7. Jahrgang
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2)ic ,»? e«e (Trt£tüjeitmtg“ u ci; eint lefcen Werllao. Regelmäßige Beilagen „Vertaner aus Hessen", „Vie ^'pinnKnUe". Keku-eperis: Bei den Postanstaltrn mecteliiiqcii^ - jj<t. 1,m3 tci Den Agc«ten monatlich 50 PiF. vinzu iritt Postgebühr oder Trägerlohn. Anreigen: (brund^eile 20 Psg., lokale 15 Psg^ Anzeigen von auswärts werden durch Po tn.r.^n.r'):ne erhoben Erfüllungsort Frredbera. tzchriflleiluug und Verlag Friedberg (Hessen), Hanauer trage 12. Fern precher 48. Postscheck-Conto Nr. 4859. Amt Franlsurt a. Ü/J.
Sieg aus dem linken Flügel.
Vor der Entscheidung. — Viele taufend Gefangene in offener Fcldfchlacht. — Vorgehen in
Rnffifch Polen. — Bewegung in China.
$or iift siMlshtll Kilts,heidMg.
Acht Tage nun wogt die Riescnschlrrcht in Fremkeeich, di. cn Ausdehnung von den Toren vor Paris bis unter die Mauern von Verdun sich dahinstreckt. Rcichgcscgnete Ge- filde sind cs, die von Wein und Getreide strotzen, aus denen der Donner der Schlachten tobt und Gräuel und Verwüstung werden in die sriedlickßm Landschaften getragen. Die armen Winzer der Champagne, die dieses Jahr ans eine rcick>e Ernte hassten, mögen sich bei ihren mit dem Zarismus ans Tod und Leben verbundenen, republikanischen Machthabern bedanken, wenn sic in diesem Herbst Blut statt Wein zu ernten bekommen und wenn ihre Felder ». Weinberge von den Nossen und Wagen zerstampft werden.
Acht Tage tobt der Kamps und immer noch nicht rst die Entscheidung gefallen. Aber schon läßt sich erkennen, welche Seite den schirrrcrrnngenen Sieg hciintragen wird. Auf unserem rechten Flügel, der weil er am äußersten Ende gesochten hat und der am meisten bedroht war, ist bereits ein glänzender Sieg erfochten. Die Franzosen hatten, wie es scheint, eine große Anzahl ihrer Korps aus dieses Schlachtfeld geworfen, uni unsere Streitkrnfte zu schlagen und ans- znrollen. Dieser Plan ist gescheitert. Die Franzosen erlit- ten eine schwere Niederlage, die sie mit vielen Gefangenen und Geschützen büßen müssen.
Auch im Centrum, wo ia die Lage während der ganzen Schlacht gut gestanden bat, bleibt uns das Kriegsglück hold und unsere Truppen befinden sich in steten, wenn auch lang- samen Vorschreitcn. Das ganze französische Jubelgeschrei über die Zurücknahme unserer vorgeschobensten Streitkrästc ist verfrüht gewesen, denn unsere Armee befindet sich wieder ans den, Vormarsch. Sie sind auf einmal merkwürdig still geworden, unsere Feinde, recht kleinlaut geben sie zu, daß die Stellungen der Deutschen recht starke seien und daß ihre Lage günstig sei.
Ein abermaliger Versuch der Franzosen in das Elsaß einzubrechcn, ist wiederum znrückgcwicscn worden. Französische Alpenjäger, die durch das Brcuschtal Vordringen wollten, wurden mit blutigen Köpfen Hein,geschickt. Schweizer Blätter berichten, daß auch in der Gegend von Bessert 4 Tage lang gekämpft worden sei und daß sich die Franzosen über Bnssang und La-Chapclle zurllckziehen mußten. Trotz- dem die Franzosen in der Ueberzahl gewesen seien, hätten sic allein an Gefangenen dreitausend Mann verloren.
Im Osten stand »ns Gott sichtbarlich zur Seite. Nach- dem es dem General von Hindcnburg gelungen war, die russische Narcw-Armee in die Sümpfe Masnrens zu treiben und dort zu vernichten, stürzte er sich aus die Wilna er Armee, um sie ebenfalls ans's Haupt zu schlagen, nebenbei brachte er noch bei Ltzck dem Klinischen Armeekorps eine ge- hörige Niederlage bei. Es gelang diesen, Schlachtenmeister, der heute wohl der populärste Mann in Deutschland ist, nahezu 12 russische Armeekorps, die Elitetruppen unserer Feinde, in dreiwöchentlicher Schlachten nicht nur zu schlagen, sondern z. B. vollständig zu vernichte». Es - lrd lange Zeft brauchen, bis die Nüssen wieder im Stand sein werden, aus diesem Teil des Kriegsschauplatzes mit frischen Kräften er- scheinen zu können. Bereits ist das polnische Gonverne- ment Snwalki in preußische Verwaltung genommen worden und deutsche Truppen rücken gegen die russische Veste O'o- wice. So sicht der von den Engländern und Franzolen ge» träumte Vormarsch der Russen gen Berlin aus!
Wie weit diese beispiellosen Siege gegen die Russen dazu beitragen, die Lage der Oesterrcicher in Lemberg zu > r» lcichtern, wird die nächste Zeit lebten. E-- ist unseren Bar- bündete» gelungen, den russischen Var,. - ' 'ini;■»■
und ihr Mut ist ungebrochen, so daß sie . , Kämpfen
mit voller Zuversicht entgegen geben.
Ter von den Russen angestistete Einlall der Serben in ungarisches Gebiet ist schmählich zniammrngebrochen. Mit vielen Tausenden Gcsangenen mußten die Serben diesen Versuch bezahlen, ibre Timck-Division ist nabe;» vcrnich- tct und kein Serbe mehr auf österreichisch-ungarischen Boden.
Alles znsannnengcfaßt haben wir allen Anlaß mit dem Ergebnis dieser Kricgöwoche vollauf zufrieden z» sein und der Zukunft siegesaeloiß entgegen z» schauen.
Siegreiche Kämpfe im Westen.
Großes Hauptquartier, 18. Sept., Vor mittags. (Amtlich.) Zur Ergänzung der Meldung von gestern abend.
Das französische 13. und -t. 'Armeekorps und Teile weitere Divisionen sind gestern südlich Tropon entscheidend geschlagen und haben mehrere Batterien verloren. Feindliche Angriffe gegen verschiedene Stellen der Schlachtsront sind blutig zusammcngebrochen. Ebenso ist ein Vorgehen französischer Alpenjäger am Vogesenkamm im Breuschtal z u r ü ck - g e w i e s e n.
Bei Erstürmung des Chateau Vrimont bei Reims sind 2500 Gefangene gemacht worden. Auch sonst wurden in offener Feldschlacht Gefangene und Geschütze erbeutet, deren Zahl noch nicht zu übersehen ist.
Unser Ostheer setzt seine Operationen im Gouvernement Suwalki fort. Teile gehen auf die Festung Osowicc vor.
Itt iulaiisiitcnlmuli der jcrbilihril (Offcnfiue.
Wien, 18. Sept. (W B. Nichtamtlich.) lieber den Zusammenbruch der serbischen Offensive gegen Syrm-.m und Banat erfährt die „Südslawische Korrespondenz" von besonderer Seite aus Esscg:
Kurz nach der Vernichtung der serbischen Timokdivi- sion bei Mitrovitza drangen reguläre serbische Truppen sowie größere Banden Komitatschis, nach amtlichen Mitteilungen etwa 15,000 Mann stark, gleichzeitig an mehreren Stellen in Syrniien und Banat ein. Unsere Aufklürungs- truppen stellten ihren Vormarsch bereits im ersten Augenblick fest: nian ließ sie aber ebenso wie vorher die Timok- division unbehelligt über die Save einmarschicrcn. Als die Serben gegen Jndia vorücktcn, wurden sic von unseren Truppen gestellt. Bald griffen auch unsere Verstärkungen aus Pctcrwardcin ein, worauf der Kampf einen rascheren für den Feind ungünstigen Verlauf nahm. Die Serben erlitten durch unsere Artillerie furchtbare Verluste. Ein glückliches Umgchnngsmanöver schnitt einen Teil der Serben von den, Rückzugswege ab, so daß die eingedrungenen serbischen Truppen eine katastrophale Niederlage erlitten. Tie Zahl der gefallenen Serben dürfte mit 3000 Mann eher z» niedrig als zu doch veranschlagt sein. Viele tausende wurden gefangen- Auch die in Südungarn (Banat) eingefallenen serbischen Truppen wurden von einer fast völligen Vernieblnng ereilt, so daß kann, ein Bruchteil wie- der auf serbischen Boden zurllckgelangte. Kein Serbe weilt zurzeit mehr ans unserem Boden.
OSfrtru Iftbildic liigemiltldililgtn.
Wir», 18. Sept. (W. V. Nichtamtlich.) Amtlich wird initgcteilt: Serbien versucht durch Nachrichten über Niederlagen der österreichisch-ungarischen Truppe» im Auslande Stimmung zu machen. Demgegenüber braucht nur uns die amtlichen Prcsse-Communiqnes verwiesen zu werden. Hiernach überschritten wir die Drina und haben alle Versuche dcS Feindes, in Tyrmicn und Banat Fuß zu fassen, vollständig und erfolgreich abgewicsen.
Ter Stellvertreter des Chefs des Generalstabs v. H o e f c r, Generalmajor.
ssin mfliidire ZchiilM Muke».
London, 18. Sept. (W. B. Nichtamtlich.) Tie Admi- ralität gibt bekannt, daß das Schnlschifs „Fisgard 2 " i.i, Kanal im Sturm gesunken ist. Von der Besatzung von 01 Mann sind 21 ertrunken. Das Schulschiff „Fisgard 2" ist ein als Hulk für Maschincnpersonal benutztes altes Pa»,er- schiss, cs hieß früher „Jnvinsiblc".
Pfiioiialunflntifningrn in den Mrerstellen.
Amtlich wird bekanntgegeben:
Für den erkrankten Generaloberst v. Hausen General der Kavallerie v. Einem Armcesührcr. Für diesen General der Insantcric v. Claer, kommandierender Genera! des 7. Armee- > Ivrps. — General der Artillerie v. Schubert, bisher kom
mandierender General des 11. Nescrvekorps, zu andcrweiliger Verwendung. Für ihn der Geireralquartiermristcr v. Stein zum kommandierenden General des 11. Refcrvekorps ernannt. — General der Infanterie Graf Kirchbach, kommandierender General des III. Reservekorps, verwundet, dasür General der Insanleric v. Eben okmmandierendcr General des 10. Rescrvekorps.
Die „Sächsische Staatszeituiig" (ftiiher „Dresdner Iorirn.") schreibt: Generaloberst v. Hause» hat, wie wir scheu meldeten, das Kommando über die dritte Armee, die »ntcr seiner be nührten Führung frischen Lorbeer an ihre Fahnen heftete, ans Gesundheitsrücksichten »iederlcgen müssen. Er ist a» der Ruhr erkrankt und besindet sich zur Zeit zur Wiederherstellung leine, Gesundheit in Wiesbaden. Der Kaiser hat de» hochverdienten Hecrsührer für die Dauer der Krankheit vorübergehend von de», Kommando enthoben und ihm ein sehr gnädiges allcrhechites Handschrcibcn unter wiederholter Anerkennung der hervorragenden Leistlinge» der sächsischen Korps zugehen lassen.
Ehrenbürger v. Hindenburg.
Königsberg, 18. Sept. Die städtische» Behörden haben einstimmig beschlosien, dem Ecncraiobcrstcn v. Hindenburg das Ehrcnbürgcrrecht zu verleihen.
,.Es wird weiter gedroschen«"
Ein Stammtisch in Franlsurt a. M. hatte an den Generalobersten v. Hindenburg nach dem Siege bei Tauneuber., eine Glückwunschdepesche gesandt. Daraus traf bei den Absendern eine Feldpostkartc ein, aus der in mächtige» charakicristi- schen Schriftzüge» zu lesen stand:
„Vielen Dank für freundliche Glückwünsche. Ich d icke den Erfolg Gott dem Herrn und meinen braven Truppen. "7s wird weiter gedroschen.
Generaloberst v. Hindenbur g."
Ein gefangener Bandit.
Der russische General Marios, der befahl, die von seinen Truppe» besetzten Ortschaften Ostpreußens zu verbrenne» und die männlichen Einwohner zu erichiesien, ist in Halle a. d. S. gekesselt cingebracht worden. Er kommt vor ein Kriegsgericht.
Hilfe für nnfcre Ostpreußen!
Berlin, 18. Sept. Durch das vorübergehende Eindringen der Russen in Ostpreußen war eine große Anzahl von Lazaretten und Krankenanstalten völlig ausgeplündert worden Da nach einem hierher gelangten Bericht der Ersatz von Sanitätsmaterial und Berbanpmitteln noch nicht allenthalben durchgeführt zu sein scheint, entsendet das Kriegsministerium einen Kommissar dorthin, dem mit Verbandmitteln, ärztlichen Gerät und Lebensmitteln gefüllte Autos bcigcgcben sind, »m dort an Ort und Stelle sofort alles fehlande sür den ersten Bcdars z» ergänzen. Die Versorgung der Truppen mit warmem Unterzeug für die kalte Jahreszeit gehört mit vielen andern Maßnahmen z» den Mobilmachungsvorarbeitc» der Heeresverwaltung. Warmes Unterzeug ist ebenso, wie Massen, Bekleidung, Verbandpäckchen usw. sür jeden einzelnen Mann in Hceresstärke scher- gestellt und gelangt demnächst zur Ausgabe an die Truppen. Dazu gehören wollene Unterjacken, Unterhosen, Strümpfe, Pulswärmer und Kopfschützcr. Wenn private Sammlungen nebenher den gleichen Zweck verfolgen, kann das selbstverständlich nur willkommen geheißen werden und die Anregung des Kronprinzen in dieser Hinsicht ist höchst dankenswert. Besonders Strümpsc und Pulswärmer sind ja rasch verschlisien und können nicht genug vorhanden sein.
Hut ab vor den Oesterrcicher«.
Wien, t8, Sept. Im „Wiener Abendblatt" wird au» Kral au gemeldet: Ein höherer rcichsdeutscher Offizier, der >m hiesigen MMtärlazarett liegt, sprach sich in Worten höchsten Lobes über die Heldentaten der österreichisch-ungarischen Truppen aus. Der Osfizier sagte, vom Kommandanten angefangen, bis .,»m letzten Soldaten ist jeder ein Held. Man iruß ne lämpien gesehen haben, um die gigantilchen Leistungen begreifen zu können. Hut ab vor diesen Männern: sie sind wahrhaftig Heroen.
Erregung in China.
Wien. 18. Sept. Der Korrespondent der „Rundschau" meldet: In Peking herrscht die größte Erregung über ri'.e Forderung Japans, ihm freie Hand in China zu gewähren, die zu lebhaften Protesten Anlaß gab. Von chinesischer Seite werden alle Gerüchte über Unruhen und Revolten in China dementiert. Die Erregung gegen die Ententenmächte, namcnt»


