Ausgabe 
12.7.1915
 
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Nr. 160

Gießen, Montag, den 12. Juli 1915

10. Jahrgang.

Der Weg zum Frieden.

Von Eduard David.

Es gibt wohl keinen, der nicht im Innern mit tiefer und 1 5 Sehnsucht an die Stunde denkt, in der einst die Waffen sich enken und die Friedensfahnen im Winde wehen werden. So schrieb kürzlich die Kreuzzeitung. Das ist nichts anderes, als was von sozialdemokratischer Seite immer und immer wieder gesagt worden ist über die Grundstimmung in unserem, wie in allen am Kriege beteiligten Völkern.

Wo aber der Wunsch nach dem Ende des furchtbaren Gemetzels lebt, da erhebt sich auch die Frage: Was können wir tun, um unser Wünschen in Wirklichkeit zu verwandeln?

Die Sozialdemokratie hat in ihrer Erklärung am 4. August vorigen Jahres die Forderung erhoben, daß dem Kriege ein Ende gemacht werde,sobald das Ziel der Sicherung erreicht und die Gegner zum Frieden geneigt sind. Es liegt auf der Hand, daß die beiden Voraussetzungen, die hier für den Tag der Friedensforder⸗ ung ausgesprochen werden, innerlich untrennbar z u⸗ sammengehören. Es ist unmöglich, einseitig von uns aus zu sagen, das Ziel der Sicherung ist nun erreicht. Mag die militärische Lage noch so günstig sein. mag man noch so fest davon überzeugt sein, daß unsere Heere eine unüberwindbare Schutzwehr bilden gegen alle Einbruchsversuche der Gegner in unser eigenes Land, so wäre es doch durchaus verkehrt, daraus den Schluß zu ziehen, daß nunmehr die Gefahr für unsere nationale Sicherheit beseitigt sei.

Solange nicht auch die feindlichen Mächte zu dieser Ueber⸗ zeugung von der Unüberwindlichkeit unserer Wehrmacht und der Unerreichbarkeit ihrer Zerschmetterungs⸗ und Eroberungspläne ge⸗ kommen sind, ist das Ziel der Sicherung nicht erreicht. Solange die Gegner auf ihren Sieg hoffen, werden die Gegner ein Friedens- wirklich auf Verhandlungen einließen, doch keinesfalls zu Friebdensbedingungen geneigt sein, die wir mit Ehren und gutem Gewissen unserem Lande gegenüber annehmen könnten. Es ist nun einmal so, daß micht der Sieger, sondern der Besiegte um Frieden zu bitten pflegt. Mit dem Ersuchen um Frieden bekundet die Partei, von der es aus geht, daß sie sich als die unterlegene fühlt. So wird es von der Gegenseite aufgefaßt und ausgenutzt.

Kann darum der Sieger nicht, ohne seine eigene Position zu schädigen, um Friedensverhandlungen nachsuchen, so kann er doch etwas anderes tun. Gerade weil er sich als der Stäkere fühlt, braucht er aus seiner Bereitschaft keinen Hehl zu machen, in Friedensverhandlungen einzutreten, sofern die Gegen partei solche wünscht. In diesem und keinem anderen Sinne ist auch die Kundgebung des Parteivorstandes gemeint ge⸗ wesen, die so mißverständliche Auffassungen und erregte Erwider ungen in gegnerischen Blättern ausgelöst hat. Es ist ganz selbst⸗ verständlich, daß die sozialdemokratische Partei Deutschland nicht die Rolle des besiegten, um Frieden bittenden Landes zumutet. Wenn im Ausland, namentlich in den führenden französischen Blättern unserer Friedensbereitschaft eine solche Deutung gegeben wird, so ist das eine arge Verkennung unserer Auffassungen und Absichten.

Leider war das Echo, das alle früheren aus unseren Reihen kommenden Friedensanregungen auslösten, auf den gleichen Ton ge⸗ stimmt. Nicht nur, daß die leitenden Staatsmänner der feindlichen Mächte und ihre Preßorgane darin nur Zeichen der inneren Schwäche Deutschlands erblickten und sie demgemäß ausschlachteten. Auch die führenden Vertreter und Blätter der sozialdemokratischen Parteien haben, von wenigen Ausnahmen abgesehen, in das näm⸗ liche Horn gestoßen. Statt auf ihre Regierungen, in denen ihre eigenen Parteigenossen sitzen, in verständigem Sinne einzuwirken, haben die Sozialisten der Westmächte immer wieder ihre Ent- schlossenheit bekundet, Seite an Seite mit ihren Regierungen den Krieg fortzufsühren bis zur Niederwerfung Deutschlands und der Verwirklichung gewisser gegen das Reich und seine Verbündeten gerichteten Eroberungspläne.

Erst in den letzten Tagen mußten wir wieder eine Reihe solcher Aeußerungen verzeichnen. Die gewichtigste war die Antwort, die der belgische sozialistische Minister Vandervelde einem Ver- treter der deutschen Minderheit gab, der in dem holländischen Parteiblatt Het Volk den Appell an ihn gerichtet hatte, sich doch zu einer gemeinsamen Aussprache mit deutschen Sozialisten über die Frage des Friedens bereitzufinden. Vandervelde erklärte in der Humanité vom 22. Juni:

Solange noch ein deutscher Soldat auf dem Boden des ver⸗ gewaltigten Belgiens und des überfallenen Frankreichs verbleibt, werden wir die Ohren verstopfen, wenn man uns von gemein⸗ samer Friedensaktion reden will.

Also erst müssen die deutschen Heere aus Belgien und Frank reich herausgeworfen sein, oder sie müssen das eroberte Gebiet frei⸗ willig und im Vertrauen auf die Großmut der feindlichen Mächte geräumt haben, bevor der Vorsitzende der sozialistischen Inter- nationale sich herbeilassen will, mit den deutschen Parteigenossen über die Frage der Friedensförderung zu beratschlagen. Und dem stimmt das führende französische Parteiblatt zu, indem es erkläxt, Vandervelde befände sich mit dieser brüsken Abweisungin voller Uebereinstimmung mit den französischen Sozialisten und der Humanitée.

Von einer Geneigtheit zum Frieden ist also da noch keine Spur zu finden Auch das erneute Bekenntnis Vanderveldes zu den Eroberungsplänen der Koalition bezeugt das. Er sagt in jenem selben Artikel:

Italien hat interveniert. Die Balkanvölker werden viel⸗ leicht morgen intervenjeren. Durch die Tat unserer Angreifer erhebt sich nun die Frage der Nationalität von den Vogesen bis zu den Dardanellen. Unter diesen Verhältnissen ist die Rückkehr zum status quo ante bellum(Zustände vor dem Kriege) un⸗ möglich. Die Frage, was aus Polen, aus Elsaß⸗Lothringen und

Der Abbruck des Artikels wurde durch die Zensurverhältnisse verzögert,

obwaltenden

m Weltkrieg.

auch aus den rumänischen, serbischen, italienischen, bulgarischen und griechischen Völkern werden wird, ist nicht mehr zu um gehen.

Diesesgroßzügige Eroberungsprogramm vergißt seltsamer weise, die Befreiung der zahlreichen unter dem moskowitischen Joch seufzenden Nationen zu erwähnen. Dagegen hat es die uns Deutschen am nächsten berührendeBefreiung des zu vier Fünftel nationaldeutschen Elsaß⸗Lothringen nicht vergessen. Auch der so⸗ zialistische Abgeordnete Renaudel vergißt sie nicht, in seiner Antwort auf HaasesGebot der Stunde, über dessenmutige Sprache er sich natürlich freut. Nachdem er uns Deutschen die be- ruhigende Versicherung gegeben hat, daß unter den französischen Soztalisten bisher noch niemand von der Möglichkeit einer Annek⸗ tion deutscher Gebiete gesprochen habe, fügt er freundlich hinzu: Die Rückkehr der mit Gewalt weggenommenen Provinzen zu for⸗ dern, heißt nicht von Annektion sprechen.

Darnach steht fest, daß der Krieg nach den Absichten der feind lichen Mächte immer noch den Charakter eines gegen uns gerichteten Eroberungskrieges hat. Die Hoffnung, das Deutsche Reich und seine Verbündeten niederwerfen zu können, lebt ungebrochen fort in den Köpfen der Staatsmänner des feindlichen Auslandes, einschließlich der einflußreichsten sozialistischen Politiker. Gibt es angesichts dieser bedauerlichen Tatsache keinen Weg für die deutsche Sozialdemokratie, den Frieden dennoch zu fördern?

Jawohl, es gibt einen solchen Weg! Wir müssen eben dahin wirken, daß auch jene zweite Voraussetzung der Friedensmöglichkeit geschaffen wird, d. h. wir müssen dafür sorgen, daß die Ge gner zum Frieden geneigt werden. Mit bloßen Erklärungen der Friedensbereitschaft deutscherseits ist das nicht möglich. Die Erfahrung hat es genugsam gelehrt. Was bleiben also für andere Mittel, jenem Ziel näher zu kommen? Ich sehr nur zwei:

Einmal müissen wir alles daran setzen, die militäri s che Lage noch mehr zu unseren Gunsten zu gestalten. Jeder Sieg der deutschen Waffen im Osten oder im Westen, zu Wasser oder zu Lande, fördert die Friedensneigung unserer Gegner. Denn er schwächt ihre Kraft und damit ihre Sieges- und Erober⸗ ungshoffnungen. Unsere braven Parteigenossen, die draußen in

treuer Kameradschaft mit unserer gesamten Wehrmacht Ueber⸗ menschliches an Ausdauer und Tapferkeit leisten, fördern damit

den Frieden. Sie in ihrem Kampfesmut, in ihrer Kraft des Aus⸗ harrens stärken, heißt den Tag des ersehnten Friedens beschleunigen.

Zum zweiten gilt es, die Widerstandskraft der Be völkerung in der Heimat aufrecht zu erhalten, alles zu tun, was den festen Zusammenhalt des deutschen Volkes in diesem furchtbaren Ringen um seine nationale Existenz und Ent⸗ wicklungsfreiheit fördert. Unsere Gegner sind begierig auf jedes Zeichen der Schwäche und Uneinigkeit innerhalb der deutschen Volksgemeinschaft Sie frohlocken über alles, was ste in diesem Sinne auslegen können. Das ist nur zu natürlich. Stärkt es doch ihre Lieblingshoffnung, daß, je blänger der Krieg dauere, umso weniger das deutsche Volk imstande sein werde, der ungeheuren Ueberzahl seiner Feinde zu widerstehen. Aus diesem Grunde sind auch die Quertreibereien der Opposition in den Reihen der deutschen Sozialdemokratie vom feindlichen Auslande begrüßt worden. Auch das Manifest der Gen. Haase, Bernstein und Kautsk* wurde nur unter diesem Gesichtspunkt gewertet. Sie tragen des⸗ halb nicht zur Förderung des Friedens bei, sie bewirken das Gegen teil: sie verlängern den Krieg!

Wollen wir darum, daß der ersehnte Tag des Friedens bald herannahe, so müssen wir alles daran setzen, daß auch unsere Gegner sich von der Unüberwinbbarkeit unserer Wehrmacht und der Unerschütterlichkeit unserer inneren Einheit überzeugen. Je schneller wir ihnen die Einsicht beibringen, daß es mit all ihren Zerschmetterungs- und Eroberungsplänen nichts ist, je deutlicher wir ihnen zeigen, daß alle ihre Hoffnungen auf innere Uneinigkeit und Schwächung eitel sind. umso eher werden wir sie zum Frieden geneigt machen. Das ist der einzige Weg zu baldigen, guten und sicheren Frieden!

8 0 Schierstädt und Strachwitz. Vergeltungsmaßregel gegen Frankreich.

Berlin, 9. Julis.(W B. Nichtamtlich.) Zeitung schreibt in ihrer Morgenausgabe vom Samstag:Vergel⸗

suchte drei Wochen lang, ihre Truppe wieder zu erreichen. Während dieser Zeit requirierte sie für ihren Lebensunterhalt die unumgäng⸗ lich notwendigen Gegenstände, und zwar, soweit angängig, gegen Barzahlung. Als sie am Ende ihrer Kraft war, beschloß sie, sich zu ergehen. Da Leutnant v. Schierstädt am Bein verwundet war, nahm die Patrouille bei einem Bauern Pferd und Wagen und stellte sich bei der nächsten französischen Truppe. Auf Grund dieses Vorfalles wurden die Mitglieder der Patrouille wegen Plünderung in be⸗ waffneter Bande verurteilt und Leutnant von Schierstädt zu fünf Jahren Zwangsarbeit, die übrigen zu fünf Jahren Zuchthaus und außerdem alle zu Degradation verurteilt.

Als die erste Nachricht von dem ungeheuer li chen Rich⸗ tkersyruch hier eintraf, verlangte die deut che Regierung sofort Aufklärung des Vorfalles durch die französische Regierung und behielt sich für den Fall einer unbefriedigenden Antwort weitere Maßnahmen vor. Aus dem ihr darauf zugegangenen Urteil des französischen Kriegsgerichts war indes ebensowenig wie aus den von der französischen Regierung dazu gemachten Bemerkungen irgendwie ersichtlich, welchen Tatbestand das Gericht seinem Urteil

einem feindlichen Unterseeboote im Adriatischen Meere aus.

zu Grunde legte, noch wie sich die dadurch gegen die Verurteilun deutscherseits erhobenen Einwendungen widerlegen lassen. Di. deutsche Regierung vermochte daher in dem Urteil irgend eine recht⸗ liche Grundlage für die darin ausgesprochenen Strafen nicht zu er⸗ kennen, sondern mußte in den völlig ungenügenden französischen Mit⸗ teilungen nur die Bestätigung ihrer eigenen, auf Aeußerungen der beiden Offiziere beruhenden Auffassung über die Sach⸗ und Rechts⸗ lage erblicken: nämlich daß das Verhalten der Patrouille in jeder Beziehung den Kriegsgebräuchen entsprach.

Die unausgesetzten Bemühungen der deutschen Regierung, das ungerechte Urteil außer Kraft zu setzen, haben leider nicht zum Ziele geführt. Der einzige Erfolg aller Verhandlungen war, daß Leutnant v. Schierstädt aus La Rochelle, wo er mit anderen zum Abtransport nach Guyana bestimmten Sträflingen unter⸗ gebracht war, zu den übrigen Mitgliedern der Patrouille in das Zuchthaus in Riom kam, und daß schließlich beide Offiziere und die vier Leute gemeinsam aus dem Zuchthaus in das Mi li⸗ tärgefängnis in Avignon übergeführt wurden. Nach großen Schwierigkeiten durfte ein Mitglied der Vertretung einer neutralen Macht die Gefangenen in Arignon besuchen. Dieses stellte fest, daß die Offiziere und Mannschaften zwar für sich getrennt von den französischen Sträflingen in der Anstalt untergebracht waren, daß sie sich aber mit diesen auf demselben Hofe bewegen müssen und in gleicher Weise wie sie behandelt und verpflegt werden. Leutnant v. Schierstädt ist infolge der unverdienten schmachvollen Behandlung einer schweren geistigen Erkrankung verfallen und neuerdings in eine Heilanstalt übergeführt worden, in welcher er schon früher vorübergehend untergebracht war. Gleichwohl blieben alle Bemühungen, ihn wegen Dienstuntauglichkeit frei zu be⸗ kommen, bisher erfolglos.

Die deutsche Regierung glaubt es nicht länger hinnehmen zu können, daß tapfere deutsche Offiziere und Soldaten, die ihre mili⸗ tärischen Pflichten treu erfüllten, deswegen nicht nach dem Völker⸗ recht wie ehrliche Kriegsgefangene, sondern gegen das Völkerrecht wie Verbrecher behandelt werden. Ste ließ daher an die französische Regierung die Forderung stellen, daß die Mitglieder der Patrouille unverzüglich in ein Krie gsgefangenenlager übergeführt, und daß sie dort wie unbestrafte Kriegsgefangene ihres Ranges mit solchen gemeinsam untergebracht und behandelt werden. Da diese Forderung nicht erfüllt worden ist, wurden nunmehr auf Anorduung der deutschen Heeresverwaltung sechs kriegsgefangene französische Offiziere in das Militärgefängnis nach Spandau über⸗ geführt, wo sie genau in derselben Weise wie die Mitglieder der Patrouille Schierstädt untergebracht und behandelt werden. Etwaige Verschärfungen in der Lage der deutschen Gefangenen würden auch den sechs französischen Offizieren gegenüber zur Anwendung kommen.

*

Italien mißbraucht die griechische Flagge

Athen, 10. Juli. Der Mißbrauch der griechischen Flagge seitens der italienischen Kriegsflotte, die die griechischen Ge⸗ wässer ausspionieren, bringt die Stimmung hier noch mehr gegen Italien. Ebenso gruß ist die Erregung über die italienische Presse, die täglich Griechenland rät, Griechisch⸗ Mazedonien an Bulgarien abzutreten, damit der Balkanblock zustande käme. Diese Haltung der italienischen Presse trägt nicht dazu bei, das Vorgehen Italiens sympathisch zu machen. Als Antwort erinnert die griechische Presse an den Dodekanes, welches Italien immer noch widerrechtlich in Besitz hält.

5000 Lire für die Entdeckung der Unterseebootbasis in der Adria.

FT. U. Bellinzona. 10. Juli. Die Lega navale Nazionale setzt eine Prämie von 5000 Lire für die Entdeckung der Flottenbasis der

Der englische DampferDido torpediert und versenkt.

T. U. Rotterdam, 10. Juli. Der 4769 Tonnen große, der englischen Wilson-Linie gehö ige DampferDido ist, wie das Reutersche Bureau aus Hull meldet, in der Nähe von Nordschottland torpediert worden und gesunken. Die Besatzung wurde gerettet. Dem Dampfer war es in der ver⸗ gangenen Woche gelungen, einem deutschen Unterseeboot zu entrinnen, obwohl er durch Kanonenschüsse beschädigt wor⸗ den war.

Wegen Feigheit vor dem Feinde erschossen.

D. Kopenhagen, 10. Juli.(Privattelegramm.) Eine Privak⸗ ureldung aus Riga besagt, daß dort am 16. Juni(russischen Datums) 8 Offiziere, darunter ein Major und drei Unteroffiziere, in kriegs⸗ gerichtlicher Sitzung, die noch nicht 2 Stunden dauerte, zum Tode durch Erschießen verurteilt wurden. Das Urteil ist sofort vollstreckt worden. Die Offiziere und Unteroffiziere waren der Feigheit vor. dem Feinde beschuldigt und anscheinend ihres Vergehens überführt worden. 4

Albatros ist wieder flott zu machen. f

T. U. Stockholm, 10. Juli.(Privattelegramm.) Nach den letzten Meldungen über die Bergungsarbeiten des Albatros scheint es möglich, das Minenschiff wieder flott zu machen.

Bevorstender Ausbruch des Vesuv.

T. U. London, 10. Juli.(Privattelegramm.) Daily News

melden in einem Telegramm aus Rom, daß man ständig den Aus⸗

bruch des Vesuvs fürchte Der Krater werfe starke Lavamassen aus,