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lifltm Preise liefert. (Die Leiter dieser gemeinnützigen Ec- fellschaft wurden, zweifellos durch Konkurrenz-Manöver und ganz grundlos — als „deutsche Spione" ousgeschrieen und soll bei Kriegsausbruch eine Anzahl ihrer Läden vom Pöbel zer- stört worden sein).
Die elektrische Untergrundbahn („Chemin de fer Metro- polit-in", abgekürzt nur „Metro" genannt) öffnet ihren Betrieb kurz nach 5 Uhr früh; da sie die Stadt nach allen Richtungen „Hw durchkreuzt und durchquert und da an allen Stadt-Toren wichtige Linien ihren Anfang haben, so speien, schon wenige Minuten nach Eröffnung, die großen eisernen Metro-Tore ganze Scharen von Menschen hervor; sie alle, wie auch die mit den Gürtelbahnen, Dampsbahnen, Autobussen, elektrischen Linien usw. Heranströmenden, ergießen sich über die Stadt.
Das bringt dann in erster Linie Leben und Bewegung in die „Bars". Ueber diese echt provisorischen Lokal- ist ein Wort der Erklärung im Platze. Di- Bars kommen wohl den Eafe- Wirtschaften unserer großen deutschen Städte am nächsten, nur daß sie, außer Kassee, auch noch Wein, Bier und alle Spiri- - tuosen ausschänken. Sie existieren in großer Menge über ganz Parts zerstreut: fast jeder Eckladen ist von einem solchen Bar eingenommen. Die Gäste nehmen die Getränke (Speisen gibt es nicht, außer Brötchen und Eipscln zum Kassee) stehend ein und zwar rund um eine Art Büssct-Berschlag, der, ganz mit Zink verkleidet, mitten im Lokal steht und worin der Wirt mit seinen Echlllsen die Getränke ausschänkt. Da zu billigem Preise meistens gute Getränke vcradsolgt werden. (Die Taste Kassee mit Zucker z. B. kostet 10 centimer — 8 Psg), di« Bedienung rasch vorangeht — das Trinkgeld wcgsällt, so haben die meisten dieser Lokale enorm viel zu tun. Es zeigt sich dort auch, ganz besonders ausgeprägt, der stark demokratische Zug, der durch das Pariser Straßenlcben geht: der einfache Arbeiter in seiner Bluse steht mit der größten Natürlichkeit neben der eleganten Dame im Seidenkleid. Diese Bars, die die Wirtschaften verdrängt haben (außer den ausgesprochene» Speise-Wirtschaften) arbeiten vom frühen Morgen bi, lies in die Nacht hinein und sind säst stets überfüllt.
Mit dem voranschrcitendcn Morgen, etwa von 7 Uhr ab, beginnt der Auszug der Arbeiter, der Geschäftsangestellten, der unzähligen, besonders in Eonsektrons- uud Mode Branche be- schästigten kleinen Arbeiterinnen, „Midinettes" genannt, die mit ihrer lächelnde» Grazie und der angeborenen Kunst, mit wenigen Mitteln sich chik und vorteilhast zu kleiden, einen . Hauptrciz des Pariser Straßenlebens bilden. Die Untergrundbahn, bei der es keine Abonnements gibt, hat zu Gunsten der Arbeiter und Angestellten für dis Morgenstunden vor 9 Uhr einen ermäßigten Tarif eingerichtet: die Folge davon ist denn in den Morgenstunden und besonders kurz vor 9 Uhr ein kolossaler Andrang in den Metro-Zügen. Obschon dieselben aus je b—6 Wagen, 1K»—lö0 Personen zusammengesetzt sind und in Abständen von nur 2 Minuten auseinauder folgen, ist das Gedränge doch fürchterlich. Eng aneinandcrgedrückt steht man tza, nicht in der Lage, auch nur einen Arm zu bewegen, denn, was nur hineingeht, wird in die Wagen gestopft: dabei zeigt stch die BevöNcrung äußerst geduldig und fügsam.
Mittlerweile ist cs tu der Stadt a,eniha!ben lebendig geworden: die Läden werden durchft, Utlich um 8 Uhr geöffnet, die Nahrungsmittel-Läden ftiher, die Luxus-Geschäfte erst um 9 Uhr: auch viele Engros-Geschäste, gewerbliche und amtliche Büros beginnen die Arbeitszeit erst um S Uhr und selbst noch später. Das Straßenbild belebt sich nun nach und nach in erster Linie durch die vielen fahrenden Händler, die ein besonders charakteristisches Merkmal des Pariser Straßenlebrns find. Da gibt cs vor alle»! die „Marchands des 4 jaisons" — „Händler der 4 Jahreszeiten", so genannt, weil sic auf ihren Driickkarrcn zu jeder Jahreszeit andere Eßwaren hcrumjahren, — was eben gerade am vorteilhaftesten vorhaude» ist. Die Zahl dieser Händler uad Händlerinnen ist sehr groß, es gibt 3—5 000; sie sind durch polizeilich« Verordnung zum ständigen Herumziehen gezwungen und dürfen nur momentan stillhalten, um einen Käufer zu bediene»: diese fliegenden Händler zahlen nämlich keine Steuern, haben nur ihre Erlaubnisscheine und dürfen deshalb nicht an einem Orte stillstchen, um den hochbesteuerten Laocnbesitzern keinen zu großen Schaden zu machxn. — Man kann aus diese Art auf der Straß« das schönste Obst, die setn- sie» Gemüse usw. zu Spottpreisen kaufen: in der Saison zahlt man beispielsweise jür Trauben ost nur tö cts. — 12 Psg. pro Pfund, sür Psirsiche 20 cts. — 10 Psg. pro Pfund usw.: auch Binmen aller Art werden in gleicher Weise herumgefahren: seiner finden nrchrmals wöchentlich an bestimmten Plätzen groß« Slumenmärkre patt, (abgesehen von den vielen Blumenläden). Der Pariser resp. die Pariserin kaust viel Blumen: dieselben kosten auch säst nichts, wie denn Südftankreich und
Si«»e Tageszeitung, canmog, den 26. September 1914.
auch die nähere Pariser Umgebung Blume», Obst uud L-rnmsr in Hülle und Fülle, herrlich und ftühzeitig, hervorbringt. — Bei den fliegenden Straßenhändlern besorgen mit Lorlieb« die Hausfrauen ihre Einkäuse sür das Mittagessen, umsomehr als sic auf diese Art im Schlaftock und mit aus Papier aufge- wickeltcn Locken rasch aus die Straße hinunterlaufen können, — da die langwierige Toilette der Pariserin doch so früh nicht beendet ist!
An die deutschen Mütter!
O, schwere Zeit, die wir jetzt müssen tragen.
Wir deutschen Mütter, in dem ausgezwung'ncn Krieg. So wollen wir doch darum nicht verzagen.
Es ist ein Krieg, cs ist ein heiliger Krieg.
Diel Feinde stehn uns gegenüber.
Sie ball» die Faust, zu schlagen unser Heer.
Doch Gottes Allmacht stärkt die deutschen Brüder Zu überwält'gen den Feind zu Land und Meer.
Froh gibt cs Siege, für den deutschen Thron,
Doch gilt ein Seuszer meinem lieben Sohn!---
Die Welschen, Russen steh n uns gegenüber Und vieles Blut vergoß der deutsche Sohn Doch viele Vesten habe» wir errungen Und viele Siege sind erfochten schon.
Ihr deutschen Mütter laßt uns nicht verzagen Wir wollen glaubensvoll zu d c m ausieh'n Der einst aus Golgatha das Kreuz getragen Zu neuen Siegen wird er bei uns steh'n.
Und ob wir schützen auch de» deutschen Throil,
Gilt stets ein Seufzer unsrem lieben Sohn, -
Wenn ich des Nachts bei Hellem Stcrncnscheine Ein heiß Gebet geschickt zum Himmelszelt,
So denk ich all' der Lieben in der Ferne Die ihren Schlummer halten in dem Feld.
Ihr deutschen Mütter laßt uns überwinden Daß wir des Landes Recht und Ehre finde».
Wir müssen leiden lernen, und nicht klagen.
In aller Not und Stürmen nicht verzagen.
Wir bitten Gott, daß er zum Besten wende,
Er führ' den großen Krieg zu einem guten Ende.
Jn's schwache Lächeln bei dem neuen Sieg,
Mischt sich der Seuszer, sür den Sohn im Krieg!--
Frau M. Lust- Fauerbach.
Ans der Heimat.
* Friedberg, 26. Sept. Die abessinische Ausstellung der Herrn Hauptmanns Trapp im städtischen Museum ist am Sonntag vormittag von 11—1 Uhr und nachmittags von 3 bis 5 Uhr zum letzte» Male geiftncl.
• Friedberg, 26. Sept. Zu den Vereinen, welche schon in Friedenrzeiten „mobil" gemacht habe», gehört auch der hiesige „Veteranen- und Militärverein". In Vorahnung kommender Ercignisie hat der Vorstand bereits mit Genehmigung der Mitgliederversammlung einen mehrere tausend Mark betragenden Fonds angesammclt, welcher vom Verein-Vermögen abgezweigt und besonders verwaltet wurde, mit der Bestimmung, davon hülssbedürftige Kameraden und besonders auch die zurückgebliebene» Angehörigen während der Kriegszeit zu unterstützen. Die Verwendung geschieht in aller Stille nach Beschluß des Vorstandes und manche Familie, deren Ernährer draußen im Felde steht, wird das Wirken des Vereins dankbar empfinden und auch die Hinausgezogencn werden es mit Freuden begrüßten, daß die Kameraden in der Heimat sie nicht vergessen haben.
* Fricdberg, 26. Sept. Morgen Sonntag findet abermals ein Wettspiel zwischen dcni Fußballklub „O l y in p i a" Friedbcrg-Fauerbach und dem Fußballklub „M e r k u r" Friedberg statt. Das Spiel wird zum Besten des Roten K r e u z cs veranstaltet. Es wäre daher sehr erwünscht, wenn sich recht viele Zuschauer einfanden würden und in Anbetracht des guten Zweckes ein Jeder sein Scherf- lein beisteuern werde. Im Namen des Fußballklubs „Olympia" laden wir deshalb alle Interessenten freundlichst ein, es gilt eine große Sache zu unterstützen.
* Ober-Rosbach, 26. Sept. Feldwebel Raab, voüi hesi.
Garde-Regiment Nr. 115, welcher von hier gebürtig ist, wurde das Eiserne Kreuz verliehen. Wir beglückwünschen den tapferen Krieger zu dieser Auszeichnung._
^Äsicnhcim, 26. Sept. (Berichtig»««.) iio Gräfin zu Solms-Rödelheim teilt mit, daß aus Versehen Fe Dibelstelle falsch angegeben lvar. Sie steht Hebräer l;
* Bleichenbach, 24. Sept. Der beim 24. Dragpncr-Regimrnt in Darmstadt dienende Wilhelm Kümmel erhielt das Elfer- Kreuz. K. ertappte aus dem Schlachtseldc einen sranz.sischc'. Offizier, als dieser einem deutsche» Verwundeten die A»gcu ausslcchcn wollte. Ein rascher Lanzenstich bcfirdci,.- deu Ha! lunkcn ins Jenseits.
Lievesgabcn.
(lim Nachdruck wird gebeten >
Tie Nacht wird kalt, der Winter nabt:
Ich spur' cs nicht am heimischen Herde.
Doch du, mein wackerer Soldat —
Du frierst auf kalter Feiudeserdc.
Mein Tischlein deckt sich früh und spät In Sorge um mein Wohlbehagen.
Doch d», mein wackerer Soldat —
Du hungerst oftmals ohne Klagen.
Ich bleibe an der Alltagtat In leichtgcwohnter Ruhe kleben.
Doch du, mein wackerer Soldat - D» opferst alles, Blnt und Leben.
Mit wenig Pfennigen kann ich Dir eine Liebesgabe spenden!
Sollt' ich da zögern krämcrlich lind deutsche Bruderliebe schände»?
Tr. -.iic!.
Kartoffeln für das
Landiturm-Kataiüon Kriedhery,
Die Bitte unseres Landsturms konnte sür's erste entsprochen werden. Wie uns das „Rote Kreuz" mitteilte, stand gestern ein Waggon mit Liebesgaben für das Bataillon nach Markirch zur Abfahrt bereit und es war noch Platz für Kartoffeln.
Wir forderten die nächstbenachbarten Landwirte zur Lieferung auf und hatten das erfreuliche Ergebnis, dag dem Waggon 67 Sack Kartoffeln beigeladen werden konnten.
Wir bitten um weitere Sammlung. Eine ganze Anzahl Dörfer hat sich bereits gemeldet. Wir bitten alle Sendungen an die Landwirtjchastliche Bezugs- und Absatz-Zentrale in Friedbrrg gelangen zu lassen, die uns in zuvorkommender Weife ihre Lagerräume so lange zur Verfügung gestellt hat, bis der Waggon abgehen kann.
Bkckg »Nil Tchnftlkitlinil ki Am TiiMitiiig
FriBklg i. §.
Zu der gestrigen Sendung Kartoffeln trugen bei: Friede. Haas 1 Sack, Gustav Schmid 2 Sack, Wilhelm Lokb 3 Sack, Fricdr. Philippi 3 Sack, K. P. L. Loth 3 Sack Heinrich Thomas 2 Sack, Wilhelm Walther 2 Sack, Karl Walther 2 Sack, Will). Appel 1 Sack, Rudolf Philipp! 2 Sack, Karl Haas 1 Sack, Karl Ncisel 3 Sack, Friede. Schütz 2 Sack, Karl Horn 2 Sack, Maurermeister Loth 1 Sack und Bäckermeister Heck 1 Sack sämtlich aus Faucrbach-Friedberg. Weiter noch Hofgut Fauerbach 11 Ctr., Lekonomierat Alles Nkcder-Florstadt lö Etr-, Karl Breidenboch-Dorl» im 8 Sack Fritzel-Dorheim 1 Sack.
■ Den Gebern int Namen des Landsturm Bataillon; besten Dankt
Frankfurter Wetterbericht.
Ziemlich heiter, tagsüber mäßig warm, nachts kalt, schwache südlich» Winde.
Verantworilich für den politischen und lokalen Teil: O t t i Hirschcl, Friedbcrg; für den Anzeigenteil: K. Schm i d t, Fricdberg. Druck und Verlag der „Neuen Tagcszcitnag", - A. G., Fricdberg i. H.
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