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A »m,er 221 _ Donnerstag, den 24. September 1914. 7. Jahrgang

DieI rue Gagesiritung" ci cheinl irden Werltag. Regelmäßige BeilagenDer Sauer au« Helsen", ,,?i« Kplnnllul'»". Seiugaprei«: Bei den Posta,istallen oiericlialiritch Lik. 1,95

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Die Heldentat desU 9 ".

(Sin deutsches Unterseeboot hat drei englische Pan;erkren;cr vernichtet. 26 gegen 2700!

Fortschritte im Westen.

26 gegen 2700!

Tine besondere- Gefühl der Freude übcrlonunt das deutsche Bol!, wenn bekannt wird, Latz ein Lieg über die Engländer er­rungen sei. Man hat endlich erkannt, wo die Schlange unter den Böllern zu sinden sei, der den Kops zu zertreten des Schwei­ßes der Edlen wert sein müsse.

Man war sich seit Beginn des von England heimtückisch angezettelten Krieges bewußt. daß der Kamps zur Sec ein schwieriger sein werde. An Zahl de. icwassnctcn Schiffe stand uns ja England weit voran. Dag aber die Ueberzahl durch de» Geist, den eine Truppe beseelt, ersetzt werden kann, das hat Las perfide Albion jetzt schon zu seinem Schaden erfahren müs­sen. Zwar haben auch wir schon schmerzliche Schäden erleiden müsien, was wollen sic aber besagen im Vergleich zu Len Ver­lusten, die wir unseren Feinden zugesügt haben. Aus deutscher Seite sind in Verlust geraten die kleinen KreuzerMagdeburg", Köln" undMainz" (über deren Schicksal ganz sichere Meldun­gen immer noch nicht vorliegen), fernerAriadne" undhela", die zu den lleinsten und ältesten Schissen gehören; außerdem ein Unterseeboot, ein Torpedoboot und ein Mincndampscr und ein Vcrmesiungsdampscr.

Die Engländer dagegen, die über die weitaus stärkeren Kräfte vcrsügen, haben bereits 11 Schisse, darunter vier große Panzerkreuzer verloren.

Binnen zwei Stunden hat ein einziges deutsches Unter­seeboot mit 25 Mann Besatzung unter Führung ihres wackeren Komniandantcn, Otto Weddigcn. drei große englische Panzer­kreuzer mit über 2700 Wann Besatzung in den Grund gesenkt. Kaum 700 Mann konnten gerettet werden, so Laß also etwa 2000 Mann aus dem Meeresgrund« ruhen.

Während die Kunde dieses herrlichen Erfolges ln Deutsch­land hohe Begeisterung ausgelöst hat, herrscht in England bleiches Entsetzen. Aus dem Gesühl der unbedingten Sicher­heit ist man jäh erwacht. Zwar tröstet man sich mit dem Be­wußtsein, daß man noch sehr viele Kreuzer zu verlieren habe. Wir meinen aber, der Krug geht solange zum Brunnen, bis er bricht. John Bull tröstet sich weiter mit dem Gedanken, daß leine Schisse die zweitgrößte Flotte der Welt zur Untii- tätigkeit gezwungen haben. Nun unsere wackeren Seeleute haben den Engländern einen neuen Beweis von ihrer Tgten- losigkeit gegeben. Sie haben eine Heldentat vollbracht, die unsere hossnung, die wir allenthalben aus sie gesetzt haben, vollauf gerechtfertigt hat:

Wie stürmt unser Panzer so kühn und so schnell.

Wie leuchten die Augen so srisch und so hell,

Wie schön, für Deutschland zu fahren!

Und sind auch die Meere vom Feinde erfüllt,

Der rings aus Geschützen entgegen uns brüllt,

Wir treiben ihn donnernd zu Paaren!

Fortschritte im Westen.

Gefangene, Maschinengcwctzrc und

Geschütze erbeutet!

WTB. Grotzcs Hauptquartier, 23. Lcpt., abds. (Amtlich.) Auf dem rechten Flügel des deutschen Wcsttzccrcs, jenseits der Oise, stctzt der Kampf. Umfassungsverfuchc der i>ranlosen tzabcn keinerlei G» folge gctzabt. Öcstlich der 'Argonncn ist Barennes i::i Laufe des Tages gcuommcu worden. Lcr 'Angriff schreitet weiter fort. Die gegen die Lperrforts südlich von Verdun nii- greifcndcn Armectcilc tzabcu heftige, aus Verdun über die Maas und aus Tont erfolgte Gegenangriffe siegreich abgeschlagen. Gefangene, Maschinen- gcwetzrc und Geschütze erbettlet. Tas Kener der schweren 'Artillerie ec crr die Lperrsorts Trohon» Los Pniochee-, Goiiip des Romains und Lioivillc ist mit sicht­barem Grsolg eröffnet worden.

In fy r a » ,; ö s i s ch - Lothringen und an der e l s ä s s i s ch e n (Sven 3 c wurden die französischen Vortrrrppen an einzelnen stellen z « ck g c d r ä n q t. Eine wirkliche Gntscheidung ist noch nirgends .aciallen.

Aus Belgien und ans O st e n ist nichts Neues zu melden.

?rei englische PlUljkckkiljtt von einem

Mischen Unterseeboot vernichtet.

Berlin, 23. Septbr. (W. B.) Das deutsche Unterseeboot(I 9" hat am Morgen des 22. September etwa 20 Seemeilen nordwestlich von Hoek van Holland drei englische Panzer­kreuzerAboukir".Hogue" undCressy" zum Sinken gebracht.

Der stellvertretende Chef des Admiralstabes. Behnke.

Glücklich znrnckgekchrt!

Berlin, 23. Seht. Es wird uns mitgeteilt, daß das UnterseebootU 9" und seine Besatzung heute nachmittag unversehrt zurückgekehrt sind.

Die Besatzung desII 9".

Wilhelmshaven, 23. Scpt. (W. B. Nichtamtlich.) Zur Besatzung des UnterseebootesU 9" gehören: Kapitönlmt- nant Weddigcn (Otto) Kommandant, Oberleutnant z. See Spieß, Marine-Ingenieur Schön, Obcrsteucrmann Träbert, Oöermaschinist Heinemann, Oberboots» maatc Schoppe, Hör, Matrosen Gc > st, Ros cma nn, Schenker, Schulz; Obermaschinislcnniaate Marlow, Stellmacher, Hinricki, Maschinistenmaate März,

R c i ch a r d t, Obermaschinistcnanwärter Wollenberg, von Koslowski, Oberhc.zer Eisenblätter, S ch ü s ch k e, Heizer Karbe, Schober, Lied, Köster, W o l l st e l t, Fnnkenheizer S i c o c r S.

Der Hergang drs Krlrchies.

Berlin, 23. Scpt. (W. B. Nichtanitlich) Der Angriff des UlitetseebootesU 9" auf die drei englischen Panzer­kreuzer ei folgte gestern um (i Uhr bei Hellem klarem Wetter und zwar zunächst gegen denAboukir", der innerhalb 5 Minuten sank. Die beiden anderen englischen Panzerk en- zer beteiligten sich zunächst an dem Rettungswerke. Als­dann sank nach weiteren drei Minuten der zweite englische KreuzerHogitc". Das Sinken des dritten Kreuzers er­folgte gegen 9 Uhr. Das UnterseebootU 9" entkam der schließlich an einen sicheren Ort gelangt ist. Die Meldu ige.i von anderer Seite, daß 5 deutsche Unterseeboote bei deni An- griff beteiligt gewesen seien, von denen drei nnteegeg rügen seien, sind falsch. Tatsächlich ist der Angriff nur von denr UntcrsecboetO 9" erfolgt.

.Berlin. 23. Scpt. (W. B. Nichtamtlich.) TicVoss. Ztg." meldet ans dem Haag: Wie die Uebericbenden der Be­satzungen von den in Grund gebohrten englischen Kreuzern cf.üblen, lagen die meisten Leute, als der Angriff crfo.gle', noch in den Kojen; daraus erklärt sich, daß die Gerettete» meist nur mit einem Henid bekleidet waren. Sic känipsien drei Stunden mit den Wellen, che sic gcreitci wurden. Tie englische» Kreuzer gaben keinen Schuß ab. Wie der Kapi­tän des TampsersTitan" erzählt, konnte er III Mann u.

3 Offiziere ausnehmcn, unter ihnen den Kapitän Teils des SchiffesAboukir". der drei Stunden aus einem Wrackstück herumge'awommen war. Als dieser zu sich gekommen war, erklärte er grimmig lachcitd' Das war eine langivi.'iige Schwimmtour, und crzäbtte, daß er rund drei Stunden im Wasser gelegen habe. Er war von dem ersten Kreuzer, der getroffen war, über Bord gesprungen und von einem andern Kreuzer aufgefischt worden. Als auch dieser getroffen war. , spreng er von neuem ins Wasser und werde vom drillen Kreuzer ausgenommen. Ta auch d'.escr sank, so mußte er zun, dritten Mal über Bord springen. Ter Kapitän wurde daraus an Bord des TorpedojügersSituier" gebrüht.

Per!!», L3. Sept. (®. B. Nichtamtlich.) liri r die -Heldentat desU 9" erfährt dieB. Z." noch folgende Eii- zelbciten: Kleieä Wetter herrschte nordwestlich Hoek ran Holland, als .v 9" unter Führung des Kepitänlentnants Otto Weddigen in der Frühe dcS gestrigen Morgens aus einer Patronillensohrt plötzlich die drei englischen Panzer- sreiczerAboukir".Hogue" undCrcssy" vor sich anstau- chen sab, die zn dem siebenten englischen kretizcrgeschw.ider gcbörten. Das oanre Gcitbwade: e. steht aus sechs Panzu-

krenzern. Tie Gelegenheit ist günstig, dem Feinde, der mi­sch? inend nichts ahnt, unbemerkt kräftig ank den Leib z» rücken. Es ist etwa ti Uhr morgens. Plötzlich erliil! der Aboukir" einen gewaltigen Stoß; fünf Minuten iprler sinkt das Schiff, das über 12,000 Tonnen Wasserverdräng­ung und fast 800 Mann Besatzung hat. Ist es ans eine Mine gestoßen? Noch wissen es die Engländer nicht, aber sic fürchten es, denn gleich daraus ereilt den KreuzerHe­gne" dasselbe Schicksal. Sofort werden die Boote ausge- setzt. TorCressy" ist bemüht, die Uebcrlebcnden anszn- sischcn. Zwei Stunden vergehen mit der Bcrgnngs.irb nt. Ta plötzlich erhält auch derCressy" einen gewaltigen Stoß und versinkt gleichfalls alsbald in die Tiefe. Nun zweifeln die Engländer nicht mehr, daß ein deutsches Unterseeboot in der Nähe ist, und daß die drei Panzer von deutschen Tor­pedos in den Grund gebohrt worden sind. Nun beginnt eine wilde Jagd aufü 9", aber hoffentlich ist es ihm ge- lnngcn, seinen Verfolgern zu cntkomincn. Inzwischen naht der holländische FrachtdampfcrFlora", der ans der Fahrt von Rotterdam nach Lcith begriffen war. Die Besatzung derFlora" sieht einige Schisfsbootc auf dem Wasser trei­ben und erkennt beim Näherkommen, daß englische Ltsi- ziere und Matrosen darin sitzen, nur notdürftig bekleidet, im Zustand schwerer Erschöpfung. Sie werde» an Bord derFlora" geborgen und von ihr nach Vmniden gebracht.

Ainsirrdäm, 23. Sept. (W. B. Nichtamtlich.) Das Handelsblad" meldet: Der Kapitän desTitan" sab um 7,50 Uhr drei Kriegsschisse, die in Zcitabsiände» von ;e einer Piertclstnndc sanken. DerTitan" erreichte um 9,20 Uhr die Stelle und fand dort Wracksiücke und eine große Anzahl Schiffbrüchige. Das Schiff setzte Boote ans, die zwei Fahr­ten machten. Viele Seeleute wurden an den Tauen empor- gezogen. TerTitan" nahm um 11.15 Uhr den Kurs nach Hock van Holland. Um 12.10 Uhr erschien das englische TorpedobootLuciser", da? einen Teil der Geretteten an Bord nahm. Tie Engländer befinden sich unter Bewach- ring des holländischen Militärs und werden beute in ein In- ternicrungslager befördert. Dir Bcninnnnng des .211 o*i fir" bcirug 900,Hogne" 999 undEresit," 832 Monn, meist Reservisten zusammen also über 2700 Mann.

Amsterdam. 23. Sept. (W. B. Nichtamtlich.) Ter Kapitän derFlora" hat niitacteilt. er befand sich mit sii- nem Schiss ans der Fahrt von Rotterdam nach Leith. als er etwa Ist Seemeilen hinter dem MarSlcuchtschisf ans 8 Meilen Entfernung einen Kreuzer mit 1 Schornsteinen blickte, der sich ctuf die Seite legte rmd langsam versank- Aul er sich dem Kreuzer näherte, sab er viele Rettungsboote üei­ben. Er selbst nahm von 9 bis (.12 Uhr an dem Rettmigs» werke teil, dann erschienen andere englische Krieg-;schiite- Tcr Kapitän sah auch ein paar deniscbc Unterseeboot? not- tauchen und hielt cs für geraten, sich eiligst zu enffe,m?w Ein englischer Matrose vom KreuzerCressy" erzählt?: Drei Kreuzer befanden sich gegen V>G Ufir früh etwa 30 Meilen von der holländischen Küste entfernt auf der Höhe des neuen Wasserwegs. Das Wetter war neblig. Plötzlich erfolgte eine bestigc Explosion, und wenige Augenblicke 'pater sah man, doß derAboukir" sich auf die Seite legt?. Die bei­den anderen Schisse machten Boote los: sie hörten eine halb« Stunde später drei Erplosioncn in der Nähe derHogne , eine Viertelstunde danach traf ein Torpedo dieEr?ssy , die in vier Minuten sank.

vir ssnolänber haben bisher 14 KnegsiW verloren.

Noch der englischen Presse, die in diesem Fall ckncn gv wissen Anspruch aus Giaubwürdigkeit hat, steht der Verlust fol­gender englischer Kriegsschiffe fest:

Name

Baujahr

SBartiot"

19^.

Aboulir'

liOO

, käoguc"

1Ö0J

Grcijl

i: o >

Acetzusa"

1913

.Glaucefter"

1909

,Seailesj"

1912

Vaihsiuder"

191 4

Amptzion"

1 11

Pegasuo"

18J7

Druid"

1912

Lacrics"

1913

Phcnir"

1912

.. äpeedy '

lSb9

Bezüglich des

Warrior"

Gattung

Panzcrlreuzer

Geich. Kreuzer T.-Zerstörer

Torpedoboot

Verdrängung 10700 T. 12200 T. 12200 T 122' 0 l 0600 T. 4000 T. 0500 T. 3000 T. 3500 T. 2200 T. 770 T. 950 I. 770 T. 800 T.

dem Untergang des

6 Äniniti Pllilp*'

imS hna