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arisverträge wurden 21 für 64 Betriebe mit 2243 Beteiligten
ate Am Jahresschluß bestanden mit den in den Vorfahren abgeschlossenen und noch geltenden Tarifverträgen 126 Verträge für 300 Betriebe mit 9548 Personen, wovon 1048 Personen dem Leder⸗ arbeiterverband angehören. Es stehen somit 51.7 Prozent aller Ver⸗ bandsmitglieder mit Jahresschluß 1914 unter Vertragsverhältuls.
Die Ausgaben überstiegen die Einnahmen, um 50 016 Mark. Die Reineinnahmen betrugen 413 890 Mark, die Reingusgaben dagegen 463006 Mark. Die Einnahmen, verminderten sich infolge des Krieges um 71087 Mark: die Ausgaben vermehrten sich hingegen um 68 752 Mark gegenüber dem Vorjahre. Diese Mehrausgabe ent⸗ fällt vollständig auf die Arbeltslosenunterstützung. 2
An Erwerbslosenunterstützung wurde in 15 229 Fällen für 255 053 erwerbslose Tage die Summe von 256 612 Mark ausgezahlt. Die Unterstützungsausgaben des Verbandes betrugen insgesamt für alle Unterstützungen 315 544 Mark: auf den Kopf des Mitgliedes be⸗ rechnet wurden hierfür 22,56 Mark gegen 15,12 Mark des Vorjahres verausgabt. a
Der Vermögensbestand des Verbandes ist von 233 071 Mark am Jahresbeginn auf 183 055 Mark am Jahresschluß 1914 zurück⸗ gegangen. 5
Von den bis Jahresschluß zum Heere berufenen 4170 Mit⸗ gliedern sind bis Ostern 1915 bereits 180 als im Felde gefallen ge⸗ meldet.
Telegramme.
Uagköberict des Großen Haupttuurtirrz.
Vergebliche Gegenangriffe in den Argonnen. Siegreiche Kämpfe in Nordpolen. W. B. Großes Hauptquartier, 16. Juli, vorm.(Amtlich.) Westlicher Kriegsschauplatz.
Am 14. Juli ist bei einem der Angriffe in der Gegend bon Souch ez ein Grabenstück südlich des Kirchhofs verloren gegangen.
Wiederholte Versuche der Franzosen, uns die in den Argonnen erstürmten Stellungen zu entreißen, schlugen sehl. Die Stellungen sind fest in unserer Hand. Die gestern und vorgestern hart westlich der Argonnen geführten starken französischen Angriffe scheiterten gegenüber der tapferen Verteidigung durch norddeutsche Landwehr, die dem Feinde in erbitterten Nahkämpfen große blutige Verluste zufügten und 462 Gefangene abnahmen.
Seit dem 20. Juni haben unsere Truppen in den Ar⸗ gonnen und westlich davon mit kurzen Unterbrechungen gekämpft. Neben dem Geländegewinn und der Materialbeute ist bisher die Gesamtzahl von 116 Offizieren, 7009 Mann an französischen Gefangenen erreicht worden. 5
Auf unserer an die Argonnen östlich anschließen⸗ Front fanden lebhafte Feuerkämpfe statt. Feindliche An⸗ griffe wurden mühelos abgewehrt.
In der Gegend von Laintrey(östlich von Lune⸗ ville) spielten sich Vorpostengefechte ab.
Auf feindliche Truppen in Geradmer warfen unsere Flieger Bomben.
Oestlicher Kriegsschauplatz.
Nördlich von Popeljany haben unsere Truppen die Windau in östlicher Richtung überschritten.
Südwestlich von Koln und südlich von Praszuysz machten wir unter siegreichen Kämpfen weitere Fortschritte. Südöstlicher Kriegsschauplatz.
Die Lage bei den deutschen Truppen ist unverändert.
Oberste Heeresleitung.
Französische Verluste bei Arras.
Berlin, 16. Juli.(W. B. Nichtamtlich.) Im allgemeinen ist es nur schwer möglich, die Verluste des Gegners in einer größeren Schlacht einigermaßen richtig anzugeben. Da die fran gösüsche Regierung es ängstlich vermeidet, ihre Verluste der Republik selbst bekannt zu geben, ist es von be⸗ sonderem Interesse, diese wenigstens schätzungsweise festzustellen. Nach der Schlacht bei Arras ist von deutscher Seite ein Versuch dieser Art gemacht worden. Dabei wurden unter anderen auch Aussagen von französischen Gefangenen verwertet, deren Truppenwerbände an den Kämpfen beteiligt waren. Wie wir der Gazette des Ardennes entnehmen, ist der Gesamtverlust der Franzosen an Toten, Verwundeten und Gefangenen in der Schlacht bei Arxas nach dieser auf allen erreichbaren Unterlagen beruhenden, gewissen⸗ haften Feststellung folgendermaßen zu schätzen: 3 Armeekorps 15 000 Mann, 9. Armeekorps 5000 Mann, 10. Armeekorps 10 000 Mann, 17. Armeekorps 4300 Mann, 20. Armeekorps 10 300 Mann, 21. Ar⸗ meekorps 8000 Mann, 33. Armeekorps 11000 Mann, 48. Division 6000 Mann, 53. Diviston 4000 Mann, 55. Diviston 3500 Mann, zu⸗ sammen 78300 Mann. Vergleicht man diese Zahlen, die zweifel⸗ los ziemlich genau der Wirklichkeit entsprechen, mit dem Ergebnis. welches die Kämpfe bei Arras für unsere Gegner hatten, so kann man es durchaus begreiflich finden, daß die französische Regierung 1 5 Volke die Größe der von ihm gebrachten Opfer zu verbergen sucht.
Der österreichisch⸗ungarische Tagesbericht Die Kämpfe am Dujestr.
Wien, 16. Juli.(W. T. B.) Amtlich wird
16. Juli 1915 1 0 ö g Russischer Kriegsschauplaß.
Die Kämpfe am Dufestr dauern an. Die Versuche der Russen, unsere auf das Nordufer des Flusses vorgedrungenen Truppen durch heftige Gegenangrisse zu werfen, blieben ohne jeden Erfolg. Wir machten zwölf Offiziere und 1300 Mann zu Gefangenen und erbeuteten drei Maschinengewehre.
Bei der Erzwingung des Dujestr⸗Ueberganges und in den darauf folgenden Gesechten fand das Kärntner Jufanterie⸗Regiment Nr. 7 wieder Gelegenheit, besondere Proben seines Heldenmutes abzulegen.
In der Gegend von Sokal kam es gleichfalls auf beiden Seiten zu regerer Gesechtstätigkeit. unsere Truppen nahmen stür mender Hand mehrere Stützpunkte, so das Bernhardiner-Kloster unmittel⸗ bar bei Sokal.
An den anderen Fronten blieb die Lage unverändert.
Abweisung italienischer Angriffe.
Italienischer Kriegsschauplatz.
Gestern war sowohl an der klüstenländischen, als auch an der Kärntner Grenze eine rege Tätigkeit der feindlichen Artillerie wahr⸗ zunehmen.
n der Dolomitenfront wurden mehrere italienische Bataillone, die unsere Stellungen bei Nufreddo und im Gemärl an der Straße Schluderbach—Peutelstein angriffen, unter bedeuten den Verlusten abgewiesen.
Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabes. ven böfer, Jelbmarschallentnant.
verlautbart:
Italienische Schlappen.
Aus dem K. K. Kriegspressequartier wird gemeldet: Im Isonzogebiet holten sich die Italiener auch in den letzten 24 Stunden nur Schlappen. Sie hatten starke Verluste, ohne auch nur an einem einzigen Punkte Raum zu gewinnen.
Die Kriegslage in Galizien.
Aus Wien wird der Frankf. Ztg. gemeldet: Teile der Armee Pflanzer-Baltin hatten durch einen vorgestern nacht mit heftigem Artilleriefeuer auf die das nördliche Ufer des unteren Dujestr besetzt haltenden Russen eingeleiteten Angriff in den Mittagsstunden des folgenden Tages sich an dieser Stelle den Uebergang über den Fluß erzwungen, dem Gegner große Verluste beigebracht und ihn zum Rsickzuge genötigt. Nun dauern die Kämpfe dort auch weiter an. Unsere auf das Nordufer des Dujestr vorgedrungenen Truppen hielten mehreren heftigen Gegenangriffen des Feindes, der sie gestern um jeden Preis wieder auf das Stüdufer zurücktreiben wollte, tapfer stand. Alle Anstrengungen der Russen blieben nicht nur erfolglos, sondern unseren Truppen gelang es noch, hier 12 Offiziere und 1300 Mann gefangen zu nehmen sowie drei Maschinen⸗ gewehre zu erbeuten. Bei der Erzwingung des Dufestrüberganges und in den darauffolgenden Gefechten zeichnete sich wieder das Kärntner Infanterie-Regiment Nr. 7 aus.
In der Gegend von Sokal, das etwa 10 Kilometer nördlich von Krystynopol liegt, kam es gestern auf beiden Seiten zu lebhafter Tätigkeit. Mehrere Stützpunkte wurden hier von unseren Truppen erstür mt. Auch das stark befestigte Benediktinerkloster in der Nähe von Sokal wurde exobert.
Sonst ist die Lage unverändert, und an den anderen Fronten dauert die Kampfpause noch an.
Zur Lage im Westen. Französische und norwegische Stimmen.
Oberstleutnant Rousset schreibt im Petit Parisien über die militärische Lage. Die deutschen Angriffe auf der West⸗ front seien besonders an zwei Stellen heftig, nämlich an der Höhe von Notre dam de Lorette und in der Umgebung von Verdun. Diese Tatsache sei beachtenswert, bei Notre dam versuche der Feind mit allen Mitteln die Stellungen wieder zu nehmen, die ihm die französische Offensive entrissen habe. Es sei ihm auch gelungen, denn er habe den Friedhof von Souchez und einige benachbarte Schützengräben eingenommen. Dieser Erfolg sei zwar bedauerlich, aber erschüttere die fran; zösische Hauptstellung keineswegs. Immerhin enthalte er eine Warnung, die man nicht unbeachtet lassen dürfe. Die verschiedenen Angriffe um Verdun entsprechen sicherlich einer bestimmten Absicht und einem bestimmten Plane, und wür⸗ den sich sicherlich wiederholen. Es scheine, als wollten die Deutschen den Ring um Verdun so eng schließen, daß sie die Stadt unter ein wohlgenährtes Artilleriefeuer nehmen können. Rousset erklärt, eine solche Genugtuung werde den Deutschen zweifellos nicht beschieden sein. Die Festung sei gut bewacht und beschützt und es lägen keine Anzeichen vor, daß die Deutschen jetzt stark genug geworden seien, das Hin⸗ dernis zu überrennen, das ihnen seit so langer Zeit Wider⸗ stand leistet.
Das Morgenbladet in Kristiania bezeichnet in seiner Uebersicht über die Kriegslage den Vorstoß der Armee des Kronprinzen als einen wichtigen Sieg, durch den das Ziel, die Umschließung Verduns, nähergerückt sei. Noch seien dazu einige Kilometer auf der Linie Vienne— Varennes, also auf der nur acht Kilometer langen Straße, gewonnen, die nach St. Menehould und Clermont führe, wo— durch Verdun bald vollkommen isoliert sein werde, da die Bahnlinie Verdun—Toul bekanntlich bei Saint Mihiel seit langem von den Deutschen abgeschnitten sei und dem Vor— marsch auf Paris nichts mehr im Wege stehe. Deshalb sei es nicht so verwunderlich, daß der Kronprinz einen Dank— gottesdienst für die gewonnenen Kilometer abhalten ließ, die einen beträchtlichen Bruchteil der Entfernung bilden, die ihn noch vom Ziel trenne.
Die Times über den russischen Feldzug.
Der militärische Mitarbeiter der Times schreibt über den rus⸗ sischen Feldzug: Der neuerliche Aufenthalt in dem Vorrücken des Feindes wird allen denjenigen verständlich sein, die mit dem Geschäft der Vorwärtsbewegung und der Versorgung moderner Armeen bekannt sind. Mit Ausnahme der Armee Böhm⸗Ermolli, die östlich von der Region von Krakau kam, hatten alle deutsch⸗öster⸗ reichischen Heere, die jetzt in Galizien stehen, die Karpathen und den Dujestr zu überschreiten. und wir müssen annehmen, daß sie bei ihrem Vorrlicken alle Eisenbahnen und Brücken zerstört und die Wege mit Hindernissen belegt fanden. Die Wiederherstellung des Schadens muß Zeit in Anspruch genommen haben, und da die Feinde schwere Verluste während der fortdauernden Gefechte hatten und eine außerordentliche Verausgabung von Munition stattfand, so können wir wohl glauben, daß der Feind sich entschloß, sein weiteres Vorrücken aufzuschieben, bis alle Armeen richtig aufgestellt, ihre Mängel wieder gutgemacht und ihre rückwärtigen Verbindungen ge⸗ sichert sind. Ohne Zweifel sind die Anforderungen, die an die Truppen gestellt worden waren, sehr groß gewesen und deshalb mußte das Verlangen nach einem Aufenthalt vorhanden sein. Im ganzen genommen liegt die Wahrscheinlichkeit vor, daß die Offen ⸗ sive gegen den Osten weiter fortgesetzt werden und daß die Tarnopol—Brody⸗Linje, die am besten von den galizischen Eisen⸗ bahnen bedient wird, das nächste Ziel des Feindes sein wird. Vor⸗ läufig liegen jedoch keine Anzeichen dafür vor, daß diese Offensive beschlossen worden ist.
Die sozialistische Partei Frank⸗ reichs für den Krieg.
Nach einer Havas-Meldung nahm die fran⸗ zösische sozialistische Partei zum Schluß ihres Kongresses einstimmig eine Resolution an, die das unerschütterliche Vertrauen in die Sache der Verbündeten und des republikanischen Frankreichs ausspricht. Ein dauerhafter Friede könne nur auf der Grundlage des Nationalitäten⸗Prinzips geschlossen werden. Wichtiger jedoch sei das Verschwinden des brutalsten Imperialismus. Die sozialistische Partei erklärt neuerdings die Bereitwilligkeit ohne Vorbehalt aim Werke der nationalen Ver⸗ teidigung und den Vefreiung Belgiens und der Wiederherstellun des Rechtes für Elsaß⸗Loth⸗ ringen mitzuwirren, und ist entschlossen, die
Regierung bei der Behebung der Unzuläng⸗
lichkeit der produktiven industriellen Rräste zu unterstützen. Der Kongreß billigte sämliche Aktionen der Parteileitungen und gab ihe Vollmacht, im gleichen Geiste weiterzuwirken.
In der Resolution wird auch das Auftreten Lieb⸗ knechts und Haases begrüßt als ein„Erwachen der Ge⸗ wissen in Deutschland“. An den Verhandlungen nahmen auch die sozialistischen Minister, ebenso Van derwelde und— Herr Georg Weill, ehemaliger„deutscher“ sozialdemokratischer Reichstagsabgeordneter für Metz, teil.
Die Dardanellenopfer.
Athen, 16. Juli.(W. B. Nichtamtlich.) Aus Mytilene wird gemeldet: Die Engländer und Franzosen schieben täglich 800 Verwundete von den Darda⸗ nellen nach Marseille und Alexandria ab.
Genf, 16. Juli. Die portugiesische Regier ung beabsichtigt, England vorzuschlagen, daß die bei der Dardanellenexpedition Verwundeten in n giesischen Lazaretten verpflegt werden sollen. Die Vorbereitungen zur Aufnahme der Verwundeten sollen be⸗ reits getroffen sein. 7
Pogrome in Petersburg.
Stockholm, 16. Juli. Auch in Petersburg haben sich, wie in, Moskau, Unruhen und Pogrome ereignet, die besonders gegen die Fabriken auf der Wiborger Seite gerichtet waren. Die Gummi⸗ fabrik von Schlegel ist völlig zerstört. Die Petersburger Filiale der französischen Gummifabrik Prowadnik wurde ausgeraubt, die Eisen⸗ bahnfabrik von Igel wurde ausgeraubt und in Brand gesteckt, die Tochter des russischen Untertanen Krenschmar wurde verbrannt.
Windau in Flammen?
T. U. Stockholm, 16. Juli. Von Gotland aus wird hier⸗ her telephonisch gemeldet, daß Donnerstag Nacht an der Ost⸗ küste in Richtung Ostsüdost ein starker Feuerschein gesehen wurde. Zuerst vermutete man einen Schiffsbrand. Später fuhr das schwedische Torpedoboot„Sigurd“ aus und m hörte aus Richtung Ostsüdost eine lebhafte Kanonade, die 12 Stunden dauerte. Der Feuerschein wurde immer heller. „Sigurd“ kehrte zurück und die Besatzung erzählte, daß d über 16 Meilen südwestlich gelegene Windau brenne. Dies Nachricht erfuhr das Torpedoboot durch ein drahtloses gramm. Wer dieses abgesandt hatte, ist unbekannt.
Amerikas neue Note.
Der Frankfurter Zeitung wird aus Newyork tele graphiert: Präsident Wilson arbeitet die neue Note aus, in der er endgültig den amerikanischen Standpunkt präzifiert. Er legt dar, daß Amerika über den Schutz der Amerikane auf See nicht verhandeln könne, und deutet an, daß die bi herigen Vorfälle ohne Folgen bleiben werden, sofern Deutschlands submarine Praxis nicht weitere amerikanische Opfer fordere. Damit schließt Amerika die Korrespondenz.
Die Blätter erklären, Deutschland verstehe nicht aus⸗ reichend Amerikas Standpunkt. Alle Vertreter sind der Auf- fassung, ein Krieg sei unmöglich, es sei denn, Deutsch⸗
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land brüskiere Amerika durch Wort oder Tat. Die Baum⸗ wollstaaten verlangen, England solle das bisherige 8 nationale Recht anerkennen. So erklärt das angesehendste südliche Organ, die Atlanta Constitution, Englands Verhin⸗ derung des Baumwollexports müsse vor der„Lusitania“⸗ Frage erledigt werden.
Zur Versenkung der„Nebraska“.
T. U. Amsterdam, 16. Juli. Reuter berichtet aus Washington: Die deutsche Regierung teilte der amerikanischen Regierung mit. daß der amerikanische Dampfer„Nebraska“ infolge eines Versehens am 25. Mai von einem deutschen Unterseeboot angegriffen 5 sei. Die deutsche Regierung erklärt die Torpedierung für einen unglücklichen Zufall und bietet Schadenersatz an.
Der Bergarbeiterstreik in Südwales.
Der Daily Chronicle meldet aus Pontypridd: Die Ein⸗ berufung einer neuen Konferenz durch den ausführ Ausschuß des Bergarbeiterverbandes von Südwales ist die einzige gute Nachricht. Sie läßt aber die allgemeine Lage in einem schlechteren Zustande, als sie gestern war. Es ist kein Grund vorhanden, anzunehmen, daß sie heute etwas anderes beschließen werde als am Montag. Die Arbeiter er⸗ hielten die Anweisung, heute nicht zur Arbeit zu gehen. Die Lage ist kläglich. Es besteht kein Zweifel, daß die Arbeiter ⸗ führer hoffnungslos und uneinig sind. Der Ausschuß selbst ist uneinig.
T. U. Amsterdam, 16. Juli. Nieuwe Rotterdamsche Con. rant meldet aus London: Die meisten Kohlengruben in Süd. Wales haben ihre Arbeit eingestellt.
Die englische Kontrolle der griechischen Schiffahrt.
Athen, 16. Juli.(W. B. Nichtamtlich.) Die Bes lästigung des griechischen Handels durch die Engländer dauert fort. Die griechischen Schiffe werden beschlagnahmt, verschleppt und unter⸗ sucht, trotz der von Lord Crewe abgegebenen Versicherung. Die Presse behauptet, die griechische Regierung bereite eine neue energische Protestnote vor.
Die Arbeitslosigkeit in Italien.
Mailand, 16. Juli.(W. B. Nichtamtlich.) Der Avanti schreibt über die zunehmende Arbeitslosigkeit in Italien: Längs der Küste der Adria und auf manchen Inseln ist jeder Schiffsverkehr und Handel un; terbrochen. Das bedeutet für viele Tausende Arbeits- losigkeit. Aber auch alle polygraphischen Industrien, Schrei⸗ ner, das Baugewerbe, die Bekleidungsindustrie, Fabriken von Luxuswaren und überhaupt alle, die nicht für Kriegs- bedarf arbeiten, die großen und kleinen Kaufleute leiden an Arbeitsmangel. Dadurch wird das Heer der Arbeitslosen um Abertausende größer zu einer Zeit, wo in den Betrieben
für Kriegsbedarf die Arbeitskraft und Arbeitsgeit des Men ⸗


