Ausgabe 
21.8.1915
 
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Krieg wird hoffentlich eine solche Regelung, der Verhältnisse bringen, daß den Polen die 9 5 Entwickelung ihres natio⸗ nalen Lebens gesichert sein wird.(Beifall.) 1

Abg. Schultz⸗Bromberg(Rp.): Wir billigen die Ausführungen des Reichskanzlers in bezug auf die Polenfrage. Die unerhörten Anstrengungen von Heer und Volk erfordern einen Frieden, der der Opfer wert ist.(Bravo! rechts.) g

Hiermit schließt die Besprechung. Der Nachtragsetat wird einstimmig angenommen lein Teil der Sozialdemokraten hat den Saal verlassen). 5 N

1 Auf Antrag des Abg. Dr. Spahn(Z.) erfolgt sofort die dritte Lesung.

Debattelos wird der Etat gegen die Stimme des Abg. Dr. Liebknecht(Soz.), der inzwischen den Saal wieder betreten hat, angenommen.

Das Haus vertagt sich auf Samstag 2 Uhr.(Fortsetzung der Etatsberatung.)

Schluß 5 Uhr.

Hessen und Nachbargebiete.

Gießen und Umgebung.

O Friede! komm

O Friede! komm und lege deine Hand

auf meine Stirn, wie es die Liebste tut,

O Friede, komm und kühle mir den Brand, der fiebernd wühlt in meinem Blut.

O Friedel komm und hülle du mich ein, ich bin so müd' und heimwehkrank! Du sollst wie meine Mutter sein, aus deren Brüsten ich die Liebe trank Max Barthel, Musketier.

Die Frauen rufen den Reichstag an.

Die Genossin Luise Zietz schreibt uns:

Wohl niemals ist die politische Rechtlosigkeit der Frauen von ihnen so bitter empfunden worden, als in der gegenwär⸗ tigen Zeit des Weltkrieges. Bei der Beratung der großen Fragen der äußeren Politik, von deren Lösung das Schicksal unseres Volkes und insbesondere des schwerleidenden Prole⸗ tariats abhängt, bei den wichtigen Fragen der inneren Politik, insbesondere bei der Fürsorge für die Kriegerfamilien, für die Wöchnerinnen und nicht zuletzt bei der Frage der Lebens⸗ mittelversorgung sind die Frauen ausgeschaltet.

Im Reichstag wird unsere Stimme gehört; deshalb wen⸗ den wir uns hiermit an den Reichstag, ihn zu beschwören, für cbirksame Maßnahmen zur Bekämpfung der unerträglichen Lebensmittelteuerung einzutreten.

Das anerkennenswerte Vorgehen verschiedener General kommandos gegen den Lebensmittelwucher, der Erlaß des preußischen Handelsministers an Händler und Produzenten, sich mit angemessenen Preisen zu begnügen und den Krieg nicht als Konjunktur auszunutzen, die Brandmarkung des Lebensmittelwuchers alsVerbrechen am Vaterlande durch den sächsischen Minister des Innern muß ergänzt werden durch die Festsetzung niederer Höchstpreise für die wichtigsten Lebensmittel und deren Beschlagnahme durch das Reich und die Gemeinden, wenn eine Besserung herbeigeführt wer⸗ den soll.

Es kann nicht angehen, daß weite Schichten der Minder⸗ bemittelten bittere Not leiden, die Unterernährung weiter und weiter um sich greift, die Gesundheit der Betroffenen Schaden leidet und die Verbitterung sich in ihre Seelen frißt, während bestimmte Interessengruppen aus den enorm hohen Lebensmittelpreisen ungeheure Profite ziehen.

Wenn im Jahre 1914/15 allein am Roggen reichlich 300 Millionen Mark mehr verdient wurden, als durchschnittlich in den Jahren 1911, 1912 und 1913, wenn die Mühlen⸗ industrie bei einer Spannung zwischen Korn⸗ und Mehl⸗ preisen von 183222 Mark pro Tonne Weizen und Roggen Riesenprofite einsteckte, wenn Kartoffel⸗Engroshändler durch den Umsatz von nur 300 000 Zentnern Kartoffeln über Nacht Millionäre Wurden, Wurst⸗ und Fleischfabriken bei einem Aktienkapital von 500 000 Mark einen Bruttogewinn von über 1 Million buchen konnten, so ist das und vieles andere mehr eineAusnützung der Kriegszeit als Konjunktur, wie sie rücksichtsloser nicht gedacht werden kann.

Zu den Preistreibereien im Fisch⸗, Bier⸗, Gemüse⸗, Nutter⸗, Käse⸗ und Zuckerhandel ist neuerdings fast überall die besonders zu verurteilende Preissteigerung der Milch ge⸗ treten, die eine schwere Schädigung der Kranken und der Säuglinge bedeutet, aber auch sonst die minderbemittelte Be⸗ völkerung schwer trifft, sie in höherem Maße zum Verzicht auf ein besonders nahrhaftes Nahrungsmittel zwingt..

Nicht allein die Rücksichtnahme auf Wohlergehen, Leben und Gesundheit der Besitzlosen erfordert ein kräftiges Ein⸗ schreiten gegen dieses böse Treiben, sondern ebenso sehr das Interesse der Gesamtheit. Diese kann und darf nicht leichten Herzens zufehen, wie durch steigende Unterernährung ihre Arbeitskräfte geschädigt und der junge Nachwuchs in der Ent⸗ wicklung gehemmt wird; ganz abgesehen von dem moralischen Schaden, der entsteht, wenn sich im Volksbewußtsein die Vor⸗ stellung festsetzt, daß die Lebensmittelwucherer ungehindert, wenn auch hie und da etwas gehemmt, ihr Handwerk fort⸗ setzen können.

5 Wer gegen diese schlimmen Begleiterscheinungen des Krieges kräftig die Geißel der Kritik schwingt, vollbringt ein äußerst verdienstvolles Werk.

Die sozialdemokratischen Frauen erwarten deshalb auf das bestimmteste vom Reichstag, daß die Forderungen der sozialdemokratischen Fraktion, Lebensmittelversorgung be⸗ treffend, Annahme finden werden,

Es Wäre ein nicht wieder gutzumachender Fehler, der schlimme, noch gar nicht übersehbare Folgen zeitigen müßte, wenn das Parlament die Volksmassen enttäuschen würde,

Achtung! Parteigenossen! Morgen Sonntag, nach⸗ mittags ½4 Uhr, findet im Saale des Gewerkschaftshauses eine Mitgliederversammlung des Kreiswahl⸗ vereins statt, in welcher Reichstagsabgeordneter Genosse Rühle einen Vortrag halten wird. Die Parteigenossen aus Gießen und den umliegenden Orten werden zu dieser Ver⸗

sammlung eingeladen und um recht zahlreiches Erscheinen tes

gebeten. 0 g Zum Lebens mittelwucher. Das Gewerkschaftskartell Gießen hielt am Donnerstag abend im Gewerkschaftshaus eine Sitzung ab, die sich hauptsächlich mit der Lebensmittel⸗ teuerung und dem auf dem hiesigen Wochenmarkt zutage tretenden Wucher befaßte. Nach einer sehr ausgiebigen Aus⸗ sprache wurde beschlossen, in den nächsten Tagen eine große öffentliche Protestversammlung gegen den Lebensmittelwucher stattfinden zu lassen. In dieser Versammlung sollen auch die Wünsche der Konsumenten an Staat und Gemeinde formu⸗ liert werden. Mit den erforderlichen Vorarbeiten wurde eine aus den Genossen Beckmann, Kästner, Moutarde, Noll, Schmidt und Vetters bestehende Kommission beauftragt, die schon am nächsten Montag zu einer Sitzung zusammentreten wird.

Ein neues Entlausungsverfahren. Herr Privat⸗ dozent Dr. Thomae, zurzeit Garnisonverwaltungs⸗Inspektor in Gießen, hat ein Verfahren erprobt, durch das Läuse auf elektrischem Wege durch Anwendung elektrischer Innenheizung mit Widerständen in großen Holzbehältern rasch getötet wer⸗ den. Das neue Verfahren, das sehr billig sein soll, stellt eine Verbesserung des im Massenbetrieb erprobten Heißluft⸗Ent⸗ lasungsverfahrens dar.

Der Fall von Nowo⸗Georgiewsk, der gestern vormit⸗ tag in unserer Stadt bekannt wurde, ist, wie das auch bei anderen Anlässen der Fall war, durch Beflaggen der Häuser und Glockengeläute gefeiert worden. Außerdem veranstaltete die Kapelle des Ersatz⸗Bataillons ein patriotisches Konzert; es fehlt also nur noch, daß man 101 Salutschüsse abfeuern läßt. Wäre es nicht richtiger, wenn man mit diesen über⸗ schwänglichen Siegesfeiern bis zum Eintreffen einer Frie⸗ densbotschaft warten würde? Dann wäre eher Grund zum Feiern.

Beschäftigungsunterricht in den Ferien. In den Ferien bleibt die Schuljugend sich mehr oder weniger selbst überlassen und gar manchem ist diese ungewohnteFrei⸗ zügigkeit schon zum Verderben geworden, wenn sie nicht von einsichtigen Eltern beaufsichtigt wurde. Eine sehr aner⸗ kennenswerte Neuerung hat der Magistrat zu Paderborn für die 1114 Jahre alten Knaben eingeführt. Er macht be⸗ kannt:Es wird beabsichtigt, für die Knaben von 11 bis 14 Jahren Beschäftigungsunterricht während der Ferien ein⸗ zurichten. Papp⸗, Kleb-, Schnitzarbeiten, Freihandzeichnen. Ausflüge sind vorgesehen. Der Unterricht findet vorläufig an drei Vormittagen von 9 bis 12 Uhr statt. Die Teilnahme ist freiwillig. Zur Deckung der Unkosten wird eine Gebühr von 1 Mark erhoben. Man kann nur wünschen, daß dieses gute Beispiel überall Nachahmung findet.

Genossen! Besucht euer Gewerkschaftshaus!

Die Städtekonferenz zur Abwehr des Lebens mittelwuchers hat am Dienstag unter dem Vorsitz des Oberbürgermeisters Voigt⸗Frankfurt a. M. im Frankfurter Magistratssitzungssaal stattgefunden. Die Konferenz, die bekanntlich auf Anregung der Stadt Würzburg tagte und sehr gut u. a. von Vertretern der Städte Wiesbaden, Gießen, Mainz, Darmstadt, Hom⸗ burg, Höchst, Aschaffenburg, Mannheim, Würzburg, Nürn⸗ berg, Ludwigshafen, Fürth, Hanau, Offenbach, Schweinfurt und Frankfurt besucht war, beschäftigte sich bei vertraulicher Beratung in erster Linie mit der Lebensmittelversorgung der Städte während des Krieges. Bei der vielfach erfolgten Fest⸗ setzung von Höchstpreisen für die gebräuchlichen und gang⸗ barsten Lebensmittel versuchten es zahlreiche Händler, ihre Waren nicht wie bisher in die mittleren und kleinen Städte zu bringen, sondern den Großstadtmärkten zuzuführen, um auf diese Weise höhere Gewinne herauszuschlagen. Natur⸗ gemäß stellte sich in den kleineren Städten ein empfindlicher Mangel an Lebensmiteln ein, zugleich aber schnellten die Preise rasch in die Höhe. Zur Steuerung dieser Mißstände beschloß die Versammlung, gemeinsam vorzugehen und jede Uebervorteilung durch gewissenlose Händler zu verfolgen. Ferner verhandelte man u. a. über den Antrag einer Stadt, die Versammlung möge eine Eingabe an die Reichsregierung des Inhalts richten, daß den Städten die Befugnis erteilt werde, den Verbrauch der wichtigsten Nahrungsmittel und Gebrauchsgegenstände in der Weise zu regeln, wie es bereits seit Monaten mit Brot und Mehl geschieht.

Großartige Erfindungen. Unser Münchener Partei⸗ blatt schreibt: Ersatzmittel für unzählige Dinge sind jetzt neu entstanden und Riesenprofite haben sich auf mancherlei Weise erzielen lassen. Jetzt wird das auch anders. In einer großen Berliner Tageszeitung wird mit großen Lettern ein Butterpulver angekündigt. Für 40 Pfennig Pulver und 1 Liter Wasser ergeben ein Pfund Butter! Allerdings muß diese Portion mit einem Pfund richtiger Butter vermischt werden, aber dann hat man statt einem zwei Pfund Butter! Warum kann man wohl nicht die aus dem Butterpulver und einem Liter Wasser hergestellte Butter für sich allein ver⸗ brauchen? Sollte am Ende das daraus entstehende Fabrikat nicht genug Aehnlichkeit mit richtiger Butter haben?

Aber das Inserat ist noch aus anderen Gründen inter⸗ essant. Es heißt da:

Interessert ist jede Hausfrau, das heißt nicht nur für ihr Bedienungspersonal(dem man offenbar nach Mei⸗ nung des Inserenten ohne weiteres Minderwertiges vor⸗ 1355 darf), sondern auch für den eigenen herrschaftlichen Tisch.

Interessent ist jede Kolonialwaren⸗ und Drogen⸗ handlung, jedes Milch- und Buttergeschäft und jeder Grossist dieser Geschäftszweige.

Aber es dürfte sich wohl auch als notwendig erweisen, daß sich die Nahrungsmittel⸗ Prüfungsämter und die Polizei für das Butterpulver interessieren und be⸗ sonders scharf die Butterherstellung überwachen. Denn das

Volk hat ein Interesse daran, daß es für sein schwer verdien⸗

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finden. Danach hat der werhandlungen beschlossen, zur völkerung mit preiswerten Verkaufsstellen einzurichten. Die E tung w stellen soll vorbehalten bleiben, Zum Verkauf gestellt sollen zunächst Eier, Obst, Gemüse Kartoffeln, S fische einschließlich Heringen und Räucher waren.

Unkosten gedeckt werden und noch ein gan bleibt. Die beteiligten Firmen 5. verordneten eine Kommission, deren Aufgabe im besonderen auch der gemeinsame Bezug von Lebensmitteln ist. Die Kommission durch eine Anzahl Magistratsmitglieder und Stadtverordneter zu dem Lebensmittelausschuß erweitert werden. Der Ausschuß be⸗ schließt über prinzipielle Fragen der Lebensmittelversorgung, im besonderen auch über Abänderung und Erweiterung der bestehenden Einrichtung. Ob man sich in Gießen jemals zu derartigen Maß⸗ nahmen aufschwingen wird?* Bessere Verpackung der Sendungen an Kriegsgefangene. Wiederholt sind Klagen laut geworden, daß Pakete an kriegs⸗ gefangene Deutsche in Frankreich eines Teils ihres Inhalts beraubt am Bestimmungsorte angekommen seien. Mangelhafte Verpackung der Pakete ist zweifellos nicht ohne Einfluß auf die eingetretenen Verluste gewesen. Es wird daher empfohlen, die an Kriegsgefangene abzusendenden Pakete fest in Leinwand oder dergleichen einzunähen. Nach den gemachten Beobachtungen sind derartige Pakete fast aus⸗ 9 nahmslos in gutem Zustande und mit ihrem ganzen Inhalt in die Hände der Empfänger gelangt. N Im Kriege gefallene hessische Lehrer. Nach den neuesten Zu⸗ sammenstellungen der hessischen; Schulblätter haben bis zum 10. August nicht weniger wie 175 hessische Volksschullehrer ihr Leben in treuer Pflichterfüllung für das Vaterland geopfert. Da rund 1200 hessische Volksschullehrer im Felde stehen, ist die Zahl der Gefallenen erschrecklich groß, was wohl daher kommt, daß fast sämtliche Lehrer Chargen bekleiden. Da auch eine Anzahl Lehrer derart verwundet sind, daß sie nicht mehr im Schuldienste ver wendet werden können, so wird wieder mehrere Jahre ein ö fühlbarer Lehrermangel obwalten. 0 Vorsicht im Verkehr mit Kriegsgefangenen. Das stellver⸗ tretende Generalkommando des 18. Armeekorps erinnert 010 daß gemäß Verordnung vom 25. Nov. 1914 IIIa Nr. 441100 das Zustecken von Eßwaren oder anderen Sachen, sowie das unde⸗ fugte Verkaufen, Vertauschen oder Verschenken von Sachen 9 Kriegsgefangene mit Gefängnis bis zu einem Jahre bestraft* Hierzu gehört auch das Zustecken von Geld. Ebenso ist es gus militärischen Gründen Unbefugten verboten, sich mit 1e Krleg. fangenen zu unterhalten, ganz abgesehen davon, daß die Krieg gefangenen dadurch unnötzg von der Arbeit abgelenkt werden. Für das Promenadenkonzert am Sonntag, den 22. Augu vormittags 11% Uhr, auf dem Landgraf Philippsplatz, ausge

Marsch, von C. L. Unrath. f

Urlauberzug u 12. Von der Eisenbahnverwaltung ist für di nach der Front zurückkehrenden Militärurlauber ein schnellfahren⸗ der Urlauberzug U 12 eingelegt worden: Frankfurt(Main) Hbf. ab 12.15 vorm., Mainz Hbf, an 1.11, ab 1.20 vorm., Saarbrlücken an 6.30 vorm., ab 6.50 vorm., Metz an 8.20 vorm., ab 8.55 vorm, Sedan an 12.51 nachm., ab 12.55 nachm., Courtrai an 7.31 nachm. Dieser Zug ist bisher nur schwach besetzt gewesen, weil er an⸗ scheinend nicht genug bekannt war. Er kann nicht nur von Ur⸗ laubern nach der Front, sondern bis auf weiteres von allen Heeres⸗ angehörigen benutzt werden.

Verbot der Nachbildung des Eisernen Kreuzes. Von 1 Seite geht dem Wiesb. Tagbl. folgende Mitteilung zu: Es ist alle gefallen, daß Nachbildungen des Eisernen Kreuzes in den 5 gebracht und von unbefugten Personen getragen werden. Die Nach⸗ bildungen können Anlaß zu Verwechslungen mit dem Eisernen Kreuz geben. Zum Schutz dieses Kriegsordens wird dgrauf auf⸗ merksam gemacht, daß das unbefugte Tragen der Nachbildunge stvaftbar ist.(S 360,8 des Strafgesetzbuches.) Auch die Verwend des Eisernen Kreuzes als Damenbrosche ist unstatthaft. In übrigen sollte man auch dem groben Unfug ein Ende machen, 5 darin liegt, daß das Eiserne Kreuz auf allen möglichen und unmög lichen Geschäftsreklamen prangt.

Der Paketverkehr zur Südarmee. Der Privat⸗, Paket⸗ und Frachtstückgutverkehr an die Angehörigen der deutschen Südarmee ist wieder freigegeben. Bei Zweifeln über die Zugehörigkeit ber Truppenteile wird eine vorherige Anfrage bei dem nächsten Palet⸗ depot mittels der bei den Postanstalten erhältlichen grünen Karten empfohlen. 5

Die Gerüchte über eine Erhöhung der Landsturmpflicht auf 50 Jahre, die im Anschluß an den Zusammentritt des Reichstage? wieder auftauchen, sind falsch. Eine Erhöhung des Wehrpflichtalters ist nicht geplant. 1

Der Winzer Schutzherr Kilian beschert uns etwas Feines Wie ein kleiner Trost für die viele Wunden, die der schlägt, reisen heuer in den deutschen Weingauen die Reben i sonderer Fülle und Köstlichkeit der Kelter entgegen. Einer K Nachricht entnehmen wir, daß die dortige Handelskammer preußischen Handelsminister eine Eingabe gerichtet hat mit de Hinweis, es müsse in diesem Herbste mit einer gußerordentli großen Weinernte gerechnet werden, zumal im Weinbaug Mosel. Infolgedessen werde sich ein großer Mangel an bemerkbar machen. Daher bitte die Handelskammer den Mi beim Kriegsminister eine baldige und möglichst weitgehende urlaubung der Faßküfer zu erwirken. Auch in Franken sind Weinaussichten vorzüglich, wie jetzt festgestellt werden konnte. Weinberge sind von Krankheiten vollständig verschont gebl 5 Aehnlich lauten die Nachrichten aus der Rheinpfalz und aus Nhein⸗ hessen und von der Bergstraße, und auch in Baden solls bi, her u den Weinbergen erfreulich aussehen. Die Menge des Herbstertra dürfte groß sein; ebenso darf man auch mit einer hervorr Güte rechnen, wie sie nur in den besten Weinjahren erzielt m

Kreis Friedberg⸗Büdingen.

Bad⸗Nauheim, 21. Aug. Bis zum 19. August 1915 sind 1770 Kurgäste angekommen. Bäder wurden bis zum 19. August 1019 213 525 abgegeben. 7790

Kreis Alsfeld⸗KLauterbach.

Ein verständiger Beschluß. Der Stadtvorstand lehnte Gesuch des hiesigen Geschichtsvereins um Errichtung eines eh Wahrzeichens in Form einer Säule mit der einleuchtenden gründung ab, daß bei der geringen Einwohnerzahl der Stadt einen nennenswerten Erfolg nicht zu denken sei.

Kreis Wetzlar.

Eine unerhörte Preissteigerung macht sich auch in W bemerkbar. Nach einer Bekanntmachung der hiesigen innung kostet von jetzt ab Schweinefleisch 1,80 Mk., Dörrfleisch 2 Mk., Fleischwurst, Preßkopf und Knobla 1,80 Mk., Blut⸗ und Leberwurst 1,50 Mk. Da werden die das Wurst⸗ und Fleischessen wohl einstellen müssen.