Ausgabe 
14.1.1915
 
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15 8 Hafenstadt Makrjati etwas südlich von Batum ombardiert und die Befestigungen völlig zerstört. Be⸗ sonders wirkungsvoll war das Bombardement in den Hafen anlagen, wo sämtliche russische Handelsschiffe, die sich dort⸗ hin geflüchtet, zum Sinken gebracht wurden. Die russischen e 1 Feuer nicht erwidern, da sie keine 1 ee 5 8 5 5 5

d 1 besaßen. Weitere Einzelheiten sind

Konstantinopel, 12. Jan.(W. B. Ni i

opel, 12. Jan.(W. B. ichtamtlich.) De i 5 Dorisder seit einiger Zeit in den chen ewe reugt und die Telegraphenleitungen zerstört, landete am 9. ds. Mts.

bei Sarisehi Truppen, die jedoch infolge des kräfti l 21 1 e 4 Wide 4 Küstenwache wieder an Bord gehen o 11 3 und eine Menge verschiedener Geräte zurlickließen m Tage darauf nahm der Kreuzer eine zweite Landung an der Küste bei Alexandrette vor und beschoß entgegen allen völkerrecht⸗ lichen Borschriften offene Ortschaften mit Geschützen und Maschimen⸗ gewehren. Zwei Frauen, zwei Mädchen und ein Knabe fanden dabei

den Tod.

eee e Generäle. 5 13. Jan. U.) Nach tersburger Berj über Stockholm ist neuerdings die 9 18 Uedertin der

aktiven russischen Armee von Fühverstellen erfolgt.

Die deutsche Flieger⸗Expedition.

Ueber Amsterdam wird verschiedenen Blättern aus Paris gemeldet: Das ganze Interesse konzentriert sich auf die Expedition der deutschen Flieger an die französische Nord⸗ kütste. Wegen der Angst, daß die Deutschen ihre Luftangriffe auch auf Paris wiederholen werden, sind neuerdings mächtige Scheinwerfer auf den Höhen von Montmorency, St. Cloud und Belleville angebracht worden.

Amerikanische Waffenlieferung für die Kriegführenden. 8 Newyork, 13. Jan.(I. U.) Ein heftiger Streit zeigt sich in der amerikanischen Presse um die sogenannte Bill Hitchcock. Es handelt sich um den Gesetzesvorschlag des

Senators Hitchcock, durch welchen künftighin jeder Waffenerport aus den Vereinigten Staaten nach irgend einem der kriegführenden Länder ver

boten werden soll. Abgesehen von der lebhaften Unter⸗ stützung des Gesetzesvorschlages durch die deutschfreund⸗ liche Presse, hat der Vorschlag auch viel Anklang bei vielen Senatoren gefunden, in Anbetracht des Umstandes daß infolge des Stillstandes der deutschen Schiffahrt der amerikanische Waffenexport nur Deutschlands Feinden zugute gekommen sei. Vis jetzt dürften sich die Gegner und Anhänger des Vorschlages die Wage halten. *

Paris, 13. Jan. Bei der gestrigen Eröffnung der Kammer wuren die Deputierten in großer Zahl erschienen. Unter allgemeiner Aufmerksamkeit eröffnete der Alterspräsident Matau mit einer An⸗ sprache die Sitzung, in der er u. a. ausführte, der einheitliche Ge⸗ danke und Wunsch sei, einen lang vorbereiteten Angriff zurück⸗ und den Feind niederzuschlagen. Mit 474 Stimmen wurden Dechanel und alle Mitglieder des Bureaus wiedergewählt. Die Kammer ver⸗ tagt sich auf Donnerstag.

Eine neue Erdbebenkatastrophe in Unter⸗Italien.

W. B. Darmstadt, 13. Jan. 9 Uhr vorm. Die Apparate der Jugenheimer Erdbebenwarte verzeichneten soeben ein schweres Erdbeben. Der Anfang des Bebeus war einige Mi⸗ nuten vor 8 Uhr vormittags. Um 9 Uhr waren die Apparate noch in starker Bewegung. Der Herd des Bebens liegt weniger als 1000 Kilometer entfernt in Europa. Eine Katastrophe ist zu befürchten.

W. B. Darmstadt, 13. Jan., 11 Uhr vorm. Der Anfang des gemeldeten Erdbebens wurde um 7 Uhr 55 Min. 47 Sek. beobachtet.

W. B. Hamburg, 13. Jan., mittags. Die Haupt⸗ station für Erdbebenforschung meldet, daß um 7 Uhr 55 Min. 33 Sek. ein starkes Erdbeben verzeichnet wurde. Es sei anzu⸗ nehmen, daß der Herd des Bebens sich im Mittelmeergebiet (Unter⸗Italien) befindet.

W. B. Hohenheim, mittag kurz vor 8 Uhr zeigten die warte ein schweres Erdbeben an. 700800 Kilometer⸗Entfernung. Der erste Vorläufer traf um 7 Uhr 54 Min. 24 Sek. ein. Der Hauptausschlag dauerte etwa 10 Minuten und hatte annähernd die Stärke des großen Bebens von Messina.

W. B. Rom, 13. Jan. wurde hier eine starke Erderschütterung verspürt, der Bevölkerung großen Schrecken verursachte.

13. Jan., mittags. Heute vor⸗ Instrumente der Erdbeben⸗ Der Herd befindet sich in

Heute morgen 7 Uhr 55 Min die unter

Nartei nachrichten.

Verbot von Parteiblättern. 5 Der Kommandierende General in Cassel hat die Weimarische Volkszeitung in Jena und deren Kopfblatt, die Eisenacher Volks⸗ zeitung, wegen Abdruck eines Artikels aus der bürgerlichen Zeit⸗ schrift: Der Vortrupp auf sieben Tage verboten. Das Gothaer Volksblatt ist dagegen bis auf Weiteres verboten worden.

Hessen und Nachbargebiete.

Gießen und Umgebung. Die Waffenspiele der Kinder

d i 0 ir die auf Straßen und Plätzen sind mit zahlreichen Gefahren für

Runder 55 verbunden, ganz abgesehen davon, daß 1 solche Spiele nicht zu wünschen sind. Am wenigsten will uns in den Kopf, daß das Waffenspiel der Kinder, gegen das e gute und zutreffende Wort, gesprochen und geschrieben wurde, 30 7 gefördert wird. Wir verstehen durchaus, daß dem en e trieb der Kinder nicht leicht Grenzen gesetzt erden knnen; 21. sich das Soldatenspiel kaum verbieten läßt. Aber 5 ist 11 5 1 billigen, daß die Waffenspiele durch Eltern in jeder Weise 1 5 werden. Den selbstangefertigten Waffen sieht man es 11 gan, daß die geschickte Hand eines Erwachsenen sie hergchelg f 1 15 nicht gar die ganze Ausrfstung für nicht weniges Gel 7 10 0 5 wurde. Zu Weihnachten haben manche Eltern ihren Kindern ni 1 Besseres zu schenken gewußt, als Uniformen Säbel, e 5 usw. Papierhelme tun's nicht mehr: durch Tschakos, He 3 Uniformmiitzen sind sie ersetzt worden. Die Nunn, 2 bar lichstnatürlich sein und so sieht man schon Knirpse, die 5 15 Hand der Putter gehen, ganz in Feldgra gekleidet oder i

schillernde Uniformen gesteckt. Dazu kommen dann Lanzen und Fähnchen dran; Säbel aller möglichen Gattungen,Gewehre usw. vervollständigen die Ausrüstung. Selbst derSamariterdienst wird nachgeahmt: dieVerwundeten, die auf Tragbahren um⸗ hergeschleift werden, müssen sich manchmal bis zur Unkenntlichkeit verbinden lassen.

Wer sich einmal dieKämpfe angesehen hat, die kleine und große Gruppen von Kindern miteinander führen, dem müssen die ernstesten Bedenken über die verrohenden Wirkungen solcher Spiele kommen. Gibt man schon einmal Kindern Waffen und seien es auch nur Scheinwaffen in die Hand, so muß man die unaus⸗ bleiblichen Roheiten mit in den Kauf nehmen. Es bleibt nicht da⸗ bet, daß die Klingen gekreuzt werden; der Nachahmungstrieb geht zu Gefechten über, die oft genug nicht ohne wirkliche Wunden abgehen. Wo sich dann gar die Kinder verschiebener Straßen Schlachten liefern, artet das angebliche Spiel in erbitterte Rau⸗ fereien aus, die selbst den bedenklich machen sollten, der den Kin⸗ dern die unschuldigen Waffenspiele nicht nehmen will.

Mit der Erziehung zur Wehrhaftigkeit haben Spiele dieser Art nichts zu tun. Wer ernstlich diese Forderung erhebt, denkt dabei nicht daran, schulpflichtigen Kindern Waffen auszuliefern. Diese Forderung hat nur den Sinn und kann nur den Sinn haben, daß vor allem die Bedingungen für die körperliche und geistige Gesundheit der Kinder geschaffen werden. Geeignete Spiele, die den Körper elastisch und widerstandsfähig machen, den Geist an⸗ regen, Willenskraft und rasche Entschlußfähigkeit heben, setzen die Erziehung fort und bilden die Voraussetzung für die Erlernung

des Gebrauchs der Waffen, die naturgemäß erst in einem späteren Lebensalter beginnen kann. Die Schulen, abgesehen von ihren sonstigen Zielen, erfüllen

berests einen Teil dieser Aufgaben; Jugend⸗ und Sportvereine für

die schulentlassene Jugend de Shed mit ihrer Arbeit an. Diese

Arbeit könnte noch mancherlei Förderung erfahren. Aber als ver⸗

fehlt und gefährlich erscheint es uns, wenn Eltern und Erzieher

diese leitenden Gesichtspunkte aus dem Auge verlieren und durch

deen Förderung der Waffenspiele die Erziehungsarbeit ren.

Aufhebung der Erbschaftssteuer für Nachlässe der Krieger. Der Landtagsabgeordnete Stöpler⸗Lauterbach hat in der Zweiten Kammer einen Dringlichkeitsantrag ein⸗ gebracht, in dem verlangt wird, daß vom Nachlasse der Krieger, die vor dem Feinde fallen oder infolge von Ver wundung oder Erkrankung im Felde verstorben sind, Erb⸗ schaftssteuer nicht erhoben werde. Hoffentlich wird dem Antrage nicht stattgegeben. Die Erbschaftssteuer ist so mäßig, daß sie wirklich nicht als eine Belastung angesehen werden kann. Und dann: wer hätte den Nutzen eines der⸗ artigen Steuererlasses? Der Krieger selber von vornherein nicht und in vielen Fällen kommen als Erben auch keine An⸗ gehörigen des Kriegsteilnehmers in Betracht. Die Annahme des Stöplerschen Antrages würde auch vielfach ein Geschenk bedeuten an Leute, die sich in wohlhabender Lage befinden. Bei dem Steuerbedarf, der infolge der ungeheuren Kriegs⸗ kosten eintreten wird, ist der Antrag ganz und gar nicht am Platze. 0 Zur Bäckerei⸗Verordnung. Gestern pflogen die Gießener Väckermeister Beratung darüber, wie sie der neuen Verordnung gerecht werden sollen. Der Obermeister Deibel erstattete Bericht über die Unterredung, die er deswegen im Ministerium in Darmstadt gehabt hatte. Nach längerer Debatte wurde beschlossen, daß künftig nur noch eine Sorte Brot mit 15 Prozent Kartoffelmehl⸗Zusatz geliefert werden soll, sowie auch einheitlicher Brötchen in Form von Wasser⸗ weck(sogenannteTeigscher). Austragen der Brötchen soll nicht stattfinden, da diese erst im Laufe des Vormittags fertiggestellt werden können.

Stüdtische Schweinemast⸗Anstalten. Der Bürger⸗ meister in Hörde(Westphalen) hat an die Hausfrauen der Stadt einen Mahnruf erlassen, daß sie Küchenabfälle nicht wegwerfen sollen. Es heißt darin:Geht haushälterisch um mit den vorhandenen Nahrungsmittelvorräten, werft namentlich keine Küchenabfälle in die Mülleimer. Die Ab⸗ fälle von zehn Familien genügen zur Fütterung eines Schweines. Die Stadt läßt die Abfälle wöchentlich zweimal abholen. Das Fuhrwerk macht sich durch Schellen bemerk⸗ bar. Gebt Abfälle(Kartoffelschalen, Brotreste, Gemüsereste usw.) mit, entfernt aus den Abfällen aber vorher die Knochen. Die Abgänge werden an Schweinebesitzer und Krankenhäuser zwecks Durchfütterung eines zu vermehrenden Schweine⸗ bestandes abgegeben. Die Stadt wird aber auch selbst eine Mastanstalt errichten.

Von unserer Parteipresse ist schon in früheren Jahren angeregt und gefordert worden, daß die Städte mehr auf dem Gebiete der Lebensmittelversorgung tun sollten und namentlich auch dadurch, daß Mastanstalten errichtet würden. Bisher hatten diese Anregungen fast nirgends Erfolg. Viel⸗ leicht hilft jetzt die Kriegsnot mit dazu, daß hier und da die für die Volksernährung

Einrichtungen getroffen werden, von größter Bedeutung sind.

Gefallene aus Oberhessen und Nachbargebieten. Karl Heesen aus Wetzlar, Inf.⸗Regt. Nr. 115. Albert Heffter aus Wetzlar, Oberanwärter der Marine. Ludwig Lorenz Wiegand aus Alsfeld, 1. Garde. ⸗Res. Regt. Wehrmann Georg Richtberg aus Billertshausen b. Alsfeld, Res.⸗Inf. Regt. Nr. 80.

Landsturmleute, die Kriegsgefangene bewachen, sind Kriegsteilnehmer. Die Frage, ob Landsturmpflichtige, die Kriegsgefangene bewachen, im Sinne des§ 2 des Kriegs⸗ teilnehmerschutzgesetzesgegen den Feind verwendet sind. hat das Oberlandesgericht Dresden in einer Entscheidung. die die Leipziger Zeitschrift für deutsches Recht veröffentlicht, bejaht. Der Beklagte war bei dem Landsturm⸗Infanterie⸗ Bataillon 7 eingestellt. Dieses ist zwar immobil, wird aber zur Zeit zur Bewachung der Kriegsgefangenen verwendet. Die Kriegsgefangenen haben dadurch, daß sie in Gefangen schaft geraten sind, nicht aufgehört, Teile des feindlichen Heeres zu sein. Die Aufrechterhaltung der Gefangenschaft ist eine gegen den Feind gerichtete Maßnahme. Die Truppen⸗ teile, die zur Bewachung der Kriegsgefangenen und damit zur Aufrechterhaltung der Gefangenschaft verwendet werden, sing daher im Sinne des§ 2 des Reichsgesetzes vom 8. August 1914 gegen den Feind verwendete Truppen. Sie haben dem nach Anspruch auf die Kompetenzen der mobilen Truppen.

Die Schweinepreise sind auf dem Viehmarkte in Frankfurt am Montag wieder etwas zur ünckge gangen, das Pfund um 23 Pfg. Für bessere Qualitäten voll fleischige Schweine von 150 Kilo wurden 8385 Pfg.,

für Tiere unter 80 Kilo 8083 Pfg. per Pfund Schlacht- gewicht bezahlt. Die Preise gingen infolge geringerer Nach⸗ frage zurück. Die Preise für Kühe und Kälber hielten sich auf der bisherigen Höhe. Mit der Qualität des jetzt auf den Markt kommenden Viehes sind die Metzger unzufrieden.

Auskünfte über Kriegs⸗ und Zivilgefangene. Der Zentralstelle

für Auslandsdienst in Berlin, Wilhelmstraße 62, gehen in neuerer Zeit zahlreiche Anfragen zu, für deren Beantwortung sie nicht bie ständig ist. Es sei daher nochmals darauf hingewiesen, daß ie Aufgabe der Zentralstelle darin besteht, die über Deutschland im neutralen Ausland zur Verbreitung gelangenden Lügen und Ver⸗ leumdungen durch eine aufklärende Tätigkeit zu bekämpfen. An⸗ fragen über das Schicksal von Angehörigen sind nicht an die Zen⸗ tralstelle für Auslandsdienst, sondern je nach Lage des Falls an richt der in der folgenden Uebersicht verzeichneten Stellen zu richten.

1. Auskunft über deutsche Kriegsgefangene, d. h. die Ange⸗ hörigen des deutschen Heeres und der Kaiserlichen Marine, die in feindlichen Staaten kriegsgefangen sind, erteilt in erster Linie, so⸗ weit es sich um Angehörige des Heeres handelt, die Abteilung 5 des Zentralnachweisbureaus des Königlich Preußischen Kriegsmini⸗ steriums in Berlin, Dorotheenstraße 48, soweit es sich um Ange⸗ hörige der Marine handelt, die Auskunftsstelle des Reichsmarine⸗ amtes in Berlin, Mathaikirchstraße 9. Sind diese Stellen nicht in der Lage, Auskunft zu erteilen, so ist die Abteilung für Gefangenen⸗ fürsorge des Zentralkomitees der Deutschen Vereine vom Roten Kreuz in Berlin, Prinz Albrechtstraße, Abgeordnetenhaus, Zim⸗ mer 12, bereit, Nachforschungen über den Verbleib der Gesuchten anzustellen, wozu ihr insbesondere die Mitwirkung des Internatio- nalen Roten Kreuzes in Genf für alle in Frankreich und England befindlichen deutschen Gefangenen zu Gebote steht.

2. Auskunft über fremde Kriegsgefangene, d. h. über die in

Deutschland kriegsgefangenen Angehörigen der feindlichen Land⸗

und Seestreitkräfte, erteilt die Abteilung für Gefangenenfürsorge des Zentralkomitees der Deutschen Vereine vom Noten Kreuz in Berlin, Prinz Albrechtstraße, Abgeordnetenhaus, Zimmer 12.

3. Auskünfte über deutsche Zivilgefangene und sonstige Deutsche im feindlichen Ausland, erteilt die Zentralauskunftsstelle für Auswanderer, Berlin, Am Karlsbad 810.

4. Auskünfte über die den feindlichen Staaten angehörigen Zivilgefangenen in Deutschland erteilt das Zentralkomitee der Deutschen Vereine vom Roten Kreuz, Abteilung filr Gefangenenfür⸗ sorge, Prinz Albrechtstraße, Abgeordnetenhaus, Zimmer 12.

Bel der Landes versicherungsanstalt Großh. Hessen sind im Monat Dezember 406 Anträge eingegangen, und zwar: 171 An⸗ träge auf Invaliden⸗ und Krankenrente, 16 Anträge auf Alters⸗ rente, 27 Antrige auf Witwen⸗ und Witwerrente, 112 Anträge auf Waisenrente, 28 Anträge auf Anwartschaftsbescheide, 52 Anträge auf Witwengeld. Unerledigt wurden in diesen Monat übernommen 384 Anträge, so daß 790 Rentengesuche in Bearbeitung standen. Es fanden Erledigung: 308 Anträge auf Bewilligung, 27 Anträge durch Anwartschaftsbescheid(88 1258 und 1743 R.⸗V.⸗O.), 32 An⸗ träge durch Ablehnung, weil unbegründet, 20 Anträge durch an⸗ dere Weise Zurücknahme usw., 11 Anträge wurden durch Um⸗ wandlung erledigt, so daß 414 Anträge als unerledigt auf den Mo⸗ nat Januar d. Js. übernommen werden mußten. Ende Dezem⸗ ber 1914 waren in den nachbezeichneten Anstalten versicherte Per⸗ sonen untergebracht: Ernsteudwig⸗Heilstätte bei Sandbach 27, Eleonoren⸗Heilstätte Winterkasten 38, Göttmannsche Anstalt in Reichelsheim 28, Bad Nauheim 6, Dr. Lossensche Anstalt in Darm⸗ stadt 4, Heilstätte Burgwald 2, verschiedene Anstalten, wie Kranken⸗ häuser, Kliniken u. dergl. m. 17; zusammen 122. Außerdem be⸗ fanden sich noch teils auf eigene Kosten, teils auf Kosten des Fonds der Großherzogin, von Gemeinden oder sonstigen Stif⸗ tungen: in der Ernst Ludwig⸗Heilstätte 14 Personen, in der Eleo⸗ noren⸗Heilstätte 18 Personen, in der Göttmannschen Anstalt 12 Personen, in der Heilstätte Burgwald 5 Personen.

Die Kohlenproduktion in Hessen. Die monatliche Statistik der Kohlenproduktion des Großherzogtums Hessen weist für den Mo⸗ nat Dezember 1914 lt. Darmst. Ztg. folgende Zahlen nach: An Rohbraunkohlen wurden gefördert 37 082 Tonnen, verkauft wurden davon 3773 Tonnen. Der größte Teil der Rohkohle wurde weiter verarbeitet oder war zur weiteren Verarbeitung bestimmt. Aus den verarbeiteten Rohkohlen wurden neben Schwelereiprodukten erzeugt 2165 Tonnen Braunkohlenbriketts und 350 Tonnen Naß⸗ preßsteine; außerdem wurden in Hessen 10 575 Tonnen Preßkohlen aus Steinkohlen hergestellt. Unter Berücksichtigung der aus Vor⸗ monaten übernommenen Bestände, sowie des Absatzes und Selbst⸗ verbrauchs verblieben am Monatsschluß absatzfähig 4127 Tonnen Rohbraunkohlen, 12 Tonnen Braunkohlenbriketts 1876 Tonnen Braunkohlen⸗Naßpreßsteine und 7928 Tonnen Preßkohlen aus Steinkohlen, zusammen 13943 Tonnen Braunkohlen und Kohlen⸗ produkte im Gesamtwert von 180 000 Mark. Die Kohlenförderung des Großherzogtums für das ganze Jahr 1914 belief sich auf 407 886 Tonnen(gegen 898 000 Tonnen im Vorjahre). Hiervon wurden 42 543 Tonnen im Rohzustande verkauft bezw. an eigene Werke abgegeben, der Rest zu Briketts, Naßpreßsteinen und Schwelereiprodukten verarbeitet. Erzeugt, wurden insgesamt 24759 Tonnen Brannkohlenbriketts und 17579 Tonnen Braun⸗ kohlen⸗Naßpreßsteine. Der Gesamtwert aller im Jahre 1914 geför⸗ derten Braunkohlen einschl. der daraus erzeugten Briketts und Naßpreßsteine beziffert sich auf rund 866 000 Mk. Ans nach Hessen eingeführten Steinkohlen wurden im Jahre 1914 von hessi⸗ schen Werken 102 205 Tonnen Preßkohlen hergestellt, deren Wert sich auf 1 845 000 Mk. beläuft.

Stadttheater. Zu den vielen guten Leistungen, deren sich die Gießener Bühne unter Direktor Stoingoetters Leitung mit Recht riihmen kann, hat sie am Dienstag Abend mit Aufführung des Lust⸗ spielsWeh dem, der lügt von Franz Grillparzer eine neue geflügt. Trotz der großen Schwferigzeiten, welche die Aufführung des Stückes bietet, gelang sie vortrefflich; das zahlreiche Publikum folgte den Vorgängen auf der Bühne mit gespannter Aufmerksam⸗ keit und gab seiner Zufriedenheit Ausdruck. Frang Grillparzer hat dramatische Werke von großer Bedeutung geschaffen, die aber erst später die verdiente Würdigung fanden, als der Dichter am Abende seines Lebens stand. Er ist geboren in Wien im Jahre 1791 und starb 1872 obenda als pensionjerter Archiv⸗Direktor. Sein Lust⸗ spielWeh' dem. der fiigt will uns zoigen, daß das Gebot oder sagen wir, der Grundsatz unbedingter Wahrhaftigkeit im Leben die durchzuführen ist. In der Handlung erklärt der alte würdige Vischof von Chalons die Lüge als das schlimmfte, abscheulichste Ver⸗ brechen, die Ursache allen Uebels. Auch dann, wenn die Lüge mit Harmlosigkeit, Zwangslage oder Verfolg eines guten Zweckes be⸗ mäntelt wird, ist sie ebenso verwerflich. In einem Selbstgesprich beschuldigt sich der alte, von Walter D workowski vortrefflich dargestellte Herr selbst dieser Sünde, weil er eine Frage des Königs, ob er der Bischof etwas bedürfe, verneint habe, während er wahrheitsgemäß hätte mitJa antworten sollen. Denm in Wink⸗ lichkeit brauchte er die Hilse des Königs oder wenigstens dessen finanzielle Unterstützung zur Befreiung feines geliebten Nessen Atalus, den die Germanen als Geisel gefangen halten. Um dafür die Mittel zusammen zu bringen, darbe und geizt er so, daß sogar sein Küchenjunge Leon ihm davonlaufen will. Als dieser sich beklagt, setzt ihm der Bischof den Zweck seines Sparens auseinander und Leon erbietet sich den Neffen aus den Händen des Rheingrafen Katt⸗ wald zu befreien und heimzubringen. Vor seiner Abreise hält Ihm der Bischof die Verwerflichkeit der Lüge vor Augen und verbietet ihm, bei seinom Unternehmen Mittel der Täuschung und des Trugs anzuwenden. Ohme diose aber einen Gefangenen aus den Händen der damals noch umduftivterten Germanen um diese Zeit spielt das Stück zu befreien, wäre ein Diun der Unmöglichkeit. Loon kommt mit dem Neffen zurück, unter vielen Mühsalen sind beide dem ungoschlachten Rheingrason entwischt und auch dessen Tochter, Edrita ist mit ihnen entflohen. Auf die, Frage des Vischofs gesteht Leon offen eim, daß sie nicht so strong bei der Wahrheit bleiben konnten. aber ste hätten stets den besten Willen dagen gehabt! Der Vischor muß seine frshere Ansicht revidieren und bekennen, daß es