten Jahren in großem Umfange betriebene beldbeleihung des Getreides mit Hilfe der Staatsbank und an⸗

rer Kreditinstitutionen hat im Kriegsjahre an Ausdehnung ge

155 gonnen. Diese Maßnahme in Verbindung mit dem Wirken der rden ndlichen Genossenschaften, die in wenigen Jahren zu einer großen ig in Pacht geworden sind, hat die Stabilität des Getreidemarktes ge

chert. Gewaltige Einkäufe der Heeresverwaltung führten bald zu Ireiserhöhungen, an denen der Bauer in diesem Jahre vielleicht it erheblich höherem Maße profitiert hat, da er seine Ware nicht gleich nach der Ernte verschleudert hatte. Das Verbot des Brannt⸗ beinausschankes hat zu diesem Ergebnis sehr viel beigetragen. Lährend die unproduktive Ausgabe für den Alkohol ausbleiben bunte, erhöhte sich gleichzeitig der Erlös aus dem Verkauf der Undwirtschaftlichen Produkte. Rußland führt seine Landes- Fodukte zum großen Teil nicht deshalb aus, weil es ihrer zu viel t, sondern aus Not, weil diese Ausfuhr unter den gegebenen Ver⸗ ltnissen das sicherste Mittel darstellt, dem Lande neue Werte und Geld zuzuführen. Und so ist es, daß dank dem Kriege der ussische daheim gebliebene Bauer sich vielleicht an seinem Brote, nofür er sonst der Lieferant von Halb⸗Europa ist, mal auch satt Agessen hat. Jedenfalls ist es sehr bemerkenswert, daß alle Eßhilderungen des russischen Dorflebens der Gegenwart den er hihten Wohlst immer wieder betonen. 5 5 Zu allen diesen Feststellungen, die beweisen, daß von einer Lerschlechterung der Grundlage des russischen Wirtschaftslebens

ine Rede sein kann, tritt eine für Rußland neue Erscheinung hin⸗ l Das ist das Anwachsen der Einlagen in den staatlichen Spar⸗ ssen, wie dieses früher noch nie zu verzeichnen war. Die russtschen Sarkassen bedienen ausschließlich die kleinen Sparer, und so be⸗ nmen wir hier einen lehrreichen Maßstab, zur Beurteilung der 0 Age, der vom volkswirtschaftlichen Standpunkte aus, beachtens⸗ bert erscheint. Während in den Jahren 1908 bis 1913 der jähr⸗ he Zuwachs der Spareinlagen rund folgende Zahlen betrug: 17, 4 67, 60, 45, 90 Millionen Rubel, machte er in den letzten vier Jonaten 1914 allein 107 Millionen Rubel und in den ersten 7 Mo⸗ 0 ten dieses Jahres den verhältnismäßig gewaltigen Betrag von 5 Millionen Rubel aus.

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Dir lheit liches

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. Wollte man die Lage der Industrie nach dem in Friedenszeiten 12. kennzeichnenden Stande des Arbeitsmarktes beurteilen, so sechen küßte man sie als überaus günstig ansehen. Allerdings objektive un i hadmesser des Angebotes und der Nachfrage auf dem Arbeits⸗ g. urkte in Rußland gibt es nicht, doch wollen die heftigen Klagen ain eis den Unternehmerkreisen über Arbeitermangel nicht verstum⸗

n, ja sie haben sich in den letzten Wochen zu einem wahren Not⸗ drei verdichtet. Nicht nur an gelernten Arbeitern, sondern über⸗ apt an einigermaßen verwendbaren Arbeitskräften soll ein dußer Mangel bestehen. Der Abgang der Bergarbeiter des 5 nezbeckens zu den Erntearbeiten hat z. B. in den Monaten niJuli einen bedeutenden Ausfall an der Kohlenförderung ö

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1 s ru keursacht. Ganz besonders macht sich der Bedarf an gelernten [beiter fühlbar, und in letzter Zeit werden diese von der

Ffnt in die Fabriken zurückgeschickt.

Es ist selbstverständlich. daß die Aufträge für den i arf der Tätigkeit der Industrie den gewaltigsten Impuls ehen. Und mit der Zeit, die die Versäumnisse der Heeres⸗

manisation aufdeckt, wird die Beschäftigung der Industrie, darch i Militärverwaltung immer angespannter. Seit, den Nieder⸗ en in Galizien ist man fortwährend damit beschäftigt, die In⸗ trie zumobilisieren und jetzt sogar zumilitarisiexen Auf f issem Gebiete betätigen sich nunmehr in den zu diesem Zwac ae⸗ 15 kuffenenkriegsindustriellen Komitee Unternehmer, Wissen⸗ buafter, Kommunalpolitiker usw. Jede Fabrik und jede Werk⸗ soll in den Dienst der Sache gestellt werden. Mag hier viel aneben gehauen werden, Tatsache bleibt es doch, daß die in Bes kocht lommenden Industriezweige über Beschäftigungsmangel surchaus nicht klagen. Sa be Der eigentlich russischen Industrie kommt die Lahm 9 8 omischen Jndustrie 1 1 Mit Ausnahme einiger Zweige bn nebensächlicher Bedeutung ist die polnische Industrie eine nkurxenzindustrie der russischen. Ihre Ausschaltung verbessert i Aussichten der letzteren. Außerdem kommt in

Betracht. daß Wilna im Besitz des

durch die Verhinderung der Einfuhr aus dem Auslande und eine recht befriedigende Nachfrage nach Fabrikaten von seiten der Be⸗ völkerung der russischen Industrie an sich ein guter Beschäftig⸗ ungsgang gesichert ist. Solch charakteristische Zweige, wie die Kohlen- und Eisenindustrie, erlitten zwar einen Rückgang, der aber verhältnismäßig nicht ins Gewicht fällt. Die Fabriken sind in vielen Fällen garnicht imstande, die Nachfrage nach Waren zu befriedigen oder für die Privatkundschaft zu arbeiten. Die eben be⸗ endete Messe in Nishni⸗Nowgorod mit ihren sonst gewaltigen Um⸗ sätzen hat dies bestätigt. Die Messe litt keinesfalls an Ueberange bot von Waren, sie stand außerdem im Zeichen von ziemlich großer Geldflüssigkeit, eine für die dortigen Verhältnisse seltsame Erscheinung. Auch in der russischen Industrie hat sich eben, natür lich in viel kleinerem Maßstabe, entsprechend dem wenig ent⸗ wickelteren Stande der Industrie, ein Anpassungsprozeß, wie anderswo, vollzogen.

Eine wirtschaftliche Katastrophe, eine wirtschaftliche Not ist ausgeblieben, wenn auch in Wirklichkeit nicht alles so glatt vor sich gegangen ist, wie dies, aus der Vogelperspektive betrachtet, ge⸗ sehen wird. Immerhin besteht in der jetzigen Lage Rußlands das Fatale darin, daß seine Produktivkräfte den Erfordernissen der Zeit nicht gewachsen sind, es könnte sonst eine bedeutend reicher ausgestattete Industrie mit Kriegsaufträgen vollauf versorgen.

* 0 Die Lage im Osten.

Die Lage im Norden des russischen Kriegsschauplatzes nach dem Fall Wilnas schildert ein militärischer Sachver⸗ ständiger in der Frankf. Ztg. u. a. wie folgt:

Wenn wir uns die Lage bei Freund und Feind in die Karte einzeichnen, so ergibt sich eine Aehnlichkeit mit Sedan, aber in weit größerem Maßstabe, denn die Einschließungsoperation von heute erfüllt einen Raum von über 10 000 Quadratkilometer. Die russischen Massen, die zwischen Wilia und Njemen und an der Schtschara Wider⸗ stand leisteten, können nur mehr nach Südosten an Minsk vorbei in Richtung auf Sluzk ihren Rückzug nehmen. Schon das wird ihnen nicht ohne größte Verluste möglich sein. Bei diesem Rückzug müßten sie aber weiter den Spitzen der Heeresgrupe Mackensen in die Arme laufen. Ein Rückzug auf oder in der Nähe der großen Straße nach Minsk oder Smolensk ist, wenn der linke Flügel Eichhorn stark genug ist, heute nicht mehr möglich.

Durch die grandiose Umfassung dieses Generals ist also eine strategische Krisis für die Russen geschaffen

worden, wie sie im bisherigen Verlauf der Operationen sei Gorliece in diesem Maße nicht auftrat. Bisher bestand immer die Möglichkeit für die Russen, durch Verlegen der Rückzugs⸗ richtung um wenige Grade und durch rücksichtsloses Opfern der Nachhuten die Gros zu retten. Das kam daher, weil es der allgemeinen Lage nach nicht gelingen konnte, die Um⸗ fassung tief genug anzusetzen. Nun aber stehen unsere umfassenden Truppen im Rücken der russischen Massen, haben schon eine Hauptrückzugslinie in den Hän⸗ den und verengern den Raum für den Rückzug in solchem Maße, daß man nur mit höchster Spannung die weitere Entwickelung dieses strategischen Dramas abwarten kann.

Der Versuch der Russen, die deutsche Umfassung nun etwa durch ein angriffsweises Vorgehen von Dünaburg und der Gegend östlich davon in den Rücken zu kommen, ist durch die Wegnahme Widsys und durch starke Truppen, die sich dort vermutlich aufgestellt haben, sowie durch das energische fron tale Vorgehen gegen den Brückenkopf Dünaburgs vereitelt, bevor sie noch begonnen haben.

Was bedeutet gegen diese Entwicklung der Dinge ein Zurückgehen der Oesterreicher im Festungsdreieck um ein paar Kilometer? Unsere Leser werden sich erinnern, daz wir vor einiger Zeit feststellten, daß es den Russen nicht ge⸗ lingen kann, den Schwerpunkt der operativen Gesamtlage aus der Gegend WilnaDünaburg nach Ostgalizien oder Wol⸗ hynien zu verlegen. Unsere Oberste Heeresleitung erntet nun die Früchte einer Konsequenz, mit der sie unbekümmert um den schweren Stand der Truppen im Süden das Haupt⸗ ziel verfolgte. Bei den Russen aber zeigt sich die fehlerhafte Zweiteilung ihrer Absichten und Kräfte, sie wollen in Wol⸗ hynien und Galizien siegen und brauchen dort natürlich Ueberlegenheit, und sie wollen gleichzeitig die Entscheidung bei Dünaburg Wilna annehmen und brauchen dazu natür⸗ lich auch soviel Kräfte, als nur irgend möglich. Das End⸗

ergebnis: Für eine durchbrechende Offensive im Süden und!

für eine entscheidende Verteidigung im Norden sind sie zu schwach geworden. Andere Urteile über die Lage im Osten. Eine däuische Stimme.

Politiken schreibt, die Deutschen seien durch die Einnahme von 5 wichtigsten Eisenbahnknoten⸗

punkts Nordwestrußlauds gekommen. Die Russen hätten natur⸗ gemäß jene Stadt, die die Sendung von Truppen und Vorräten nach den bedrohten Punkten ermöglichte, besonders zähe verteidigt. Jetzt würden die Deutschen über Wilna reichlich Material und Soldaten leiten. Den Russen die noch in der Gegend von Wilna kämpfen, stehe nur noch er Weg nach Süd und Südwest über Lida und östlich Lida zur Verfügung. Dort drängten aber gewaltig die deutschen Heere vor, und die Russen seien auf der ganzen Front in schnellem Rück⸗ zug. Es sei nicht unwahrscheinlich, daß den Russen um Wilna eine Katastrophe drohe. Die nächsten Tage würden zeigen, ob bie Russen die notwendigen Anstalten zur Rettung von möglichst viel Material und Menschen von Wilna getroffen haben. Anscheinend wi u die Riickzugsoperationen des Zaren nicht mit der eisernen Energie des Großfürsten Nikolaf geleitet. Der russische Angriff in Galizien scheine an der Strypa völlig zusammen⸗ gebrochen zu sein. Ein holländisches Urteil.

Nieuws van den Dag schreibt: Der Fall Wilnas wurde schon lange erwartet. Die Begleitumstände können die Besetzung der Stadt noch zu einem glänzenden Erfolge der Deutschen machen, da die umfassende Bewegung der Deutschen die Russen gezwungen hat, die Stadt zu räumen. Deutsche Kavallerie hat bereits die Bahn⸗ linie Molode io Polotsk besetzt. Es handelt sich um ei ir en erustlichen Mißerfolg für die Russen, da dadurch das rüssische Heer bei Diinaburg und das bei Wilug voneinander ge⸗ trennt worden sind; letzteres ist erustlich mit einer Umzinge⸗ lung bedroht. Wenn die Umzingelung gelingt, muß man annehmen, daß der Abgang des Großfürsten die Ur sache dieses Un⸗

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ift bringt. Es steht nur fest, daß ein Teil der russischen in großer Gefahr schwebt und Petersburg von allen direkten Eisenbahn verbindungen mit der Hauptmacht a b⸗ geschnitten ist. Was die Franzosen sagen. 5 Til. Genf, 20. Sept. Die französischen Korrespondenten im hen Hauptquartier betonen trotz ihres Optimismusses die un⸗ gewöhnlich schwierigen Umstände, unter denen sich der Rückzug der rufsischen Truppen und zwar im Wilna⸗Pinskorabschnitt vollzieht. Die aus der Umgebung des Zaren stammenden Depeschen an das Elysee vermeiden jeden Hinweis auf die klfinftige russische Front. Diese durch die außerordentliche Schnelligkeit der deutschen Bewegung verursachte allgemeine Unsicherheit der gegen⸗ wärtig tonangebenden russischen Strategen, wird von Pariser Fach⸗ kritikern als Hauptursache der schweren Beklem⸗ mungen aller Freunde des Zarenreiches erkannt, dessen Wider⸗ standskraft durch jeden furchtbaren Schlag Hindenburgs auf eine harte Probe gestellt wird. g Italienischer Wind.

Der Militärkritiker des Corriere della Sera schreibt, wie vor⸗ auszusehen war, der Besetzung Wilnas eine geringe Bedeutung zu, da Wilna als Bahnknotenpunkt für die Russen nach der Unter⸗ brechung seiner Verbindungen mit Dünaburg und Petersburg air Wichtigkeit verloren habe und alle für die Deutschen nützlichen Be⸗ stände aus Wilna fortgeschleppt seien.

Stillegung der Fahrt auf der Themse.

T. U. Amsterdam, 20. Sept. Das Allgemeen Handels⸗ blatt meldet aus Vlissingen: Auf Befehl der englischen Admiralität ist die Fahrt auf der Themse für einige Tage stillgelegt. Der Postdampferdienst der Gesellschaft Zeeland ist ebenfalls zum Stillstand gekommen. Das SchiffMecklen⸗ burg, welches 102 Passagiere an Bord hatte, ist gestern morgen nicht abgefahren. Nach einer weiteren Meldung ist auch der DampferPrinzeß Juliana, der gestern in See gehen sollte, liegen geblieben.

Die Offensivkraft derZeppeline.

Die Morning Post sagt:Die Ernennung von Sir Perey Scott zum Leiter der Verteidigung Londons gegen Luftangrifse muß als amtliches Eingeständnis der Tatsache gelten, daß die Möglichkeit der Verwendung derZeppeline für Offensiv⸗ Operationen unterschätzt und daß die Notwendigkeit erkannt wurde, Gegenmaßregeln zu treffen. Es ist bezeichnend, daß die Er⸗ nennung Scotts am Tage des Zusammentritts des Parlaments erfolgte. Die Notwendigkeit solcher Gegenmaßregeln leuchtet dem Mann auf der Straße vollkommen ein, obwohl noch immer viele, die sich mit dem Luftfahrwesen beschäftigten, über das angebliche Fiasko Zeppelins zu spotten belieben. Die Zeppeline haben zweifellos enorme Fortschritte in der Treffsicherheit des Bomben⸗ swerfens gemacht, sie arbeiten jetzt besser in einer Höhe von 8 bis 10,000 Fuß als im vorigen Jahre in einer solchen von 2000 und 4000 Fuß. Obwohl der damalige Kriegssekretär Seely wenige Monate vor dem Kriege im Unterhause versicherte, daß wir ein wunderbaxes Geschütz gegen Luftangriffe besäßen, hat bisher keines dieser Geschütze mit einer möglichen Ausnahme einenZeppelin getroffen, obschon wir 18 Monate Zeit zu ihrer Verbesserung

hatten. Der englische Gewerkschaftskongreß.

Der Labour Leader bespricht das Ergebnis des Gewerk schaftskongresses in Bristol und weist darauf hin, daß die Abstimmung von 600 Stimmen gegen 7, womit die Unter⸗ stützung der Regierung bei der Fortführung des Krieges beschlossen ist, ein unrichtiges Bild von der Stimmung des

Kongresses gebe, da in der Tat nicht weniger als 100 Abge geordnete sich der Stimmabgabe enthalten haben und auf