Ausgabe 
24.7.1915
 
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Damenhosen, Hemdhosen, Nachthemden und Taschentücher, die zum Teil A. S., M. K. und D. L. gezeichnet waren, ent⸗ wendet. Da von dem Täter noch jede Spur fehlt, werden sachdienliche Mitteilungen an die Kriminalpolizei erbeten.

Gefallene aus Oberhessen und Nachbargebieten. Offiz.⸗Stellvertr. Karl Kröning aus Gießen, Inf.⸗Regt. Nr. 116. Ersatzreservist Wilhelm M üller aus Wald⸗ girmes, Res.⸗Inf.⸗Regt. 83. Musketier Karl Mohr aus Reiskirchen bei Wetzlar, Inf. Regt. 221.

Ein Zusammenstoß zwischen Straßenbahnwagen und Last⸗ fuhrwerk war gestern Gegenstand einer Verhandlung vor der Gießener Strafkammer. Angeklagt war der Fuhrknecht Leib aus Gleiberg, der vom Schöffengericht zu einer Geldstrafe verurteilt worden war, dagegen aber Berufung eingelegt hatte. Es handelt sich um den Unfall, der sich im Frühjahr dieses Jahres an der Ecke Schanzenstraße und Bahnhofstraße ereignete, bei welchem einem Pferde des betreffenden Fuhrwerks durch den Straßenbahnwagen ein Vorderbein kaput gefahren wurde. Natürlich mußte der arme Gaul sofort getötet werden. Das Urteil lautete für den Fuhrmann auf Freisprechung, ferner wurde ihm Ersatz der notwendigen Aus⸗ lagen zugesprochen. In dem Urteil wurde gesagt, daß der Ange⸗ klagte im Schritt gefahren sei und ihm auch ein Verstoß gegen die straßenpolizeilichen Vorschriften nicht nachzuweisen sei. Die Be⸗ weisaufnahme ergab auch nicht, ob bei dem Führer des Straßen⸗ bahnwagens ein Verschulden vorliegt; ob er vorschriftsmäßig ge⸗ schellt habe oder nicht, wie das von einigen Zeugen behauptet wor⸗ den war.

Schulprügel. sich gestern der Lehrer Aug. Merz aus 5 feld wegen Ueberschreitung des Züchtigungsrechts zu verantworten. Der Lehrer steht bereits in den sechziger Jahren; er hat die Lehrerstelle in Grebenau bereits seit vollen 42 Jahren inne. Nach der Anklage wird er beschuldigt, in 10 Fällen 8 Kinder im Alter von 813 Jahren, darunter 5 Mädchen, körperlich miß⸗ handelt und teilweise an der Gesundheit beschädigt zu haben. Der Angeklagte entschuldigte sein Tun durch seine hochgradige Nervosstät, durch Krankheit und mißliche Verhältnisse in seiner Familie. Tat⸗ sache ist, daß Merz schon in der Jugend dazu geneigt, fleißig den Rohrstock zu schwingen. Deshalb wurde er bereits vor etwa 25 Jahren von seiner vorgesetzten, Behörde wiederholt verwarnt. In der letzten Zeit erhoben die Eltern öfters Klagen beim Pfarrer Schreiber, daß der Lehrer ihre Kinder zu hart und maßlos be⸗ strafe, es wurde aber immer gebeten, von einer Anzeige abzusehen. Die Beweisaufnahme ergab, daß der Angeklagte die ihm anver⸗ trauten Kinder ziemlich roh mit Fäusten traktiert, gegen die Mädchen mit der Schiefertafel geschlagen und gestoßen hat; in mehreren Fällen zerrte er Mädchen am Haarzopf hin und her, wo⸗ bei diesen ganze Büschel Haare ausgerissen wurden. Die Straf⸗ kammer nahm nur 8 Fälle der körperlichen Mißhandlung an, an 6 Kindern verübt, und erkannte auf Geldstrafen in Höhe von 370 Mark oder für je 10 Mark 1 Tag Gefängnis. Nur dem Umstand, daß der Angeklagte ein sehr aufgeregter kränklicher Mensch ist, hat das Gericht veranlaßt, Milde walten zu lassen, da sonst auf eine Gefängnisstrafe hätte erkannt werden müssen.

1. Die Gießener freiwillige Feuerwehr hat bei der letzten Ein⸗ berufung wieder einige ihrer Mitglieder zum Heeresdienst gestellt. Da auch die Mannmschaften der Pflichtfeuerwehr zum größten Teil einberufen sind, kann gegenwärtig nur noch eine kleine Schaar von geübten Feuerwehrleuten bei Ausbruch eines Brandes sich mit einem Teil der Geräte an den Löscharbeiten betätigen. Es ist daher an der Zeit, dafür Sorge zu tragen, daß die Mitgliederzahl der Feuerwehr⸗ leute sich so erhöht, daß alle Geräte von, geübten Feuerwehrmännern bedient werden. Sehr erwünscht und erfreulich wäre es deshalb, wenn recht viele Bürger, unter denen sich ja so manche tatkräftige Männer befinden, als aktive Mitglieder der Feuerwehr beitreten würden, wodurch sie ihrer Vaterstadt einen schönen Dienst erweisen würden. Die noch in den Monaten Juli, August und September stattfindenden Uebungen würden noch Zeit geben, sich im Feuerwehr⸗ dienst auszubilden. Anmeldungen nimmt der Vorstand der Gießener freiwilligen Feuerwehr entgegen. Auch sind Anmeldeformulare im Turmhaus am Brand erhältlich. Solchen Bürgern, die nicht aktiv sich zu betätigen wünschen, ist Gelegenheit gegeben, als außer⸗ ordentliche Mitglieder(Jahresbeitrag 5 Mark) die Wehr zu unter⸗ 15

Vor der Gießener Strafkammer hatte Grebenau im Kreise Als⸗

Die starken Zigarrenfabrikanten. Die offizielle Zeitung der deutschen Zigarren⸗Ladeninhaber(Hamburg) berichtet über die Verhandlungen der Fabrikanten und Händler, die am 2. und 3. Juli in Berlin stattfanden. Am Schlusse des Berichts heißt es: Einen Eindruck aber möchten wir wiedergeben, den wir in beiden Versammlungen gewonnen. Die Zigarren fabri⸗ kanten fühlen sich heute, wo sie mit Kriegsliefe⸗ rungen gute Geschäfte machen und wo Mangel an Ware ist, sehr als die Starken, welche die Bedingungen für den Verkauf diktieren können. Nun, wir hoffen, es kommen, wenn der Krieg zu Ende ist, auch einmal wieder andere Tage, wo einzelne Herren von dem hohen Pferde, auf dem sie jetzt sitzen, wieder herabsteigen müssen. Wir haben diese Aeußerungen zu Nutz und Frommen der Tabakarbeiterschaft hiermit vermerkt.

Ein Typus? Wie oft hört man den schönen Satz von der hohen Aufgabe der vaterländischen Landwirtschaft, und wieviele Kommen⸗ tars hat uns doch die Jetztzeit darüber schon geschriehen. Einen nicht minder interessanten lieferte die Verhandlung der Darmstädter Strafkammer am Samstag gegen den Landwirt Johs. Schmitt 2. non Großzimmern wegen Uebertretung des Viehseuchengesetzes. Im Oktober November v. J. herrschte in dem genannten Oxte die Maul⸗ und Klauenseuche. Schmitt unterließ wissentlich die Anzeige, daß die Seuche auch seinen Hof ergriffen hatte, verkaufte rußig weiter die Milch end tat so, als ob er garnichts von Viehseuchen wisse. Als bei ihm der wahre Stand entdeckt wurde, war die Krankheit be⸗ reits im Abheilen. Der Staatsanwalt kennzeichnete das Verhalten des wackeren Landwirts, der noch dazu Mitglied der Lokalkommission der Landwirtschaftskammer ist(I), als höchst gemeingefährlich. Auch das Urteil des Gerichts erklärte, daß es geschwankt habe, ob es den Mann, der nur seinen persönlichen Vorteil im Auge hatte, nicht ins Gefängnis schicken sollte, da gerade in der jetzigen Zeit die Sicherung des Viehstandes eine höchste vaterländische Pflicht sei. Da Schmitt noch nicht vorbestvaft war, kam er mit 300 Mark Geldstrafe davon. Und was erklärte nun unser braver Agrarier?Ich verkauf' die Kith und bezahl' die Straf'! So malt sich in dieses Agrariers Schädel die vaterländische Aufgabe von der Sicherung des Vieh⸗ bestandes, vom hohen nationalen Beruf der Landwirtschaft!

5 Leistungen der Ortskrankenkasse Gießen an Kriegsteilnehmer. Seit Ausbruch des Krieges hat die Gießener Ortskrankenkasse bis 1. Juli d. J. an Kriegsteilnehmer ausbezahlt: 18 612 Mk. Krankengeld und 1640 Mk. Sterbegeld, zusammen also 20 242 Mk. Diese Unterstützungen verteilen sich auf 282 Fälle. Es handelt sich hierbei um solche Mitglieder, welche bei ihrer Einberufung die Mitgliedschaft fortsetzten.

Anlagenmusik Sonntag, den 25. Juli, vormittags 11½ Uhr in der Süd⸗Anlage, ausgeführt von der Kapelle des Landsturm⸗In⸗ fanterie⸗Ersatz⸗Bataillons Gießen. Spielfolge: 1. Litaney auf das Fest aller Seelen von Frz. Schubert; 2. Ouverture zur Operette Die Verlobung bei der Laterne von J. Offenbach; 3.An der Weser, Lied für Posaune, von G. Pressel; 4.Mondnacht auf der Alster, Walzer, von O. Fetras: 5. Soldateska 1870/71. Potpourri, von H. Seidenglanz; 6. Freundestreue, Marsch, von H. Blankenburg.

Oberhessischer Kunstverein. Es ist erfreulich, daß Interesse an der Prof. Illner⸗Ausstellung durch einen fortgesetzt regen Besuch gezeigt wird. Seit Eröffnung wurde diese Ausstellung von über 400 Personen besucht. Ein Portrait wurde der Ausstellung neu ütberwiesen und verkauft wurde das PastellbildGroßherzog von Hessen, welches in hiesigen Privatbesitz übergeht.

Spenglermeister Bimbächer. Wir machen nochmals auf die morgige Aufführung der Freilichtbühne auf m. Die

Vorstellung meister Bimbächer, K 0 haftem Wetter wird eine Stunde vor Beginn durch. Bürgermeisterei bekannt gegeben, ob gespielt wird oder nicht.

Kreis Alsfeld⸗Lauterbach.

Alsfeld, 22. Juli. H imbeersegen. sind die Himbeeren außerordentlich reichlich gediehen. Bevölkerung e Und in der Stadt muß man werden!

w. Zu Tode geschleift. sollte ein 10jähriger Junge eine

sie beginnt 5 Uhr nachmittags.

Kuh auf die Weide führen.

den armen Jungen hinter sich herschleifend. l so schwere Verletzungen, daß alsbald der Tod eintrat.

Tier anzuvertrauen. Es kommt ich! Kühe auf der Weide scheuen oder herumspringen.

Von Nah und Fern. Ein Mord in Niederrad.

Donnerstag vormittag 10 Uhr wurde die Ehefrau Wilhelmine Asbestwerken beschäftigien Expedien⸗ Hahnstraße 7, im Frankfurter Der in der Schwarzwaldstraße 39 belegenen Wohnung verhaftet. Ueber den Hergang der Tat erfährt die Frank⸗ Keller ließ sich gestern vormittag von einem Gärtner Gelberüben bringen, die sie zum Mittagessen zu⸗ Gaß, anscheinend der Liebhaber der Frau, beobach⸗ Haus und Wohnung der Frau betrat. So⸗ fort erwachte in ihm eine rasende Eifersucht, und er eilte gleichfalls in das Haus, um an der, wie er wohl annahm, ihm ungetreuen Ge⸗ Türe und Küche ein, während der Ob es nun zunächst zu Auseinander⸗ zum Messer griff, läßt sich nicht Hauseinwohner hörten den Lärm, und einige wollen auch

10 Plötzlich verließ Gaß fluchtartig das Die Nachbarn bemerkten seim Verschwinden und sahen auch, daß er die eine Hand verbunden hatte, während er in der andern Frau Keller lag tot in der Mitte den Blut entströmte einem tiefen Messerstiche

Keller des in den Frankfurter ten Georg Keller in ihrer Wohnung, Stadtteile Niederrad, von dem Gärtner Max Gaß ermordet. Täter wurde in seiner, furter Presse folgendes: Frau bereiten wollte. tete den Gärtner, als es

liebten Rache zu nehmen. Gewaltsam sprengte er die drang in den Vorplatz und von da in die andere Gärtner sich entfernte. setzungen kam, oder ob Gaß sogleich sagen. einen Hilfeschrei der Frau vernommen haben, jedoch dachte nem an eine grausige Mordtat. Haus.

das blutige Messer hielt. Kliche neben ihrem Stuhle, in der linken Brust und bildete eine große Lache um die Liegende. Im Schoße der Ueberfallenen lag noch das Küchenmesser, mit dem

sie die Gelberüben geschabt hatte, sodaß sich annehmen läßt, daß Gaß

die Frau bei ihrer Arbeit überraschte und ohne weiteres miederstach.

Polizeibeamte begaben sich in die elterliche Wohnung des Gaß in der Schwarzwaldstraße 39, fanden er festgenommen wurde, willig fortführen ließ.

sind achtbare und außerordentlich tüchtige Leute. Gaß, der letzte Bürgermeister der Gemeinde Niederrad und seit

deren Eingemeindung in Frankfurt Bezirksvorsteher und Standes⸗

beamter für den Stadtteil Niederrad, ist völlig zusammengebrochen.

Von dem Mörder erzählt man im beiter und in seinem Wesen etwas langsam und stumpfsinnig sei. Niemand hätte ihm diese Tat zugetraut. zwischen ihm und der Ermordete bestand, davon sprach man Nachbarschaft wohl, jedoch wußte man nichts Genaueres. Mann der Ermordeten, der aus seinem ist ganz niedergeschlagen. einem Liebesverhältnis seiner Frau nichts

Osthofen, 22. Juli. fallen wurden der Landwirt Herr Rudolf Neef und seine beiden wertvollen Pferde in dem Augenblick, als

zu wissen.

die am Boden liegenden, sich in ihren von ihren Peinigern zu befreien, waren anfangs erfolglos. als die Feuerwehrschläuche in Betrieb gesetzt wurden, kalte Wasserstrahl Hilfe. Beherzte Männer mit Schutzvorrichtungen versehen, befreiten die Tiere aus dem Gestränge. stündiger Arbeit gelang es, die Pferde vom Platze wegzubringen. Der Besitzer und die Tiere haben schwere Stichwunden erlitten.

Von den Pferden ist das wertvollste leider krepiert, während Men⸗

schenleben erfreulicherweise außer Gefahr sind.

Budenheim, 21. Juli. Opfer des Rheines. genswerter Vorfall ereilte den etwa 25 und Musiklehrer Knieriem aus Frankfurt g. M.

Ein bekla⸗

kam dieser zu spät. Knieriem verf wurde hier die Leiche des Gärtners

ländet.

Worms, 21. Juli. Der Arm abgerissen. Der 14jährige Sohn des Telegraphenarbeiters Klett, der bei der Weinhandlung Schilling tätig ist, wurde bei einer gelegentlichen Arbeitsleistung in der Brauerei Rühl von der Transmission erfaßt. Es wurde ihm der Arm bis zum Ellenbogen abgerissen. Der Arm mußte ampu⸗ tiert werden.

Oppenheim, 21. Juli. Eine reiche Nußernte ist in diesem 5. n Jahre zu erwarten. Die Bäume haben gut geblüht und zeigen einen sest an die Völker des Balkans erlassen.

überaus reichen Behang. Stellenweise neigen sich schon fetzt die Aeste bis zur Erde. Leider sind die Nußbäume in den letzten Jahren be⸗ deutend vermindert worden. Auch in der Wetterau zeigen die Nuß⸗ bäume einen reichen Behang.

Partei⸗Nachrichten.

Manifest der österreichischen Sozialdemokratie.

Der österreichische Parteivorstand und der Vorstand des Klubs der deutschen sozialdemokratischen Abgeordneten im österreichischen Reichsrat haben das folgende Manifest beschlossen:

Arbeiter und Arbeiterinnen!

Der Parteivorstand der Sozialdemokratie Deutschlands hat am 23. Juni ein Manifest erlassen, das eine ernste und warme Mah⸗ nung zur endlichen Herbeisührung des Friedens darstellt. Oester⸗ reich ist mit dem Deutschen Reiche in diesem Kriege militärisch und diplomatisch zur Einheit geworden und es ist ganz begreiflich, daß das Gesühl der Schicksalsgemeinschaft der Arbeiterklasse Oester⸗ reichs mit der Deutschlands deutlich und lebendiger ist denn je. Alle Möglichkeiten, zum Frieden zu kommen, sind uns gemeinsam und schon darum begrüßen die sozialdemokratischen Arbeiter Oester⸗ reichs auf das allerwärmste jene Kundgebung, die in der ganzen Internationale mit größter Genugtuung aufgenommen wurbe.

. Bald ein volles Kriegsjahr dulden die Völker Europas; es ist ein Jahr unerhörtester Kraftanstrengung und ungeheurer Opser für alle; unsagbares Leid ist in allen Familien eingekehrt. Zur Trauer um die Gefallenen, zu dem schmerzlichen Anblick der zahl⸗ losen Verkrüppelten gesellt sich die harte Sorge um die Erhaltung der Ueberlebenden; zu den wirtschaftlichen Entbehrungen der Kriegszeit die Besorgnis um die Zukunft der Volkswirtschaft, deren Grundlagen diese tiefgreifende Zerstörung der schaffenden Kräfte und der geschaffenen Güter auf lange Zeit hinaus erschüttert. Der herannahende Jahrestag des Kriegsausbruchs mahnt alle Völker und Staaten, Volksvertreter und Regierungen sedes Landes zu

ernster Prüfung. Die leidenden Massen haben keinen anderen Ge⸗

danken als den an den Frieden. Keiner der Kriegführenden hat heute noch den Einwand zu

bringt bekanntlich die Gießener LokalposseSpengler⸗ Bei zweifel⸗ Anschlag an der

In unseren Wäldern Die ganze der Dörfer zieht mit Eimern aus, sie einzusammeln. zahlen, daß die roten Beeren schwarz

In Landenhausen bei Lauterbach Wie es vielfach Sitte ist, band er sich beim Hinausführen den Strick um den Leib. Plötzlich wurde das Tier scheu und raste fort dem Dorfe zu, Natürlich erlitt er dabei Wir meinen, es ist höchst fahrlässig gehandelt, einem Jungen ein solches bekanntlich gar nicht selten vor, daß

ihren Kräften lag,

dort den Mörder, der sich, als Die Eltern des Gaß Der Vater, Georg

keiten der Aufgabe als gewachsen erwiesen Niederrad, daß er ein ruhiger Ar⸗

Daß ein Liebesverhältnis in der Auch der Geschäft herbeigerufen wurde, Er gab an, Gaß nicht zu kennen und von

Von einem Bienenschwarmüber⸗

der Besitzer im Begriff war, auf seinem Grundstück im See Korn aufzuladen. Alle Versuche, Schmerzen wälzenden Tiere Erst brachte der

Nach nahezu ein⸗

Jahre alten Landsturmmann in Lemberg arbeitete er unermüdlich

Während er nachts Wache stand, stürzte er in der Dunkelheit mit seiner ganzen Aus⸗ rüstung in den Rhein. Seine Hilferufe hörte wohl ein Schiffer, doch

schwand in den Fluten. Ebenso Staiger aus Stuttgart, 19 Jahre alt, der beim Baden im Biebricher Strandbad ertrunken ist, ge⸗

fürchten, wer vom Frieden rede, verrate Denn genugsam hat in diesem ga jeder dem anderen bewiesen, daß kein schlossenheit zur Selbstbehauptung erlahmt. wird verstärkt durch die Hürgschaft der Erfahrung, ibi weis der gewaltigen militärischen Ueberlegenheit der Verteidigung. Selbst der jüngst erfolgte mutwillige Eintent der italienischen Machthaber in den Krieg, der späte Angriff einer frischen, noch unerschöpften Macht auf ein seit Monaten an vielen Grenzen im schwersten Kampfe stehendes Staatswesen hat diese Erfahrung nur bestätigt. f 5 g S0 gewiß die Kraft der Selbstverteidigung, so zweifelhaft aber und krügerisch ist das Glücksspiel der Eroberung Das haben die Heere des Zaren erfahren, deren übermächtiger Einbruch nunmehr abgewehrt ist, so daß sogar die Hossfnung auf bleibende Sicherung vor ihrem bisher stets drohenden Angeilf und auf die endliche Wiederauferstehung des polnischen kes nahegerückt erscheint. Mit dieser unerschütterlichen Ensschlossenheit Jur Selbstbehaup⸗ tung, solange die blutige Nolwendigteit dazu besteht, steht keines⸗ wegs im Widerspruch der in allen Schichten aller kriegführenden Völker täglich und stündlich wachsende? unsch nach dem Ende, der täglich stärker werdende Wille zum Frieden. Es ist die Pflicht der Sie auf diesen Ruf zu hören und den Weg zum Frieden mit Ernst zu suchen. 5 5 Für alle Kriegführenden ist es Zeit, zum Frieden zu rüsten. Es ist Zeit, daß der entsetzliche Zustand der Verbitterung und Ver⸗ hetzung der Völker gegen einander einem menschenwürdigen Ver⸗ hältnis des gegenseitigen Vertrauens Platz mache, und es ist die Pflicht auch der Regierungen, alle Bestrebungen, woher sie auch kommen mögen, insofern sie einen Weg zum Frieden öffnen, mögen sie nun durch Mittlerversuche der Neutralen erwachsen oder aus der Triedenssehnsucht der 0 Massen in allen kriegführenden Staaten stammen, aufzußreisen und zu verfolgen. 8 Denn es ist in diesem Kriegsjahr offenbar geworden, daß die großen Probleme, vor die Europa gestellt ist, die Sicherung der nationalen Selbstbestimmung der Völker und die Ordnung der Welt⸗ wirtschaft, durch die Begründung der Handels⸗ und, Verkehrsfreiheit für alle Staaten der Welt nicht im Wege der Waffen gelöst werden können, sondern nur im Wege von Vereinbarungen aller Kultur- völker, im Sinne billigen Interessenausgleichs und gleichberechtigter Mitarbeit aller an den Kulturaufgaben, zu denen Europa be⸗ rufen ist. Es ist vor allem der Wille und die Pflicht der Arbeiter⸗ parteien aller Lönder, auf ihre Regierungen in diesem Sinne mit größter Offenheit und unermüdlicher Energie einzuwirken. Die Sozialdemokraten Oesterreichs haben vor dem Kriege alles, was in aufgewendet, um ihn zu verhindern. Sie haben, Pflicht der Verteidigung erlich zu bekunden, ine größere Hoffnung und

der blutigsten Schlachten Volk in der kraftvollen Ent⸗ Diese Entschlossenheit durch den Be⸗

solange er dauert, die ihnen auferlegte treu erfüllt, aber niemals aufgehört, fei nach wie vor den Frieden wollen und kei. keinen heiligeren Wunsch hegen, als daß die Glieder der prole⸗ tarischen Internationale die volle, durch das Schicksal geläuterte Einsicht in den Dienst des Friedens werkes stellen.

Das Proletariat Oesterreichs mahnen wir zu wachsender Aus⸗ dauer. Die Reihen unserer Organisation sind durch schwere Ver⸗ luste gelichtet; Opfer aller Art sind der Arbeiterschaft auferlegt, neue schwere und verantwortungsvolle Aufgaben hat der Krieg un⸗ seren Vertrauensmännern gestellt. Wir können mit Genugtuung seststellen, daß sich die Kraft und Pesonnenheit unserer Vertrauens⸗ männer, Genossen und Genossinnen, den unerhörten Schwierig⸗ haben, und wir haben das feste Vertrauen, daß sie sich auch fernerhin nicht beugen und die Fahne nicht sinken lassen werden. Der Krieg war nicht unsere Wahl. Nicht in unseren Händen lag das Geschick des Staates. Wir hatten nicht die Macht, das Unheil zu verhüten, wir haben sie nicht, es allein zu wenden. Es bleibt bei uns nichts, als aus⸗ zuharren, unserer proletarischen Sache die Treue zu wahren und unsere Organisationen durchzuhalten bis zu der Stunde, wo das Proletariat sein Erhebungs⸗ und Befreiungswerk fortzuführen im⸗ stande ist.

Mit uns ist die Zeit und unser die Zukunft!

Von der württembergischen Sozialdemokratie.

Am Schlusse der gestrigen Sitzung des württembergi⸗ schen Landtags machte der Präsident die Mitteilung, daß nach einem dem Präsidium der Kammer zugegangenen Schweiben die Ab⸗ geordneten Engelhardt, Hoschka und Westmeyer aus der sozlaldemokratischen Fraktion des Hausbs ausgeschieden seien und eine Mitgliedsvereinigung gemäß der Geschäftsordmung gebildet hätten mit der BezeichnungSo ziali stische Verefniguwg.

Opfer des Krieges.

Theophil Melenj, einer der bedeutendsten Vorkämpfer der ukrainischen Sozialdemokratie Ostgaliziens, ist als Soldat der ukrainischen Legion Mitte Juni bei Halytsch gefallen. Er war 1879 als Sohn eines Volksschullehrers geboren. Schon als Student

für die Organisation des städti⸗ schen Proletariers und der Zwergbauern seiner Heimat. 19001905 lebte er in Wien, wo er bei vielen Versammlungen und Feiern die ukrainischen Genossen vednerisch vertrat. Er arbeitete viel für die Parteipresse. Die materielle Grundlage seiner Existenz war eine Stelle als Kranbenkassenbeamter. Eine sozialistische Balkankonferenz.

Sonntag, den 18. Juli, werden in Bukavest Delegierte der sozialistischen Parteien aller Balkan⸗ staaten zu einer Konferenz zufammentreten, deren Tagesordnung lautet:

1. Mittel und Wege zur Propaganda für die Balkanföderation. 2. Die Sozialisten des Balkans und die Wiedererrichtung der In⸗ ternationale.

Schon vor der Konferenz haben die Balkansoziglisten ein Manmi⸗ Es schildert in beredten Worten die gemeinsame Gefahr, die allen Balkanstaaten von seiten der mächtigen europäischen Staaten, die eine imperialistische Politik treiben, droht, und fordert die Völker zur Abwehr auf, die mur in der Gründung der Balkansöderation bestehen kann. Nun soll sich die Interbalkankonferenz über die Mittel und Wege zur Propaganda 52 diefe große Idee einigen. Dies wird ihre praktische Arbeit sein.

Gleichzeitig wird aber diese Konferenz auch eine große moralische Wirkung nach außen haben, sie wird eine Manifestation für den Friedenswillen der Volksmassen aller Balkanstaaten sein, die jetzt so stark umworben werden. Durch die Teilnahme des kriegführenden

Serbien an der Konferenz gewinnt diese Manisestation nur noch an

Bedeutung.

Die Konferenz wird Somitag, den 18. Juli, mit einem Volls⸗ ee. eröffnet. Die eigentlichen Verhandlungen beginnen erst am Montag. n

Ueber den Gang und die Resultate der Verhandlungen werden wir ausführlich berichten.. Die Parteivertretung der deutschen Sozialdemokratie in Oesterreich

hielt zusammen mit dem Klub der Abgeordneten am 13. Juli eine

gemeinsame Sitzung ab. Es wurde zunächst vom Vorstand ein aus⸗ führlicher Bericht über seine Tätigkeit seit der letzten Parteikon⸗ ferenz gegeben. Diese vielseitige Tätigkeit erstreckte sich in der Hauptsache auf die Fragen der Volksernährung, des Arbeiterschutzes und der Verhältnisse der Arbeiter während des Krieges, und der verschiedenen Formen der sozialen Fürsorge. Die Partei, das ist der Grundzug des Bildes, das man aus den Berichten empfangen hat, steht aufrecht, ungebeugt und entschlossen, durch intensivere Leistung die furchtbare Schwierigkeit des Augenblicks zu überwinden Wester beschäftigte sich die Sitzung mit der politischen Lage und be⸗ schloß, 75 1 zu Vale, die die Empfindun⸗ gen und das Wollen der sozialdemokratif iterpartei

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