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zender Führung. Wir wußten von manchem verwegenen Streich unserer Zeppeline und anderer Großluftschiffe, die ohne viel Lärm, bei Nacht und Sturm, ausgeführt waren, zu Wasser und zu Lande, aber daß eine größere Zahl von Luftschiffen so musterhaft und sozusagen mit deutsch⸗mili⸗ tärischer Präzision zusammenarbeiten konnte, ist doch er— staunlich, wenn man auch nicht daran gezweifelt haben mag, daß es gelingen werde.
Der Angriff der deutschen Marineluftschiffe ist mit Erfolg ausgeführt worden, sagt der obige amtliche Bericht. Nach den unten folgenden näheren Nachrichten aus englischen Quellen, die wir der Frankf. Ztg. entnehmen, ist der Erfolg sogar ein großer gewesen, insofern als der Angriff schweren Schaden in England verursachte, schwerer sicher noch, als die englischen Berichte zugeben werden. Dennoch ist dieser erste Angriff eines kleinen Teils des deutschen Luftgeschwaders kaum mehr wie eine starke Demonstration gewesen, der viel schärfere und wirkungsvollere Angriffe zweifellos folgen werden.
* Berichte über den Angriff der deutschen 8 Luftschiffe.
Aus Narmout 05 berichtet Reuters Bureau:
Heute abend um 129 Uhr warf ein feindlicher Lenkballon eine Anzahl Bomben in die Stadt, wodurch ziemlich schwerer Schaden angerichtet wurde. Man befürchtet, daß einige Personen getötet wurden.— Nach einer weiteren Meldung blieb das Luftschiff un⸗ gefähr zehn Minuten über Yarmouth und warf fünf Bomben herunter. Drei Menschen sollen dabei getötet worden sein. Eine große Anzahl von Häusern wurde zerstört und viele Fensterscheiben sind zersplittert. Das Luftschiff hat man wegen der Dunkel⸗ heit angeblich nicht sehen können, die Maschine war
jedoch deutlich zu hören und man hat auch kleine Lichtblitze
zum einen deutschen Angriff handelt, schwer verwundet.
in der Luft wahrgenommen. Die Bomben sind während 50 kurzen Zeitraums von zehn Minuten niedergeworfen. worden, darauf ist das Luftschiff von der Stadt weggeflogen. Der Schaden soll mehrere tausend Pfund betragen. Wie das Handelsblad erfährt, wird der Times aus Narmouth 1 den Flug der Luftschiffe gemeldet, daß die Bevölkerung sich in ihren Häusern befunden habe und daß wahrscheinlich an den öffentlichen Gebäuden wenig Schaden angerichtet worden sei. Auf der Peterstraße seien jedoch viele Häuser getroffen worden. Eine fiel nahe der Peterskirche, eine andere beim Norfolkplatz gegenüber dem Hause des Bürgermeisters herab. Sie schlug ein tiefes Loch in den Boden. Andere fielen beim Marinedepot und beim Exerzierplatz nieder.
Auch über Cromer, Sheringham und Sandringham ind Luftschiffe erschienen, und ließen Bomben niederfallen. In Sheringham krepierten fünf Geschosse. Auch hier wurde Schaden angerichtet, aber es soll niemand getötet worden sein. In Sandringham hielt sich in letzter Zeit der König auf. Er sowohl, wie die Königin hatten jedoch einige Stunden„bevor sich 8 Luftschifse Sandringham näherten, den Ort ver⸗
assen.
Nach einer weiteren Reutermeldung ist am selben Abend um 10 Uhr 15 Min. ein Luftschiff über Kings Lynn erschienen und hat mehrere Bomben abgeworfen. Hier seien zwei Häuser zerstört und eines beschädigt worden. In einem der Häuser sei ein Junge von 17 Zahren getötet und sein Vater unter den Trümmern be⸗ graben worden. Man habe ihn daraus hervorgeholt und nach dem Krankenhaus gebracht. In einem anderen Hause wurde der be⸗ rühmte„Säugling an der Mutterbrust“, der niemals in einem englischen oder framzösischen Bericht fehlen darf, wenn 1 A dem Geräusch, das der Motor verursachte, habe man annehmen kön⸗ nen, der„Zeppelin“ sei von Kings Lynn aus in östlicher Richtung weitergeflogen.
Nach einem Bericht der Times sind 7 Bomben auf Kings Lynn abgeschossen worden, die großen Schaden angerichtet haben olen. Das Bentinck House sei total vernichtet. Andere Bomben hätten ein Haus in der Albertstraße verwüstet: und ein Loch von 12 Fuß Tiefe gerissen. Am Morgen seien auch 5 Flugzeuge über
Gravesend gesehen worden, die in nordwestlicher Richtung ge⸗ flogen seien.
in der
Nacht die Feuerwehr und die Polizei zusammenge⸗ rufen, um für alle Möglichkeiten vorbereitet zu sein.
Der Chef des holländischen Marinestabes teilt mit, die Luftschiffe, die gestern Abend bei den nördlichen holländi⸗ schen Inseln gesehen worden seien, hätten kein nieder⸗ ländisches Gebiet überflogen, sondern seien über See und zwar in bedeutendem Abstande von der niederländischen Küste geflogen. Ein von Holland angekommenes Harwich⸗Boot be⸗ N daß es in der Nordsce außerordentlich viele Minen passiert
be.
Ueber der Themsemündung.
Mailand, 20. Jan.(Ctr. Frkft.) Der Corriere della Sera meldet aus London: Neben der offiziellen Nachricht über das Luftbombardement laufen zahlreiche widerspruchsvolle Gerüchte um. Wenigstens zwei, wahrscheinlich aber drei oder vier Zeppeline sollen abends 7 Uhr über dem geographischen Dreieck har mouth⸗ Sheringham-Kings Lynn erschienen und dann über Gravesend an der Themsemündung(20 Kilometer östlich von London. D. Red.) nach Deutschland zurückgekehrt sein. Un⸗ bestätigte Gerüchte sprechen auch von einem Kam pf zwischen Zeppelinen und englischen Fliegern bei Gravesend. Der Punkt, wo die Zeppeline England erreichten, liegt 290 Meilen füdwestlich von Helgoland.
Der Schauplatz des Angriffs.
Das von den deutschen Luftkreuzern diesmal heimgesuchte Ge⸗ biet war im wesentlichen, und soweit bis jetzt Meldungen darüber vorliegen die englische Grafschaf Norfolk, das Kernland eines einst von Friesen und Jüten besiedelten Reiches; noch heute nennt man diese Landschaften mit dem alten Namen„Ost⸗Anglien“. Der be⸗ deutendste Seehafen an dieser Küste ist die sehr alte Stadt Narmouth mit etwa 50 000 Einwohnern. Es ist eines der Mittelpunkte der englischen Heringsfischerei, wird aber außerdem auch viel als Seebad aufgesucht. Folgt man von Yarmouth aus der nordwestlich verlaufenden ostanglischen Küste so trifft man weiter den reizenden Seebadeort Cro mer, von dem einer der bekanntesten lebenden englischen Staatsmänner seinen Lordtitel trägt. Wiederum ein paar englische Meilen nordwestlich von Cromer liegt der kleine Hafen Sherin gham. Die Norfolk⸗ Küste verläuft von da aus erst westlich und dann in beinahe rechtem Winkel dazu südlich bis zur Mündung des Flusses Ouse. Etwas aufwärts liegt an dieser die alte Stadt Lynn oder Kings Lynn, ein Ort von 20 000 Einwohnern. Das nicht fern davon, aber landein⸗ wärts gelegene Gut Sandringham Hall ist der bekannte Landsitz der englischen Königsfamilie. Sandringham ist von der Königin Viktoria für ihren ältesten Sohn, den späteren König Edward VII., erworben und von diesem in vielen Ae verschönt und ausge⸗ baut worden. Es birgt ein sehr bekanntes königliches Privatgeftüt.
Vorsichtsmaßnahmen in Paris.
Geuf, 20. Jan.(J. U.) Die kühnen Flüge der Zeppeline und die Taten der deutschen Flieger haben den Militär- kommandanten von Paris, General Gallieni, veranlaßt, dis umfassendsten Abwehrmaßregeln zu treffen. 550 Flugaparate, die jetzt den Bewachungsdienst versehen, sind jeden Augenblick zur Verfolgung feindlicher Flieger bereit Jeder Fli eger⸗ vosten ist telephonisch mit einer Schützengrabenlinie in der Front verbunden, von wo aus jedes Passieren eines Fliegers sofort signalisiert wird.
Tagesbericht des Großen Hauptguartiers.
Iim Westen einige Erfolge. Im Osten unverändert. W. B. Großes Hauptquartier, 20. Jan., vorm.(Amtlich.) Westlicher Kriegsschauplatz: Im Abschnitt zwischen Küste und Lys fanden nur Artilleriekümpfe statt. Bei Notre Dame de Lorette, nordwestlich Ar⸗ ras, wurde dem Feinde ein 200 Meter langer Schützen⸗
graben entrissen. Dabei sind 2 Maschinengewehre erbeutef und einige Gefangene gemacht worden.
In den Argonnen nahmen unsere Truppen einige feindliche Schützengräben. An einer Stelle betrug 1 Ge. ländegewinn der letzten Tage über 500 Meter.
Im Walde nördlich Sennheim schritten unsere Au⸗ griffe gut fort. Der Hirzstein wurde genommen. 2 Offiziere und 40 Alpenjäger wurden gefangen genommen. g
Oestlicher Kriegsschauplatz:
Die Lage im Osten ist unverändert.
Oberste Heeresleitung.
1
Der österreichisch⸗ un 9 che Tagesbericht
Wien, 20. Jan.(WB.) Amtlich wird verlautbart: 20. Januar 1913. Die allgemeine Lage ist unverändert. An der Front in Polen fanden, abgesehen von Patrouillengefechten, nur Artillerie kämpfe statt.
Am Dunajee beschoß unsere Artillerie mit Erfolg Ab⸗ 5 schnitte der feindlichen Infanterielinien und erzwang die Räu⸗ mung eines stark besetzten Meierhofes. drang bis an den Fluß vor, brachte dem Gegner mehrere hun⸗ dert Mann Verluste bei und zerstörte noch die vom Feinde eingebaute Kriegsbrücke über den Dunajec.
In den Karpathen nur unbedeutende Gefechte.
Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabs: v. Höfer, een,
Die Taten der„Karlsruhe“. N
20. Jan.(J. U.) Der Deutsche Kurier berichtet aus Rotterdam: Die London News meldet aus San Juan, daß das deutsche Kriegsschiff„Karlsruhe“ immer noch un⸗ behindert den Atlantischen Ozean durchfahre und im Verlaus der letzten 14 Tage nicht weniger als 11 Handels schiffe der Verbündeten versenkt habe.
Berlin,?
* Verantwortlicher Redakteur: F. Vetters, Gießen. 5
Verlag von Krumm& Cie., Gießen. l Druck: Verlag Offenbacher Abendblatt, G. m. b. H., Offenbach a. M. 1 rr
Die Markipreise für Vieh und Frucht und die Gießener Fleisch⸗ und Brotpreise am 18. Januar 1915.
Schlachtviehpreise in Frankfurt a. M.
Ochsen 500 ie Schlachtgewicht 83—104 Mf./ ke 90—98 Pfg. 5 1 26
Fleischpreise in oben
9 1 68.85 Mk 3 Schweine 41 0
897„%„ 0106
5 in Mannheim. Brotpreise in Gießen
Weizen 0g Mk. Weißbrot Zug 8 Roggen„„——.—„ Schwarzbrot 2,
Holzversteigerung im Gießener Stadtwald.
(Forstwartei Gießen II. und III. Forstwart Geisel⸗Gießen und Forstwart Arft⸗Hochwarte.)
Montag, den 25. Januar 1915, vormittags 9˙½ Uhr beginnend, werden in den Waldungen der Stadt Gießen in den Distrikten Falkenhorst, Weidmannslust und Charlottenwald(Abt. 76, 99 und 9b) versteigert: N
14 Fichten⸗Derbstangen mit 1,52 Festmeter, 277,7 Rintr. Buchen⸗ Scheitholz, 5,4 Rmtr. Eichen⸗Scheitholz, 3 Rmür. Fichten⸗ ⸗Sche itholg, 71 Rmtr. Buchen⸗Knüppelholz, 3,2 Rmtr. Hainbuchen⸗Knüppelholz. 6. Rmtr. Eichen⸗Knüppelholz, 3,8 Nmtr. Fichten⸗Knüppelholz, 3000 Wellen Buchen⸗Reisig, 10 710 Wellen Hainbuchen⸗Reisig(Dunh⸗ 5 forstung), 190 Wellen Eichen⸗Reisig, 67,6 Rmtr. Buchen⸗Stockholz 4,2 Rmtr. Eichen⸗Stockholz, 5 Rmtr. Fichten⸗Stockholz.
Die Zusammenkunst ist auf der Licherstraße an der 8. Samen 3
Gießen, den 20. Januar 1915.
8 Der Oherbürgermeister. Grünewald.
5
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I. V.:
In London wurden, wie das Handelsblad meldet,
Nachrul.
Am 10. September vorigen Jahres starb an den am Tage vorher erbaltenen Wunden in Frankreich unser Parteigenosse
Wilhelm Schleenbecker
Pflasterer
Wehrmann im Infanterie⸗Regiment Nu. 116 5 im Alter von 30 Jahren.
Wir verlieren in ihm einen braven Genossen und treues Mitglied, dem wir ein gutes Andenken bewahren werden.
Krofdorf, den 20. Januar 1915. Die Vorstände des Sozialdemokr. Wahlvereins und des Arbeitergesangvereins Eintracht.
Nationaler Franendienst Allg. Deutscher Frauenverein
Ortsgruppe G eßen.
Das Verpacken, Schreiben und Adressieren von Feldpostsendungen
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