von Höchstpreisen sei nur möglich, wenn sie von seiten der Reichsregierung und zwar für ein möglichst großes Inter⸗ essengebiet geschehe. Auch müssen energische Zwangsmaß⸗ geln damit verbunden werden. 5

Gefallene aus Oberhessen und Nachbargebieten. Ludwig Albach aus Lindenstruth. Ersatzreservist Ludwig Michel aus Treis a. d. Lumda, Res.⸗Inf.⸗Reg. 116.

Skandal in einer Gemeindeverwaltung. In der Donners⸗ tag⸗Nummer brachten wir eine Mitteilung aus Altenburg, daß der dortige Bürgermeister Tell seines Amtes enthoben wor⸗ den sei. Es hatte den Anschein, als hätte der Mann sich irgend etwas zuschulden kommen lassen, was aber nach näheren Berichten über diesen Fall keineswegs zutrifft. Als die Stadtverordneten sich mit der Regierungsmaßnahme beschäftigten, gab der Redner der Sozialdemokratie eine Erklärung ab, die sich scharf gegen die Regierung wendet und die Amtsenthebung als unverständlich be⸗ zeichnet. Bürgermeister Tell habe seine Pflicht getan. Das Ver⸗ brechen Tells soll so führte unser Genosse aus nach der Haus⸗ besitzerorganisation darin bestehen, daß sich Tell einen Hinter⸗ legungsschein hat ausstellen lassen, weil er seine Miete noch nicht bezahlt hatte und ihn daher der Haus wirt nicht ausziehen lassen wollte. Vor acht Jahren war der Fall stadtbekannt. Der Bürger⸗ meister hat ihn selber erzählt. Weiter bemerkte der Redner: Der Bürgermeister wäre sicher ein tüchtiger Mann gewesen und man hätte keinen Makel an ihm gefunden, wenn er die Sonderinteressen der Hausbesitzer, des Elektrizitätswerks und der Brauberechtigten vertreten hätte. Das hat er nicht getan, und daher der Haß. Es muß anerkannt werden, daß Tell seine Pflicht getan und daß er namentlich während des Krieges seine ganze Person uneigennützig zur Verffigung gestellt hat. Zum Schluß protestierte unser Genosse gegen den Eingriff der Regierung in das Selbstverwaltungs recht der Gemeinde. Den Worten des sozialdemokratischen Redners schloß sich ein bürgerlicher an.

Antisemitische Erziehung zum Haß. In dem Hamburger antisemitischen BlatteDeutsch⸗soziale Blätter wird derBrief einer tapferen deutschen Frau aus Görlitz abgedruckt, der folgende Stelle enthält:Ich hoffe zuversichtlich, daß mein kleiner Siegward, der allerdings jetzt erst Jahr alt ist, durch meine Erziehung soweit gedeiht, daß er seinem der deutschen Sache bis in den Tod getreuen Vater ein tüchtiger Nachkämpfer wird. Mein Mädel ist ja heute schon so. Nichts haßt sie mehr als die Juden und die Engländer! Neuerdings auch die Russen. Nun, von mir lernt's halt das kleine Ding nicht besser. Man weiß ja nicht, ob bei den Kindern der ihnen anerzogene Haß vorhält. Unter Wnständen kann es eintreten, daß das Mädchen einst einen derjenigen mit seiner Liebe beglückt, die zu hassen es angelernt wurde. In den wiedergegebenen Sätzen des Briefes, die das Blatt offenbar billigt, kommt aber eine so ver⸗ nagelte, bornierte Gesinnung zum Ausdruck, daß sich jeder Ver⸗ ständige dagegen wehren wird, wenn das etwa alsDeutsch be zeichnet werden soll.

Warum das Schuhwerk so teuer ist. Aus dem Jahresbericht der Süddeutschen Lederwerke, Aktien-Gesellschaft in St. Ingbert bei Saarbrücken, geht solgendes hervor: Die Gesellschaft, die in den letzten vier Jahren dividendenlos geblieben war, bringt für das Geschäftsjahr 1914/15 eine Dividende von 15 Prozent in Vorschlag. Nach dem Bericht konnten die Umsätze wesentlich ge⸗ steigert werden. Aus der Preissteigerung für Fertigfabrikate habe die Gesellschaft bei den ziemlich belangreichen Vorräten guten Nutzen ziehen können. Der Fabrikationsgewinn ist um 347805 Mark ge⸗ stiegen. Der Reingewinn beträgt 402 875 Mark gegen nur 40 773 im Vorjahre. Wer eine Familie und dabei kein sehr großes Ein⸗ kommen hat, weiß nicht, wie er die Stiefel und ihre Reparatur be⸗ zahlen soll, weil die Preise ins Ungemessene gestiegen sind. Wie glänzend die Gewinne der Spekulanten sind, zeigt sich an zahlreichen Beispielen und das bei einer Ueberfülle von Leder, dessen Herstellung keinen Pfennig mehr kostet als frtiher. Warum legt man diesem, um mit dem sächsischen Minister des Innern zu reden, Ver⸗ brechen am Vaterlande nicht das Handwerk durch normale Zwangs preise fiir Häute und Leder unter der Konfiskation ihrer Vorräte im Falle der Verkaufsverweigerung zu diesen Preisen?

Wetterpreise. Die Zusammenhänge zwischen dem Wetter und den Lebensmittelpreisen besingt ein Poet in dem Kölner Parteiorgan folgendermaßen:

. Trockenheit. Des Feldes Frucht Kriegt die Kränke. Au verflucht! Geht's so weiter Konsument,

Kommt ein Aufschlag: fünf Prozent Dieser kommt. Doch auch der Regen Zlrömt herab mit mildem Segen. Feldfrucht kriegt jetzt Wassersucht. Aufschlag: zehn Prozent gebucht. Ind der große Wettermacher

Schaut erschüttert diesen Schacher. Ob er's so macht oder so,

Wird er sziner Kunst nicht froh. Denn ob's sonnenscheint, ob's wettert, Ob es Hagkelschloßen schmettert,

Ob es trübe, ob es heiter

5 Steigen doch die Preise weiten.

Vom Zuge überfahren. Am Donnerstag hat sich in der Nähe der Station Niederweimar ein Privatbeamter Angermann 5 etwa 40 Jahre alt, überfahren lassen. Er wurde sofort getötet.

* Der Konsumverein Gießen hält voraussichtlich seine dies

ährige ordentliche Generalversammlung Sonntag, den

3. Oktober, nachmittags, im Gewerkschaftshause ab.

Anlagemusik: Sonntag, den 5. September, vormittags 11% Uhr, in der Süd⸗Anlage, ausgeführt von der Kapelle des Land sturm⸗Infanterie⸗Ersatz⸗Bataillons Gießen. Spielfolge: 1. Litanei auf das Fest Allerseelen, von Frz. Schubert. 2. OuvertüreDer königliche Schäfer, von Mozart. 3. Blumenlied, von G. Lange.

Zur Abstimmung über die Kriegskredite.

Der Vorwärts teilt mit: Eine Reihe Zuschriften aus dem Leserkreise wünscht eine genauere Mitteilung über die Kredit abstimmungen der sozialdemokratischen Reichstagsfraktion. Wir lommen diesem Ersuchen nach Möglichkeit nach: Es stimmten in der Fraktion gegen die erste Kreditvorlage 14, gegen die zweite 17, gegen die dritte 23 und gegen die vierte Kriegskreditvorlage 36 Ab geordnete. Von diesen 36 stimmten am 20. August im Plenum 3 für die Vorlage, Liebknecht dagegen, 32 von ihnen befanden sich bei der Abstimmung außerhalb des Saales. Von diesen können wir folgende 29 Abgeordnete namhaft machen, die aus grundsätzlichen Bedenken sich aus dem Sitzungssaal vor der Abstimmung entfernt hatten: Albrecht, Antrick, Bernstein, Bock, Büchner, Dr. Cohn (Nordhausen), Dittmann, Emmel, Erdmann, Fuchs, Geyer, Haase, Henke, Dr. Herzfeld, Hoch, Hofrichter, Horn, Kunert, Ledebour, Peirotes, Raute, Rühle, Schwartz(Lübeck), Simon, Stadthagen, Stolle, Vogtherr, Wurm, Zubeil.

Kriegsdienst der sozialdemokratischen Abgeordneten.

Bei Ausbruch des Krieges standen von den 110 sozialdemokrati⸗ schen Abgeordneten 24 im Alter unter 45 Jahren, nämlich die Ge⸗ nossen Bauer, Bender, Buck, Cohen(Reuß), Dr. Oskar Cohn, David⸗ sohn, Dittmann, Ebert, Dr. Frank, Giebel, Hasenzahl, Keil, Krätzig, Dr. Lensch, Dr. Liebknecht, Peirotes, Rühle, Schmidt(Meißen), Heinrich Schulz, Dr. Südekum, Taubadel, Wels, Wendel. Von diesen hatten als Soldat gedient: Dr. Cohn, Davidsohn, Dr. Frank, Hasen⸗ zahl, Krätzig, Dr. Lensch, Dr. Liebknecht, Schulz, Dr. Südekum, Wels und Wendel. Gefallen ist Dr. Frank. Eingezogen sind und dienen zurzeit von den Gedienten: Dr. Cohn, Davidsohn, Hasenzahl, Dr. Liebknecht, Dr. Südekum und Wendel. Außerdem dient als Kriegs⸗

freiwilliger der am 18. April 1864 geborene Genosse Göhre. Er hat im Frieden als Einjähriger seine Milttärpflicht erfüllt.

5. Harmontische

4. Cuprids Garden⸗Intermezzo, von C. ene. 10 e ee 1 6. Marsch

Retraite der Kavallerie und Gebet, von A. Reckling. der finnländischen Reiterei. 3 Beherzigenswerte Ratschläge für reisende Soldaten sind jetzt auf den Bahnhöfen vom Generalkommando veröffentlicht worden. Es heißt darin:Vorsicht, Soldaten, bei Abgabe von Briefschaften und Postkarten während der Eisenbahnfahrt! Verratet nicht aus Unvorsichtigkeit oder Vertrauensseligkeit militärische Geheimnisse, ohne daß Ihr es wollt. Verboten ist jede Mitteilung über das Wo⸗ her und Wohin des Transportes. Uebergebt nichts an unbekannte Personen, denn es könnten feindliche Nachrichtensammler sein.

Haarschneiden und Rasieren schlägt auf? Eine Versammlung der selbständigen Friseure von Frankfurt a. M. faßte eine Ent⸗ schließung, aus der wir entnehmen:Die vereinigten Friseure von Frankfurt a. M. richten die dringende Bitte an das Publikum, auch ihren Beruf in Zukunft zu unterstützen und da, wo eine kleine Er⸗ höhung der Bedienungspreise stattfindet, diese zu leisten und ebenso alle Extraansprüche, die beim Rasieren, Frisieren und Haar⸗ schneiden vom Friseur verlangt werden, extra zu vergüten.

Sind Reklamanten Drückeberger? Diese auch für unsere Gegend recht zeitgemäße Frage wurde von der Elberfelder Strafkammer so beantwortet, wie sie von allen vernünftigen Menschen beantwortet werden wird: nur Unvernunft oder böser Wille kann den Rekla⸗ manten den Vorwurf der Drückebergerei machen. Außerdem ist dieser Anwurf für einen Reklamanten eine schwere Beleidigung, die mit Gefängnis bestraft wird. Für den Ausfall des Krieges ist es außerordentlich wichtig, daß das wirtschaftliche und kommerzielle Leben in seinem Gange bleibt. Die Anträge auf Zurückstellung werden gewissenhaft geprüft, und nur, wenn es sich herausstellt, daß der Mann unabkömmlich ist, wird er zurückgestellt. Zwei Bureau⸗ vorstehern des Städtischen Gaswerks Elberfeld war in anonymen Briefen, die ans Generalkommando gerichtet waren, dieser Vorwurf gemacht worden. Es hieß darin, die beiden Be⸗ amten hätten sich als unabkömmlich vom Militärdienst zurückstellen lassen, obwohl Ersatzkräfte für sie genügend vorhanden seien. Ein derartiges Verhalten müsse jeden Vaterlandsfreund anekeln, und das Generalkommando müsse daher der Sache auf den Grund gehen und einschreiten. Selbstverständlich ging die Militärbehörde der Sache nach, es stellte sich jedoch alsbald heraus, daß der gegen die beiden Beamten erhobene Vorwurf völlig grundlos war. Nach langen Nachforschungen wurde der Briefschreiber in der Person des Kaufmanns Ewald K. von dort ermittelt. K. war zu jener Zeit auf dem Bureau des Gaswerks aushilfsweise beschäftigt. Die Strafkammer verurteilte ihn zu zehn Tagen Gefängnis, wobei noch mildernd berücksichtigt wurde, daß der Angeklagte sehr nervös ist.

Die Tagesabnahme im Monat September beträgt eine Stunde und 57 Minuten. Am ersten Tag des Monats, vor Sonnenaufgang, um 5.10 Uhr, am letzten September ist Sonnenaufgang erst um 5.59 Uhr. Der Sonnenuntergang ist am 1. September um 6.49 Uhr, am 20. September schon um 5.41 Uhr.

Die giftigen Gase der Fliegerbomben. Daß beim Besuche feind⸗ licher Flieger nicht bloß während des Bombenwerfens Vorsicht zu üiben ist, sondern auch noch nachträglich an Orten, wo Bomben niederfielen, Vorsicht am Platze ist, beweist ein Vorfall im Unter⸗ Elsaß infolge der vor mehreren Wochen erfolgten Beschießung der Pechelbronner Oelwerke. An einem von einer Fliegerbombe her⸗ rührenden tiefen Loch gruben die Brüder Grässel nach Granat⸗ splittern. Plötzlich wurden beide durch ausströmende giftige Gase betäubt. Der 16jährige Georg Grässel fiel mit dem Kopf nach unten in das Loch und fand den Tod, während sein Bruder sich noch weiter schleppen konnte und nach längerer Zeit wieder zur Be

innung ram. Bie arztunche unerfuaen ase

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gemacht. Der Nürnberger M nach der das Verweilen Aim ik 575 Straßen und Plätzen nach Ei m Beispiel

5 Stä ist Bamberg dem 2 Won dn Biefec it die Maul- und Klauenseuche ausge⸗

brochen. Die Gemarkung Wieseck bildet einen Sperrbezirk. skreis Friedberg⸗ Büdingen. Bad⸗Nauheim, 4. Sept. Bis zum 2. n 5 18 531 Kurgäste angekommen. Bäder wurden bis zum 2. Sep⸗ tember 1915 236 516 abgegeben. i gereis Wetzlar. 4 f i e wieder Das Wetzlarer Gefangenenlager hat dieser Tag einen Zuwachs 50 1 5 2500 Russen erhalten, 75 opener Westpreußen hierhergekommen sind. Gegenwärtig

8 5 5 im Wetzlarer Lager. e e Wahlvereinsvorstände!. 4 9 meet Dißmann, der Sekretär für den Woitatenebele 1 ist am 24. August zum Militär eingezogen worden. 905 Por stand erfucht, alle Zuschriften bis auf weiteres an n 8 orsitzen⸗ den Eduarb Gräf, Frankfurt a. M., Stoltzestraße 17, gelangen zu

lassen.

Bon Nah und Fern.

Wie die Sieg. Ztg. mitteilt, hat auf dem npater jetzt das fünfundzwanzigste teilen sich diese 1 l Ehen. Auf die erste kommen fünf, auf die zweite dreizehn und auf die dritte jest 1 Kinder. Von den 25 Kindern sind noch 19 am Leben. Von diesen besuchen fünf die Schule und drei sind noch nicht schulpflichtig.

Frankfurt, 3. Sept.

Finanzagenten Alphons Schminke, Form von Kauf⸗ und Rücckkaufsgeschäften gemacht und den Kunden

Reicher Kindersegen. 75 dortigen Standesamt ein Familie Kind angemeldet. Allerdings ver

d gewohnheitsmäßigen Wuchers

erbs- un nommen hatte, wegen gew 300 Mark Geldstrafe

und Betrugs zu neun Monaten Gefängnis,

und drei Jahren Ehrverlust. Vermischtes. Eine Steuer für Jungfrauen und Junggesellen. 1 In Oschatz in Sachsen ist eine Steuer für Junggesellen und

Jungfrauen, beginnend mit dem vollendeten 30. Lebensjahr, einge⸗ führt worden. Bei 1800 Mark Einkommen(unterste Grenze) sind 4,05 Mark, bei 2400 Mark 5,15 Mark, bei 4000 Mark 23,62 Mark, bei 6300 Mark 67,80 Mark, bei 10000 Mark 159,20 Mark usw zu bezahlen. Für Kriegsteilnehmer sind Ermäßigungen vorgesehen. Von einem Ausschluß weiblicher Personen glaubte man absehen zu sollen, da diese ebenso wie die männlichen Unverheirateten weniger Aufwand als Ehemänner hätten. Außerdem hätten weibliche Per⸗ sonen im allgemeinen geringere Bedürfnisse als männliche. Reuß ä. L. besteht übrigens eine Junggesellensteuer schon seit Jahren.

Fünfprozentige Deutsche Reichsauleihe von 1915.

Dritte Kriegsanleihe.

Länger als Jahresfrist steht Deutschland einer Welt von Feinden gegenüber in schwerem Kampfe, wie er in der Geschichte nicht seines⸗ gleichen findet. Ungeheuer sind die Opfer an Gut und Blut, die der gewaltige Krieg fordert. Gilt es doch, die Feinde niederzuringen, die der Zahl nach überlegen sind und sich die Vernichtung Deutsch⸗ lands zum Ziel gesetzt haben. Diese Absicht wird an den glänzenden Waffentaten von Heer und Flotte, an den großartigen wirtschaft⸗ lichen Leistungen des von einem einheitlichen nationalen Willen beseelten deutschen Volkes zerschellen. Wir sehen, fest vertrauend auf unsere Kraft und die Reinheit des Gewissens, in dem von uns nicht gewollten Kriege zuversichtlich der völligen Niederwerfung der Feinde und einem Frieden entgegen, der nach den Worten unseres Kaisersuns die notwendigen militärischen, polilischen und wirt⸗ schaftlichen Sicherheiten für die Zukunft bietet und die Bedingungen erfüllt zur ungehemmten, Entfaltung unserer schaffenden Kräfte in der Heimat und auf dem' freien Meere. Dieses Ziel erfordert nicht nur den ganzen Helden⸗- und Opfermut unserer vor dem Feinde stehenden Brüder, sondern auch die stärkste Anspannung unserer finanziellen Kraft. Das Deutsche Volk hat bereits bei zwei Kriegs⸗ anleihen seine Opferfreudigkeit und seinen Siegeswillen bekundet. Jetzt ist eine dritte Kriegsanleihe aufgelegt worden. Ihr Erfolg wird hinter dem bisher Vollbrachten nicht zurückstehen, wenn seder in Erfüllung seiner vaterländischen Pflicht seine verfügbaren Mittel der neuen Kriegsanleihe zuwendet.

Ausgegeben werden fünfprozentige schreibungen der Reichsan leihe. Der Zeichnungspreis beträgt 99%, bei Schuldbuchzeichnungen 98,80 97. Die Schuldver⸗ schreibungen sind wie bei der ersten und zweiten Kriegsanuleihe bis zum 1. Oktober 1924 unkündbar, gewähren also 9 Jahre lang einen fünfprozentigen Zinsgenuß. Da aber die Ausgabe ein volles Prozent unter dem Nennwert ersolgt und außerdem eine Rückzahlung zum Nennwert nach einer Reihe von Jahren in Aussicht steht, so ist die wirkliche Verzinsung noch etwas höher als 5 vom Hundert. Die Unkündbarkeit bildet für den Zeichner kein Hindernis, über die Schuldverschreibungen auch vor dem 1. Oktober 1924 zu verfügen. Die neue Kriegsanleihe kann somit als eine ebenso sichere wie ge⸗ winnbringende Kapitalanlage allen Volkskreisen aufs wär mste empfohlen werden.

Für die Zeichnungen ist in umfassendster Weise Sorge getragen. Sie werden bei dem Kontor der Reichshauptbank fsür Wertpapiere in Berlin(Postscheckkonto Berlin Nr. 99) und bei allen Zweig⸗ anstalten der Reichsbank mit Kasseneinrichtung entgegengenommen. Die Zeichnungen können aber auch durch Vermittlung der König lichen Seehandlung(Preußische Staatsbank) und der Preußischen Zentral⸗Genossenschaftskasse in Berlin, der Königlichen Hauptbank in Nürnberg und ihrer Zweiganstalten sowie sämtlicher deutschen Banken, Bankiers und ihrer Filialen, sämtlicher deutschen öffent⸗ lichen Sparkassen und ihrer Verbände, bei jeder deutschen Lebens⸗ versicherungsgesellschaft und jeder deutschen Kreditgenossenschaft, endlich bei allen Postanstalten am Schalter erfolgen. Bei solcher Ausdehnung der Vermittlungsstellen ist den weitesten Volkskreisen in allen Teilen des Reichs die bequemste Gelegenheit zur Beteiligung geboten.

Wer zeichnen will, hat sich zunächst einen Zeichnungsschein zu beschaffen, der bei den vorgenannten Stellen, für die Zeichnungen bei der Post bei der betreffenden Postanstalt, erhältlich ist und nur der Ausfüllung bedarf. Auch ohne Verwendung von Zeichnungs⸗ scheinen sind briefliche Zeichnungen statthaft. Die Scheine für die Zeichnungen bei der Post haben, da es sich bei ihnen nur um eine Einzahlung handelt, eine vereinfachte Form. In den Landbestell⸗ bezirken und den kleineren Städten können diese Zeichnungsscheine schon durch den Postboten bezogen werden. Die ausgefüllten Scheine sind in einem Briefumschlag mit der Adresse an die Post entweder dem Postboten mitzugeben oder ohne Marke in den nächsten Post⸗ briefkassen zu stecken.

Ueber das Geld braucht man zur Zeit der Zeichnung noch nicht sogleich zu verfügen, die Einzahlungen verteilen sich auf einen längeren Zeitraum. Die Zeichner können vom 30. September ab jederzeit voll bezahlen. Sie sind verpflichtet:

30 9 des gezeichneten Betrages spätestens bis zum 18 Oktober 1915, 20 des gezeichneten Betrages spätestens bis zum 24. Nopbr. 1915, 25% des gezeichneten Betrages spätestens bis zum 22. Dezbr. 1915,

Schuld ver⸗

25% des gezeichneten Betrages spätestens bis zum 22. Januar 19161

zu bezahlen. Nur wer bei der Post zeichnet, muß schon zum 18. Oktober d. J. Vollzahlung leisten. Im übrigen find Teil⸗ zahlungen nach Bedürfnis zulässig, jedoch nur in runden, durch 100 teilbaren Beträgen. Auch die Beträge unter 1000 Mark sind nicht sogleich in einer Summe fällig. Da die einzelne Zahlung nicht geringer als 100 Mark sein darf, so ist dem Zeichner kleinerer Be⸗ träge, namentlich von 100, 200, 300 und 400 Mark, eine weitgehende Entschließung darüber eingeräumt, an welchen Terminen er die Teilzahlung leisten will. So steht es demjenigen, welcher 100 Marl gezeichnet hat, frei, diesen Betrag erst am 22. Januar 1916 einzu⸗

zahlen. Der Zeichner von 200 Mark braucht die ersten 100 Mark erst am 24. November 1915, die übrigen 100 Mark erst am 22. Januar 1916 zu zahlen. Wer 300 Mark gezeichnet hat, hat

gleichfalls bis zum 24. November 1915 nur 100 Mark, die 100 Mark am 22. Dezember, den Rest zahlen. Es findet immer eine Verschiebung zum nächsten Zahlungs⸗ termin statt, solange nicht mindestens 100 Mark zu zahlen sind. Der erste Zinsschein ist am 1. Oktober 1916 fällig. Der Zinsen⸗ lauf beginnt also am 4. April 1916. Für die Zeit bis zum 1. April 1916 findet der Ausgleich zugunsten des Zeichners im Wege der Stückzinsberechnung statt, d. h. es werden dem Einzahler 57 Stlick⸗ zinsen von dem auf die Einzahlung folgenden Tage ab im Wege der Anrechnung auf den einzuzahlenden Betrag vergütet. So betragen die Stückzinsen auf je 100 Mark berechnet: 0 für Schuldbuch.

für Stücke eintragungen

für die Einzahlungen bis zum 30. Sept. 1915 Mk. 2 50, der Zeichner hat also in Wirk⸗ lichte d m die Einzahlungen am 18. Oktober 1915 2,25 M., der Zeichner hat also in Wirk- ichn e ꝶm die Einzahlungen am 24. November 1915 1,75 M., der Zeichner hat also in Wirk⸗ lichkeit nur zu zahlen. 97,25 M. 97,05 M. Für jede 18 Tage, um die sich die Einzahlung weiterhin verschiebt, ermäßigt sich der Stückzinsbetrag um 25 Pfennig.

Für die Einzahlungen ist nicht erforderlich, da. Geld bar bereitliegen hat. Wer über ein Gaba e kasse oder einer Bank verfügt, kann dieses für die Einzahlungen in Auspruch nehmen. Sparkassen und Banken werden hinsichtlich der Abhebung ngmentlich dann das größte Entgegenkommen zeigen, wenn man bei ihnen die Zeichnung vornimmt. Besitzt der Zeichner Wertpapiere, so eröffnen ihm die Darlehenskassen des Reichs den Weg, durch Beleihung das erforderliche Darlehen zu erhalten. Für diese Darlehen, ist der Zinssatz um ein Viertelprozent ermäßigt nämlich auf%, während sonst der Daxlehenszinssatz N be⸗ trägt. Die Darlehensnehmer werden hinsichtlich der Zeitdauer des Darlehens bei den Darlehenskassen das größte Entgegenkommen 1 gegebenenfalls im Wege der Verlängerung des gewährten Darlehens ß eine Kündi 3 N so daß eine Kündigung zu ungelegener Zeit nicht zu

Wer Schuldbuchzeichnungen wählt, f i vergünstigung von 20 Pfennig für je 150 Mr Sen Schuldbuchs die hauptfächlich darin bestehen, daß das Schuldbuch vor jedem Verlust durch Diebstahl, Feuer oder sonstiges Abhanden⸗ 7 5 N ee schlitzt, mithin die Sorg kufbewahrung be eitigt und außerdem al i ö B erspart, da die Sontag 508 zuch sowie der Bezug der Zinsen vollständig! Nur die spätere Ausreichung der S ö 815 hrenfret erfolgen nicht vor dem 15. Oktober 1916 mulassig sein ell dun 9.. mäßigen Geblühr. Die Zinsen erhält der Schuldbuchgläudige durch die Post portofrei zugesandt: er kann sie aber auch 9 d Bank, Sparkasse oder Genossenschaft überweisen 0 se bes

einer chsbankanstalt oder öffentliche 1

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Angesichts der großen Vorzüge, welche das Fechulböng as abet, eine möglichst lange Beibehaltung der Eintr uch gewährt, raten. ragung dringend zu

1 96,50 M. 96,30 M. für

96,75 M. 96,55 M.

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und unbedingt sichere Anlage dar. D eine hochverzinsliche Chrensache des Deutschen Volkes, 3 N

4 September 1915 sind

je Strafkammer verurteilte den f 1 5 der Darlehnsgeschäfte in der

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