Ausgabe 
30.9.1914
 
Einzelbild herunterladen

)!r. 229

Neue Tageszeitung. Mittwoch, den 30. September 1914.

Seife 2

lügende Maßnahme nicht erblicken und die Verantwortung dafür nicht übernehmen. Die Einführung von Höchftpcei- en für Mehl darf nur der liebergang für die notwendige ind baldige Festsetzung von Höchstpreisen für Getreide sein.

las IMnIjffr der klkilitn ARlriljf=3fi(l)iifr.

Schon sofort während und nach der ' zsanleihe-Zeich- uno ist sichtbar gewesen, mit welcher grer' >>d mit welchem üähaltlosc» Vertrauen gerade die kleine ncr und Kapi- »listen dem Reiche ihre Ersparnisse rar Verfügung stellten, llir tonnen jetzt einen ziffernmäßigen Beleg dafür bringen, lffe wir nämlich erfahren, sind an Zeichnungen von 100 200 J!«it über 200 000 Stück eingelanfcn. an Zeichnungen von 200 is 2000 Mark säst 700 000 Stück. Diese beiden Gruppen von usammen 900 000 kleinen Zeichnern, die vielsach aus den Spar- asscn kamen, haben allein y, Milliarden Mark ausgemacht!

NU ftjjhrrer LlirkllKo:;Nlil!!!-!Ult als -tillllijtr Krikgsfte'iivHIlgtr.

^IN Freund des früheren Burenkommandantcn Iooste ver jsentlicht in einer deutschen Zeitung folgenden Brief von dcm- lben:

Anläßlich mancher Notiz, die in diesen lagen durch die Presse ging mit Bezug auf das Verhalten der Buren in diesem Weltkrieg, fühle ich mich veranlaßt, dem deutschen Volke gegenüber folgendes zu erklären: Wie zur Zeit des Vurenkricges das deutsche Volt anders dachle als seine Re ^gierung, so geht cs jetzt in meiner Heimat, und man darf dem Buren-Volk nicht die Schuld an diesen Vorgängen zuschicben» Ich würde unpolitisch handeln und unsere Sache schädigen, wen» ich sozusagendie Katze aus dem Sacke ließe". Iedsnsalls kann ich versichern, daß dergem irrsame Feind der Südafrikaner nicht der Deutsche ist, sondern der Brite. Die 4000 Gräber der gcsallencn Buren mahnen uns an unsere Pflicht, und das Blut der 20 000 in den eng­lischen Konzentrationslagern elend umgekoinmenen Frauen und Kinder schreit nach Rache. Was die Worte Bothas anlangt, so darf nur soviel Gewicht daraus gelegt werden, wie die Diplomatie in kritischen Zeiten verdient und muß viel mehr die Tat des Generals Beyers, die Nicdcrlcgunz seines Oberkommandos, ins Auge gefaßt üwrden^. Daß Streitkräjle aus Kapland in Deutsch-Süd.West cingebrochcn sind, bcdaure ich auss ticsste, kann aber den vielen Freun­den. die mich in diese» Tagen um Auskunft baten, nur , antworten: Bin ich meines Bruders Hüter? Mir ist diese traurige und schmachvolle Tatsache ein neuer Beweis davon, was die englischen Lugen fertig bringen, denn den Buren ist offenbar feierlich versichert, daß die ihnen ab­günstig gesinnte deutsche R c g i e r u n g jeder Bure weiß ja. daß Krüger seinerzeit von Köln zurückreisen mußte jetzt das Ilniongebict annektieren wolle und dergleichen mehr. In diesem festen Glauben, in dieser Bcsürchtung war cs strategisch berechtigt, in Deutsch-Süd West cinzufallen. mehr zur Selbstverteidigung als cm England in seinem Kamps gegen Deutschland zn unterstützen.

Mag das Durenvolk noch so viel Fehler haben, aber undankbar sind wir nicht und werden nie und nimmer vergessen, wieviel Tränen getrocknet, wieviel Not gelindert und wieviel Menschenleben gerellet worden sind durch die uns aus dem ganzen deutschen Lande bewiesene Hilfe.

Gebe Gott, daß die Wahrheit der europäischen Sachlage trotz englischer Zensur bald bis zum Oranje-Fluß durchdrin- gcn möge. Mögen Hoch- und Riederdculiche sich noch ein­mal die Hand reiche» zu gemeinsamer christlicher Kultur­arbeit und zur Ehre des gesamten Germanentums!

Koos Iooite. zurzeit im Felde. Wir möchten dazu bemerken, daß Koos Ioofte deutscher Iseichsangehöriger und zurzeit .Kriegsfreiwilliger ist.

3m; KthaMiilß kr orrwaMii ffink in Dtsiilhlalld.

Aus einem deutschen Kriegslazarett, in welchem etwa 180 rwundctc Franzosen und Belgier, sowie etwa HO verwundete Engländer liegen, werden einige Mitteilungen französischer Verwundeter an ihre Angehörigen bekannt gegeben. Intercs- ant hinsichtlich der verschiedenen Voltscharaltere der Verwuu- rctcn ist die Beobachtung, daß wie ein Gewährsmann schreibt - unter den von Franzosen und Belgiern geschriebenen Karten ich kaum eine befand, die nicht die gute Ausnahme und Be­handlung der Verwundeten hcrvorgehoben hätte, während un- er d.» etwa hundert englische» Karten nur eine einzige etwas eon guter 'Aufnahme erwähnte. Im solgcndc» geben wir die icbcrsetzung der Nachrichten zweier verwundeter Franzosen an ihre Familie» wieder:

Liebe Ellern! Ich bin jm Lazarett zu B . . Wir werden

)kr gepflegt wie Fürsten. Die Ernährung ist ausgezeichnet: iller Komfort ist vorhanden und die ärztliche Behandlung vor- 'üglich. Ihr tönnt also ganz unbesorgt sein nsw."

Ein anderer schreibt:Die Deutschen sind überaus gefällig nid behandeln uns wirklich wie Kameraden. Die Ernährung ft gut und reichlich nfw."

Hoch hUiigt las fjoiij vm brnuru Wann!

Aus Reuukirchen <Saarj wird solgendcs geschrieben Sin Einjährig-Freiwilliger Unteroffizier Otto W schreibt sal­zendes:Der Krieg ist etwas Furchtbares, einen scheußlichen ilnblick bietet ost das Ganze. Ein Bild will ich Euch schildern: In erriet» Lahnhäusche» 100 Meter weit von der Maas war eine junge Frau mit sieben Kindern. Trotz des starten Feuers verließ sie das Haus nicht. Plötzlich schlug eine Granate ein und das Haus ging in Flamme» aus. Die Treppe war schon weggebrannt. da hörte man das Jammer». Unter starkem Feacr der jranzösischei» Inianterie drangen wir. vier Mann, in dar Haus ein und versuchten, alle zu retten. Wir veranlaß len, daß die Frau die Kinder aus dem Fenster in die unten ausgespannt gehaltene Zeltbahn warf, daraus sprang sie selbst rach So haken wir alle, wenn auch zum Teil mit schweren

Brandwunden, gerettet: der Frau war das ganze Haar abge­brannt."

Cm wackerer Lokomotivführer.

Berlin, 23. Scpt. Die oberste Heeresverwaltung teilt mit: Bei einer Erkundungsfahrt auf einer Lokomotive noch Russisch-Pole» hinein, bei der der aus der Lokomotive stehende Hauptmann Bader den Heldentod sand, hat sich der Lokomotiv­führer Beck aus Tarnowitz vortrefflich benommen. Beck erhielt, neben Hauptmann Bader stehend, außer Verletzungen durch Eilensplitter einen Schuß durch die Lunge. Trotz dieser schwe­ren Verwundung hat Beck noch vier Stunden aus seinem Posten ausgehalten und die Lokomotive glücklich zur Absahrtstation zurückgeführt, wo er dann zusammenbrach. Während der Rück­fahrt hat er auch noch die Lokomotive reparieren und dichten müssen, weil sie durch feindliche Schüsse beschädigt war. Seine Majestät der Kaiser hat seine Pflichttreue, Tapferkeit und Selbstbeherrschung mit dem Eisernen Kreuze zweiter Klaffe belohnt.

Mkiiduna von Kkkleidliiigg- und Ansriikimllg- Hiidif an im frlDr siehrnk Anakhönae.

Berlin, 24. Sept. (W. B.) Absrndung von Bekleid. »Iigs und Ausrüstungsstücke NN im Felde stehende Ange­hörige. Zur Zeit ist eine »»mittelbare Versendung von Privatpacketcn auf dem Wege der Feldpost noch nicht niög- lich. Es wird daher nochmals auf 8 23 der Feldpost-Tienst- verordnung aufnierksam gemacht, nach der alle Pakete, IwI- che für Angehörige im Felde bestimmt sind, durch die Reichs­post an die Ersatztruppenteile der betreffenden Formationen zu schicken sind. Auf dem Abschiitt ist die genaue Adresse des Empfängers zu vermerken. Sicherheitshalber kann auch aus dem Paket selbst angegeben werde», für loen cs bestimmt ist. Die Ersatztruppenteile veranlassen die Wei­terbeförderung dieser Pakete zur Truppe. Da gerade jetzt bei der cintreteuden kälteren Witterung dienstliche Bekleid- nngstrausporte voii Ersatztrnppen zur fechtenden Truppe abgchen werden, läßt sich die Absendung von Pri­vatpaketen mit diesen Transporten zweckmäßig vereinigen. Falls der Standort der Ersatztruppenteile nicht bekannt ist, kann er bei den Siellvertrctenden Generalkommandos er­mittelt werden.

Ans Frankreich.

Wie lange die Entenie de» Krieg vorbereitet hat.

Wien, 28. Sept. Rach den Erinnerungen, die der bis­herige Vertreter derReuen Freien Preffe" veröffentlicht, wa­ren die Abmachungen über den jetzigen Krieg schon bei Poin- cares Petersburger Besuch als Ministerpräsident mit den rus­sischen Staatsmännern gctrosfen. Das Programm sei gewesen: Einführung der dreijährigen Dienstzeit in Frankreich: Bau

strategischer Dahnen in Rußland zur Beschleunigung des rus­sischen Aufmarsches gegen Berlin, wofür Frankreich eine An­leihe von 2% Milliarden aufzubringen hat: Wahl Poincares zum Präsidenten, seiner Absetzung des Abenteuern abgeneig­ten Botschafters Louis durch Delcaffe. Dieses Programm fei von den Franzosen pünktlich ausgeführt worden, bis aus di« letzte Zahlung von 170 Millionen Franks, die im Juli hätte erfolgen sollen. Die sranzösischen Sparer hatten ihr Eeld her- gegeben auf Grund der Vorspiegelung, daß Rußlandwehr- sahig" gemacht werden joKe für einen Angriff auf Deutschland, zu einem Vorstoß ins Herz Deutschlands. Dieser kluge Betrug habe die Welt in den Krieg gestürzt.

Maßregelung sranzösischer Bürgermeister.

Zürich, 28. Scpt. Aus Bordeaux wird berichtet: Der

sranzösijchc Minister des Innern habe die Abberufung des Mai­res und seiner Adjunkten in Vitry le Francois, ferner der Maires von Lievin und von Bran verfügt, weil die Herren ihre Gemeinden verließen, als die Deutschen heranrücktcn und weil einer von ihnen öffentlich antipatriotische Bemerkungen machte.

Ein Erlaß Poincaee's.

Bordeaux, 29. Sept. Präsident Poincare hat einen Er­laß unterzeichnet, demzufolge vom 27. September bis zu einem nach der Einstellung der Feindseligkeiten festzusetzenden Zeit­punkt die Jahrcsgehälter und Löhne unter 2000 Francs weder ganz noch teilweise gepfändet oder mit Arrest belegt werden können. Bereits erwirkte Psändungen und Arreste für diese Zeitdauer sind ausgehobcn.

Freigabe von drei gesangenen deutschen Parlamentären.

Berlin, 29. Scpt. Drei deutsche Parlamentäre, die sich unter dem Schutze der weißen Fahne einer sranzösischen Stadt näherten, um sie zur Ucbergabe auszusordern, waren von den Franzosen widerrechtlich gefangen genommen worden, ohne daß bisher über ihr Schicksal etwas anderes als das Gerücht, daß sic zu Fuß nach Paris hätten marschieren sollen, festgestellt werden konnte. Alle drei sind nunmehr, wie dieR. E. C." mitteilt, srcigclassc» worden und haben in Mannheim wieder deutschen Boden betreten, um sich von da aus den Kriegsschau­platz zuriickzubegeben.

Ans Belgien.

Antwerpen eingejchlojsen.

Dom belgischen Kriegsschauplatz liegen folgende auslän­dische Berichte vor: Aus London wird über Rom bestätig?, dag die Deutschen Antwerpen von der Umgebung adgeschnitten ha­ben und die Belagern ngsattior, bevsrsteht.

TelegAraf" meldet aus Antwerpen: Am 28. September

nachmittags haben die Deutschen mit der Beschießung der Forts Waelham, St. Katherina und Wavre begonnen. Rach einer osiiziellen belgischen Mitteilung sind die Dcuischrn nachts in Mache!» eingezogen.

Endlich?

Der Bürgermeister von Brüssel. Max, ist oonj neuem vcrha stet worden. Wie der ..Kölner Bolkrztg." j aus Brüssel mitgeteilt wird, ist die erneute Berbaitung des

Bürgermeisters Max im Interesse der Autorität der deutschen

Militärbehörden erfolgt. An die Stelle von Max ist der Schöffe Lemonnier als Bürgermeister getreten. Man hatte schon mehr- sach von einer gewissen Resistenz des Brüffeler Bürgermeisters gehört. Es mußte ihm wohl klar gemacht werden, daß die Mi­litärverwaltung nicht mit sich spaffen läßt. Alle Widerstände müssen selbstverständlich im Keim erstickt werden, damit die Stadt nicht das Schicksal von Löwen erleiden muß.

Ans England.

Ernüchterung in England.

Köln, 29. Scpt. DieKölnische Zeitung" meidet aus Zürich: Nach Privatmeldungen aus London ist die englische Zensur in den letzten Tagen sehr streng geworden Die Nach­richten von den Schlachtseldcrn sind sehr durstig. Wa- die Zeitungen bringen, ist aus sranzösischen Quellen geschöpft. Mehrere Kriegsberichterstatter, die in Frankreich waren, wur­den heimgerufen.

Der englische Prahlhans.

London, 29. Sept. Premierminister Asquith sagte >» einer Rede in Dublin, er glaube, das erste indisch - Ken- tiiigent werde heute in Marseille landen. In allen Kolonie» sammelten sich Kontingente. In Großbritannien hätten sch 300 000 Mann unter die Fahnen gesamnielt.

Gegen das Bündnis mit Japan.

Der australische Arbeiterführer Pitt spricht sich gegen bit Heranziehung Japans aus. Besondere Betonung legt er auf die Feststellung, daß Australien durch die Haltung Englands nicht nur eine politische Gefahr läuft, sondern eine ebenso große wirtschastliche Gefahr, indem die Japaner billiger arbeiten als die Weiße». Australien würde in dieselbe unangenehme Lage in wirtschaftlicher Beziehung geraten wie Kalifornien, und darüber könne sich dann Australien bei England bedanken.

Für'» Stammbuch.

London, 29 Sept. DieCentral News" melden aus Newport vom 24. September: Hcrman Nidder schreibt in der Newyorker Staatszcitung": Die Vernichtung der drei engli­sche» Kreuzer zeigt, daß Deutschland beginnt, seinen unversöhn­lichsten Feind zu erkennen. Die Operationen der deutschen Un> tcrseeboote werden dem britischen Volke die Augen öffnen, daß der Krieg nur ein kommerzielles Geschäft ist, um Deutschland zu Grunde zu richten, damit die englischen Börsen sich füllen. Es gibt fernerhin nur einen einzigen Feind, das ist das unver­söhnliche und entschloffene kaufmännisch rechnende England. Gegen ihn wird der deutsche Angriff gerichtet sein. Die Bresche ist geschlagen. Der Untergang der englischen Kreuzer ist nur der Anfang vom Ende. Als England daran ging, den deut­schen Handel und die deutsche Kultur in Europa und in der Welt zu zerstören, hat es sich selbst den Todesstoß gegeben.

Aus Rußland.

Eine freche Verdächtigung.

Berlin, 29. Sept. Mit welch frechen Verdächtigungen die russische Heeresleitung gegen die deutsche Armee arbeitet, beweist eine beim Kiiegsminrstcrium cingeganqenc telegraphische Mitteilung des Armee-Obeikommandeurs der 8. Armee, in dem ein Originalbesechl des russischen Generals Schitinski mitgeteilt wird, in dem vor Benutzung von Brunnen­wasser gewarnt wird, da bei der deutschen Armee bei Koch her gestellte Eholerabazillen mitgeführt würden.

Ei« russischer Kreuzer gesunken.

Stockholm, 27. Sept. DasSocnsla Dagbladct" berich­tet aus Norrtöping, 24. Scpt. Ein russischer Panzerkreuzer ist bei Baltischport in der Finnischen Bucht auf Grund geraten. Das Unglück geschah, als man damit beschäftigt war, Trümmer von dem gestrandeten und von der eigenen Besatzung in die Lust gesprengten KreuzerMagdeburg" auszusischen. Der ge strandete Kreuzer gehörte einem älteren Typ an.

Wie schwer de» Russe« das Scheide» aus Deutschland wurde.

Der Korrespondent desDaily Telegraph" in Moskau er­zählt seinem Blatte über die Eindrücke von Verwundeten wäh­rend ihres Aufenthaltes in Deutschland, die jetzt in Mosla» im Lazarett liegen. Sie sagten:Deutschland ist ein schönes Land. Das ist kein Vergleich mit unseren armen Dörfern Dort gibt es prachtvolle steinerne Häuser mit drei Stockwerke», schone Teppiche, Stühle und Grammophone. Wir haben alle gelernt, das Grammophon spielen zu lasten. Die Deutschen haben auch Geigen und wunderbare schwarze Schränke mit Deckel, wenn man den Deckel aushebt, kann man mit der Hand aus dem Schrank Musik machen. (Gemeint sind Klaviere). Und viel gab es dort zu csien: Schweine, so viel man wollte, jeden Tag hatten wir gebratenes deutsches Schweinesleisch!" Wie gern mochten wohl auch diese in ihr Heimatland E»t- kemmenen das Schicksal ihrer in dem schönen Lande als Ge­fangene weilenden Landsleute teilen!

Ein verwundeter russischer Offizier über die Behandlung in Deutschluud.

DemBerl. Tagebl." geht vom Herrn Dr. Elafer in Ber. lin-Schöncbcrg eine Ucbcrfetzung folgenden Schreibens zu, das ein verwundeter, im Lazarett des Roten Kreuzes zu Landsbcrz liegender russischer Reserveoffizier an die Schristleitung der Rowojc Wremja" mit der Bitte um Veröffentlichung gesandt hat:

Zusammen mit vielen anderen Verwundeten bin ich in deutsche Gefangenschaft geraten und hielt bei meiner Ee- sangennahme mein Schicksal sür besiegelt, den» ich war. gleich allen anderen, von der Wahrheit der russischen Be richte über die grauenerregende Behandlung der russischen Berwundeteir seitens der Deutschen vollkommen überzeugt Zurzeit bcsinde ich mich in einem der Lazarette der Stadi Landsberg a.d. Warthe, zusammen Mit ungefähr 80 andc reu rujsiichen Soldaten, zur Heilung, und muß sagen, daß eine bessere Behandlung in medizinischer und in menschlicher Beziehung, wie sic uns hier widerfährt, kaum denkbar ist Die deutschen Acrzte und Pfleger geben sich die größte Mühe, die unmenschlichen Qualen der Verwundeten zu erleichtern