Ausgabe 
13.8.1915
 
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Organ für die Interessen des werktätigen Volkes der Provinz Oberhessen und der Nachbargebiete.

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Nr. 188

Gießen, Freitag, den 13. August 1915

10. Jahrgang.

der thunder un Ma

1 Von Richard Gädke.

U Seit wenigstens vierzehn Tagen befinden sich die polnischen 0 Alles, was wir von den 1 allen Teilen der 0

Heeresleitung Nachhutsgefechte. Freilich Nachhutsgefechte, 9 die mit der größten Hartnäckigkeit geführt werden, und mit ver⸗

14 zweifelten Angriffsstößen wechseln. Denn es handelt sich um nichts

mehr und nichts weniger als um die Rettung des russi⸗ schen Hauptheeres. Um die Rückführung der großen Vor käte aller Art, die zwangsweise Entfernung der Bewohner und des

wertvollen Besitztums der Einwohner zu ermöglichen, haben die russischen Truppen ihren Widerstand möglichst lange fortsetzen müssen. Glücklicherweise ist ihnen ihre Absicht barbarischer Ver wüstung des eigenen Landes trotzdem nur teilweise geglückt, und nur in den Gebieten, die unmittelbar in ihrem nächsten Macht bereiches lagen. Die Bevölkerung selbst hat gar keinen Eifer ge zeigt, die Befehle der Gebieter zu befolgen.

0 Auch die Kämpfe um Warschau und Jwangorod waren nur noch Nachhutsgesechte: es st natürlich nicht so, wie die Russen

glauben machen möchten, als hätten sie die Festungen kampflos auf

b gegeben, um der Bevölkerung die Leiden der Beschießung zu er 1 sparen. Solche Menschlichkeiten liegen ihrer rücksichtslosen Krieg führung völlig fern. Aber die unmodernen Werke hätten in jedem Falle nur eine kurze Widerstandsdauer gehabt und zu ihrer Ver teidigung doch große Streitmassen und vor allen Dingen ein kost bares Material erfordert, das von vornherein verloren gewesen wäre. An Kriegsmaterial aber haben die Russen keinen Ueber fluß und die neuen Freunde im Osten, klüger als ihre Bundes

genossen, liefern in erster Linie ihr eigenes älteres Material.

Aber die Weichselfront mußte so lange gehalten werden, daß den beiden großen Nord- und Siidgruppen die allmähliche Viertelschwenkung nach Osten ermöglicht wurde, die den geplanten Rückzug vorbereiten mußte. Darum wurde der Schein eines Widerstandes auch noch in Praga einige Tage aufrechterhalten, der sofort zusammenbrach, als die Deutschen ernstliche Anstalten machten, die Weichsel zu überschreiten. Im Süden, nördlich Iwangorod, ist den Russen ihre Absicht von vornherein mißlungen, die Armee v. Woyrsch erzwang vorzeitig den Flußübergang. Aber alsbald wurden hierher solche Verstärkungen gesandt, daß ihr weiterer Vormarsch noch tagelang aufgehalten wurde.

Nicht klar zu ersehen ist, aus welchem Grunde die Russen die rechtzeitige Räumung der großen Festung Nowo-Georgiewsk, am Zusammenfluß von Narew und Weichsel, versäumt haben. Die über sie führende Bahnlinie hat keine ausschlaggebende Bedeutung, nachdem die weit wichtigeren Linien über Warschau und Iwango krod in unsere Hand geraten sind. Möglich, daß der rasche Fall der Befestigungen von Dembe und Zegsze den rechtzeitigen Abzug der Besatzung verhindert hat. Hier wird wohl noch manche Kriegs beute zu finden sein.

Bis zum 8. August behaupteten sich noch am oberen Narew und Bobr die Festungen Lomsha und Ossowiec; auf der Südfront aber hat der rechte Flügel Mackensens, zwischen Wieprz und Bug zuoffenbar schwerer zu kämpfen als der linke Flügel des Erzherzogs Joseph Ferdinand. Der Abzug der Russen ist schon jetzt außer zwrdentlich schwer: er muß über die verhältnismäßig(d. h. für solche Massen) schmale Linie Vialystok⸗Brest⸗Litowski von mur 120 Kilometer Länge gehen, während noch vor 10 Tagen die Frontausdehnung des russischen Heeres in Polen mehr als 500 Kilometer betrug. Daß das Einfädeln von mehr als einer Mil⸗ lion Menschen unter gleichzeitiger Drehung der Front in diesem engen Raum sehr große Ansprüche an die Geschicklichkeit der obersten Leitung stellt, ist ohne weiteres klar. Je mehr diese ver⸗ sagt, desto mehr muß die Truppe mit ihrem Blute aushelfen. Man muß auch berücksichtigen, daß der Rlickzugsraum zwar ziemlich reich mit Bahnen, aber keineswegs übermäßig stark mit leidlichen Marschstraßen versehen ist. 5 5

Es ist sehr interessant, aus russischer Quelle zu hören, daß das riesige Reich seit Beainn des Krieges 7 bis 8 Millionen Sol⸗ daten ins Feld gebracht hat. Das ist sehr viel, wenn man es gegen die gewaltigen Mißerfolge dieses Heeres hält, die es einer großen Mindestzahl gegenüber von Anfang bis zu Ende erlitten gat; aber es ist wenig, wenn man es mit der Volkszahl des groszen Reiches vergleicht. Nun haben gegenwärtig die Russen bereits die Hälfte dieser Streitermassen verloren, davon allein 4, Millionen Jefangene, und bis zum Ende des Monats August wird sich diese Zahl noch gewaltig erhöhen. Die Volkszahl allein es ist ein kröstlicher Gedanke ist also für die kriegerische Kraft unseres kärksten Gegners nicht ausschlaggebend, das muß unseren guten Freunden immer und immer wieder gesagt werden. Diese Ueber⸗ eugung verstärkt sich, wenn wir setzt lesen, daß zwar weitere 78 Millionen zur Einziehung verfligbar sind, daß man aber vorläufig nur 2 Millionen unter die Waffen rufen wolle. Das heißt mit an⸗ geren Worten, mehr als diese zwei Millionen, unausgebildeter zeute in das Heer einzuheben, ist das Kriegsministerium nicht im⸗ lande, weil es ihm an Waffen und Ausrlistung, vor allen Dingen ber an Stämmen, an Offizieren und Unteroffizieren fehlt. Der Kampf des verbündeten Oester reich gegen Italien hat auch in der vergangenen Woche keine Fortschritte gezeigt. Um erecht zu sein, muß man anerkennen, daß das italienische Heer vor iner ungewöhnlich schweren Aufgabe steht. Ganz abgesehen von len Schwierigkeiten, die einem gleichzeitigen, Vorgehen starker Massen gegen die Fsonzofront und gegen Tirol entgegenstehen würden, besitzt das Land augenblicklich gar nicht die sehr grossen Herzu erforderlichen Truppenmassen. Auch das eine Jahr der Korbereitung hat anscheinend nicht genligt, das Heer auf eine Etärke zu bringen, die der von der Regierung leichtsinnig über⸗ zommenen ehrgeizigen Rolle entspricht. Konnte man aber nur auf ener Front die Massen zum entscheidenden. Angriff zusammen

N bringen, dann war aus politischen und militärischen Gründen die

lom

Isonzofront richtig gewählt. das Manöver ausgeschlossen, der Frontalangriff nur in allem blieb allein möglich; in ihm gibt

neben der Stärke der Verteidigungsstellung die Waffenführung und die kriegerische Tlichtigkeit der

Ausschlag. In allen diesen Dingen aber sind die Oesterreicher so sehr überlegen, daß die zahlenmäßige Uebermacht der Italiener demgegenüber nicht durchzudringen vermag; sie kann ohnehin nicht gleichzeitig, nicht nebeneinander, sonder nur nacheinander zur Geltung gebracht werden. ffenbar reicht die Stärke der

Aber in diesem engen Raume blieb f nehmt alle letzten Endes

überlegene

Denn offe dort verwendeten Armee Boroevie vollkommen aus zu einer ange messenen Besetzung der Front. Hier mag ein Rechenfehler der Italiener vorliegen. Ihre vier Armeen scheinen sie inzwischen fast in voller Stärke eingesetzt zu haben, für ein Dardanellen⸗ Abenteuer würde dann nicht allzuviel übrig bleiben.

Im Westen haben sich keine entscheidenden Ereignisse abge spielt; die verhältnismäßige Waffenruhe kann auch noch einige Zeit andauern. Denn zu einem ernsten Versuch, den großen An griff zu wagen, um die Deutschen aus Frankreich hinauszuwerfen, vermag sich Oberfeldherr Joffre offenbar nicht aufzuraffen. Di Engländer aber erst recht nicht; ihre Rekrutierungsergebn mehr und mehr zursick, je weniger das Kanonenfutter sozialen Verständnis der Regierung zu erwarten hat.

* 8 5 Ein erfundener russischer Bericht.

Berlin, 11. August.(W. T. B. Nichtamtlich.) Die Nowoje Wremja berichtete am 16. und 29. April, daß deutsche Truppen in dem Dorf Matowo bei Lodz eine Schreckensherrschaft führten, die Einwohner beraubt, die Frauen geschändet, zwölf Männer er mordet und hundert Bauernhöfe niedergebrannt haben. Der ganze Bericht ist erfunden. Der Schulze Josef Riboski und der Besitzer Krawieckt Pawlowski haben eid lich bezeugt, daß die deutschen Truppen sich stets anständig wieBrüder benahmen, und daß keine einzige der behaupteten Schandtaten vorkam.

Rißlauds Staatsmänner über den Frieden.

Die großen und sortgesetzten Siege der Verbündeten im Osten haben in vielen von uns die Hoffnung erweckt, daß in Rußlands

maßgebenden Kreisen endlich die Einsicht der Ohnmacht erwachen und der Friede dadurch beschleunigt werden würde. Diese Hoff⸗

nung ist menschlich so verständlich und aus der harten Welt der Tatsachen auch sicherlich berechtigt gewesen. Aber man muß immer wieder daran erinnern, daß zum Frieden zwei Parteien gehören und daß besonders in den Kreisen der russischen Machthaber weder Einsicht der eigenen Ohnmacht noch Wunsch und Wille zu einem Frieden vorhanden ist. Wie wenig selbst die letzten großen Niederlagen auf diese Kreise Rußlands, gewirkt haben, zeigen Aeußerungen von Ministern und Staatsmännern auf eine Rund- frage des Rußkoje Slowo anläßlich des Jahrestages des Krieges. Da erklärt der Minister des Auswärtigen, er. Sasanow, das verflossene Jahr habe gezeigt, daß die Widerstandskraft Rußlands und seiner Verbündeten unbegrenzt sei, der Krieg werde bis zur Vernichtung Deutschlands durchgefochten werden. Der Minister Kriwoschein erklärte, daß die neue Ernte Rußlands so gut sei, daß sie allein schon das Ende des Krieges soweit hinausschiebe, wie Rußland es wünsche. Besonders aber der Kriegsminister, Herr Poliwanow nimmt den Mund voll, obwohl er eigentlich am besten wissen müßte, was die Kriegsereignisse der letzten Zeit für Rußland bedeuten. Hier wird aber der Wahnsinn geradezu Methode, wenn er erklärt, die Russen hätten ganz zuverlässige Nachrichten, daß die deutschen Truppen jetzt völlig erschöpft wären und gern zu ihnen überliefen. Indessen erklärt auch er allen Ernstes:Wir werden den Krieg fortsetzen, solange er auch dauern mag. Der Sieg ist eine Lebensfrage für Rußland und wir werden siegen, wenn wir alle Kräfte anspannen. Jetzt ist nicht Zeit zum Kritisieren und Fragen, fetzt müssen wir handeln! In diesem Stil geht es weiter. Es erscheint uns gut, solche Aeußerungen fest zuhalten, nicht, weil wir glauben, sie könnten nicht, wie wir hoffen, durch weitere deutsche entscheidende Siege, durch die Entwicklung der Tatsachen selbst über den Haufen gerannt werden, sondern weil sie uns vor manchen Fllusionen bewahren können. Diese Einsicht ist gewiß schmerzlich, da wir alle wünschen, der Friede möchte recht bald und ohne weiteres Blutvergießen zum Heile aller Völker er⸗ reicht werden. Die Geschichte geht aber nicht nach unseren Wiin schen und Hoffnungen, sondern nach den ehernen Gesetzen der Macht, des Sieges oder der Niederlage, 2 l 71 13 Der Reichskanzler über den zukünftigen 5 Frieden.

Zwischen der amerikanischen Nachrichtenagentur Uni ted Preß und dem Deutschen Reichskanzler fand folgender Telegrammwechsel statt:

Newyork, 5. Aug. An Seine Majestät den Deutschen Kaiser, Warschau in Polen. Die United Preß, die 700 der wichtigsten amerikanischen Blätter bedient, ersucht Eure Masestät ehverbietigst, ihr in diesem Augenblick des größten Triumphes Deutschlands einen Ausdruck der historischen Bedeutung des deutschen 8 in Polen zu telegraphieren oder eine Andeutung über die Grund lagen, die Deutschland für nötig hält, um den europäischen Frieden zu sichern und die Kultur am sichersten zu fördern. Dürfen wir ehrerbietigst Eure Mafestät auf die unermeßlichen Möglichkeiten hinweisen, die durch den Druck der neutralen öffentlichen Meinung für den Frieden entstehen, wenn endgültige und billige Bedingungen formuliert werden könnten?

Hierguf erfolgte folgendes Antworttelegramm:

9. Aug. An den Präsidenten der United Pre. Newyork: Seine Mafestät der Kaiser bedauert, aus prinzipiellen Gründen nicht imstande zu sein, dem Ersuchen der Unfted Preß um eine Erklärung anläßlich des Erfolges der verbündeten deutschen und e ungarischen Heere zu entsprechen. Indem ich die

seltkrieg

. 5 Truppe den

Ehre habe, Sie hiervon zu benachrichtigen, möchte ich hinzufügen daß Deutschland vor allem hofft, daß dieser Sieg das Ende des Krieges beschleunigen werde. Zu gleicher Zeit ersuche ich Sie, sich daran zu erinnern, daß der Kaiser in all seinen Erklärungen, zuletzt noch am 31. Juli d. Js., geäußer hat, daß Deutschland für einen Frieden kämpft, der sowohl Deutsch⸗ land als den Mächten, die an der Seite Deutschlands die großer Schlachten ausfechten, die Sicherheiten gibt, die für die national Zukunft auf die Dauer notwendig sind. Weit über die Grenzer Deutschlands hinaus wird dieser Friede, den wir anstreben, aller Nationen die Freiheit des Meeres sichern, und ei lichkeit bieten, dem Werke des Fort on durch einen freien und welt umspannenden Handel zu dienen.

* gez. Bethmann⸗Hollweg. Viel kann der Fragesteller nach den Grundlagen für der europäischen Frieden mit der diplomatischen ann⸗Hollwegs nicht anfangen.

zukünftigen Antwort Vethn

Aus dentschen Gefangenenlagern.

ando des 7. Korps hatte vor einigen Tagen die u se Bezirks zu einer Besichtigung der Gef eladen. Hierbei konnte festgestellt werden, daß die Gefangenen durchweg in einer den Verhältnissen ent⸗

sprechenden guten Weise untergebracht sind und behandelt werden Man ist auf diesem Gebiete zu einer Sorgsamkeit gelangt, die all⸗ gemein befriedigen und den Wunsch hervorrufen wird, daß sie den deutschen Kriegsgefangenen ebenso zuteil werden möchte. Von den Feststellungen seien hier einige, die allgemeine Bedeutung habem wiedergegeben.

Zurzeit ist ein sehr großer Teil der Gefangenen in der Land⸗ wirtschaft oder Industrie beschäftigt: in Friedrichs⸗ feld von 22000 rund 14000, in Münster II von 17 000 rund 14 000 Im Sennelager ist es ähnlich. Im Korpsbezirk befinden sich jetzt etwa 100 Haupt- und Arbeitslager, als welche auch die Zechen und Werke in Betracht kommen, auf denen Gefangene beschäftigt werden. Es ist überall anerkannt worden, daß die Gefangenen gut aussehen, und daß die Verpflegung zu klagen keinen Anlaß gibt, obgleich es möglich geworden ist, die Verpflegung zu einem Kostensatz von 66 Pfg. für den Mann und Tag durchzuführen. In Fried⸗ rich d wurde bemerkt, daß eine starke Ladung besten Weizenbrotes wöchentlich als Liebesgabe aus der Schweiz eintrifft. Die Franzosen erhalten aus ihrer Heimat große Mengen von Zubrot. So langen bei einer Abteilung von 7000 Mann im Sennelager täglich 1200 bis 1300 Pakete an. Bei den 21500 Gefangenen in Friedrichsfeld gingen monatlich 11500 Briefe und Postkarten aus, 185 000 ein. Hier ist auch eineGefangenen-Bank eingerichtet, in der 30 die Bücher führen. Der Geldverkehr hat 1 Million Mark

0 Eine Kartothek gibt über alle Verhältnisse der Gefangenen Auskunft. Im Sennelager besteht eine besondere Sparkasse, auf s für die Gefangenen eingehende Geld hinterlegt wird. Alle 5 berechtigte nur bis zu 10 Mark.

In den Lagern suchen sich die Gefangenen durch Konzerte, künst⸗ ische Arbeiten, Spiele, Blumenzucht, Studien usw. die Zeit zu vertreiben. Der Andrang zum Unterricht ist, so wurde in Münster konstatiert, besonders bei den Franzosen groß. Die Russen haben mehr Sinn für Gemüsezucht. In Friedrichsfeld wurden im Russenlager drei 13%. und 15jährigeSoldaten angetroffen, die als Musiker mit ins Feld gerückt waren.

Die Eutscheidung nahe? f In Stockholms Dagblad schreibt der militärische Mit⸗ arbeiter: Die Lage im Osten hat sich in den letzten Tagen so geklärt, daß man mit Sicherheit behaupten kann, sie ist für den Ausgang des europäischen Krieges eutscheidend geworden. Nirgends weiß man das besser, als in England. Man wird dort alles aufbieten, um Rußlands Kraft aufrechtzuerhalten.

Tor. 1 Die Zange schließt sich!

Der Kriegsberichterstatter des Berl. Tagebl., Leonhard Adelt, meldet seinem Blatte aus dem K. und K. Kriegspresse⸗ cuartier unterm 11. August: Hinter dem polnischen Zentrums⸗ raume, der von den Rückzugstruppen des russischen Millionen- heeres überschwemmt ist, beginnt sich die gewaltige Zange der Verbündoten zu schließen. Nach Ueberwindung des Wyprz im Süden und des Narew im Norden ist der große Bugbogen nach schweren Kämpfen genommen. Die wichtige Eisenbahn des polnischen Hinderlandes, die von Lublin nach Ostrow ver läuft, ist schon auf einer großen Strecke erreicht. Im süd- lichen Abschnitt ist die vierte österreichisch-ungarische Armee des Erzherzogs Josef Ferdinand nach der glücklich verlaufenen Schlacht bei Lubartow und am linken Flügel die Armee des Generalfeldmarschalls v. Mackensen über diese Stationen hinaus gekommen und nähert sich jetzt dem Abschnitt Parezew⸗ Lukow⸗Siedlze, im Anschluß an die Truppen des General⸗ obersten v. Woyrsch und die des Prinzen Leopold von Bayern. kommen ihnen die Armeen v. Gallwitz und b. Scholz entgegen. Die Straße Ostrow-Wyszkow wurde bereits von starken deutschen Kräften überschritten, die den Bug erreicht. Von Ossowiee behaupten die Russen noch

einige Werke und den feldmäßigen Befestigungsgürtel, doch

Ii N A Im Norden

haben die Deutschen die Station Mulkin, den wichtigen Knoten⸗

Es scheine, als klopfe das Schicksal von neuem an Schwedens