Ausgabe 
21.1.1915
 
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die Ladung und ließ sich sogar die Passagierliste vorlegen. Dann durfte dieBahia ihre Reise sortsetzen. Die Passagiere er⸗ zählen, daß etwa fechs Schiffe und ein Wrack in der Nähe der Küste gesehen worden seien.Der Marineminister, so fährt die Tribung fort,hat zwar die Anhaltung des Schiffes zugegeben, aber er sagte, sie sei nicht in den brasilianischen Gewässern erfolgt. Die Tribung bemerkt grundsätzlich zu der ganzen Angelegenheit:Was geht es eigentlich die Engländer an, wenn unsere Schiffe Küsten⸗ handel treiben? Mit welchem Recht haben sie die Passa⸗ gierliste unseres Schiffes untersucht? Angenommen, daß Untertanen eines mit England im Krieg befindlichen Staates au Vord derBahia gewesen wären, hätten die Engländer das Necht gehabt, diese von dem brasilianischen Schiff herunterzu holen. während es die Küste überhaupt nicht verließ? Die Frage an sich it schon absurd genug. Mit demselben Recht könnte ein englisches Ge⸗ schwader eines schönen Tages in einem brasilianischen Hafen ein⸗ laufen und dort jemand verhaften, den es als Feind be⸗ trachtet. Was wird Brasilien dann unternehmen?!

Italiens Arbeiter haft für die Neutralität

Nach dem B. T. hat die Leitung der sozialistischen Partei, die in Florenz zusammengetreten ist, eine Tagesordnung zugunsten der Neutralität Italiens angenommen und be⸗ schlossen, in diesem Sinne eine lebhafte Propaganda zu entfalten und in ganz Italien Versammlungen auf den 21. Februar anzuberaumen.

Die deutschen Aerzte in Frankreich. Paris, 19. Jan.(Priv.⸗Tel., indir. Ctr. Frkft.) Aerzte und Apotheker der deutschen Armee, die zum Feld⸗ lazarett von Lizy sur Ourg gehörten und deren Verurteilung durch das erste Pariser Kriegsgericht durch die Revisions⸗ instanz aufgehoben worden war, erscheinen Ende nächster Woche zur neuen Verhandlung vor dem zweiten Pariser

Kriegsgericht. 200 000 Inder.

Daily Chroniele läßt sich aus Delhi telegraphieren, Lord Har⸗ dinge, Vizekönig von Indien, habe kürzlich erklärt, außer den 70000 Soldaten, die von einigen Monaten auf den Kriegsschauplatz geschickt worden seien, habe die Kolonie seither noch weitere 130 000 Mann abgeschickt oder schicke sie jetzt.

AmerikanischeNeutralität.

Mannheim, 20. Jan.(Ctr. Frkft.) Von seiner ersten Ausreise nach dem westlichen Kriegsschauplatz traf hier der Lazarettzug Auguste Viktoria ein. Die von ihm be⸗ förderten 238 Schwerverwundeten wurden in Speyer aus- geladen. Wie der militärische Begleiter des Zuges, Haupt⸗ mann Trützschler von Falkenstein, versicherte, sind 80 Proz. der Verwundungen durch Granaten amerikan ischen Ursprungs verursacht worden. Seit Mitte Dezember verwenden die Franzosen amerikanische Granaten in steigen⸗ dem Maße. Bei diesen wurden nur 10 Prozent Blindgänger

festgestellt, während die französischen Granaten Blindgänger bis zu 60 Prozent aufwiesen. Ein Bericht über diese ameri⸗ kanischeNeutralität wird den zuständigen Stellen unter⸗

breitet. Unsere Soldaten als Arbeiter.

Der deutsche Berichterstatter des Giornale d'Italia, G. Cabasino⸗ Renda, ein vorzüglicher Kenner deutscher Verhältnisse, hat die Schlachtfelder an der lothringischen Grenze besucht, und wir ent⸗ nehmen seinen Schilderungen das Folgende:

An einer Stelle stoßen Lothringen und Italien aneinander Das ist bei Sainte Marie aur Chéenes. Aubonne, Hautmecourt, Joeuf sind Orte, die bloß französische Namen und französische Ver⸗ waltung haben. In Wirklichkeit sind sie fast ausschließlich von italienischen Arbeitern bewohnt, die dort in den Eisenwerken von Schneider in Ereusot arbeiten. Deshalb nennen die benachbarten Franzosen und Deutschen die Gegenddas kleine Italien. Man kann dortalla milagnese oderalla bolonese essen und dann inLa bella Venezia seinen Kaffee schlürfen. Hauptort dieser Niederlassung ist Brey, wo auch ein italienischer Konsul seinen Sitz hat und gleich bei Ausbruch des Krieges die ihm anvertrauten Lendsleute unter den Schutz der neutralen italienischen Trikolore nahm. Denn die franzöfischen Behörden verschwanden sofort und wurden bald durch deutsche ersetzt. Aber die Gegend ist überhaupt wenig vom Kriege heimgesucht worden, denn hier haben nur In⸗ santeriegefechte stattgefunden. Beim Herannahen des Kriegsorkans hatten sich die französischen Bauern aus dem Staube gemacht. Sie sind jedoch bald wieder zurückdekehrt und gehen jetzt wieder fried⸗ lich an ihre Arbeit. Aber diese armen Leute wären im nahen

Die

Winter zum Hungertode verurteflt gewesen, wenn die deutschen Soldaten nicht etwas vollbracht hätten, was im Auslande noch un⸗ bekannt ist, wo bloß deutsche Taten bekannt sind, die niemals ausgeführt worden sind.

Der Krieg brach Mitte August über diese Gegend herein, und

über einen Monat lang wagte die Bauernbevölkerung nicht, in ihre Heimstätten zurückzukehren. Die Ernte drohte verloren zu gehen. Da geschah, was einzig in der Kriegsgeschichte dasteht. Die deut⸗ schen Soldaten stellten sich den zurückgebliebenen Greisen zur Ver⸗ fügung. Nachdem die deutschen Militärbehörden gewissenhaft die Besitzdokumente geprüft hatten, stellten sie den Besitzern(d. h. ibren zurückgebliebenen Frauen oder Stellvertretern) Abteilungen von Soldaten zur Verfügung, welche die Flinte mit der Sense, den Tornister mit der Garbenbütte vertanschten und nicht bloß mähten, sondern auch das Getreide auf den Militärkarron den rechtmäßigen Besitzern in die Scheune brachten.

Das hat der deutsche Soldat in Frankreich getan. Und wenn das hier die Franzosen selbst dem Fremden voll Rührung erzählen, wird es kein Verbrechen sein, dies in einem nichtfranzösischen Blatte weiterzuverbreiten. Während nun fast die ganze Presse Europas berichtet, daß die Deutschen überall, wo sie hinkommen, systemat'sch die Fabriken des Feindes zerstören, so gestatten Sie mir vielleicht, daß ich eine andere Tatsache bezeuge, die ich mit eigenen Augen geseben habe.

Die Bergwerke von Valleroy, die wichtigsten des garden Beckens, leiden unter fortwährender Einsickerung von Wasser. Des⸗ halb muß dort unausgesetzt ein Pumpwerk in Betrieb sein, um eine Ueberschwemmung der Gruben zu verhüten. Sofort bei Ausbruch des Krieges wurden die Anlagen über Hals und Kopf von den Franzosen verlassen. Da jetzt die Pumpen stillstanden, begann das Wasser sich in den Gängen anzusammeln; und wenn das monate⸗ lang so weiter gegangen wäre, wären die ganzen Anlagen auf Jahre hinaus undetriebsam gewesen. Sobald der Krieg jedoch sich weiter nach Westen verzog und in dem Bergwerksgebiet Ruhe ein⸗ trat, widmeten sich die deutschen Militärbehörden der Rettung der Werke. Einige Pionier⸗Bataillone arbeiten noch jetzt an der Aus⸗ pumpung der Schächte. 5

In dem ganzenkleinen Italien ist auch von deutschen Pionferen die Elektrizität wieder hergestellt worden, deren Zentrale zerstört worden war. So haben jene Orte nicht bloß wieder Licht, sondern auch elektrische Kraft, deren sie für mancherlei kleine Be⸗ triebe, namentlich für die Brotbäckerei, benötigen.

Während in der Moselebene, wo, wie wir von Saint Mihiel aus gesehen haben, der Krieg noch wütet, die unglückliche fran⸗ zösische Bevölkerung direkt von den deutschen Truppen unterstützt wird, sind in den Gegenden, aus denen der Kampf sich bereits ver⸗ zogen hat, die deutschen Militärbehörden bemüht, soviel wie möglich das bürgerliche Leben wieder herzustellen und den Bewohnern die Mittel in die Hand zu geben, wieder zu arbeiten und zu produ⸗ zieren. Und das ist ein Verdienst, das auch die erbittertsten Feinde Deutschlands anerkennen müssen.

Mangelhafte Sicherung unseres Brotgetreides

In der Nacht zum Sonntag brannten auf der Oschers⸗ lebener Feldflur infolge Brandstiftung in kurzer Zeit vier große Feldscheunen nieder. Zwei der Scheunen waren mit ungedroschenem Getreide angefüllt. Dadurch trifft der Ver lust nicht nur die Vesitzer, die übrigens die Scheunen mit dem Getreide versichert hatten, sondern infolge des Getreide⸗ mangels das ganze Volk.

Unser Magdeburger Parteiblatt wirft daher mit Recht die Frage auf: Warum lagert jetzt noch ungedroschenes Getreide in Feldscheuern? Und es bemerkt hierzu:

In früheren Jahren gab es um diese Jahreszeit kein un⸗ gedroschenes Getreide mehr in Scheunen, die wenig geschützt gegen Verbrecher auf einsamem Felde stehen, da waren um dfese Zeit die Körner schon wohl verwahrt oder verkauft. In diesem Kriegs⸗ jahr, wo jenes Körnchen dreifach gesichert werden müßte, da kön⸗ nen viele Zentner in einer Nacht von einem Verbrecher vernichtet werden. Ist das auch Kriegsfürsorge? Das Unglück kann nicht dadurch wieder gutgemacht werden, daß die sehr erregten Ein⸗ wohner von Oschersleben gegen die russischen Landarbeiter schärfste Maßnabmen verlangen. Nutzen bringt es auch nicht, wenn einige Eifrige die glücklich überwundenen Spionenjagden wieder aufleben lassen wollen. Vorbeugen muß man: wenn Nahrung vernichtet ist, bringt sie kein Strafgericht wieder.

Der Krieg und die Parteien.

Die Kreuzzeitung beschäftigt sich in einem Artikel mit der Frage, welche Stellung unter den Parteien nach dem Kriege den Polen und den Sozialdemokraten zukommen wird. Sie sagt dazu:

Es ist auch noch in keiner Weise zu sagen, wie der Krieg die Stellung des Polentums zu Staat und Deutschtum beeinflusse. Ebensowenig ist ein solches Urteil im einzelnen für die Sozial⸗

demokratie möglich. Es werden sich ohne Zweifel Wand⸗

der Krieg die Parteien einander

aber wie weit ste reichen werden, od gange Sozialdemokratie umfassen, oder zu Absplitterungen werden, das läßt sich heute nicht überfehen. Im allgemein gewiß näher gebracht, Wirkung wird sich auch im Frioden zeigen. Aber was die N wenigstens die bürgerlichen, früher auseinandergebracht waren nicht so sehr die schlichzen Gegensätze, als vieln Wettlauf um die Gunst der Wähler, und wir fürch sobald der von neuem einsetzt, wird auch die reinigende Wirt des großen Kriegserlebnisses langsam ihre Kraft verlieren. Es ist eine recht schwere Beschuldigung, die die K zeitung da gegen die bürgerlichen Parteien erhebt. sollen nicht durch innere Ueberzeugung, sondern durch die demagogische Absicht, sich gegenseitig bei den Wählern aus⸗ zustechen, im Gegensatz zu einander geraten sein! Der Kreuz⸗ zeitung scheint es aber im Grunde weniger darauf anz kommen, den bürgerlichen Parteien eins auszuwischen, darauf, ihrem alten, scheinbar noch immer nicht überwunde Aerger über das Wählen überhaupt Luft zu machen. a hält es noch immer mit dem alten. Grundsatz:Autorite nicht Majorität! Ein Versuch, diesen Grundsatz nach Kriege zur Geltung zu bringen, müßte allerdings zu heftigen Parteikämpfen führen, wie sie Deutschland bisher noch nicht erlebt hat.

Jeder Kriegsdauer gewachsen! Reichsbankpräsident Havenstein, der kürzlich von philosophischen Fakultät der Bonner Universität wegen Verdienste um die finanzielle Kriegsbereitschaft des R zum Ehrendoktor ernannt worden ist, sandte an die Unive ein Dankschreiben, das u. a. folgende beachtenswerte Wo enthält:Heute hoffe ich nicht bloß, sondern ich weiß, daß wir auchauf finanziellem und wirtschaftlichem Gebiet dieses ungeheure Ringen durchhalten können und werden und jedem Anspruch und jeder Dauer des Krieges gewachsen sind. N Die Verwendung der Küchenabfälle in Groß⸗Berlin.

lungen vollziehen,

Von den Kämpfen in den Karpathen.

Budapest, 19. Jan.(T. U.) Nach übereinstimmenden Berichten sämtlicher hiesiger Blätter sind die Kämpfe in de Karpathen wieder im Zuge. Die Wege sind zugefrore Seit gestern herrscht ergiebiger Schneefall, der für un Truppen sehr unvorteilhaft ist, da der Train und die Nachschül mittelst Schlitten herangeschafft werden müssen. Pesti Napt berichtet, daß die Russen bis fast an die Grenze zurückget i bet wurden. Sie nahmen vor dem Uszokerpaß Aufstellung. Di Artilleriekämpfe, die gestern begannen, zwangen die zum Weichen aus ihren Stellungen. Da die russischen G. schütze gezwungen wurden, zurückzugehen, mußte sich auchd russische Infanterie zur Rückwärtsbewegung entschließe Der bereits begonnene Rückzug nach Galizien wird fortgese

Die Kämpfe in der Bukowina.

Pesti Naplo meldet aus der Bukowina: Die Rusen kämpfen in der Bukowina mit großer Erbitterung, da sie durch einen Sieg die Niederlage ausgleichen wollen, die sie in den nördlichen Karpathen erlitten haben. Es dürfte ih jedoch schwerlich gelingen. Bei Kimpelong tat sich beso die rumänische Freiwilligenlegion hervor, von der Patrouille gestern dort einzog. Die dort stehenden russisch Streitkräfte wurden von ihr vertrieben. 5

* Afraja. Ein nordischer Roman von Theodor Mugge. 163

Ihr seid verhext, seid verschworen mit ihm! schrie Helgestad.Habt sein Geld genommen, hat Euch heidnisches Teufelsgeld gebracht!

Nicht ich, du du wolltest ihn betrügen! sagte der Lappe.Ich ließ es nicht zu. Er spricht wahr, der Jüngling. Dein Sohn, dein einziger Sohn, er lag zu den Füßen»oiner Tochter, wollte mit ihr fliehen in die Gamme, wohin sie wollte, und sie stieß ihn von sich, sie mochte ihn nicht!

Helgestad wankte, er hielt sich an den Nächststehenden fest, doch der Schlag, der ihn getroffen hatte, war noch nicht der ärgste. In diesem Augenblick durchbrach ein Mann den Kreis, vor dem der ganze Haufe zurückwich. Sein langes Haar hing ihm um den Kopf, Anstrengung und Erschöpfung waren deutlich genug an ihm ausgeprägt, seine wilden Mienen drückten Angst und Entsetzen aus.

Egede! rief der Schreiber.Da kommt ein neuer Zeuge. Wo ist Björnarne? Wo ist die Dirne?

Der Quäner schlug die Hände zusammen und stand dann bewegungslos in dem Kreise, der ihn umringte.

Rede! sagt Helgestad.Wo ist mein Sohn? Bist vom Quänanger gekommen zur richtigen Stunde. Sollt jetzt die Wahrheit hören, Freunde und Nachbarn, muß Lug und Trug davor verschwinden. Denke, sind hinter dir, Egede, haben dich vorausgeschickt, Björnarne und Olaf.

Der wilde Gesell faßte nach seinem Haar und krallte es zusammen. Seine Augen verdrehten sich in den Höhlen, und aus der Tiefe seiner Kehle kam ein Stöhnen hervor, als ver⸗ sage ihm die Zunge den Dienst, oder als wage er nicht die Worte auszusprechen, die sich ihm auf die Lippen drängten.

Der Vogt sprang von seinem Sitz und streckte seinen Arm aus.Bist du von Sinnen gekommen? rief er.Reden sollst du. Heiliger Gott! was ist geschehen, Halt, Niels Helgestad! halt! Laß ihn los; steht ihm bei!

Helgestad hatte sich seinem Diener genähert und ihn mit

solcher Gewalt an der Schulter gepackt, daß Egede auf sein Knie fiel. Zu ihm niedergebeugt stierte Niels ihn an, als wollte er bis in sein tiefstes Herz sehen, und was er sah, schien Grauen über ihn zu bringen. Der eiserne, unerschütterliche Mann zitterte; sein hartes Gesicht war rot vom Blut, das sich in seinem Kopfe zusammendrängte; seine Augen preßten sich hervor in der Angst, die ihn ergriffen hatte. Und neben ihm stand Ilda, bleich, doch ihren Jammer bezwingend. Sie hielt ihres Vaters Arm, an dem sich jede Sehne zusammenkrampfte; von der anderen Seite umschlang Hanna seinen Leib, wäh⸗ rend ihre Blicke wie Blitze über den Quäner fort auf Helge⸗ stad flogen und in ihrem Gesichte sich ein seltsames Gemisch von Leidenschaften, Hohn, Schrecken, Mitleid, Furcht und banger Erwartung malten.

Wie viele verschiedenartige Menschen auch diese Gruppe umgaben, so herrschte doch das tiefste Schweigen. Keiner wagte einen Laut oder eine Bewegung. In atemloser Span nung richteten sich alle Blicke auf den Mann, der so viele Jahre als der erste, der größte und glücklichste im ganzen Lande gegolten hatte. Niemand hatte ihn je zagen sehen: was er immer begonnen, es hatte gut geendet, was er wollte, das war geschehen. Seine Klugheit war zum Sprichwort ge⸗ worden, wer gegen ihn aufgestanden, war erlegen, und jetzt schien er auf dem Gipfel angelangt, jetzt, wo Sohn und Toch⸗ ter sich zur viel beneideten Hochzeit rüsteten. Aber Afraja hatte den ersten Stein gegen sein stolzes Haupt geschleudert daß es wankte, und da lag ein Bote, ein schrecklicher mit Unheil beladener Bote, der noch Fürchterlicheres zu ver künden hatte.

Was es war, wußte noch niemand, allein was konnte das sein, um das ein Mensch wie Egede Wingeborg sein Haar zerraufte und seine Brust zerschlug?!

Das Entsetzen, welches Helgestad ergriffen hatte, lagerte sich auf allen diesen rohen Herzen; nur einer, nur Paul Petersen, fühlte ein innerliches Behagen, und während er mit betrübten düsteren Mienen seinen Schwiegervater zu ent⸗ fernen suchte, sah er in unerwarteter Weise seine Pläne er⸗

füllt, seine gierigsten Erwartungen übertroffen, Gott selbst

1

Wie die Russen Kostbarkeitenretten. als seinen Bundesgenossen; denn er wußte genau, welche N Nachricht das knieende Geschöpf dort brachte. Die gange

Aus dem Kaukasus wird berichtet: Nach dem Beschluß der Synode von Etschmiadzin wurden alle im Museum zu Etschmiabein Beute, der ganze Raub fiel ohne weitere Mühe ihm zu, u 1 diese Gewißheit war zu entzückend, daß er mit Leichtigkell 0 weinen und unübertrefflich heucheln konnte. 1

Seine Augen waren naß, und seine Stimme bebte, al er Helgestad um seine Schultern faßte.Ich bitte lieber Vater, rief er wehmutsvoll,geht mit Euren Töchtern

und laßt uns allein. Führe den Vater fort, Ilda. Deyn Gottes Allmacht! nimm ihn in deine Arme und schütze e

an deiner Brust. Aber Helgestad richtete sich auf und stemmte sich fest. E70. war, als wenn ein alter Löwe aus seinem Schlaf erwacht sein Lager von Hunden und Jägern umstellt sieht und kühne Trotz seiner Jugend über ihn kommt. Er warf seinen, Kopf auf, seine Augen rollten umher.Bin ein Mann, 0 begann er,der ertragen kann, was ertragen werden eil Denke ja, kennt mich jeder. Sage an, Egede, was es ist, w es beinahe, was kommen muß, ist aber Ungewißheit schlin als alles. Wo ist mein Sohn? Egede ließ den Kopf bis auf die Brust niedersinken, indem er die Hände vor sich faltete, sagte er mit eintõ Stimme:Tot, Herr! 1 Kein Laut wurde gehört. Helgestad stand die Fäuste ge bald, ein grimmiges Lächeln um seine Lippen, seine Augen weit offen, ohne zu zucken.War ein starkes Leben, m N melte er vor sich hin.Und Olaf, wo ist Olaf? Alle hin, alle tot! heulte Egede, seine gefalteten Hän aufhebend.Herr! Herr! alle tot! 5 Der alte Mann bewegte langsam den Kopf, dann sah 114 aufwärts in die Sturmwolken, und ein langes schmerzbad. N Oh! rang sich aus seiner Brust. Seine Blicke irrten üb 11 die Gesichter, die um ihn waren, viele Augen wein in die wildesten Gemüter kam Rührung, als er mit gebrochener Stimme sagte:Es war ein guter Kn Sohn Björnarne, hat keinen Kummer über mich

als diesen. 5 ö (Fortsetzung folgt.)