Ausgabe 
12.8.1915
 
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Hessen und Nachbargebiete.

Gießen und Umgebung. Die Kartoffelfrage.

Die Kartoffelversorgung des deutschen Volkes im ersten Kriegsjahre war, wie die Leser wissen, eine wahre Tragi komödie. Zuerst ein steigender Wucher, der selbst die sanf testen Seelen in die stärkste Erregung versetzte, dann ein langsames und unsicheres Eingreifen der Regierung, dazu Masseneinkäufe durch die Städte, deren Kartoffeln zum Teil halb verfault auf den Markt gebracht wurden, plötzlich ein starkes Ueberangebot von Kartoffeln und dann wieder die tollsten Preistreibereien. Wir wissen nicht einmal, ob wir mit diesem Ausschnitt aus der Erscheinungen Flucht das Bild vollständig wiedergegeben haben. Jetzt naht sich von Mitte August ab die neue Kartoffelernte und schon hören wir auf der einen Seite allerlei Beschwichtigungsversuche offiziöser Natur, und auf der andern Seite Berichte von Vorverkäufen der Kartoffelbauer an Händler und Agenten. Wir hören auch, daß gegenwärtig im Schoße der Reichsleitung die be rühmten Erwägungen schweben und Verhandlungen über die Verwendung und Verteilung der neuen Ernte. Es wird daraus nichts Einzelnes und Sicheres bekannt, nur heißt es, daß eine allgemeine Beschlagnahme auch für die kommende Ernte sicher nicht kommen werde. Danach steht als nur gerade das negativ fest, was die Konsumenten und alle volks freundlichen Politiker im vorigen Jahre positiv gefordert hatten: die allgemeine Beschlagnahme der Kartoffeln. Es besteht nun die Aussicht, daß wir wieder in die schönsten Zeiten von Kartoffelwucher, Kartoffelknappheit und Kartoffel verderben hineingeraten, wenn nicht die öffentliche Meinung, im besonderen die Presse und die Parlamente, beizeiten mit Energie ihre alten Forderungen wiederholen und den Be hörden klarmachen, daß sich niemand erneut solche Zustände gefallen lassen wird, wie sie im vorigen Jahre auf dem Kar toffelmarkte hervortraten. Der Bundesrat muß sich darüber klar werden, daß die Kartoffeln, deren steigende Verwendung für Brotersatz, Viehfütterung und gewerbliche Zwecke den menschlichen Verbrauch einengt, eine desto größere Fürsorge beanspruchen. Das freie Spiel der Kräfte kann hier geradezu eine nationale Gefahr werden, da die Kartoffeln wie kein anderes Nahrungsmitel die Nahrung des kleinen und armen Mannes darstellen. Es muß vor allem dafür gesorgt werden, daß eine Bundesratsverordnung herauskommt, die, wie das beim Getreide geschah, alle Vorverkäufe in Kar⸗ toffeln für nichtig erklärt. Es muß weiter für eine genügende Beschlagnahme und kontrollierte Verwahrung und Pflege der neuen Kartoffelernte gesorgt werden, und es muß vor allen Dingen durch ein kluges Hand in Hand arbei ten von Kommunen und landwirtschaftlichen und gewerblichen Organisationen ein sicherer und billiger Vertrieb organisiert werden, und es müssen schließlich sobald ie nur möglich, durch die Landesbehörden und durch die Kommunalbehörden je nach den lokalen Verhältnissen niedrige Höchstpreise für den Kleinverkauf festgesetzt werden. Dieses Programm ist so klar, so einfach und in den Erfolgen gesichert, daß es das Mindeste darstellt, was das deutsche Volk in seinen minderbemittelten Schichten in der Kartoffelfrage von der Regierung fordert und erwartet.

Die Witwe.

Dem Hauptbahnhof zu marschiert ein Trupp Soldaten. Feld⸗ bereit in Ausbildung und Ausrüstung, ziehen sie mit Blumen und Laub geschmückt dahin, in den Gewehrläufen flatternde Fähnchen, die ihren erhitzten Gesichter Kühlung zuwehen. Viele Angehörige, meist Frauen und Kinder, bleiben in ungewohntem Marschschritt

ihnen zur Seite, um den Fortziehenden das Geleite zu geben vielleicht das letzte. Manchem der Vorübergehenden, die den Abziehenden mit

Händen und Tüchern ihre Grüße zuwinken, wird der Gedanke: für wie viele ist es unser letzter Gruß? plötzlich die Hand schwer und sinken machen! Und nun gar die junge schwarzgekleidete Mutter, die dort am Haustor lehnt, ihren dreisährigen Buben neben sich. Welche Gedanken lassen eben ihr Herz erschauern? Ihr Bubche jubelt über das Trab, Stapf der Feldgrauen, über das spielerische Flattern der bunten Fähnchen, über das lustige Quieken der Pfeifen und das fröhliche Rollen der Trommeln.Grad wie 7 7 meint es glückstrahlend zur Mutter;kommt Vatti jetzt auch?

Mit wehem Herzen zieht die Mutter den Kleinen an sich, der gar nicht begreift, warum es die Mutter nicht weiß. Die aber wehrt dem Tränenschleier ihrer Augen, vor denen das gleiche Bild von damals aufsteigt: wie auch sie Abschied winkte im zitternden Glauben an das Wiedersehen...

Genosse Heinrich Busold 7. Gestern nachmittag ist Genosse Heinrich Busold in Friedberg seinem schweren Leiden er⸗ legen. Die oberhessische Sozialdemokratie verliert in diesem be⸗ währten Volksmanne, Gemeindevertreter und Parlamentarier, einen ihrer besten. Wir werden sein Leben und Wirken morgen eingehender zu würdigen haben.

Beseitigung der politischen Parteien wünscht der Ab geordnete des Wahlkreises Gießen, Dr. Werner. Im gestrigen Gieß. Anz. gibt er seine diesbezügliche Ansicht zum besten, die er vorher in einem im Kunstwart veröffentlichten Artikel auseinandergesetzt hat. Es sei ein Satz daraus wie dergegeben: 5.

Was Wunder also, wenn sich nun die Stimmen mehren, die des Parteiwesens überdrüssig sind? Ange⸗ sichts dessen, was die Parteien fast ausschließlich geworden, begreift sich der Wunsch desHammers, desVolks erziehers und anderer durchaus: möchte aus dem heuti gen Parteikram und dem Parlamentarismus mit seinen dürftig verhüllten wirtschaftlichen Interessenvertretungen eine wahrhaftige, offene Ständewahl her⸗ vorgehen, wie sie schon seit Jahrzehnten immer wieder ge fordert wurde, und wie sie bei der tatsächlich vorhandenen Zusammenschließung aller Berufe auch wohl erreicht wer den könnte.

AlsoStändewahl, die von t beutsch-sozialen Partei und der dieser verwandten Rich tungen und Gruppen bereits früher gefordert wurde. Und die Erläuterungen, die jene Politiker von ihrem Ideal gaben, zeigten, daß man es mit einem höchst unmodernen Möbel zu tun hat; Ständevertretungen und Ständewahl wären Ein⸗

der sogenannten

richtungen, wie sie ruckstandiger und ungerechter nicht ge dacht werden könnten. Dabei würde die Masse der Arbeiter schaft um ihre Rechte geprellt und ihr jeder Einfluß genom men; die Arbeiter wären so gut wie rechtlos! Dr. Werner denkt sich denBurgfrieden und die Abschaffung der Par teien einfach so, daß sich alle zu seinen politischen Ansichten bekennen sollen! Wenn die andern Parteien sich die Sache ebenso denken, dann dürfte es eine ganz nette Auseinander- setzung darüber geben, welche Grundsätze und Anschau ungen in dem einen großenvölkischen Block maßgebend sein sollen! Zum Schluß schiebt Herr Werner dem Kaiser die Aufgabe zu, mit den Parteien aufzuräumen. Er mutet dem Kaiser damit wirklich zu viel zu und auch dem Volke. Selbst der Gieß. Anz. lehnt die Ansichten Dr. Werners entschieden ab, mit denen man sich in der Tat kaum ernsthaft beschäftigen kann.

Einbruchsdiebstahl. In der Nacht zum Mittwoch wurde aus einem außerhalb der Stadt gelegenen Gebäude mittels Einbruch entwendet: 1 Gewehr M. 98, dessen Lauf für Bleigeschosse hergerichtet ist, mit der Fabriknummer 88261, im Werte von 100 Mark, auf dessen Hülsenkopf Waffenfabrik Mauser A.⸗G. Oberndorf a. N. 1908 steht; ferner eine Pistole mit Patronen und eine Diopter-Blend⸗ scheibe. Weiter wurden aus einem Garten an der Lahn straße 8 junge, ½ Jahr alte, bunte Hühner gestohlen. Sachdienliche Mitteilungen bezüglich der Täterschaft nimmt die Kriminalpolizei entgegen.

Wie's bei der Getreide-Bestandsaufnahme und Abliefe rung bisweilen zugeht. Aus Dornheim im Kreise Groß Gerau wird dem Darmstädter Volksfreund gemeldet: Man hat in diesem Kriege schon zu oft die Erfahrung machen müssen, daß gerade die Leute, die anderen gegenüber immer das WortPatriotismus im Munde führen, sich gar nicht patriotisch benehmen, wenn das Interesse ihres Geldsackes in Frage kommt, so daß man schließlich über nichts mehr er staunt. Ja, man gewöhnt sich sogar schon daran, daß selbst Leute, die öffentliche Aemter bekleiden, ihren Vorteil auf Kosten ihrer Nebenmenschen zu wahren wissen. So fanden hier kürzlich Ablieferungen von Korn an den Kommunalver⸗ band statt, wobei sich ergab, daß der Frucht cn über das übliche Verhältnis hinausgehender Prozentsatz von Sand zu gesetzt war. Wie das Verhältnis aussieht, ersieht man daran, daß sich beispielsweise in zwei Sack(4 Zentner) Korn 95 Pfund Sand befanden. Wie wir hören, soll die Angelegen⸗ heit zur Anzeige gebracht werden, was sich eigentlich von selbst versteht, denn wer in dieser Weise sich am Volke versündigt, gehört unter allen Umständen auf die Anklagebank.

Was ist ungerechtfertiger Händlergewinn? Die Bundes ratsverordnung über die Bekämpfung des Kriegswuchers ent hält, wir wir bereits dargelegt haben, eine Lücke insofern, als sie den Begriff des übermäßigen, ungerechtfertigten Gewinns nicht fest umgrenzt. Das versucht nunmehr jetzt die sächsische Staatsregierung zu tun. Nach der sächsischen Staatszeitung hat das Dresdener Ministerium des Innern soeben folgende Verordnung an die Kommunalverbände erlassen:Durch die Bekanntmachung des Reichskanzlers gegen übermäßige Preis- steigerung vom 23. Juli 1915(Reichsgesetzblatt S. 467) ist eine breite Grundlage geschaffen worden, auf der die Behör⸗ den dem Kriegswucher entgegentreten können. Dies mit Nachdruck, schnell und rücksichtslos zu tun, ist nunmehr die Pflicht und Schuldigkeit der Polizeibehörden. Das Mini- sterium des Innern erwartet, daß sie diese Aufgabe tatkräftig in die Hand nehmen und, ohne erst Anzeigen oder Beschwer den aus der Bevölkerung abzuwarten, die Preise der ein zelnen Lebensmittel und die Verhältnisse des örtlichen Marktes einer gründlichen Prüfung unterziehen. Es ist dringend notwendig, daß das offenbar noch bei vielen vor handene Bewußtsein, ein jeder könne aus seinen Geschäften den Nutzen ziehen, den dieMarktlage, das heißt zumeist die Notlage seiner Mitbürger, zulasse, durch eine Reihe strafrecht licher Verfolgungen und womöglich Verurteilungen gründlich erschüttert wird. Wo immer die Vermutung nahe liegt, daß in den Preisen von Gegenständen des täglichen Bedarfs über mäßige Gewinne enthalten sind, ist den Dingen mit unerbitt licher Schärfe auf den Grund zu gehen. Stellt sich heraus, daß der Gewinn des Verkäufers in mäßigen Grenzen bleibt, so ist weiter der Gewinn des Zwischenhändlers oder Groß händlers und letzten Endes des Erzeugers, nötigenfalls unter Inanspruchnahme der Hilfeleistung anderer Polizeibehörden zu untersuchen. Ergibt sich an irgendeiner Stelle ein über mäßiger Gewinn, so ist unverzüglich das Strafverfahren in die Wege zu leiten. Was als übermäßiger Gewinn zu be trachten ist, werden in letzter Linie die Gerichte zu entscheiden haben. Bis dahin haben die Verwaltungsbehörden von halt dafür, was als erlaubter Gewinn gelten muß, bildet der im Frieden herkömmlich gewesene Gewinn; der Krieg recht fertigt keine höheren Gewinne. Deshalb ist, wenn die Ver waltungsbehörden sich bei der Untersuchung sachverständigen Beirates bedienen, dieser in erster Linie zur Feststellung der Preisspannungen unter normalen Verhältnissen zu benutzen und erst von hier aus zu der Untersuchung der besonderen durch den Krieg hervorgerufenen preissteigernden Umstände überzugehen. Es wird zuweilen von Händlern und Klein verkäufern daraus, daß sie an einer Ware im Frieden einen Nutzen von z. B. 10 Prozent haben, die Berechtigung herge leitet, auch jetzt 10 Prozent Nutzen zu fordern, obwohl der Einstandspreis der Ware infolge des Krieges auf das Dop pelte gestiegen ist. Das ist unzutreffend. Breissteige rung einer Ware auf das Doppelte rechtfertigt noch lange nicht die Steigerung des Händlernutzens gleichfalls um das Doppelte, wennschon eine geringe Steigerung vielleicht in folge erhöhten Risikos usw. billig sein mag. Der Umstand, daß der gleiche Preis für eine Ware von allen oder vielen Verkäufern oder Erzeugern verlangt wird, oder daß an an dern Orten der gleiche oder ein höherer Preis dafür verlangt wird, ist noch kein Anzeichen dafür, daß in ihm nicht ein über mäßiger Gewinn enthalten wäre. Diese Verordnung empfehlen wir unserem Staatsministerium zur Nachahmung recht warm.

Die

Gefallene aus Oberhessen und Nachbargebieten. Wehrmann Heinrich Walter aus Storndorf, Kr. Alsfeld, Inf.⸗Regt. 222. Unteroffizier Emil Kaiser, Inf. Regt. Nr. 116.

Herrenloses Fahrrad. In der wurde im September vorigen Jahres ein Fahrrad der Marke Opel mit der Fabriknummer 15 338 aufgefunden, das schon seit Wochen herrenlos dort gestanden hat und offenbar von einem Dieb⸗ stahl herrührt, da die Fabriknummer bis zur Unkenntlichkeit ver⸗ beult ist. Der Eigentümer kann sich bei der Kriminalpolizei dahier melden.

Zeughauskaserne Gießen

Ee Freigabe von Ledervorräten. Das preußische Kriegsmini⸗ sterium hat sich bereit erklärt, für die Heeresverwaltung nicht ge⸗ eignete Ledervorräte der Privatindustrie freizugeben. Es ist zu diesem Zwecke eineKontrollstelle für freigegebenes Leder mit dem Sitze Berlin W. 56, Markgrafenstraße 45, gegründet worden. Ihre Aufgabe ist es, darüber zu wachen, daß das vom Kriegs⸗ ministerium freigegebene Leder unter Zugrundelegung der vom Kriegsministerium festgesetzten Richtpreise bei Zubilligung eines angemessenen Gewinns an den Lederhandel dem Lederverbraucher

zugeführt und eine spekulative Zurückhaltung sowie jede Preis⸗ treiberei vermieden wird. Die Bestimmungen für die Kontroll⸗ stelle sowie die Verkaufsbedingungen nebst Verxpflichtungsschein können durch die Handelskammer Darmstadt den in Frage kom⸗ menden Interessenten bekannt gegeben werden. et Vatzlot. Braunfels. Das Ehepaar Ludwig Debus beging am

6. August das Fest der goldenen Hochzeit. Westerwold und Unterlahn.

* Durch unvorsichtiges Umgehen mit dem Revolver fand ein Unterzahlmeister namens Braun in Nieder lahnstein den Tod. Braun war mit Einpacken seiner Sachen beschäftigt, wobei er mit dem Revolver hantierte. Dieser entlud sich plötzlich, der Schuß traf den Braun ins Herz und er war nach wenigen Augen⸗ blicken eine Leiche.

Bon Nah uiid Fern.

Sechzigjähriges Doktor⸗Zubilaum. In Frankfurt feierte gestern der rühmlichst bekannte Kinderarzt, Geheimer Sanitätsrat Dr. Heinrich Rehn sein 60jähriges Doktorjubiläum. Aus diesem Anlaß versammelte sich am Dienstag im Festsaal der Senkenbergi⸗ schen Bibliothek der Aerztliche Verein zu einer Festsitzung, die sich zu herzlichen Ehrungen für den Nestor der Frankfurter Aerzteschaft gestaltete. Verschiedene Redner würdigten die Bedeutung des Jubilars für die Erforschung der Kinderkrankheiten, besonders derenglischen Krankheit, über die Rehn auch ein bedeutsames Werk schrieb. Geheimrat Dr. Rehn wurde am 20. Mai 1831 zu Hanau geboren, in Marburg erwarb er sich am 11. August 1855 den Doktorhut. 1872 gründete er in Frankfurt die noch heute blühende Poliklinik für Kinderkrankheiten.

* Erdbeben in Italien. In den letzten Tagen haben ver⸗ schiedentlich Erdbeben in Süditalien stattgefunden, die ziemlich heftig gewesen sein müssen und wahrscheinlich erhebliche Zer⸗ störungen verursacht haben müssen. Genaueres darüber ist nicht bekannt, da offenbar die italienische Zensur nähere Nachrichten nicht ins Ausland gelangen läßt. Durch eine solche blödsinnige Maßnahme wird allerdings der angerichtete Schaden nicht geringer.

Telegramme.

Ugezberitt hes grofen Huuptnunrtien.

Die ganze russische Front östlich von Lomza weicht. Das Fort Benjaminow besetzt. Ueber 3000 Gefangene.

W. B. Großes Hauptquartier, 11. Aug., vorm.(Amtlich.) Oestlicher Kriegsschauplatz. Heeresgruppe des Generalfeldmarschalls v. Hindenburg.

Schwächere Vorstöße, die die Russen in den letzten Tagen längs der Straße RigaMitau machten, wurden leicht abgewiesen. Sonst nördlich des Njemen keine Ver⸗ änderung.

Ein Augriff starker russischer Kräfte aus Kowno her⸗ aus scheiterte. Die Zahl der dort seit dem 8. August gefangenen Russen erhöhte sich auf 2116, die der Ma⸗ schinengewehre auf 16.

Oestlich von Lomza weicht die ganze rufsisch e Front. stark ausgebaute Czerwony-Bor⸗Stellung lonnte vom Feind nicht gehalten werden. Unsere ver⸗ folgenden Armeen überschritten den Czerwony-Bor und dringen östlich desselben vor. Der Bahnknotenpunkt südöstlich von Ostrow wurde genommen.

Oestlich von Nowo-Georgiewsk wurde das vom Feind geräumte Fort Benjaminowbesetzt. Die Festungen Nowo⸗Georgiewsk und Brest-Litowsk wurden von unseren Luftschiffen mit Bomben belegt.

Heeresgruppe des Generalfeldmarschalls Prinzen Leopold von Bayern.

Die verbündeten Truppen erreichten in scharfer Verfol⸗ gung mit linkem Flügel die Gegend von Kaluczym; auf dem rechten Flügel stürmte die Armee des Generalobersten v. Woyrsch heute früh die feindlichen Nachhutstellungen beider⸗ seits Jedlanka(westlich von Luckow); es wurden über 1000 Gefangene gemacht.

Heeresgruppe des Generalfeldmarschalls v. Mackensen.

Die verbündeten Truppen sind im Angriffe gegen feindliche Stellungen hinter den Abschnitten der Bystrzyca (südwestlich von Radzyn), der Tysmienica(westlich von Parczew), sowie in der Linie OstrowUchrusk. Am oberen Bug und an der Zlota-Lipa ist die Lage unverändert.

Während die Russen auf ihrem raschen Rückzuge aus Galizien und in dem eigentlichen Polen die Wohnstät⸗ ten und die Erntefrüchte überall in sinnlosester Weise zu vernichten suchten, was ihnen allerdings bei der Eile, mit der sie sich bewegen mußten, häufig nur lücken haft gelang, haben sie diese Taten jetzt, wo sie nicht mehr in von rein polnischer oder ruthenischer Bevölkerung bewohnte Gegenden gelangt sind, eingestellt.

Westlicher Kriegsschauplatz.

Nördlich von Souchez wurde ein französischer Hand granatenangriff abgeschlagen.

Bei Courecy nördlich von Reims versuchten die Frau⸗ zosen einen von ihnen vor unserer Front gesprengten Trichter

Die