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Organ für die Interessen des werktätigen Volkes
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Nr. 184
Gießen, Montag, den 9. August 1915
10. Jahrgang.
Die Lage auf dem Balkan.
Von Heinrich Cunow. Die großen Erfolge, die seit der Wiedereroberung Galiziens die in Polen vorwärtsdringenden deutschen und österreichisch— ungarischen Heere erzielt haben, zwingen nicht nur die russische
Heeresleitung zu den bekannten„Umgruppierungen“, auch die Balkanmächte fühlen sich veranlaßt, auf dem Gebiet ihrer Aus— landspolitik gewisse„Umgruppierungen“ vorzunehmen. Die er— neute Annäherung, die sich seit Mai zwischen Rumänien und Rußland vollzogen hat, beginnt bereits wieder, sich zu lockern. Zwar die politischen Sympathien des größten Teils der bürger—
lichen rumänischen Intelligenz, vor allem der Durchschnittspolitiker, Literaten und die sogen. freien Berufe, stehen nach wie vor auf der
Seite Rußlands und des Vierverbandes aber in den Kreisen des Großgrundbesitzes, der Industriellen und des Großhandels voll— zieht sich ein bemerkenswerter Stimmungswechsel zugunsten der
Zentralmächte. Eine sonderliche Vorliebe für Rußland hat ja in diesen Kreisen nie bestanden, denn trotz aller Abneigung gegen die Rumänenpolitik der ungarischen Regierung erkennt man dort nur zu wohl, daß die wirtschaftlichen oder vielmehr die kapitalistischen Interessen Rumäniens ein gutes Einvernehmen mit Oesterreich— Ungarn und Deutschland fordern; aber so lange noch die russischen
Heere die Bukowina und Galizien besetzt hatten, so lange man noch ängstlich mit einem erneuten Hervorbrechen der russischen
n rechnete, hielten sich diese Geschäftskreise, die in Ru⸗ mänien wie anderswo, nicht gerade zu den mutigsten gehören, vor— sichtig zurück, und die Intellektuellen beherrschten mit ihrem Ein- fluß Presse und Straße, unterstützt von den„Nublophilen“(Rubel⸗ freunden) des Herrn Poklewski, des russischen Gesandten.
Die voraussichtliche völlige Niederlage der Russen in Polen hat diese wohlhabenden Kreise etwas von ihren Beklemmungen be— freit und sie zu einem energischeren Eintreten für ihre Forder—⸗ ungen veranlaßt. Die Großgrundbesitzer, denen in diesem Jahr ein freundliches Geschick eine ganz enorme Weizenernte bescheert hat, fordern, daß die bisherige Politik der Erschwerung des Weizen⸗ exports nach Zentraleuropa fällt, die Brandschatzung der Aus— fuhr durch hohe Ausfuhrabgaben aufhört, weit mehr Eisenbahn— wagen als bisher zum Verladen gestellt und an den Bahnstationen Lagerhäuser errichtet werden. Aber nicht blos Ausfuhrfreiheit wird verlangt, durch größeres Entgegenkommen sollen zugleich die Zentralmächte freundlicher gestimmt werden, damit das in Aus⸗ sicht stehende schöne Exportgeschäft nicht gestört wird und Ru— mänien sich nicht im entscheidenden Moment zwischen zwei Stühle setzt.(S. den Artikel„Rumänien vor der Entscheidung“. D. Red.)
Und dieses Auftreten der Grundbesitzer wird durch einen großen Teil der Industriellen und der Großhändler unterstützt, die Handelsbeziehungen zu den Zentralmächten unterhalten und sich auf deutschen Kredit angewiesen sehen. Sich den deutschen Kapital⸗ markt zu verscherzen, verspüren diese Elemente wenig Neigung— und ihre Opposition gegen die russophile Politik wird noch dadurch verstärkt, daß sie sich sagen, wenn es dem Vierverband gelingt, sich Konstantinopels zu bemächtigen und Rußland dort die Aufsicht über den Bosporus und die Dardanellen erhält, der rumänische Handel nach dem Mittelmeer bald mit allerlei Hemmungen seiner Entwicklung zu rechnen haben werde, mögen auch auf dem Papier
lieh schönsten Garantien für die freie Schiffahrt aller Nationen ehen. Nun haben zwar diese Kapitalistenschichten in Rumänien
keineswegs jenen Einfluß, wie in den wirtschaftlich entwickelteren Staaten Europas, und überdies kommt in Betracht, daß im poli⸗ tischen Leben Rumäniens die Hauptstadt Bukarest eine ähnliche Rolle spielt, wie Paris in Frankreich; aber ganz zu ignorieren vermag das mattliberale Kabinett Bratianu diese Stimmungen und Forderungen auch nicht, zumal sie in der konservativen Par—
teirichtung Marghilomans einen breiten Boden finden und das offizielle Parteiorgan dieser Richtung, der Steagul, neuerdings
recht scharfe Töne gegen den Vierverband anschlägt. Bratianu wird ideshalb voraussichtlich diefer Strömung gelegentlich kleine Zu⸗ geständnisse machen, im übrigen aber zu lavieren suchen— bis die Kämpfe in Polen und an den Dardanellen eine gewisse Entscheidung gefunden haben. 15
Weit stärker beginnen die Erfolge der deutschen und öster⸗ treichischen Waffen auf die Politik Bulgariens einzuwirken— tum so wichtiger als in den letzten Monaten der Schwerpunkt des idiplomatischen Kampfes zwischen den verbündeten Zentralmächten imehr und mehr von Bulkarest nach Sofia gerückt ist. Der Beitritt Bulgariens zum Vierverband ist für diesen noch weit wertvoller zals eine Beteiligung Rumäniens am Kriege, denn durch Bul⸗ Gariens militärische Intervention“ erhielte nicht nur Serbien wöllige Rückdeckung sie würde auch die Verbindung der Zentral⸗ mächte mit der Türkei völlig unterbrechen und, salls die bulgari⸗ schen Truppen gegen die europälsche Türkei vorgehen, die Darda⸗ Aügen Englands und Frankreichs ganz wesentlich unter— stützen.
Die Diplomatie des Vierverbandes in Sosia hat deshalb dem bulgarischen Ministerium Nadoslavoff die schönsten Versprech⸗ ungen gemacht; aber alle diese Verheißungen haben bisher die bulgarische Regierung nicht zur Aufgabe ihrer Neutralitäts⸗ politik zu bewegen vermocht, da sie während der letzten Balkan⸗ kriege genügend Gelegenheit hatte, den Wert russischer Ver⸗ lprechungen kennen zu lernen und zudem sich Serbien hartnäckig weigert, Bulgarien einen nennenswerten Teil des Hamals entrissenen mazedonischen Gebietes zurückzugeben.
Die Sympathie der Bulgaren für die Zentralmächte, von der
man so oft in ber Presse liest, hat mit diesem kühlen Verhalten gegen das Liebeswerben der Ententemächte nichts zu tun; noch
immer gilt einem großen Teil der bulgarischen Bevölkerung nach alter Tradition der Russe als der eigentliche Freund, besonders in er Bauernschaft. Weniger aus politischen, als aus religiösen Aründen. Der bulgarische Bauer ist fromm und fühlt sich durch semeinsame Religionsband⸗ mit dem Russentum eng verbunden.
und dieses Gefühl wird meist von den Popen geschickt im Dienste russischer Herrschaftsinteressen ausgenutzt. Freilich so sehr, wie der Bauer das„russische Kreuz“ verehrt, so sehr haßt er ge— wöhnlich den Serben, und wo beide Stimmungen miteinander in Konflikt geraten, behält nicht selten der Serbenhaß die Ober— hand. Aber das Kabinett Radoslavoff und sein Anhang denkt realpolitisch und mißtraut der russischen Regierung. Für sein Verhalten ist allein die Frage entscheidend:„Wie gewinnen wir das von Bulgaren bewohnte Mazedonien und das uns im Buka⸗ rester Frieden von Rumänien abgepreßte Gebiet nördlich der Linie Turtukai— Dobritsch—Baltschik zurück?“
Deshalb stellte sich die bulgarische Regierung nach dem Aus⸗ bruch des jetzigen Völkerkrieges zunächst auf die Seite der Zentral- mächte. Das bulgarische Parlament, die Sobranje, bewilligte einen Kredit von 50 Millionen Frank für Mobilisationszwecke, das
Land wurde unter Kriegsrecht gestellt und der Einmarsch in Serbien vorbereitet. Die starke Opposition der russophilen Ele— mente wie auch die Protestaktionen der völlige Neutralität for- dernden bulgarischen Genossen und der Bauernbündler verhin— derten jedoch die Kriegserklärung.
Die Beteiligung der Türkei am Kriege bewirkte einen Um-
schlag. Die russophile Anhängerschaft Geschoffs und Daneffs wie auch die sogen. Demokraten Malinoffscher Richtung erklärten nun unter dem Einfluß der russischen Diplomatie, nicht die Gewinnung Mazedoniens sei zunächst das Wichtigste, sondern die Vertreibung der Türken aus Europa und die Inbeschlagnahme ihres bisherigen Gebiets durch Bulgarien.
Das Kabinett Radoslavoff folgte jedoch diesen Lockungen nicht, sondern bekannte sich, den Forderungen der Sozialisten und der Bauernbündler entsprechend, zu strikter Neutralität. Unter dem Eindruck der deutschen und österreichisch-ungarischen Waffenerfolge im Osten vollzieht sich jetzt eine neue Schwenkung: die bulgarische Regierung lehnt sich wieder mehr an die Zentralmächte an. Den Beweis dafür liefern verschiedene Tatsachen, wie die bevorstehende Abschließung eines Vertrages zwischen Bulgarien und der Türkei, durch den Bulgarien den bisher zum türkischen Gebiet gehörenden
Teil der Bahnlinie nach dem Hafen Dadeagatsch mit dem an— grenzenden Landgebiet erhält, ferner die Option einer unter
Führung der Berliner Diskontogesellschaft stehende Bankengruppe auf den ersten Teil einer im vergangenen Jahr vereinbarten bul— garischen Staatsanleihe im Betrage von 250 Millionen Frank, und drittens die Beauftragung des bulgarischen Gesandten in Wien mit der Wahrung der bulgarischen Interessen in der Schweiz.
Das sind Dinge von höchster politischer Bedeut⸗ ung. Wenn die Türkei ein für sie wertvolles Gebiet vor den Toren von Adrianopel abtritt und vorsichtige Finanzleute Hunderte von Millionen Geld hergeben, so läßt sich kaum annehmen, daß nicht die bulgarische Regierung große Sicherheiten geboten hat.
Vielleicht wird demnächst auch Bulgarien mit seinem Heer in den Krieg eingreifen. Vielleicht erwartet es nur noch weitere Ergebnisse des gewaltigen blutigen Ringens in Polen und an den Dardanellen ab? Wenn nicht alles täuscht, hält man in Sofia die Zeit für gekommen, die nach dem Bukarester Friedensschluß der Zar Ferdinand in seinem Armeebefehl verhieß: die Zeit der Wie⸗ derentfaltung der zusammengerollten alten Fahnen.
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* Ein deutsches Seemannsstückchen. Kürzlich wurde gemeldet, daß es einem deutschen Unter— offizier gelungen ist, ein gekapertes Baumwollschiff, auf dem sich eine englische Prisenbesatzung befand, nach Kuxhaven zu dirigieren. Zu dieser Meldung erfährt die Frankf. Ztg. noch,
daß das deutsche Unterseeboot, als es das Baumwollschiff. zum Halten
das 4000 Ballen Baumwolle an Bord hatte, brachte, den Kapitän aufforderte, sämtliche Waffen, die an Bord waren, über Bord zu werfen. Dies tat der Kapitän auf die Aufforderung hin. Auch die Waffen der an Bord befindlichen englischen Prisenbesatzung, die aus einem Unter— leutnant der Reserve und 4 Matrosen bestand, wurden vom Kapitän über Bord geworfen. Die englische Prisenbesatzung wurde unter Deck versteckt. Darauf begab sich der deutsche Steuermannsmaat Lamm an Bord und brachte in dreitägiger Reise das Schiff samt der darauf befindlichen Prisenbesatzung unversehrt nach Kuxhaven.
. Die sibirischen Verbannten.
Der in Genf in russischer Sprache erscheinende Sozialdemokrat teilt nach der Zürcher Post vom 1. 8. in einem Briefe aus Sibirien mit, daß die dortigen Verbannungsorte mit politischen Verbrechern überfüllt sind. In einem einzigen Orte sitzen 140 Marxisten, von denen 60 ihrer Nationalität nach Letten sind. Die Verbannten müßten zwar hungern, ihre Stimmung sei aber ungebrochen. Nach Petersburger Meldungen sind allein im Junj nach dem Kreise Jenis⸗ seisk in Sibirien 700 Verbannte aus den baltischen und westlichen Provinzen Rußlands gebracht worden. Unter den Verbannten sind ungefähr 100 baltische Barone.
„Slövung des Burgfriedens!“
In der Frankfurter Zeitung veröffentlichte Genosse Heine einen Artikel, in dem er dafür eintrat, daß der deutschen Ar— beiterklasse die staatsbürgerliche Gleichberechtigung nicht mehr länger vorenthalten werden dürfe und zwar verlangt er die Erfüllung einiger Forderungen,„ehe die Gegenkräfte wieder erstarkt sind“. Dieser Artikel hat die Kreuzzeitung in große Aufregung versetzt und sie erblickt in ihm, wie in jeder den Konservativen nicht genehmen Auslassung, eine— Störung des Burgfriedens! Das konservative Blatt fügt dem hinzu:
seltkrieg.
„Nicht nur, daß er das geltende preüßische Wahlrecht ein⸗ fach ein„Unrecht“ nennt, von den„bisher unterdrückten und außerhalb der Nation gestellten Schichten“ spricht, er glaubt auch die Gegner der Sozialdemokratie als Leute charakteri⸗ sieren zu sollen,„die durch ihre Ablehnung jeden Entgegen⸗ kommens gegen die politischen Forderungen und die gewerk⸗ schaftlichen Bestrebungen der Arbeiter, durch Lebensmittel⸗ teuerung und unzureichendes Interesse für notleidende Kriegerfamilien und Hinterbliebene, vor allem aber durch die Ankündigung, deutsches Blut eigennützigen Eroberungs⸗ interessen beschränkter Kreise opfern zu wollen, das meiste dazu beitragen, wenn in der Arbeiterschaft Mißstimmung gegen die nationale Verteidigung hervorgerufen werden solle“. Gewisse bürgerliche Politiker glauben, daß es leicht sei, mit Sozialdemokraten vom Schlage des Abgeordneten Heine zu einer Verständigung zu gelangen. Wie soll aber eine Ver⸗ ständigung möglich sein, wenn sachliche Ueberzeugungen von der Gegenseite ethisch so gewertet werden, Wie es hier durch den Abgeordneten Heine geschieht?“
Ein Dementi.
Berlin, 6. Aug.(W. B. Nichtamtlich.) Zu der wiederholt vom Auslande gebrachten Nachricht, daß in der Ostsee ein deutscher Truppentransportdampfer mit einem Regiment Sol⸗ daten torpediert worden sei, wird nach Erkundigung an zustän⸗ diger Stelle ausdrücklich festgestellt, daß sich an Bord des fraglichen
Schiffes überhaupt keine Truppen befanden und daß
dasselbe auch kein Truppentransportdampfer war. 3 Weitere Einschränkung des Vereins und Versammlungsrechts in Sachsen.
Die beiden Generalkommandos für Sachsen erlassen unter Aufhebung früherer Verordnungen eine Verfügung, die u. a. fol⸗ gendes bestimmt:. 2
Alle öffentlichen und nichtöffentlichen Versammlungen, in denen militärische, politische, sozialpolitische oder religißse Ange⸗ legenheiten erörtert werden, sind mindestens 48 Stunden vorher der Behörde anzumelden. Den Veranstaltern wird im Unter⸗ lassungsfalle eine Gefängnisstrafe bis zu drei Monaten angedroht. Alle in solchen Versammlungen zu haltenden Vorträge, soweit sie militärischen Inhalts sind oder sich irgendwie mit äußeren oder inneren politischen Verhältnissen anläßlich des Krieges befassen, unterliegen der Genehmigung. Völlige Manuskripte dieser Vor⸗ träge müssen mindestens 7 Tage vorher zur Prüfung und Ge⸗ nehmigung eingereicht werden. Die Polizeibehörden erhalten die Befugnis, die an solche Vorträge anschließende Debatte ohne weiteres und ohne Angabe von Gründen zu verbieten. Die Be⸗ richte über solche Versammlungen in der Presse sind ebenfalls ge⸗ nehmigungspflichtig.
Diese neue Verordnung bedeutet die völlige Vernichtung des Vereins- und Versammlungslebens in Sachsen—
Lex Arons.
Im Jahre 1900 ist dem Genossen Dr. Leo Arons vom eußischen Kultusministerium die Lehrbefugnis als Privat- zent der Physik an der Universität Berlin entzogen worden. Den Grund bildete die Zugehörigkeit Arons zur Sozialdemo⸗ kratie. Dieses Verfahren machte damals großes Aufsehen und fand insbesondere in wissenschaftlichen Kreisen scharfe Verurteilung, hatte sich doch die philosophische Fakultät der Universität mit Entschiedenheit gegen diese Maßregelung er⸗ klärt. Mit Rücksicht auf die gegenwärtigen Zeitläufte hat nun bereits vor einiger Zeit die Fakultät beim Ministerium den Antrag gestellt, zu genehmigen, daß Dr. Arons die Lehr- befugnis wieder erteilt werde. Dieser Antrag fand die prinzipielle Zustimmung, doch hat Dr. Arons mit Rücksicht auf seinen Gesundheitszustand abgelehnt, wieder ein Lehramt zu übernehmen.
Der schwierige russische Rückzug.
Der Kriegsberichterstatter des Berl. Lok.-Anz., Kirch⸗ lehner, meldet seinem Blatte aus dem K. und K. Kriegspresse⸗ quartier: Alle Nachrichten vom polnischen Kriegsschauplatze deuten darauf hin, daß der russische Rückzug sich konzentrisch vom Westen, Südwesten und Süden her in Richtung nach Brest⸗-Litowsk bewegt. unaufhaltsame Vordringen Mackensens hatte nun auch den linken russischen Zentrums⸗ flügel gezwungen, nach Norden zu weichen. Wenn nun die verschiedensten Heeresteile im Raume von Brest-Litowsk zusammenströmen, so ist die russische Heeresorgani⸗ sation vor eine schwere Aufgabe gestellt, da nur sehr wenig Bahnlinien zum Abtransport zur Verfügung stehen, die östlich gelegenen Sümpfe aber nur eine ganz geringe An. zahl von Straßendurchlässen aufweisen.
Der Einzug in Warschau. Wie die Sonderberichterstatter des Berliner Lokal- anzeigers und des Berliner Tageblatts melden, erfolgte am 5. August in aller Frühe der Einzug der deutschen T
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Truppen in Warschau. Die Forts waren durch Drahtverhaue, Gruben.
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