Ausgabe 
16.9.1914
 
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Nr. 217

Kapitalisten n. Vemiiatnsverwaltunakn lmbar- diertivertpapikre u. reichnet dainitürirgsanleihe.

Kapitalisten und Vermögensverwaltungen, die äugen- blicklich nicht über slüstigc Mittel verfügen, können trotzdem grünere Beträge aus die Krirgsauleihe de» Reich» zeichnen. Tie Besitzer von Wertpapieren können sich nämlich die Mit­tel zur Zeichnung aus die neue Anleche durch Verpfändung eines Teiles dieser Papiere bei den Kriegsdarlehnsklissen (Reilbsbankanstaltcn) beschossen. Der Lombard-Zinssatz ist für diesen Zweck auf 6% ermäßigt worden. Tic neuen Schatzanwcisungcn und die neue Rcichsanleihc rentieren nach Berechnungen der Fachpresse durchschnittlich etwa zu 5%%. Die Zeichner müßten also vorläufig einen Zinsverlust von etwa V 2 % auf sich nehmen. Dem steht

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ober die Möglichkeit eines erheblichen Kursgewinns bei günstigem Ausgang der Krieges gegenüber.

Aber selbst wenn die lombardierten Effekten demnächst mit einem erheblichen Kursverlust verkauft werben müßten, so würde dieser Bcrlust voraussichtlich dadurch ausgeglichen daß an Stelle von oder 4% Papieren 5% Reichsan­

leihe eventuell mit Rückzahlungsgewinn treten würde. Wenn z. B. 100,000 M. 4% Papiere, die zuletzt mit 96% notiert waren, zu 90% verkauft werden müßten, so wäre der Erlös OOPOO'Mk. und cs würden jährlich 4000 M. Zin- fen Wegfällen. ° Es ist dabei also mit einen, sehr erheblichen Kursrückgang gerechnet. Wenn für diese baren 90.000 M. 5% Reichsanlechc zu 97,50 gezeichnet werden, dann könnten noin. 92,000 M. bezogen werden, die sich jährlich mit 4,615 M. verzinsen würden. Es würde also ein jährlicher Zins- gewinn von 615 M. zur Verfügung stelzen.

Die Frist zur Zeichnung lauft mit dem 19. September

ob.

(Oftprfitfini Lach ilfrtrribung der Men.

(Ein Rlttarbeiter deritoln. Vollszeitung" berichtet:

Nach einer die Nacht währende» Fahrt kamen wir in Lau- tcnburg in Westprenßen an. Da» Städtchen von ungefähr <666 bis 5060 Einwohnern stand noch tu Flammen. Die Stadt war vollständig verlassen. Sparen einer schrecklichen Vernichtung wiesen daraus hi», daß hier soeben die Kriegsfall« hindurchgc- rast war. Drückender Qualm und Brandgeruch gestatteten mir nicht länger, mich auszuhaltcn. Weiter ging'» nach dem 25 Ki­lometer cntsernten Städtchen Solda». An der Landstraße sind sämtliche Telegraphealeitungen zerstört, di« Tclcgraphenstangen liegen entweder quer über der Straße oder im Grabe«. Die Straße selbst war wegen gewaltiger Löcher, die von den Gra­naten herrührten, kaum noch passierbar. Die der Ehausiee ent­lang liegenden Felder waren mit Leichen und Verwundeten, meisten» Russen, bedeckt, tsiebea den Leichen liegen plhireiche Pserdekadaocr, tote Schweine, Gänse, Enten »sw. Waffen lie­gen zerstreut umher. Au» einigen Tornister» der gefallenen russischen Soldaten sicht man silberne Gegenstände, die jedcn- sall» geraubt worden sind, Herauslugen.

Wir kommen iu das Baucrndors 2- Die Bauernhäuser sind zerstört, weisen jedoch keine Spuren eine» Brandes aus. Die Türen, Fenster, Spiegel, Porzellangegenstände sind von den Rüsten zertrümmert, Betten und Wäsche liegen zerstreut auf den Feldern. Die Möbel liegen im Feld«, neben den Betten stehen Sosas. An einem Baume neben der Landstraße hängt rin halb durchschnittenes Schwein, zum Teil gebraten, darun­ter Spuren der Speisenden. Es war wohl der Rest eines plötz­lich abgebrochenen Soldatenschmauses.

Wir gelangen nun in einen große» Wald. Die lautlos« beinahe Grabesstille wird fortwährend durch das löhnen der Verwundeten unterbrochen. Ei» russischer Soldat, dem eine Granate ein Bein abgeristen hatte, kam ächzend und wild- schreiend aus dem Walde heraus, indem er sich auf zwei Aeste stützte, und bat slchentNchft »m Ausnahme und Verband seiner Wunde.

Ganz entkräftet ob des Gesehenen komme ich halb tot in Seldav an. Das herrlich an Seen gelegene und von schönen Wälder» umgebene, etwa 5000 Einwohner zählende Städtchen ist säst gänzlich leer, An einzelnen Stellen brannte es noch. Nirgend» konnte ich meinen Heißhunger stillen. Die Schau­fenster der Geschäfte waren zerschlagen, hie Waren lagen zer­streut ans der Straße. Ich trete iu ein Kolonialwarengeschäst, aber auch da kann ich etwas Eßbares nicht erhaschen. Päckchen mit Perfil sWaschmittel), Karamelle«, Knons Hafermehl »sw. lagen zertreten auf dem Baden.

vie rrsie ffnwklikii Örnrbikts XV.

Die Kundgebung Bcnedil iS XV. ist die erste Enzyklika des neuen Papstes und ist säst ganz dem gegenwärtigen Kriege gewidmet. Der Papst führt darr» zunächst aus, daß seine Per­son hinter seiner hehre» Ausgabe zurückftche: er erklärt sodann, er zwcislc nicht a» der göttliche» Güte, die ihm nach Auferleg­ung diestr so drückenden Lust auch den nötigen Mut und Stärke verleihen werde. Der Papst drückt hieraus sein Entsetzen und leinen Kummer aus, die er empsinde beim Anblick des schreck- «lchcn Schauspiels des Krieg 4 und angesichts besten, daß ein Großer Teil von Europa mit Feuer und Schwert verheert uud »on Christenblut gerötet werde. Er wendet sich mit väterlicher Liebe an alle seile Kinder und crllärt, nichts Unterlasten zu wollen, was das Ende dieses Unglücks herbeiführen könne. Wie schon Pius X empfiehlt der Papst allen Söhnen der Kirche, besonders denen, weiche die Weihe» cmpsangea haben. Eatt in Kirche uud Haas i» Gebeten aozuruseu, aus daß der Krieg ein Ende nehme. Die Enzyklika schließt:Wir wollen diejenigen, welche die Völker regieren, bitten und beschwören, daß sie oll«

llieoe Tageszeitung. Mittwoch, den 16. September 1914

ihre Streitigkeiten beilegen.zum -Wohl der menschlichen Gesell­schaft. Möge» sic bedenken, daß schon zu viel Trauer und Elend das Leben der Sterblichen'begleitet, - als daß es notwendig wäre, noch mehr Trauer? und' Leid hinzu zufügen. Mögen sic bedenken, daß der Trümmer und des vcrgostcncn Blutes bereits geaug sind, und mögen sie sich beeilen, Fiicdcnsvcrhandlungcn einzuleiteu und sich die Hand zu reichen. Wenn sie das tun, wird Gott sie und ihre Völker reich belohne». Sie mögen end­lich wissen, daß dies dem Papste sehr angenehm und sehr er­wünscht wäre, da er während dieser großen Verwirrung der Dinge sich den größten Schwierigkeiten auch in der Ausübung seines apostolischen Amtes gegenübersieht. Die Enzyklika trägt das Datum des 8. September, des Festtages von Mariä Geburt,

Ans der Heimat.

* Friedberg, 16, Scpt. ImFranls. Gcncralaiiz." befin­det sich unter der Ueberschrift einePatriotische Tal", daß in Fricdbcrg unter Leitung des Postbeamten Alles eine Ver­sammlung von Staats- und Ecmcindcbcamtcn stattgcfunden hätte, iu der einmütig beschlossen worden wäre, dahin zu wir­ken, daß alle Beamten für die Dauer des Krieges auf ein Fünstel ihres Gehaltes zugunsten der Kriegsfürsorge verzichten sollten. Die ganze Nachricht ist ein schlechter Witz. Es hat weder eine Versammlung stattgesundcn, noch hat sic Herr Alles geleitet. Die Beamten stehen an Opfcrmutigkeit hinter keiner anderen Berussklasie zurück: leider gestatten ihnen aber ihre Verhältnisse nicht, ein derartiges Opfer zu bringen, wie oben angedeutet ist.

* Friedberg, 16. Sept. Der Sohn des Herrn Gendarmen t. V. F r i ck, Gustav Jakob Fr ick, der als Unicroffizier im In­fanterie-Regiment 116 die Schlachten in Belgien mitmachtc, er­hielt das Eiserne Kreuz und wu-dc zum Sergeanten befördert. Wir beglückwünschen Herrn Flick von ganzem Herzen zu seiner Auszeichnung. Herr Frick war auch früher ein sehr tätiges Mitglied, des hiesigen Turnvereins. Es bewahrheitet sich hier wieder, der von den Turnvereinen vertretene Grundsatz, daß eine turnerische Ausbildung von großem Wert für die Militär­zeit ist,

* Ilbenstadt, 16. Sept. Unter den Gemeind,Ir. die sich in der Fürsorge um unsere tapscrcn Streiter für das Vaterland hervortun, besandet sich auch Ilbenstadt, Eine Sammlung für das Rote Kreuz hat 426 Marl ergeben, davon wurden für 75 Mark Wolle gekauft, womit die Kinder Socken und Stauchen stricken, die restlichen 366 Marl kamen zur Adlicsrung: außer­dem befanden sich dabei eine größere Anzahl von Hemden und Handtüchern. Weiter ist cs mit der Hilse der hiesigen Einwoh­ner gelungen, den Saal des Gastwirts Grix mit 2l Betten zur Aufnahme der Verwundeten auszustatten. Die Betten sind alle mit Matratzen, llnterbeit und sauberen Ueberzügen ver­sehen, zwischen je 2 Betten befindet sich ein Nachtlasten, Herr Lehrer Christian, der sich die Ausstattung des Krankensaales besonders angelegen sein ließ, gebührt besonderer Dank für die tadellose Einrichtung. Somit ist alles für die Ausnahme von Verwundeten bereit, sie dürfen bei ihrer Ankunft der besten und sorgfältigsten Verpflegung sicher sein.

Ilbenstadt, 15. Sept. Unser beliebter und in hiesiger Gegend geschätzter Arzt Herr Dr. med. Schocker aus Assenheim wurde von Sr. Erlaucht dem Herrn Grafen zu Leiningen-Lvesterburg zum H o f r a t ernannt.

* Gieße», 14. Sept. Eine umfassende Tätigkeit für

die verwundeten Soldaten wird in unserer Stadt entfaltet. In 17 zur Verfügung stehenden Anstalten sind bis heute schon 1164 Verwundete cingeliefcrt und gepflegt lvorden abgesehen .von einer Anzahl verwundeter Feinde, welche ebenfalls hier untergebracht sind. Belegt sind zur Zeit sei- gende Gebäude:Heil- und Pslcgcanstalt, Siecheichaus,

Steins Garten,Evangcl. Schwesternhaus, Lupusheim, Garnisonslazarctt, Turnhalle, Kaufmännisches DercinShaus, Katholisches Schwesternliaus, Kathol. Vereinshaus, solo,c folgende Kliniken: ckstrurgische, Frauenklinik, medizinische Klinik, Ohrenklinik, Augenklinik, Hautklinik und die Kli­nik für nervöse Kranke. Tie alte Klinik, in welcher die Gewerbcausstellnng untergebracht war, wird z, Zt. mit 350 Betten ausgestattct und dann ebenfalls diesem Zwecke dienst­bar gemacht, auch sind dcni roten Kreuz »och eine Anzahl leerstehender Privatwohnnngcn angebotcn. Sämtliche La­zarette find der Aufsicht des Oberstabsarztes Dr. Siegelt unterstellt. Für alle diejenigen welche- Verwundete besu­chen wollen diene zur Nachricht, daß in der Bürgermeisterei Zinmier Nr. 2 ein Büro errichtet ist, auf welchem bereit­willigst Auskunft über "alle bier cingcliefcrten Verwundete und in welchem Lazarette sie sich befinden, gegeben wird. Es genügt die Angabe des Naniens und Hciniatsortes des Verwundeten und der Suchende wird dann sofort gewahr ob und wo sich derselv« in Gießen befindet.

* Giesse», 14. Sept. Dein nächst bekommt auch inserc

Stadt eine größere Anzahl (befangenen zu beherbergen. Mau spricht von 10 bis 15,000 Mnnn. Ans bei» Trieb ist schon Holz zu Darackcnbauten angesahren. Es soll erst ein kleinerer Trupp Gefangener koninicn, welcher die Unter­kunstsräume für die später eintreffcnden hcrstellt. Ob wir Franzosen. Russen, Engländer oder Belgier bekoiamen ist noch nicht bestimnit. In ciiiein kürzlich Abends hier durchgekommenen Gcfangcnenzugc waren in v schied,ncn Abteilungen Belgier, Franzosen »nd Engländer aneinander geraten, so daß die Beglcitmannschosten mit dem Bajonett Ruhe schaffenlußteii. Tie Belgier warfen den Franzosen vor, sic seien Schuld on demgrand malheur" und diese wicdernm schoben unseren Vettern Enzssündern die Schuld an der verlorenenbataillc" zu, so daß sie schließlich ancin- auder gerieten wie die Kesselflicker. Wenn man in jeden Wagen-unter bieje drei Nationen noch ein paar Russen «ud Serben bringen konnte, dann gäbe dies ein Bild unter wel­ches inan den TitelHolder Friede'Süße Eintracht" jeden könnte. ', * . >

Hesseu-Rosiai

Wiesbaden. 14. Sept. Schuldepulatton und Magistrat in

Seite 3.

Wiesbaden haben vor allem aus hygienischen Gründen die ver­nünftige Einrichtung getroffen, bei den oberen Schulklassen die dritte obligatorische Turnstunde in der Woche als Spielftuude

im Walde abzuhaltcn, damit die Kinder an heißen Rachini«. lagen von den Straße» der Großstadt entfernt und in frischer Waldlust unterhalten werden, llnvcrständige Ettern Halle» ihre Kinder von dem Besuch dieser Turnstunde ab. weil sic durch den bin- und Rückweg in den Wald und längeres Spiel zu Turnstunden werde». Der Maschinist Pfeil hat aus diesen Grün­den seine Tochter zu Hause behalten. Gegen den ihm darauf zugcstclltcn Strajbesehl verfolgte er heute ohne Erfolg Ein­spruch a» das Amtsgericht, das das Verhalte» der Eltern gegen­über dem guten. Willen der städtischen Verwaltung tadelte, ebenso wie cs der als Zeuge erschienene Rektor der Schule im Landsturmrocke tat.

* Wiesbaden, 15. Sept. Der 13. laudwirlschastllche Bezirks verein (Wiesbaden-Stadt und -Land), der stärkste B zirlsvcrcln im Regierungsbezirk Wiesbaden, beschloß i» seiner stark be­suchten Generalversammlung 666 Mark, die der Bczirksorrcln alftührlich vom Hauptverein, dem Verein »assauischer Land und Forstwirte als Zuschuß erhält, den uotlcideiiden Laudwir tcn i» Ostpreußen zu überweise,,. Die übrigen 2266 M. Ver elnsvcrmögcn solle» zur Zeichnung aus die Kriegsanleihe ver­wendet werde». Außerdem soll der Haupiverci» ersucht wei­den, die übrigen 15 Bczirlsvercinc zu derselben Maßnahme zu vcranlaste». Interessante Mitteilungen über Maßnahme» die aus Anlaß des Krieges seitens der Landwirlschajiskammer ge trosfen wurden, wurden in der Versammlung gemacht. So zeigte sich bei der Beschassung von Arbeitskräften, daß absolut kein Bedürfnis für jugendliche Arbeiter vorhanden war. Von den innerhalb fünf Tagen sich stellenden 2666 Jugendlichen konnten 56 untergebracht werden, über die Klage» g.nrlg' lai wurden. Roch kläglicher war cs mit andercn Arbeitern, jür Di- auch kein übermäßiges Bedürfnis vordandcn war. In zuvo- kommender Welse stellten die Höchster Farbwerke 566 ihrer . beiter der Landwirtschaft zur Verfügung, indem die 2!rr gcbcr nur für Kost und Logis auszukommen brauchte-,. wänre ' die Höchster Farbwerke den Lohn weiter zahlten. Die H- Werke stellten diese Maßnahme aber sojort am 26. V . st als sie erfuhren, daß Landwirte ihre bezndllen Ardr- entließen, um dafür lastenfreie Farbwerlsarbeitcr ,>-i je' teil. Bezüglich der diesjährigen Kartosscicrntc i.; . der Versammlung mitgetcilt, daß diese als gute Mittel.. r zusprechen sei. Als Preis pro Zentner solle man :l ih ; setzen. Den Vorwurf in drr Presse »sw, die Londwi ; den Wucher treiben, wenn sie ihre Kartosscln zu i >0 !

Zentner absetztcn, wies man mit Entrüstung zurück.

Deullchc!

Warum unterstützt Ihr unsere politischen Gegner in ihrer

maßung gegen uns durch Bevorzugung ihier Eizcu-z Nisse und Rachässung ihrer Kleidung, Sitte» und Ge­bräuche?

Warum verwendet Ihr immer noch Fremdwörter?

Warum sprecht Ihr noch im Inland fremde Sprüchen ml!

Ausländern, anstatt zu erheischen, daß sie sich unserer Sprache so gut als möglich bedienen, wie wir cs auch auf unseren Reisen im Ausland machen müssen?

Warum besucht ihr »och Geschäfte, Gasthäuser und Bcranstal- tungen, wo wenigen Fremden zuliebe die deutsche Sprache und deutsche Art zurückgcsctzt wird durch Fir­menbezeichnungen, Ladcnausschrisien, Gasihausnanic» und Speiselarten in fremden Sprachen?

Warum verhindert Ihr nicht ein für allemal den Gebrauch fremder Sprachen. Namen und Bezeichnungen bei Spielen und Sportübungcn?

Warum laßt Ihr es Euch gefallen, daß deutsche Fabrikanten Euch Erzeugnisse in fremdsprachlicher Ausmachung auszwingen, wie z. D. Bleistifte, Federhalter, Hüte, Halsbinden, Wäsch« uud andere Gcbrnuchsgcgenständ mit englischen und französischen Ansschristen, insbe sondere solche mit fremdländischen Flnggcn?

Warum weist Ihr nicht Waren zurück, die srcmdsprachli he Bezeichnungen tragen?

Wisset Ihr nicht, daß Ihr durch Euer glelchgülilges Verhall., gegenüber dem Mißbrauch ftcmdsprachlicher Ausdrücke in Handel, Presse, und Verkehr die Ueberhedung un­serer Feinde und ihre Geringschätzung unserer Eigen art und unserer Sprache geradezu gezüchtet habt und daß selbst ties unter uns stehende Völker uns wegen dieser Fremdlümelei »nd Auslandsucht »erspotleu uut »erachten?

Deutsch, wie wir selbst, sollen auch sei« unsere Sprache und un itten!

Mfiijf heraus und pfiitfrijliim heraus!

(finr Zlllihinnig au die Frauen.

Im Auftrag von 82 Frauenvcreinen wendet sich der Ra tionale Franc »dien st mit folgender beherzigenswerter Mahnung an unsere Frauen:

Die große Zeit mahnt UNS mit gewaltiger Stimme zu wahrer schlichter Art. Deutsche Frauen! Kehret darum zurück zu seinsllhligem, bescheidenem Wesen! Fort mit Eitelkeit und Putzsucht und dem Auswuchs sranzösischer Halbwelt! Zeigt in eurem Benehmen jene Würde, die bei Freund und Feind Achtung gebieten muß. Laßt uns den Pulsschlag der ge waltigen Zeit fühlen und stolze Deutsche werden!

Frankfurter Wetterbericht.

r«or»u»>age: Wolkig, meist trocken, lühl, westliche Wende

Verantwortlich für den politische« und lokalen Teil: Otto Hirsche!, Friedberg: für den Anzeigenteil: K. Schi»! dl. Friedberg. Druck und Verlag derNeuen Tageszeitung , 8T. Frredbera i £>