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E ee in 5 der Kriegssekretär ersucht wird, die vom Generalstab vor Ausbruch des europäischen Krieges ausge—
arbeiteten Voranschläge, in de i f . e nen eine mobile Armee von nahezu 460 000 Mann und die von ihr benötigte Munition
vorgesehen wird, dem Senat zu unterbreiten, sowie gleich—
zeitig die Menge der am 1. Januar 1915 verfügbar gewesenen
Munition anzugeben.
8* N 1 Aus Washington meldet Reuter: Die Marinekommission
des Abgeordnetenhauses hieß das Programm für den Ausbau der Flotte gut. In diesem Programm wiro
der Bau von jährlich 2 Pa i
5 ach fen Torpedobooten und 17 e 1 schlagen. Dieses Programm wird in das Marinegesetz auf⸗
genommen werden, das demnächst dem Hause vorgelegt wer—
den wird.
8 N amerikanische Neutralität.
Nach der Kö nischen Volksztg. hat der Vorsitzende des Deutsch⸗ amerikanischen Nationalbundes, der unlängst 129 0 die Nen verletzungen durch Kriegslieferungen an den Dreiverband protestiert hat, eine 8 Aktion unternommen. Er hat an die Deutsch⸗Amerika⸗ ner einen Aufruf erlassen, morgen in allen Städten Protestversamm⸗ 1 die englandfreundliche Haltung der Regierung zu ver⸗
Deutscher Erfolg in Angola.
Madrid, 14. Jan.(J. U.) Hier ankommende offizielle portugiesische Depeschen aus Lissabon geben mit anerkennens⸗ wertem Freimut neue schwere portugiesische Niederlagen in Angola zu. Danach ist es den deut⸗ schen Truppen gelungen, eine Grenzwache der Portugiesen in Stärke von 650 Mann zu überrumpeln und alle in die Flucht zu schlagen. Die Deutschen drangen in das portu⸗ giesische Gebiet ein und marschierten nordwärts gegen starke portugiesische Streitkräfte. Da sie jedoch von einer revo— lutionären Bewegung unter den Eingeborenen unterstützt wurden, konnten sich die Portugiesen auch hier gegen den deutschen Ansturm nicht halten, sondern mußten sich zurück⸗ ziehen. Es sind jetzt von allen Seiten portugiesische Ver⸗ stärkungen nach diesem Teile Angolas abgegangen und die Portugiesen werden, sobald die Verstärkungen konzentriert sind, die Offensive gegen die Deutschen ergreifen.
8 Die Richtigkeit dieser Meldung entzieht sich der Nach⸗ prüfung deutscherseits, da die Kabel sich in englischen Händen
befinden. Eine Taktlosigkeit.
Der Vorwärts bemerkt zu einem Brief Vliegens, des holländischen sozialdemokratischen Führers, an Weill, in welchem er wünscht, daß Weill Metzer Abgeordneter bleibe, aber in der französischen Kammer, das folgende:„Diese demonstrative Stellungnahme eines führenden Sozialisten eines neutralen Landes muß aufs schärfste zurückgewiesen werden. Gerade neutrale Sozialisten hätten in der gegenwärtigen Zeit die Pflicht, alles zu ver⸗ meiden, was die Gegensätze in der Internationale noch ver⸗ schärfen muß. Sie haben besonders jetzt, wo die Sozialisten in den kriegführenden Ländern infolge der äußeren Umstände in jeder Weise gehemmt sind, die Aufgabe, uns die Ver⸗ bindungen in der Internationale aufrecht zu erhalten.“
Deutsche Erfolge im Westen.
0 Zu den deutschen Erfolgen bei Soissons wird dem Berliner Lokalanzeiger über Kopenhagen aus Paris ge— meldet: Nördlich Soissons wogt seit Anfang Januar ein heftiger Kampf um den 132 Meterhügel, der sich aus dem Josienne⸗Tal erhebt. Anfänglich war es den Franzosen ge⸗ lungen, die Deutschen von dem Hügel zu verdrängen. Gestern unternahmen die Deutschen einen Gegenangriff, vertrieben die Franzosen und setzten sich in den Besitz des strategisch wichtigen Hügels. Die Deutschen sind somit Herren über das Josienne⸗Tal mit seinen großen wichtigen Eisenbahn⸗ linien und den beiden wichtigen Chausseen zwischen Chauny und Laon. In der Champagne wurden gleichfalls eine Reihe erbitterter Kämpfe ausgefochten. In der Richtung auf Perthes und Becusejour unternahmen die Deutschen mit Aus⸗ sicht auf guten Erfolg ununterbrochen Vorstöße, Bei Becusejour wurden die Franzosen unter großen Verlusten Schritt für Schritt zum Rückzuge gezwungen.
Bevorstehende Eroberung von Arras.
Kopenhagen, 15. Jan.(T. U.) Nach Meldungen der Pariser Presse aus Arras hat die Stadt furchtbar unter dem wochenlangen Bombardement gelitten. Ganze Stadtteil? sind dem Erdboden gleichgemacht. Von der Bevölkerung sind nur 3500 Personen zurückgeblieben. Die anderen sind ge⸗ flüchtet. Die Deutschen nähern sich immer mehr der Stadt. Die erste Reihe der Laufgräben ist nur noch 150 Meter vom eigentlichen Stadtgebiet entfernt.
Die französische Kammer.
Lyon, 15. Jan.(W. B. Nichtamtlich.) Dem Progrés wird aus Paris berichtet: Die Kammergruppe der Sozialisten hat einen in welchem sie gegen die admini⸗ g nimmt und die Presse möglichst viele amtliche Nachrich⸗ ten über Ereignisse und Fragen zu übermitteln, die die Presse und das Publikum lebhaft interessierten. Die interparlamentarische Journalistengruppe des Senats und der Kammer hat einstimmig eine Erklärung angenommen, durch welche die Re erung aufge⸗ fordert wird, die ungesetzliche administratipe politische Zensur ab⸗ zuschaffen. Die Gruppe ernannte eine Abordnung, die mit dem Ministerpräsidenten Vipiani in Unterhandlungen treten soll. 5
Paris, 15. Jan.(Nichtamtlich.) In der Kammer wurde die Rede Deschanels beifällig aufgenommen. Bei den Worten über Italien und Garibaldi erhoben sich die Minister und klatschten Beifall. Die Tagesordnung wurde durch Handerheben einstimmig angenommen. Die Kammer hob die Sitzung auf und vertagte sich
bis Dienstag. 10 15 Aushebungen in Finnland.
Stockholm, 15. Jan.(J. U.) Das Dagblad meldet aus Finnland, daß der russische Generalgouverneur in Finnland die nochmalige Aushebung aller Dienstuntauglichen der letzten 12 Jahre verordnet hat. Die Verfügung des Gouverneurs bezeichnet die Einstellung von 80 000 Mann der Dienstunfaug⸗ lichen in Finnland als unbedingt notwendig.
Der Krieg im Orient.
Aus Petersburg wird der Times gemeldet, daß 1 Aserbeidschan fürchterliche Zustände herrschen. In Täbris
sind die Banken geschlossen worden. Die armenische Be⸗ völkerung flüchtet nach dem Kaukasus, gepeinigt von Hunger und Kälte. Bereits mehr als 160 000 notleidende Armenier sind im Kaukasus eingetroffen. Sehr viele sind unterwegs den Entbehrungen erlegen.
Der Rücktritt Berchtolds.
Ueber den Rücktritt des Grafen Berchtold, so wird der Kölnischen Zeitung aus Mailand versichert, habe man in politischen Kreisen die Ueberzeugung, daß sich Oesterreich nie eine günstigere Gelegenheit bot, seine Beziehungen zu Italien besser zu gestalten und daß sich, gestützt auf eine freundliche Politik Oestereichs Italien gegenüber, ein Umschwung in der öffentlichen Meinung Italiens vollziehen könnte.
Tugesbericht des Großen Haupthuariers.
Ein Sieg im Westen! Vorwärts im Osten! W. B. Großes Hauptquartier, 15. Jan., vorm.(Amtlich.) Westlicher Kriegsschauplatz:
Vor Westende zeigten sich gestern einige Torpedoboote und kleinere Fahrzeuge, die sich der Küste bis auf etwa 14 Kilometer näherten.
Französische Angriffe beiderseits Notre Dame de Lorette nordwestlich Arras wurden von unseren Truppen abge⸗ wiesen. Ein vor 8 Tagen bei Eeerie besetzter Schützengraben ging uns gestern verloren. Die Kämpfe an dieser Stelle sind heute wieder im Gange.
Nördlich und nordöstlich Soissons ist das nördliche Aisne⸗User von Franzosen endgültig gesäubert worden. Die Deutschen eroberten in ununterbrochenen Angriffen die Orte Euffise, Crouy, Bucy⸗le⸗Long, Missy und die Gehöfte Vaux⸗ rot und Verrerie. Unsere Beute aus den dreitägigen Kämpfen nördlich Soissons beläuft sich jetzt auf rund 5200 Gefangene, 14 Geschütze, 6 Maschinengewehre und mehrere gievolverkauonen. Die Franzosen erlitten schwere Verluste. 4000 bis 5000 tote Franzosen wurden auf dem Kampffeld gefunden. Der Rückzug südlich der Aisne lag unter dem Feuer unserer schweren Batterien.
Wie sehr sich die Verhältnisse gegen frühere Kriege ver— schoben haben, zeigt ein Vergleich der hier besprochenen Kämpfe mit Ereignissen von 1870. Wenn auch die Bedeutung der Gefechte nördlich Soissons mit denjenigen der Schlacht am 18. August 1870 nicht zu vergleichen ist, so entspricht die Breite des Kumpffeldes annähernd der von Gravelotte⸗St. Privat. Die französischen Verluste aber vom 12. bis 14. Ja⸗ nuar 1915 übersteigen aller Wahrscheinlichkeit nach die der Franzosen am 18. August 1870 um ein beträchtliches.
Feindliche Angriffe nördlich Verdun bei Consenvoye scheiterten. Mehrere Vorstöße gegen unsere Stellungen bei Ailly südöstlich St. Mihiel wurden durch Gegenangriffe, nachdem sie stellenweise bis in unsere vordersten Gräben ge⸗ führt hatten, unter schweren Verlusten für den Feind zurück⸗ geschlagen. Im letzten Nachstoß eroberten unsere Truppen die feindlichen Stellungen, die aber nach Wiederaufbau un⸗ serer eigenen Stellung freiwillig und ohne Kampf während der Nacht wieder abgegeben wurden.
Ein unbedeutender Angriff bei Mesnil nördlich St. Die wurde von unseren Truppen abgewiesen. Im übrigen fan⸗ den in den Vogesen nur Artilleriekämpfe statt.
Oestlicher Kriegsschauplatz:
In Ostpreußen und im nördlichen Polen keine Ver⸗ änderung. 5
Die Angriffe in Polen westlich der Weichsel machten langsam Fortschritte. Bei Eroberung eines Stützpunktes nordöstlich Rawa blieben 500 Russen als Gefangene in un⸗ seren Händen. 3 Maschinengewehre wurden erobert. Hef⸗ tige russische Gegenangriffe wurden unter schwersten Ver⸗ lusten für die Russen zurückgeschlagen.
Oberste Heeresleitung.
Der Sieg von Soissons wird von der Frankf. Ztg. wie folgt besprochen:
„Als die deutsche Heeresleitung gestern von einer glänzenden Waffentat sprach, konnte man wohl erwarten, daß nicht nur ein paar Gräben gewonnen oder ein paar kleine Höhen erstürmt waren, sondern man wußte, daß hier eine große Schlacht sich zum guten Ende neigte. Als dann der fkanzösische Tagesbericht den Rückzug über die Aisne bekannt gab und mit den Folgen des Hochwassers ein wenig zu er— klären suchte, als diese sonst so hochfahrenden Bulletins von deutschen Erfolgen sprachen, da wußte man, daß unseren Truppen ein großer Schlag geglückt ist. Unter furchtbaren Verlusten hat die französische Armee, nachdem sie von den Höhen im Norden und Nordosten von Soissons geworfen war, die Aisne im Feuer der deutschen Granaten überschreiten müssen. Gegen 5000 tote Feinde sind von den Deutschen auf⸗ gefunden worden. Viele andere werden nicht gezählt sein. Die deutsche Heeresleitung vergleicht die Schlacht bei Soissons mit den blutigen Kämpfen von Gravelotte— St. Privat. Nicht hinsichtlich des strategischen Erfolges, wohl aber was die Größe des Kampfes, die Ausdehnung des Schauplatzes und vor allem, was die Verluste der Feinde angeht. Am 18. August 1870 hat das französische Heer annähernd 20 000 Mann verloren. 2600 Gefangene sind damals in unsere Hände gefallen. In der dreitägigen Schlacht bei Soissons haben unsere Gegner eine Armee von Menschen verloren, deren Zahl nach der Angabe des Tagesberichts über jene des Tages von Gravelotte St. Privat um ein Beträchtliches hinausgeht. i
Das ist für die französische Armee in ihrem heutigen Zustande ein gewaltiges Opfer.
Aber abgesehen von der reichen Siegesbeute und den Verlusten unserer Gegner haben uns unsere herrlichen Truppen einen großen strategischen Gewinn er⸗ kämpft. In dem breiten Abschnitt von Soissons bis Vailly ist nunmehr das rechte Aisne-Ufer mit den beherrschenden Höhen— und deshalb auch mit den Uebergängen über den Fluß— in unserem Besitz. Das ist für die spätere Entwick⸗
lung des Feldzuges in Frankreich von uns chätz barem Wert. Ob der Druck nach Süden über die Aisne fort ⸗ gesetzt werden wird, wissen wir nicht. Wir halten es nicht für wahrscheinlich, aber wir möchten uns hüten, eine Prophezeiung auszusprechen. Die Lage der Stadt So issons selbst hat sich selbstverständlich erheblich verschlechter. Sie ist im Norden und Osten unmittelbar bedroht. Vauxroi und Verrerie— zwei Gehöfte, von denen der deutsche Be⸗ richt spricht— liegen etwa anderthalb Kilometer im Norden vor den Toren der Stadt.“ Ein Opfer. Ueber Genf wird der T. U. belegraphiert:
Die Stellung des Generals Maumoury gilt wegen seines Miß⸗ geschicks bei Soissons als erschüttert. Die Joffresche Note beurteilt die Niederlage der dortigen Elite⸗Truppen zwar überaus mild, aber die Militärkritiker betrachten den beiden Gegnern gleich hinderlichen Austritt des Aiswe⸗Flusses als eine unzureichende Erklärung für die mangelhafte Aufstellung der französischen schweren Geschütze und allgemeine Verschlimmmerung der Lage der Maunoduryschen Streit⸗ kräfte. 5 Der österreichisch⸗ungarische Tagesbericht
Wien, 15. Jan.(W. B. Amtlich wird verlautbart: 15. Januar: Während an der Front in Russisch⸗Polen nur stellenweise
Geschütz⸗ und Maschinengewehrfeuer einsetzte, war gestern am Dunajeec heftigerer Geschützktampf im Gange. Beson⸗
ders unsere schwere Artillerie wirkte gut: sie schoß ein großes Magazin des Gegners in Brand und brachte nach einigen Schü ssen eine seit mehreren Tagen gut placierte feindliche schwere Batterie
zum Schweigen. In den Karpathen herrscht Ruhe. Zunehmender Frost beeinflußt die Gefechtstätigkeit. Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabs:
v. Höfer, Feldmarschalleutnant.
5 Der Krieg im Orient.
Ein französisches Unterseeboot zum Sinken gebracht.
Konstantinopel, 15. Jan.(W. B. Nichtamtlich.) Das Große Hauptquartier teilt mit: Das französische Untersee⸗ boot„Saphir“ versuchte, sich dem Eingang der Dardanellen⸗ straße zu nähern, wurde aber sofort durch unsere Artillerie zum Sinken gebracht. Ein Teil der Besatzung konnte ge⸗ rettet werden.
Entlassung aus englischen Konzentrationslagern.
London, 15. Jan.(Ctr. Frkft.) Wir haben vor einiger Zeit berichtet, daß die englische Regierung die Absicht habe, solche in den
Konzentrationslagern untergebrachten Fremden, die sich eines guten Rufes erfreuten, wieder zu entlassen. Die Regierung hat
nunmehr damit einen Anfang gemacht und sie wird weitere Ent⸗ lassungen vornehmen. Die Polizeichefßs müssen für die gute Ge⸗ sinnung der verhafteten Fremden einstehen, wonach das Kriegs⸗ ministerium die endgültige Freilassung der betreffenden Persön⸗ keiten anordnet.(Frankf. Ztg.) Die Behandlung der Internirten in Fray kreich.
Paris, 15. Jan.(W. B. Nichtamtlich.) Gustave Herve verlangt, daß nach der Frage des Gesundheitsdienstes die dringende Frage der Interniertenlager erledigt werde, welche kein Ruhmesblatt in der französischen Ge⸗ schichte sei. Anfang August setzte sich ein Schwarm der Be⸗ völkerung in den Kopf, das Land sei voller Spione. Spione gab es, aber als die deutsche Lawine in Frankreich einbrach, sei es allzu einfach gewesen, die Niederlage durch die unge⸗ nügende Vorbereitung, die zahlenmäßige Unterlegenheit und das Fehlen schwerer Artillerie zu erklären. Man mußte einen Sündenbock finden, diesmal seien Spione der Sünden⸗ bock gewesen. Die Regierung verlor den Kopf und be⸗ fahl, alle Deutschen zu internieren. Die unglücklichen Opfer wurden ünter dem Johlen der Bevölkerung in Eisenbahnzüge gebracht und in die Waggons einge⸗ pfercht. In den für ihren Aufenthalt bestimmten Städten würden sie zwischen zwei Reihen von Soldaten und Schutz⸗ leuten in Lokale geführt, wo nichts zu ihrem Empfange vorbereitet sei und wo Männer, Frauen und Kinder wochenlang auf Stroh oder nacktem Boden in einem widerlichen Durcheinander hausen müßten und wie St räflinge behandelt würden. Man werde niemals die Zahl der armen Kinder kennen lernen, welche in diesen Zuchthäusern infolge des Elends und der Entbehrungen gestorben seien. Dies sei eine schöne Reklame für Frankreich im Aus ⸗ lande. Das Parlament solle Maßnahmen für eine würdige Behandlung der Internierten treffen, um den guten Ruf Frankreichs und die Ehre der Republik zu retten.
Die Kriegsgefangenen in Deutschland.
Berlin, 15. Jan.(W. B. Amtlich.) Die Presse des feindlichen Auslands behauptet, die Kriegsgefangenen in Deutschland würden schlecht behandelt, im Gegensatz zu der Behandlung der Kriegsgefangenen durch unsere Gegner. Eine durch die Agence Havas verbreitete Note des französischen Kriegsministeriums äußert sich in gleichem Sinne. Andererseits herrscht in Deutschland viel⸗ fach die Ansicht, die feindlichen Kriegsgefangenen würden verwöhnt. Beides ist falsch. Die Kriegs⸗ gefangenen werden in Deutschland nach dem Völkerrecht und den Vorschriften, die diesem entsprechen, behandelt, nicht besser und nicht schlechter. So wird es auch weiter gehalten werden. 1
Der französische Lügenfeldzug.
Berlin, 15. Jan.(W. B. Amtlich.) Das Journal Officiel verbreitet einen amtlichen französischen Bericht über deutsche Grausamkeiten. Der Bericht bildet den Gipfel in dem Lügenfeldzuge, der seit Kriegsbeginn gegen Deutschland geführt wird. Er strotzt von den unerhörte⸗ st e n Greuelgeschichten. Die lediglich von Franzosen behaupteten Fälle werden als bewiesen dargestellt, ohne daß irgend eine Möglichkeit bestände, die unpart eiisch zu untersuchen..
Das deutsche Heer steht z u hoch, als daß es von diesem Schmutz erreicht werden künnte. Es nimmt aber davon Kenntnis, zu welch vergifteten Waffen oh mächt iger Haß einen Gegner getrieben hat, der einst für ritterlich galt.
Verantwortlicher Redakteur: F. Vetters, Gießen.
Verlag von Krumm& Cie., Gießen. 8 Druck: Verlag Offenbacher Abendblatt, G. m. b. H., Offenbach a. M.


