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28.7.1915
 
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Ober

Organ für die Interessen des wer der Provinz Oberhessen und der

ktätigen

Volkes Nach bargebiete.

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Nr. 174

Gießen, Mittwoch, den 28. Juli 1915

10. Jahrgang.

Vom Feinde lernen!

Von Wolfgang Heine, Berlin.

Seit Monaten überschüttet die Gruppe Julian Borchardt, Ströbel, Liebknecht usw., zu denen sich auch Bernstein, Kautsky und der Vorsitzende der Partei, Haase, gesellt haben, die Genossen mit Kundgebungen, die eine Aenderung der am 4. August von der Reichstagsfraktion eingenommenen Haltung fordern. Davon ver sprechen sie den Parteigenossen eine baldige Herstellung des Frie dens, eine innere Erstarkung der Partei und Erneuerung der Internationale. Das ist der Ton, auf den die Manifeste derNo tabeln oder, wie die Humanits schreibt, dergroßen Kanonen um

Dr. Herzfeld, das anonyme FlugblattDer Feind steht im eigenen Lande und der Ueberfall von Bernstein, Haase und

Kautsky auf die Fraktion und den Parteivorstand gestimmt sind. Die Motive, von denen die einzelnen Mitglieder dieser Gruppe geleitet sind, mögen sehr verschieden sein und sollen von mir nicht untersucht werden. Es kommt auf sie auch wirklich nicht an, mögen sie nun lauter oder minderwertig sein. In einer Zeit, wo unser

Volk und Vaterland von solchen Gefahren umdrängt sind, wie gegenwärtig, haben wir nur auf die unmittelbaren Wirkungen einer Handlung zu sehen: das Graben nach irgendwie zu recht-

fertigenden Motiven müssen wir der späteren Geschichtswissenschaft überlassen. Die Beobachtung der gegenwärtigen Tatsachen, namentlich die Wirkung auf die Feinde Deutschlands, besonders die Sozialisten in den gegen uns kriegführenden Ländern zeigt uns, daß alle diese Kundgebungen nicht das geringste von dem Ver- sprochenen erreicht haben. Dem Frieden sind wir dadurch nicht um einen Schritt näher gekommen, im Gegenteil hat sich der Kriegs-

wille im Auslande auch bei unseren Parteigenossen durch diese Aeußerungen nur gesteigert, weil man dort in ihnen Zeichen der Schwäche und inneren Uneinigkeit Deutschlands erblickte. Was

vorauszusehen war! So ist der Erfolg jedenfalls eine Schädig⸗ ung des im Kriege stehenden Deutschland. In Deutschland aber eine solche der sozialdemokratischen Partei. Denn eine gewisse Seite sucht nur gar zu gern unserer Partei die Verantwortung; die Handlungen ihres Vorsitzenden und der Redaktionen der offi⸗ ziellen Parteiblätter Vorwärts und Neue Zeit aufzuladen, welches wiederum vorauszusehen, wenn nicht von den Unternehmern dieser Treibereien geradezu gewünscht war.

Wichtiger als die Gründe der Macher dieser Kundgebungen ist die Frage, weshalb sie bei einem Teil der Parteigenossen An⸗ klang sinden konnten. Denn die Stimmung der Genossen ist für die Entschlüsse der Parteileitung und der Fraktion von größter Wichtigkeit.

An der Spitze steht der verbreitete und durchaus berechtigte

Wunsch nach Beendigung dieses Krieges, der in der Tat jeden ruhigen Beobachter und besonders jeden, der sein Vater⸗ land liebt, anmuten muß wie ein selbstmörderischer Wahnsinn der ganzen Welt. Wer nun gar all die per⸗ sönlichen Schmerzen, die keinem von uns erspart sind, zu diesen allgemeinen Schrecknissen hinzurechnet, seine Leiden lieber in Worten ausklagt, als durch Taten ihnen abzuhelfen sucht, der wird leicht zum Glauben geneigt sein, wenn man ihm vorpredigt, das was er sehnlichst wünscht, sei möglich.

Dies um so leichter, wenn das Ansinnen, das man ihm stellt, der allgemein verbreiteten konservativen Anlage entgegenkommt. Von nichts trennen die Menschen sich so schwer als von liebge wordenen Worten und Vorstellungen. Der große und ewige Gedanke der Internationalität gerade in den höch⸗ sten menschlichen Ideen hatte in der sozialistischen Internationale einen Ausdruck gefunden, den die den Tatsachen weit vorauseilen⸗ den Wünsche der Genossen schon als eine wirkliche Macht begrüßt hatten. Jetzt stellt sich heraus, was tiefer Blickende freilich längst gewußt hatten, daß dies leichte Gebäude edler Wünsche und wohl⸗ gemeinter Worte den Stürmen einer Weltkatastrophe nicht standhalten konnte. Die etwas schwerfällige Gewissenhaftigkeit des Deutschen, der seinen Ideen immer mehr traut als seinen Hand lungen, erleichtert es den Gegnern der Fraktionsmehrheit, vor unseren Genossen und der Welt das als Unrecht und Abfall hinzu⸗

stellen, was nur eine notwendige Folgerung aus einer neuen Lage war, und was die Sozialisten in Belgien und

Frankreich ohne Ausnahme und die Englands zum größten Teil als selbstverständlich empfunden und getan haben. Die Hauptsache aber bleibt die Unkenntnis der politischen und kriegerischen Lage. Einfache Leute finden mit ihren geschicht⸗ lichen und geographischen Kenntnissen und ihrer Beherrschung des politischen Tatsachenstoffes naturgemäß Schwierigkeiten, das unge⸗ heuxe Feld dieses Weltkrieges und die darin wirkenden Kräfte und drohenden Gefahren zu überblicken. Aber auch Leute, von denen man ein gründlicheres Urteil wohl verlangen dürfte, unterliegen oft genug der Versuchung, nur das sehen zu wollen, was sie wün schen. So erklären sich die Selbsttäuschungen einerseits der Annexionstreiber, andererseits unserer von der Sehnsucht nach Frieden und Völkerversöhnung getriebenen Partei genossen. Beide überschätzen im sicheren Hafen der von den Kriegsstürmen verschont gebliebenen Teile des Reiches gar zu leicht die Bedeutung des Errungenen, und unterschätzen, wie⸗ viel noch zu leisten bleibt, wenn Deutschland mit Ehren und der Sicherheit vor einem neuen Kriege zum Frieden gelangen soll. Darum ist das wichtigste, daß die Parteigenossen die Tat⸗ sachen kennen und aus ihnen lernen. Und die wichtigste Tatsache ist neuerdings der Beschluß der französischen sozjallstischen Partei vom 15. Juli. Was haben uns die Haase, Ströbel und Genossen nicht alles vorgeredet über die Bedeutung der Beschlüsse ge⸗ wisser örtlicher Organisationen und gewerkschaftlicher Syndilate in Frankreich. Der französische Parteikongreß würde, so ver⸗ sicherte man uns, hierzu und zu den deutschen sozialistischen Frie denskundgebungen Stellung nehmen. Nun, er hat Stellung ge nommen, und zwar in einer Weise, die keinen Kenner des franzö⸗ sischen Nationalcharakters überraschen konnte, die aber vorläufig das Ströbelblatt zum Verstummen gebracht hat. Der Vorwärts,

das Zentralorgan der deutschen Sozialdemokratie, zeigt sich seiner Aufgabe, die Genossen über die Tatsachen zu informieren, dadurch gewachsen, daß es den wichtigen, für die Politik der nächsten Zeit auch in Deutschland geradezu zwingenden Beschluß der französi schen sozialistischen Gesamtpartei in möglichst un auf⸗ fälliger Form an leicht übersehbarer Stelle und ohne ein Wort der Erörterung oder Folgerung mitteilt, während es über jede der vereinzelten Acußerungen kleinerer ber Parteiorganisationen spaltenlange Artikel hat.

Wir wollen den Beschluß der französischen Partei nicht kriti steren; ja, wir möchten ihn anerkennen als eine Aeußerung des mäunlichen starken Geistes, der diese große Nation in den Augen blicken ungeheurer Gefahr immer erfüllt hat. Wir zweifeln nicht, daß unsere französischen Genossen Sozialästen sind wie wi füllt von der gleichen Verehrung für die Idcen der Mensch des Völkerfriedens wie wir. Auch ihre Seelen leiden un ausweichlichen Notwendigkeit, daß der Krieg menschliches Leben umersetzliche Werke der Kultur vernichtet und zwischen den Völlern Haß sät, wo einträchtige Arbeit das Ziel sein sollte. Auch haben sie gewiß nicht vergessen, wie sehr sie selbst die Politik der Poincaré und Delcasse und das russische Bündnis, wodurch ihr Land in dieses Unheil gerissen worden ist, bekämpft haben. Und ebenso wenig haben sie, das zeigt die französische sozialistische Presse Freude an den reaktionären Intrigen, die Klerus und Monarchisten unter dem Deckmantel der Vaterlands verteidigung in Frankreich an⸗ zetteln. Aber sie schwanken nicht: Die Hauptsache bleibt ihnen die Verteidigung des Vaterlandes.Die sogialistische Partei erklärt sich von neuem bereit, ihre Hilfe dem Werle der Landesverteidigung ohne Vorbehalt, ohne Entmutigung oder Mattigkeit weiterzubringen. Sie fordert die Regierung, das Parlament, die Führer und die Sol⸗ daten auf, ihre Pflicht zu tun. Eine fieberhafte Tätigkeit muß sich im Innern des Landes bemächtigen und mit unwiderstehlicher Kraft bis an die Front erstrecken... Der Kongreß billigt die von den

Landes verteidigung in demselben Sinne in unerschütterlicher Festig⸗ keit fortzusetzen. Als deutscher Sozialdemokrat kann ich solchem Feinde nur ein Bravo! zurufen.

Selbstverständlich kann ich mir nicht die tatsächlichen Behaup⸗ tungen und die phantastischen Kriegsziele der französi⸗ schen Genossen zu eigen machen, die schließlich doch auf eine Zer⸗ schmetterung Deutschlands und eine Abreißung Elsaß⸗Lothringens hinauslaufen. Aber ich will auch darüber nicht mit ihnen rechten Die Gestalt, die Euvopa nach dem Kriege haben wird, hängt nich von schönen Worten, sondern von den Taten unserer Kämpfer ab. Allen unseren Siegen zum Trotz glauben Fra sen und Engländer, Italiener und Russen unerschütterlich an

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endliche Niederlage der Zentralmächte und berechnen, wie sie durch das Werk der Landesverteidigung in unerschütterlich Festigkeit forisetzen. Die sieben französischen Departements, die wir

halten, wiegen nach der Mein sie die Ueberzahl der gegen u Ungunst der geographischen L 8 und unsere Kolonien in hand gebracht hat, a chen könnten. Noch will man u keinen Frieden gönnen. Also bleibt uns nich brig: Wir müssen neue Taten des Schwertes in die Wagschale werfen, neue Pfandobjekte in deutsche Hand bringen, von neuem unsere Kräfte anspannen, um den ersehnten sicheren und dauernden Frieden zu erkämpfen. Zeigen die Franzosen, die einen Rückhalt an der halben Welt haben und denen die Meere frei liegen, sich groß in ihrer Entschlossenheit und Vaterlandsliebe, so dürfen wir, umzingelt und bedroht, uns nicht kleiner ze Die deutsche Sozialdemokratie lerne vom Beispiel der französis

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Das sozialistische Verteidigungskomitee Englands an die Fraunzosen. dernumamer zum französischen Nationalfeier⸗ tag(14. Juli) ingt L'Indépendance belge ein Schreiben des Sozialistischen Nationalen Vertei ingskomitees an das General⸗ sokretariat der französischen sozialistischen Partei: Mitbürger!

ung de s verbündeten Großmächte die uns vom Weltmeer ab

Franzosen nicht so viel, und di

hen.

(IK) In der

eine so große Zahl von Mite edenen sozialistsscher Parteien Englands angeschlossen, daß es sich als erste mannhafte Kundgebung der sozialfstischen Einheit Englands betrachten darf

Im Namen des großen Gemeinschaftswillens zur Verteidi⸗ gung der Freiheit, zu dessen Erstehen die große franszösische? volution so mächtig mitverhalf, wendet sich das kürzlich gegründete Verteidigungslomitee an die Vereinigten sozialistischen Parteien Frankreichs. Es möchte, daß seine französischen Genossen dem gesamten Frankreich ohne Unterschied der Parteien übermitteln, wie wir englische Sozialisten uns mit ganzer Seele Frankreich verbunden fühlen in diesem Kampf der Völker gegen den deutschen Absolutismus, diesem Hampf, der Europa die Freiheit zu erhalten trachtet, die die Revolution von 1789 errungen.

Wir werden den 14. Juli in England wie in Frankreich im stolzen Gefühl feiern, diesmal die Waffenbrüder derer zu sein, deren Vorväter die Bastille gestürmt und die bald alle Bastillen Deutschlands zertrümmern werden.

Wenn wir nicht mehr durch dieseSklavenhorde bedroht sein werden und wenn einmal jede Nation ihr eigener Herr sein wird, dann werden wir die Internationale der freien Völker gründen. In Erwartung dieses großen Siegestages laßt uns, liebe Genossen, zusammen um die Freiheit der Welt kämpfen. N

Mit dem Ausdruck unserer brüderlichen Hochachtung.

Für das Verteidigungskomitee: Victor Fisher.

1 2 gebracht

7 entfaltete Tätigkeit und gibt ihnen Vollmacht, das Werk der

blicklich d

Ueltkrieg.

Zu den Sklavenhorden zählen nach den Franzosen und Engländern die deutschen sozialistischen Proletarier, zu denBefreiern der Völker aber die Horden des russischen Zaren, die wilden Völker Afrikas usw. die Frankreich und England gegen uns losgelassen hat.

*

* Wie die Russen belogen werden.

Die Nowoje Wremja sagt, daß die Stellung der russischen rmeen günstig, diejenige der deutschen Armeen aber schlecht ist. ie energischen Gegenangriffe seit den deutschen Angriffen vor den Stellungen von Jwangorod haben der Schlacht den Charakter eines mißlungenen deutschen Manövers anstelle des geplanten Charakters einer methodischen Offensive gegeben. In⸗ folgedessen entbehren die Bewegungen der Armee Mackensen einer genauen Front. Sie verfolgt nur die Eroberung kleiner Bruch⸗ stüscke des feindlichen Gebietes. Alle deutschen Angriffe haben an Kraft verloren und ihr Ziel verfehlt. Die Anstreng⸗ ungen der feindlichen Armee, um im Nordwesten von Woislawize vorzudringen, wurden durch kühne Gegenangriffe zu nichte ge⸗ macht und die feindliche Offensive gelähmt. Der Feind hat ungeheure Ver luste erlitten. Er verlor u. a. sechs Ge⸗

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sch ü tz e. Dies ist angesichts der russischen Verteidigung ein be⸗ Imerkenswerter Erfolg, der sich aus der Erschöpfung der feindlichen Truppen in den beständigen ergebnislosen

Kämpfen ergibt. Um den niedergeschlagenen Mut der Deutschen zu heben, sind große Mengen Reserven nötig, und man kann sie nicht heranziehen, weil der Große Generalstab bereits die Front von der Zlota-Lipa und Bukowina von allen seinen Kämpfern entblößt hat, um die stark bedrohte Flanke Sokal⸗Bug zu verstärken. Die Kampffestigkeit der Deutschen nimmt von Tag zu Tag ab, während für die russischen Armeen der Tag für die entscheidende Offensive naht.

Das letztere glauben wir auch. Aber ärger kann wohl nicht gelogen werden, als es hier geschieht.

im übrigen

Die ae e

Englisch⸗französische Erpre olitik. Der römische Korrespondent des Corriere della Sera enthält Die kächte, die, wie es darin heißt, in allen Balkanfragen abso⸗ eine Landung i

interessantes offiziöses Material über die Balkanlage.

Entente⸗

itlich vorgehen, erwägen i m ch 7

0 durch deutsche Attentate int Griechenland augen⸗

ywichtig ist, u werden dürfe. Ueberhaupt se 5 Sorgenkind der Entente zu sein.

Blatt bricht in bewegliche Klagen über die angebliche der Deutschen in Salonik aus. Andererseits üben jedoch die Ententemüchte eine scharfe Kon⸗ trolle über die griechische Schiffahrt und den Handel aus. Franzö⸗ sische Torpedoboote sind sogar direkt am Meere stationiert. Auch die i e innere Schiffahrt am Ausgange des Piräus in J chen Gewässern steht u Aufsicht. Die Engländer schleppten kürzlich eine i r, der Material für das 75 ihrte, nach der Mudros⸗Bucht und

unterbroe

Spionageorganisation

Das

verlangten die Vorlegung militärischer Landungsurkunden. Infolge der Schikanen der Entente wird die griechische Schiffahrt schwer ge⸗ schädig Der Handel zieht nunmehr französische und italienische [Dampfer vor. In Rom ist die Hoffnung auf einen Sieg der Ententepartei in Griechenland sehr gesunken.

In Bulgarien würde die Entente die Befreiung Gen a⸗ [diews als ihren Sieg be en. Rumänien versichere, daß es die Durchfuhr tlrkischen Kriegsmaterials streng hindere, trotzdem schlüpfe noch manches durch. In Rom erwarte man nicht mehr eine baldige Teilnahme Rumäniens. Daß j der Vier⸗ verband unaufhörlichen Druck in Bukarest a t, geht auch daraus hervor, daß der Corriere della Sera droht, England werde beim Friedensschluß Ungarn auf Kosten Rumäniens begünstigen, wenn Rumänien keine positiven Kriegsleistungen aufweise.(Fkft. Z.)

Athen, 26. Juli.(W. B. Nichtamtlich.) Von unserem Sonder⸗ berichterstatter. Die Seeblockade Griechenlands, die,

seitdem die englische Admiralität förmlich erklärt hat, sie halte alle grie en Handel an, deren Papiere nicht von den englischen Mar örden geprüft sind, vollständig wurde, greift hier schon stö rend ip das tägliche Leben ein. Es ist so weit gekommen, daß sich die griech isfe nicht ohne Gefahr, aufgehalten zu

n. von einem gri hen Hafen zum andern begeben können. Wagen mit Postkolli notwendigster Handelsartikel können nicht nach Athen gebracht werden. Die Aufregung über sichtslose Vorgehen Englands wird immer größer, da man großen Teiles des griechi⸗ länder nicht die Kapertaktik

daher das r den vollständ igen Zusammenbruch e schen Handels voraussieht, wenn die En einstellen.

Kupfermangel in Rußland.

T. U. Petersburg, 26. Juli. Der große Mangel an Kupfer und anderen Rohmaterialien zur Herstellung von Munitionen zwingt die russische Regierung zu ganz merkwürdigen Maßnahmen. Aus allen Gouvernements sind sachverständige Gutachten einge- holt worden, über die Bodenbeschaffenheit mit besonderer Berück⸗ sichtigung etwa vorhandener Kupferlager. Für verschiedene Gon⸗ vernements Süd- und Ostrußlonds lauten die Gutachten günstig und zwar für Orenburg, Kasan und Cherson. Es sind darauf von der russischen Regierung 200 Ingenieure und ein Riesenheer von Arbeitern in diese Gegenden abgeschickt worden, die die Ausbeut⸗ ung dieser neuentdeckten Kupferlager vornehmen sollen.

Wem sschadet die englische Blockadepolitik? Der Economist enthält einen bemerkenswerten Bericht, in dem die Frage untersucht wird, ob die Blockadepolitik gegen

Deutschland England nicht mehr Schaden verursach