Iltimmn* £25
Freitag, den *25. September 1914
7. Iahrgnne
Die „llfttc v a^eszeitnng" crdieint reden Werttag. Regelmäßige Beilagen „Der Dauer auv Heise«", ,.?ic Spiunckube". Dernfzsprcio: Bel den Postanstalten vrerteliährtlch Mt. 1/R lei den Agenten monatlich 50 Pjg. siinzu tritt Postgebühr oder Trägerlokn. Anzeigen: Grund,eile 20 Pfg^ lokale 15 Pig^ An-,eigen von auswärts werden durch Postnachnahme erhoben Erfüllungsort Friedberg. Schriftleitung und Verlag Friedb.'rg (Hessen), Hanauer trage 12. Fern precher 4^. Postscheck.Eonto Nr. 4359, Amt Frankfurt a. M.
^ngfipüftt iikrr itir ijfliiftitnt ks U !).
Keine wesentlichen Ereignisic ans dem Kriegsfchanplatz. — Serbiens Katzenjammer. —
Mißstimmung im Dreiverband.
Keine Ereigniffe im Westen.
WT B. Oimfics Hauptquartier, 24. Sept. abends (Amt firl.) Ans dem westlichen Kriegesck.auplali sind heute im Allgemeinen keine wesentlichen Ereignisse eingetrrten. u■ jfli’t Teilkiimvfe waren den deutschen Wnsscn günstig.
Ana Belgien und vam östlichen jlriegeschauplaN ist nid,<c Neues zu melden.
Die Heldentat des v S.
Bericht von Augenzeuge».
Ini „Nieuwe Rotterdoiiische Courant" gibt der Kapitän die- holländischen Tampfers „Titan", der einen groben Teil der lleberlebenden gerettet hat, solgende Darstellung:
In der Ferne an> Hoiizont sichtete ich die drei Kreuzer „Abonkir", „Cressy" und „Hoguc". Nach einiger Zeit war einer davon verschwunden, Zuerst 4d>cnftc ich ihm weiter keine Aufmerksamkeit. Als ich aber näher zusab, bemerkte ich, datz noch ein anderer Kreuzer verschwunden war. Es stieg Ranch ans und ich vernahm einen leichten Knall. Sofort setzte ich kurz nach der Stelle: als ich nahe kam, lieb ich die beiden Boote aussetzen, um die Mannschasten zu retten, die ich im Wasser treiben sah. So bekam ich l l I Man» an Bord, darnnter drei Offiziere. Alle waren nackt, da sic sich im Wasser ihrer Kleider entledigt hatten. Einer der drei Lssizierc war der Koniinandeur W. S. Sclls ans Plymouth. Tic Ilbr, die er ani Handgelenk trug, war um < Uhr 5 Min. stehe» gebtiebcn: eS war 40 Uhr, als ich ihn vufnahm. Alle waren erschövft. und sobald dcr^Komn^nd^nt.
Ä," Uii^'nach etwa 10 Minuten war er zu sich ge- konnnen. Ed stand aus und lachte spöttisch: „Eine etwas
langatmige Tchwimmübung." Er bemerkte, er habe etwa drei Stunde:, im Wasser verbracht. Später, als das Nötige zin» Aufsammcln der Schissbrüchigcn geschehen war, Hörle icki, daß der Kommandant von dem ersten der Kreuzer, der getroffen wurde, ins Meer sprang, als das Schiff zu sinken begann. Er schwamm aus dem Wirbel des sinkenden Schisses und lvnrde von ciucin anderen Kreuzer aufgelesen, der aber seinerseits auch bald durch einen Torpedo getroffen wurde »nd z» sinken begann. Obwohl Kommandeur Sclls neuerdings ius Wasser springen innbte, wurde er von der Explosion nickt berührt, und es gelang ihm wieder, ans dem Strudel über dem »ntergehcndcn Kreuzer z» entkomm:». Ein dritter Kreuzer, nahm ibn auf, allein kaum war er an Bord, als auch dieser durch einen Torpedo znm Sinken gebrach. wurde. AI nnaliger Sprung ins Wasser. Ter Cif:- zier klammerte sich an einem Wrackstück fest, pon wo er ans endlich gerettet wurde.
T. r „Algcniccn Handelöblad" berichtet:
Einer der löcrcttetcn batte die britisch" Flagge von seinen, Kreuzer weggenomme», bevor dieser sank. Er erzählte: „Die „Aveukir" erhielt ihr Torpedo zuerst, „nd daraus sprangen von den anderen beiden Kreuzern Mannschasten ins Wasier. in» die Kameraden von der „Abonkir" in der Koje zu retten. Das war „nser ltztürk, denn wäbrend wir unsere Kameraden anssischtcn, winden auch , Gogne" und „Cresstz" iu den Grund gebohrt. Tie „Ercisy" sank in vier Minuten So schnell verschwand das Sckiiff vor iinfaen Augen, dost cs entsetzlich war, den Untergang anzni und dabei ging fast die ganze Besatzung mit in die T: »e: denn wenige, ja nur einzelne konnten sich r. durch eini Sprung ins Meer retten. Ich bi» qewist. hast beinahe 2000 Mensche» den Tod in de» Welle:, xetyndru haben »nd von denen, die ihr Leben zuerst „och gerettet hatten, ' '
auch noch viele insolge von Sü .väcke und Ecschöpsung er tranken. Tie Starken allein konnle» am Lebe» bleiben." Tic „Flora" brachte 27 Offiziere und 27->> Man» „ach iden, wo sie zuerst mit Kleidern versehen weiden mnstten.
WasdieOefterre che dazufügen:
Wien, 24. Sept. ,W- B. Nirrtamtlia» Säintl .h Blätter besprechen die Heldentat d: - drutick e» Untcriee- bootes l' 0" in Artikeln. Das „Fnind-udlatr" :o> Ter 22. September wird in dc. ... :,i
Floltc immerdar ein Richmcstag sein. Drei vort, I e armiert.' starke Panzerickii»' verniä: ' schcs Unterseeboot in dem Zeitraum von ; Stund i, rinc Tat. die neuerlich beweist, dast die deutichcn :.s.:i>:n , in Bravour »nd Tüchtigkeit und in ihrem beroisch ., ,
nebiniingSgeist sich würdig der Laabarniee unseres L-eevi
detc» anreihcn. Tic „Neue Freie Presse" führt aus: Ztve: Stunden hat sich das Unterseeboot aus de», Ko.uipwi.i. ani. gehalten, jede Minute konnte seine letzte sein. Tie Tat zeugt von einer bis ins Tctgil ganz gusterordcntlich guten Schulung der gesamten Bemannung „nd von ihrer Tapser- kcit. Tieie Tut wird als erster Unterseebootsangriss große» Stil für alle Zeiten ein Beispiel sein, wie Man»:. niut, kühle Erwägung und vollendete Technik schier unglaublich dünkende Erfolge zu zeitigen vermögen. Tie Erzi-I- nng, die solche Opserbcrcitschgft hcrvorbringt, muß den S>ea verbürgen.
Dir Arbeit drs Kreurrrs Ambril.
London, 24, Sept, <W, B. Nichtamtlich.) Nach einer Meldung des „Taily Telegrgph" g„s Kalkutta hat der Kreuzer „Emden" der Handclsschifsahrt im bengalisckwn Meerbusen einen Schilden von 18 Millionen zugefllgt.
Ein dänisches Urteil.
Das Kupcnhagener Blatt „Berlins! Tidende" schreibt: In der Geschichte des Seekriegs wird der deutsche Sieg stehen bleiben als ein Ereignis von epochemachender Bedeutung, da die Unterseeboote den Beweis für ihren Wert erbrachten. Das ist ein Beitrag zu dem noch vor Monaten herrschenden Streite, ob die Hauptausmprksamkeit dem Bau von großen Schiffen oder der Entwicklung von Unterseebooten und Torpedobooten zuzuwcnden sei. Der bekannte englische Admiral Pcrch Scott war ein eifriger Vorkämpfer der Unterseeboote. _ ____—-— --
Drr lllrrt 5fr nrliinhrnrn $rni|rr.
Berlin, 23. Sept. Es ist natürlich nicht möglich, genau sestzustcllcn, wie hoch der Wert der vernichteten drei englischen Panzerkreuzer ist. Es dürfte aber keineswegs übertrieben fein, wenn man annimmt, datz England durch die Haldcntaten des „47 9" einen VerIust von da Millionen Mark erlitten hat. Demgegenüber stehen dis drei Torpedos, die einen ungefähren Wert von M0Ü0 Mark bedeuten,
Dnü tnBch-Mrlllkiche llnffriffboot AE I.
London. 23. Sept. Ein Bericht des Vizeadmirals Patey von der australischen Marine bestätigt, daß das Unterseeboot ...V E 1", eins der größten und modernsten Unterseeboote der englischen Marine, mit 31 Offizieren und Matrosen, gesun- k c n ist. Es hatte euren Torpedosendcr und zwei Kanonen an Vcrd. „a E 1“ gehörte zu den Unterseebooten, die in England für die australische Flotte gebaut morden sind; es war im vo- ritjLii Jahr vom Stapel gelaufen.
31?^00 Eiserne Kreuze.
Dckliii, 2 -!. Sept. Wie wir hören, konnten in diesem Feldzug ' bi: ; - etwa 83,000 eiserne Kreuze erster lind zweiter Klaffe v-rliei :T werden. Tie vor dem Feinde verliehenen Orden und Ehrenzeichen können beim Tode des Jvhrbers den Hinterbliebenen aus deren Wunsch belassen werden. Anck, , > o iltet, dicke Auszeichnungen auf Munich der Beteiligte« in den Kirchen aiifzubewahren.
Bsn den Köpfen in Serbien.
Wien. 23. Sept. Amtlich wird gemeldet: Soeben ange- l .. ' w- . : • Balkan- Kriegsschauplatz lassen erkenne - 4 i : : die beherrschenden Höhen westlich Kiu- peni Biljcg, Crni), um welche tagelang erbit
tert gerämpft wurde, iämtlich in unserem Besitz sind und datz hier .'er Widerstand der Serben gebrochen wurde. Da:, es weg::, ' er Kärnpse des Eros unserer Balkan Strcilkrastc ein ekvcn serbischen oder montenegrinischen Banden gelingen konnte, in jene Gebiete vorzudringcn, wo nur wenige Eeebav- lrwn und die unuingängltch »öligen Sicherheltsbesatzungcn ' rkk7g«S!!:be» sind, kann bei dem Charakter des Landes nie,, d >! ‘ n,
D:e Stellvertreter des Chefs des Eener, lstaes: p. 5 p | c r , fven ' if*.
5 >ic Serben vLÜig c.\
‘■Gten. 2; Sept. Die „Südsla e 'e Keeres-e-ndenz" «er ^ 2 sie erhalte von einem an der Front gegen -Serbe n l lämpfendcn Oft per folg, den Bericht aus Serbien, v! --- gäbe des Or'.s n;:ö ohne Datum: Wie scheu b-ekchie! habe, uns'... Truppen ao, Diene-ag ' Uhr sr-'b, '--dei.i vo.i sic c r Nebel in denNiederungen der Drina den Flutz Lbcrschri.ten l und den serbischen Eil.brUsort nach heftigem und für den Era-
„ r sehr verlustreichen Kamps genommen. Am nächste» Mor> , setzten einige Abteilungen den Bormarsch sort. Bei schö- > 1 , und nicht zu heitzem Wetter marschierten wir zwei Tuge, ebne zunächst auf stärkeren Widerstand zu stotzcn. Da wir besä,ä.ten mutzten, datz die Serbe» die Wege mit Flatterminen gesichert hätten, liehen wir zwei Herden oortreibe». Dies er ,es sich ober als unnötig. Die Serben, die von uns gcworse» worden waren, hatten sich zurückgezogen, um hier, In guten Stellungen verschanzt, sich IMS enigegenzustelle», scheinbar in der Absicht, unsere Bereinigung mit unserer zweiten Gruppe, die über K, operierte, zu verhindern. Der serbische Plan mitzlane vollständig. Unsere brillante Artillerie halte cs den Serben wie immer unmöglich gemacht, ihre Positionen längere Zeit zu behaupten. Als unsere braven Leute hieraus die Serben u» ter Elsen- und Zivio-Rusen mit dem Bajonett angingen, flohen sie panikartig. Die Ortschastcn, die die Serben als Schietzpunlte benützt hatten, standen teilweise in Flammen, als wir cinmar schierte», Inzwischen hatte uiiscre zweite Gruppe einen schar- sen Kamps mit serbischen Truppen, die vom Prinzen Georg gesührt worden sei» sollen. Auch dort wurden die Serbe» vollständig geschlagen und das fünfte serbische Insanterie- rcgimcnt ganz ausgeriebcn. Man erzählt, datz Prinz Georg beinahe gefangen worden wäre, als die Unsrigcn den Sturm aus die feindlichen Positionen unternahmen und den Gegner in die Flucht trieben. Unterdessen nahmen wir mit unserer zweiten Gruppe Fühlung und setzten den Bormarsch unter kleinen Kämpsen sort. Wir sind heute den sechsten Tag in Serbien, treiben den Feind vor uns her und haben viele Gefangene ge- machl, die sich grätzienieils in jämnieelichem Zustand besindcn. Bei „ns ist d--> Stimmung ausgezeichnet. Wir haben wenig aeeiluste. Der Gesundheitszustand der Truppen ist vorzüglich,
Serbien vor dem Ende!
Immer schwieriger gestaltet sich die Lage der serbischen Armee, immer peinlicher werden für die dortigen Machthaber die Kontraste zwischen der Phantasie und der Wirklichkeit, Bar kurzem wurden 1-t üüV Mann serbischer Kerntruppen in Sqrmiev und im Banat vernichtet, jetzt werden aus dem Gebiet des Landes selbst weit stärkere Kräfte entscheidend geschlagen. Die Cholera fordert Tag sür Tag zahlreiche Opfer. Die mazedonischen Banden stören empsindlich die Zusuhr, und der Zar ist seinen Basalten an der Save heute genau so wenig nahe, wie den Franzose» an der Marne. Heute dürste die Ernüchterung in Belgrad mit Paris bereits wohl gleichen Schritt halte». Das geht auch daraus hervor, datz der Ministerpräsident Paschitsch die Führer der parlamentarische» Parteien zusam» meziberufen hat, uni sic auszusordern, angesichts der Lage alle Zwistigkeiten zu vergessen und in ein gemeinsames Ministerium cinzutreten, Tic Besprechung verlies ergebnislos, da einzelne Parteiführer crtlärlen, erst mit ihren Partciausschüssen beraten zu müsse». Die Versuche Paschiischs, das Kabinett, durch die Ausnahme von Parlamentarier» aller größeren Gruppen zu stärken, dürslc erfolglos bleiben, da aus feiner Seite Neigung bestchr, dem Kabinett Paschitsch die Verantwortung für die jetzige Lage Serbiens abzunehmcn. Namentlich die Fort jchriltsparlci steht, datz ein vollständiges Dcbacle der östcrreich- jcindlichen Politik der Dynastie und Pajchitjchs hercingcbrochcn ist. Diese Ansicht wird auch im Lager der Se'mldcmokraicn und von vielen Jungradikalcn geteilt.
Da in Nisch die Cholera immer mehr um sich greift verlassen sehr viele Menschen die Stadt. Es verlautet, datz dc> tzof und die Negierung die Uebcrstedlung nach Ucstüb var- bereiten,
Aschmals die ^affirtirnlr von Rmü§.
W i e n , 23. Sept. Zu der Gefuhr, welche der Käthe» d r a \ c vor: Reims durch die Beschießung der Festung droht, schreibt die „Neue Freie Presse": Reims ist von den Verbündeten in Feldzug gegen Napoleon und von den Deutschen im cklriegr r ent Louis Napoleon nicht beschossen worden, weil cs leine bes-.'':igte Stadt war. Erst nach dem Frieden von Frank- | furt mochten die Franzosen aus ihr einen der wichtigsten Vcr> u it. i njjrpliAe und befestigten sie durch 12 Forts. Diese sa«
I gcn in der Spr.'cho der Kriegswisfcnschaft einem jeden, daß Frankreich aus militärischen Rücksichten der Gefahr nicht ach- | ter, die cn für die Kathedrale mit dieser Notwendigkeit in dem , V; ncnöliu ' -.rvorrui'i. wo Reims aufyörl, eine offene Stadt z" j f.'li:. De'.'?schlgnd so:l Reims nicht beschießen, weil die Kirchl e werden -.nie, Frankreich darf jedoch den Weg sper m cricn jei! n hinter dcr Kirche verborgen sein Weil
di.- Fra^cscn mf ti; dcvtfche Gemütsart rechneten, wußten ne daß d'e Arril! ie den Au>:rag bekommen werde, die Kathedrale z". schonen. Was ist häßlicher, als der Versuch, den histo« r'schcn Sinn und die bei den Deutschen natürlicke Achtung


