Ausgabe 
18.9.1915
 
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N

lich von Perthe

Telegramme.

Dagehrrig hes Großen Haupthurfttz

Die Einschließung von Wilna. Ueber die Szezara.

W. B. Großes Hauptquartier, 17. Sept., vorm.(Amtlich.)

Westlicher Kriegsschauplatz. In der Champague wurde den Franzosen nordwest s durch einen Handgranatenangriff ein Grabenstück der vorderen Stellung entrissen. Ein Gegen angriff wurde abgeschlagen.

Oestlicher Kriegsschauplatz. Heeresgruppe des Generalfeldmarschalls v. Hindenburg.

Nördlich von Düna burg wurde die Straße Widsy⸗ Goduzischki⸗Komal erreicht. W idsy wurde heute früh nach heftigem Häuserkampf genommen.

Nordwestlich, nördlich und nordöstlich von Wilna wird unser Angriff fortgesetzt. 5

Die Lage östlich von Olita⸗Grodno kist im wesent⸗ lichen unverändert. Die Szezara wurde bei dem gleich namigen Orte überschritten.

Heeresgruppe des Generalfeldmarschalls Prinzen Leopold von Bayern. Auch bei der Heeresgruppe des Generalfeldmarschalls Prinzen Leopold von Bayern erzwangen unsere Truppen an mehreren Stellen den Szezaraübergang.

Heeresgruppe des Generalfeldmarschalls v. Mackensen. Die Sumpfgebiete nördlich von Pinsk werden vom Feinde gesäubert. Südöstlicher Kriegsschauplatz. Von den deutschen Truppen nichts Neues. Oberste Heeresleitung.

N 2 2 Der österreichisch⸗ungarische Tagesbericht Heftige Kämpfe im wolhynischen Festungsgebiet.

Wien, 17. Sept.(W. T. B.) Amtlich wird verlautbart: 17. September 1915:

Russischer Kriegsschauplatz.

Die Russen versuchten, die Wirkung unseres gestern gemachten Flankenstoßes nordöstlich von Buczacz durch einen Gegenangriff zu vereiteln. Sie wurden geworfen. Unser Artilleriefeuer ver⸗ nichtete hierbei ein feindliches Panzer⸗Automobil. Von den drei Offizieren der Besatzung wurden zwei getötet, einer unver⸗ wundet gefangen genommen. Von der Mannschaft blieb alles, mit Ausnahme eines gleichfalls in Gefangenschaft geratenen Chauf⸗ feurs, tot am Platze. Im übrigen ließ in Ostgalizien und an der Ikwa⸗Linie die Gefechtstätigkeit wesentlich nach. Die Lage blieb v öllig unverändert. Angesichts der Unmöglich⸗ keit, in diesen Räumen einen Erfolg zu erringen, führt der Feind neuestens umso heftigere Angriffe gegen unsere im wol⸗ hynischen Festungsgebiet stehenden Streitkräfte. Die gestern entbrannten Kämpfe dauern noch an. An der Szezara nichts Neues.

Italienischer Kriegsschauplatz. An der Tiroler Front fanden gestern wieder vielfach

Artilleriekämpfe statt. Nachmittags wurde das feindliche Feuer gegen die Hochfläche von Lafraun und Vilgereuth heftiger. Heute nach Mitternacht griff starke italienische Infanterie den Monte

Coston und unsere Stellungen nördlich dieses Grenzberges an. Diese Vorstößse wurden unter beträchtlichen Verlusten des Angreifers abgewiesen. Im Kärntner Grenzgebiet ent⸗ faltete die gegnerische Artillerie namentlich gegen den Raum von Tarvis eine lebhafte Tätigkeit. Dieser Ort und zwar insbesondere das dortige Spital wurde aus den Stellungen nächst des Greuz⸗

baches von Sumdogna von weittragenden Geschützen beschossen. An der küstenländischen Front setzte der feindliche Angriff gegen den Raum von Flitsch wieder ein. Mehrere Vorstöße der Italiener wurden zurückgeschlagen; die Kämpfe sind jedoch noch nicht abge⸗ schlossen. Weiter isonzoabwärts bis einschließlich des Görzer Brückenkopfes herrschte verhältnismäßig Ruhe. Einige Ort⸗ schaften südlich Görz und der Nordwestrand der Hochfläche von Doberdo standen unter lebhaftem feindlichen Geschützfeuer. West⸗ lich San Martino wurden Annäherungsversuche der Italiener wie immer vereitelt. Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabes. von Höfer, Feldmarschallentnant. *

Wilnas Umklammerung.

Der Frankf. Ztg. wird geschrieben: Die endgültige Unterbrechung der Bahnlinie von Petersburg und Dünaburg nach Wilna, die durch die Besetzung des etwa 40 Kilometer östlich der Bahn gelegenen Ortes Widsy bestätigt wird und die gleichzeitige Ueberschreitung der Szezara, die als ein sehr ernstes Flußhindernis gelten darf, prägt die schon seit einigen Tagen angedeutete Um klammerung von Wilna deutlicher aus. Die Stadt, die von den Russen sicherlich mit Feldbefestigungen ersten Ranges umgeben wor den ist, bildet tatsächlich jetzt einenVorsprung in der russischen Front, wie Kowno ihn während des Angriffs unserer Truppe bildete. Eine Räumung Wilnas hätte nun wohl für die russische Heeresleitung taktische Vorzüge, dürfte aber zunächst noch hinausgeschoben werden, da der Eindruck eines weiteren Rückzuges offenbar in den ersten Tagen des Oberbefehls des Zaren vermieden werden soll. Die Fort. schritte, die jetzt von unseren Truppen erzielt werden, sind in hartem Kampf errungen, in Widsy ließen sich die Russen sogar auf einen Häuserkampf ein. Ob diese Kämpfe als Ein⸗ leitung zu einer großen entscheidenden Schlacht zu betrachten sind oder nur die Vorbereitung weiterer Rückzugsbewegungen verschleiern sollen, zu denen die siegreiche Offensive die Russen bald wieder nötigen wird, läßt sich auch jetzt noch nicht er kennen.

ueber unruhen in Polen

wird dem Berliner 0 a us Lodz geschrieben: Seitdem Baer 1 0 erobert ist, machten sich revo lutionäre Umtriebe in Lodz bemerkbar, es wurden in der Stadt Flug⸗ blätter verteilt, die in polnischer Sprache zur Revolution auffor⸗ derten, und nach zuverlässigen Mitteilungen beabfichtigte die radl⸗ kal⸗poinische Parte, duch öffentliche Umzüge und sonitige nach außen

hin wirkende revolutionären Schritte Propaganda für ihre Zi f 1 85 1 N 10 ele

ein selbstständiges Königreich Groß-Polen zu 11 5 5 4 55 0 ernst die Sache aber von den deutschen Behörden aufgefaßt wird, ist as der Bekanntmachung ersichtlich, die der Ortskommandant von Lods, Oberstleutnaut von Braunschweig, erlassen hat, in der es heißt:Trotz der gänzlichen Aussichtslosigkeit solcherpläue gegenüber den Machtmitteln der Kaiserlich Deutschen Regierung mag es tat⸗ sächlich Verführer und Verfführte geben, welche an die Möglichkeit eines Erfolges ihrer Vestrebungen glauben. Diesen sei warnend mitgeteilt, daß die Kaiserlich Deutsche Reglerung im gegebenen Falle gegen alle Störer der Ruhe und Ordnung in der Stadt mit allen ihr zu Gebote stehenden Machtmitteln und mit ungachsichtlicher Strenge einschreiten wird.

Unter der russtschen Herrschaft stand das Räuberunwesen in Polen in üppiger Blüte, und auch jetzt noch gehören, trotz der un⸗ nachsichtlichen Strenge, mit denen die deutschen Behörden hiergegen vorgehen, Räuberüberfälle, bot denen auch Menschenleben vernichtet werden, nicht gerade zu den Seltenheiten. Die deutschen Behörden machen kurzen Prozeß mit den, Banditen. Diese werden vor ein Feldgericht gestellt und bei erwiesener Schuld ohne Gnade inner⸗ halb 24 Stunden ehe

858 Der Handel in Polen sängt an, sich allmählich wieder zu heben. Während der letzten zwei Wochen wurden aus Lodz Manufaktur⸗ waren im Werte von ungefähr 7 Millionen Rubel ausgeführt. Der Verbehr geschieht ausschließlich gegen bar. Infolge der Wiederher⸗ stellung der Verbindung mit Warschau sind große Transporte von Galanteriewaren und Gummischuhen von dort in Lodz für die Herbstsaison eingetroffen.

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* Von den Dardanellen. Türkische Erfolge.

Konstantinopel, 17. Sept.(W. T. B.) Das Haupt⸗ quartier meldet: Die Lage an der Dardanellenfront ist un⸗ verändert. Unsere Aufklärungstruppen, die nach verschiedenen Richtungen vorgeschickt wurden, plänkelten bei jeder Gelegen⸗ heit mit dem Feinde und kehrten nach jedem Angriff und jedem Ueberfall mit Beute beladen zurück. Unsere Artillerie hat den Feind, welcher Schützengräben zu bauen versucht und gelegentlich Truppenansammlungen unserem Feuer aussetzt, erfolgreich beschossen, die Ansammlungen zerstreut und ihm Verluste beigebracht. Bei Sedd⸗ül⸗Bahr hat unsere Artillerie vom linken Flügel am 16. September eine große Explosion in einer feindlichen Minenwerferstellung hervorgerufen und diese außer Gefecht gesetzt.

Ein Teil unserer Flotte hat einen Leuchtturm und eine Fabrik an der Südküste der Krim mit Erfolg beschossen. Das Geschütz- und Gewehrfeuer des Feindes hat ihr keinen Schaden getan. In derselben Gegend hat sie vier großie voll⸗ beladene russische Segelschiffe versenkt.

An der Irak-Front haben unsere Freiwilligen in der Gegend von Kalaat-ül⸗Medjim in der Nacht zum 12. Sep⸗ tember ein Lager des Feindes überrumpelt, ihr große Ver⸗ luste beigebracht und viel Beute abgenommen. Am folgenden Tage wurde ein neuer Augriff auf das Lager gemacht. Der Feind verlor mehr als 100 Tote und wurde aus seiner Stellung verjagt. Am 16. September haben mir nördlich von Korna ein englisches Flugzeug heruntergeschossen und die Flieger, einen Feldwebel und einen Mechaniker, gefangen genommen. Nach geringfügiger Instandsetzung benutzen wir das Flugzeug gegen den Feind.

Italienische Truppen für den Sitekanazl? Bern, 17. Sept.(W. B. Nichtamtlich.) Der Mailänder Sera übernimmt aus dem Petit Nicois aus angeblich absolut sicherer Quelle die Nachricht, daß General wando zur Verteidigung der ägyptischen Küste inne hat, unlängst Kairo verlassen hat,um in besonderer Mission nach Rom zu gehen. Der General habe dort Verhandlungen eingeleitet, um die Ver⸗ teidigung eines Teiles des Suezkanals den italieni⸗ schen Truppen zu überlassen, damit eng li sche Soldaten und Kolonialtruppen für die Unternehmungen au den Dardanellen frei würden. Anscheinend sei es vorzuziehen, die italienischen Trup⸗ pen, die ursprlinglich für Gallipoli bestimmt waren, nach Aegypten zu bringen, wo sie sich näher an der Operationsbasis und dem liby⸗ schen Kommando befinden. General Hunter soll am 30. August mit dem holländischen Dampfer Rembrandt nach Kairo abgereist sein. 0*

Aus Rußland.

Die Vertagung der Duma.

Der Petersburger Korrespondent des Temps meldet, daß die Unterbrechung der Dumatagung auf etwa zwei Monate in parlamentarischen Kreisen zu schärf⸗ ster Kritik Anlaß gibt. Man erblickt darin eine Weigerung der Regierung, auf dem durch das Reformprogramm vor gezeichneten Wege weiterzuschreiten, das der von der liberalen Majorität gebildete Block festgelegt hat und das von ihm als für den Sieg durchaus notwendiges Element erachtet wird.

Der Korrespondent der Daily Mail in St. Petersburg berichtet, daß die Vertagung der Duma, die bereits seit einigen Tagen bekannt war, als ein Sieg der Bureaukratie und ihres Anhanges in der Volksver tretung angesehen werde. Drei Viertel der Duma und nahezu die gesamte Presse haben sich der Vortagung wider⸗ setzt. Die Fjetsch erklärt, daß die gesamte Presse mit Aus- nahme der durch die Regierung subventionierten, Blätter die Maßregel als eine dro hende nationale Kata- strophe betrachten. Die Nowoje Wremja greift Goremykin heftig an und sagt, er klebe an den Traditionen einer üblen Vergangenheit und er sei zu alt, das Land in Kriegszeiten zu regieren.

Amnestieerlaß des Zaren?

T. U. Kopenhagen, 17. Sept. Einem Londoner Tele⸗ gramm aus Petersburg zufolge, erließ der Zar eine Amnestie für politische Vergehen. Hierdurch erhalten viele Hundert⸗ tausende politische Gefangene, die größtenteils nach Sibirien verschickt waren, ihre Freiheit wieder.

Die Nachricht steht in grellem Widerspruch zu dem sonstigen Verhalten der russischen Machthaber und verdient ein dickes Fragezeichen.

Der Himmel muß helfen! Laut Nowoje Wremja werden in allen orthodoxen russischen Kirchen seit einer Woche Tag und Nacht ununter: brochen Gottesdienste abgehalten, um den Sieg der russischen

Heere zu erflehen.

Hunter Pascha, der das Oberkom⸗ ff

Der Landsturm an der Front.

Eine Verordnung hebt die bisherige Bestimmung, daß Land⸗

stürmleute zweiten Aufgebots nur in besonderen Landsturm⸗ truppen verwendet werden dürfen, auf. Der ganze Landsturm kann künftig zur Ausfüllung der Lücken in der Front benutzt

werden. 6 Millionen Flüchtlinge!

Englischen Blättermeldungen zufolge hat der Lo 1 d⸗ mayor von London aus St. Petersburg ein tele⸗ graphisches Ersuchen um Geldunter st ü tz ung erhalten, da für 6 Millionen Flüchtlinge gesorgt werden miisse.

5 85* Vom Balkan. Mobilisation?

Dem Echo de Paris wird aus Nisch gemeldet, die bul⸗ garische Regierung habe den Jahrgang 1916 unter die Fahnen berufen.

5 Nach einer Athener Meldung desselben Blattes ruft, ein königliches Dekret auf den 1. Oktober die Reservisten der Jahresklassen 1886, 1887 und 1888 unter die Fahnen. 2

Serbien bereit!

Der serbische Ministerpräsident Paschitsch hat einem Bericht⸗ erstatter des Petit Parisien erklärt, die angebliche Konzen⸗ tration von feindlichen Truppen an der Nordgrenze Serbiens existiere in Wirklichkeit nicht. In dieser Hinsicht würden von den französischen Fliegern beständig und genaue Nachrichten eingeliefert. Paschitsch fügte hinzu, die rekonstituierte mit Muni⸗ tion reich versehene serbische Armee werde einen Durchmarsch durch das gebirgige Land für den Feind sehr schwierig ge⸗ stalten, der zur Ausführung eines solches Vorhabens über mehr als 450000 Mann verfügen müßte. 3

Der Dardauellenvertrag der Entente.

Lugano, 17. Sept. Nach einer Meldung der Giornale d'Italia aus Sofia veröffentlichen die dortigen Zeitungen den Wortlaut des am 22. Dezember 1914 zwischen Rußland, England und Frankreich geschlossenen Dardanellenvertrags, dessen wichtigste Bestimmung die ist, daß Kon⸗ stantinopel und die Meerengen Rußland zufa[len sollten. Der Vertrag sollte vor den Balkanstaaten geheim gehalten werden.

Druck und Verlag Offenbacher Abendblatt, G. m. b. H. Ver⸗ antwortlicher Redakteur: Georg Kaul. Für den Inseratenteil verantwortlich A. Ulrich sämtlich in Offenbach a. M.

Von den Apotlieken in Giessen ist am Sonntag, den 19. Sept. von 3 Uhr nachmittags an und die Nacht hindurch geöffnet die Pelikan- potheke.

Verstorbene. Frau Elisabetha Petri Wwe.,, geb. Hainbach, in ppenrod, 66 Jahre alt

O

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Am 14. September starb, nachdem er bereits 1 Jahr in Russland gekämpft hatte, an den Folgen einer Er- krankung, mein lieber, unvergesslicher Mann, unser lieber Vater, Bruder, Schwager und Onkel

im Festungslazarett Zzu Metz im 38. Lebensjahre.

In tiefer Trauer: Margarethe Gerlach, geb. Kreiling und 4 Kinder Familie Krombach Familie Wilhelm Kreiling Krauskopf 5 Leonhard Arnold Heinrich Gerlach Karl Arnold. Wilhelm Gerlach

Heuchelheim und Fellingshausen, den 17. September 1915.

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