Einzelbild herunterladen

U». »11

ft fft nicht fchmi von vrtkkswtrtschllstlcchrr und lrygicoiicher Stell» ans gemahnt und gewarnt worden vor den Itebrrtrrtb-

ungeu einer verweichlichenden Ernährung und vor dem Ver­schleudern wertvoller Nährstoffe. Immer Heller, weißer und zarter verlangte die Stadtbcvöllerung nicht nur ihr Weihge­bäck, sondern auch dos Brot. Die Mühlen rönnen kaum noch den verwöhnten Ansprüchen in Weihe und Feinheit der Mehle Genüge tun. Die nährstoffreichen, dunkleren Mehle, die das Getrcidckorn bei weiterer Ausmahlung hcrgibt, gehen auf dar Land, wo ste zum Teil als Dichsuttcr verbraucht werden müssen.

Jetzt ist es am Platze, sich das Falsche dieser Geschmacks­richtung zu vergegenwärtigen, die im Grunde genommen gar nicht der lleberzeugung der Bevölterung entspricht. Wie oft hört man nicht das schmackhafte, kräftige Landbrot loben, das wohl jeder jStädter hier und da zu tosten Gelegenheit gehabt hat. Auch in der Stadt läßt sich das gleiche Brot berstc.en: man verlange von seinem Bäcker nur nicht immer wieder ein Helles, feines und deshalb schwammiges Brot, sondern bevor­zuge das kernigere, gut sättigende und gesund-Landbrot". Auch hier will niemand einen sofortigen llebergang zu dem für manchen gewiß schwer zu vertragenden Schrotbrot oder auch nur zu dem als Kommißbrot bekannten Schwarzbrot, obschon diese Brote viele Anhänger haben. Es genügt für di« B-rbes- serung unseres Hausbrotcs und für die bester- Ausnutzung un­serer Kornvorrätc, wenn zunächst ein Mehl als Brotmehl ver­wendet werden würde, das nur etwa 10 v. £. weiter gezogen (kleichaltiger) ist. Hat man bisher aus einem Zentner Korn G5 Piund Brotmehl ermahlcn, so könnte und müßte man nun­mehr 75 Pfund Brotmehl Herstellen. Dadurch würde das Brot nur wenig dunkler, aber schmackhafter werden und unsere Korn- bcftände würden eine erhöhte Ausnutzung zulasten.

Die Mühlen und Bäcker werden gut tun, auf eine erhöhte Ausbeute des Korner besonders bedacht zu sein. Aufgabe der Bevöllcrung ist es, diesen Bestrebungen Vorschub zu leisten und den dunkleren Gebäcksortcn den ihnen gebührenden Vorzug zu geben.: . i

Ein jaubcres Kleeblatt.

Ich sei gewährt mir dir Bitte, in eurem Bund der Drilfe.

Nach dem Exkönig Manuel und dem Boxer Johnson nieldct sich nun auch Villa, der Mexikaner. Der berüchtigte mcxianischc General und enicritierte Räuberhauptmann, hat, wie derDaily Telegraph" niitteilt, aus NvgaleS telegraph­isch einen energischen Protest gegen die deutsche Kriegsführ­ung nach New-fhork gesandt.Man vergleiche", sagte er, meine Methode zu fechten mit derjenigen der Deutschen. Die Gedanken des deutschen Kaisers über den Krieg sind keine mexikanilchen Ideen. Säen» seine Gedanken richtig sind und ich unrecht habe, dann sage ich mit General Cher», mann, daß der Krieg eine Hölle ist."

Die Stimmung in Schweden.

Bon befreundeter Seite wird derDeutschen Tageszeitung" folgender Brief einer schwedischen Frau zur Beifügung ge­stellt. Wir geben die Zuschrift im Wortlaute wieder:

.Länger kann ich nicht schweigen! Ich muß Dir Mit­teilen, daß nicht nur meine Familie, sondern ganz Schwe­de» Euch Deutsche wie Helden anfieht und mit warmer, tiefgcsühltci Sympathie Eurem Riesenkampfe folgt. Unsere Völker find ja so nahe verwandt, wir sind alle Germanen, Euer Kamps ist unser Kamps. Doch Schweden ist teutral und darf seine Sympathien nicht zeigen. Als ein neutra­ler Staat mästen wir ja auch alle die lächerlichen, lügneri­schen Depeschen von anderen Ländern in unsere Zeitungen »ufnehmeu: aber nur an die Kricgsdepeschen, die aus

Deutschland kommen, glauben wir, und sicher! Wir jubeln mit Euch, wenn die Siegesbotschaften kommen. Die Geschichte hat wohl selten eine größere Feigheit gezeigt al» die von Rußland, Frankreich und England in dem wundervollen Verbände mit den widerwärtigen Japanesen, lleberall in unseren Zeitungen liest man von der großartigen Einigkeit der Deutschen, und eine Episode schöner als die andere von der edlen Opferwilligkeit eines Jeden. Ebenso bewundern wir alle die würdige und richige Haltung des ganzen deut­schen Volkes. Ich habe neulich von der wundervollen Fahrt der beiden KriegsschiffeGoeben" undBreslau" gelesen. Das ist ja märchenhaft! Die Rüsten dringen doch beängsti­gend tief in Ostpreußen ein, nicht wahr?

Es ist zu traurig, daß wir Schwedeu nicht mächtig ge­nug sind, um unseren Stammverwandten in ihrem mächtigen Kampfe um die Freiheit der höchststehendeu und höchstzivi- lisicrten Raste der Erde Helsen zu können. In Schweden glauben alle an den schlietzlichen Sieg Deutschlands. Man kann cs sich nicht anders denken, als daß die höchste Tapferkeit im Verein mit der höchsten Intelligenz und Sach­kenntnis am Ende siegend hervorgcht,"

Mit die pariicr ^pndjni aimktmdtn wurden.

Einem Pariser Bries de» Amsterdamer Telegraaf" ent­nimmt dieDeutsche Tageszeitung" folgende Schilderung:

Die Kriegsiackel Hai den Lichtglanz der Stadt verdunkelt: bescheiden leuchten NN» allein die Bogenlampen und Laternen, die man sonst laum inmitten des Lühtmeeres bsmcrltc. Um 8 Uhr werden die Kasteehäuier geschloffen: da stellt man Stühle auseinander und drehi das Licht herab. Ob einer will oder nicht, er mtcß nod) Hanse. Hier und da flattert noch ein ver- lasiener Nachtschmetterling trauernd über den amanl de coeur, den man ihm jo schnöve genommen hat. Denn das ist eines der vielen gute» Dinge, die man i» diesen Tagen getan hat: man hat die Apachen mit einem Schlag ausgeroitet. Ob die Mrmis und Jeanettes, die sich sreiivillig jür ihre Liebhab» opferten und sie mit ihrem Schandgeld nnierhielicn, auch wem- teu und drohend die Haarnadeln hrrvorzogcn, es half nichts. Am Tage nach der Mobilmachung hat di- Pottzei mit Eriolg einen Streifzug unternonuncn gegen die Leute von der Zuhäl ter-Gilde. Sir wurde» ans den Betten gejagt «der aus der Straße angchalte» und vor die Wahl gestellt: nach

Mar Kramt «der tma Baonn. Die metsten übeiven im

auat XognitHamt. mutimm 4, *ti a. m$tmtat l*H

»agno «TTtaftotft gefunden g» haben. Ohme svro^biorrnlrch.

keilen hat mast tot* Apachen snfdtHe Weife aupgerottct und s» dem vorgebmvt,»AZe uns dea Umständen Nutzrnziehen kön-

fttn. ^' v»fy*' y v.'rt

Dazu bemerkt dirkölnische Zeitung":

>,J st cs no ch nötig, die gesperrt gedruckte Stelle zu glossiere»? Also bewertet man den Heeresdienst, daß man ihn dem Bagno gleichstellt! Daß man den brave» Jungen«, die vor» tm Feuer stehen, den Abschaum des hauptstädtischen Gesindel» als Kame­raden an dir Seite gibk!"

Ans der Heimat.

* Zentrale für Krirgsfürforge. Mit der Haussontm- lmtg wird jetzt begonnen werden. Um die Opferwilligkeit unserer Mitbürger nicht über Gebühr in Anspruch zu neh­men. werden unsere Sammler alle diejenigen nicht besuchen, welche bereits Beträge gespendet und sie nicht als erste, vor­läufige oder durch besondere Ereignisse veranlagte Gaben bczecchitet haben. Selbstverständlich werden ober weitere Gaben mit herzlichem Dank cntgegengenommen und auf Wunsch von unseren Sammlern abgeholt. Damit unsere Zentralsammlung. welche den hilfsbedürftigen Angehörigen der Kriegsteilnchiner aus unserer Stadt zu dienen vor­nehmlich bestimmt ist, recht reichliche Mittel erhält, ergeht an unsere Mitbürger nochmals die dringende Bitte: Jeder gebe nach seinen Kräften! lieber die Gaben wird in den hiesigeu Zeitungen quittiert.

* Fricdbcrg, 8. Sept. Eine Malerin, deren Mann im Felde steht, niöchte zur Bestreitung ihres Lebensunterhalts eine größere Anzahl ihrer felbstgefertigten Gemälde ver­kaufen. Einen Teil der Einnahine stellt sie dem Roten Kreuz und dem llnterstützungsfonds für die Hinterbliebe­nen gefallener Krieger zur Verfügung. Die Gemälde, de­ren Besichtigung an und für sich schon zu empfehlen ist, sind der Münzeubcrgcr Möbelhandlung (Wolfengasse) in Kom­mission gegeben.

Hesieu-Nasiau.

F. C. * Limburg, 6. Sept. Der Bischof vou Limburg ist durch einen Erlaß für den Mittelstand vor die Ocffent- lichkeit getreten. In demselben wird darauf hingewiesen, daß die kleinen Gewerbetreibenden und Handwerker bei Vergebung von Arbeiten und bei Einkäufen nach Möglich­keit berücksichtigt weiden. Die Geistlichen und die kirchlichen Jnstitrite weist der Bischof an, bei Anschaffungen und Ver­gebung von Arbeiten vor allem den Mittelstand zu berück­sichtigen und ersucht den Klerus, in diesem Sinne auch bei passenden Gelegenheiten auf das katholische Volk einzuwir­ken und besonders die Angehörigen des Mittelstandes selbst. zu ermahnen, bei ihren Standesgenossen zu kaufen und ar­beiten zu lassen.

Starkenburg.

* Darmstadt, 8. Sept. Zur Unterbringung von 10,000 Kriegsgefangenen auf dem Truppenübungsplatz bei Darm- stadt, die vou Seiten der Militärbehörden vorgesehen ist, reichen die vorhandenen Barackenlager und sonstigeu Ein­richtungen nicht aus. Die Kommandantur des Truppen­übungsplätze? schreibt daher die Lieserring großen Zeltma- terialS, sowie einer großen Anzahl von Tischen, Bänken, verzinnten Waschschüsseln und Eßnäpfen etc. aus, insbe­sondere wird auf schon gebrauchtes Material gerechnet. Weitere französische Kriegsbeute traf gestern und heute hier ein. Während nm Samstag ein Sondcrzng mit über 20 Wagen außer vier französischen Geschützen, I Automobil, zahlreichen Protzen auch große Mengen von Geschossen, aller Art für Infanterie und Artillerie, Schrapnels etc. ganze Wagen mit Geschirren und allem möglichen Mate­rial brachte kamen heirtc wieder etwa 15 Geschütze mit Prot­zen und weiterer Munition aller Art an. Alles wurde zu­nächst im Artillericdepot untergcbrncht.

Mn Vorschlag.

In den Schlachten gegen unsere Feinde, bei den Eroberungen und Uebergaben von Festungen werden massenhaft

seindlicheAusrüstmigsgegenftiinde

erbeutet, die fift die Kriegsführung ganz wertlos sind.

Diese Kriegstraphiirn,

wir reden hier nicht von Waffen, sondern von Käppis, Knüpfen, Feldflaschen u. dgl. werden in Deutschland als

Kriegsandenken

gerne gekauft und gut bezahlt werden.

Wir machen den Vorschlag, dah die Armeeleitung derartige Stegesbeute zum Verkauf bringt und den Erlös den Zwecken des Roten Kreuzes dienstbar macht.

Mitbürger.

In Ausführung des von der Siadiverordneten-Versamm- lung gefaßten Beschlusses. eine Z-ntralsammlung lür Kriegs,ür- sorge einzurichten, mied in den nächsten Tagen eine Sammlung von Saus zu Haus veranstaltet werden.

Mit glühender B-geistertmg sind unsere Männer, Väter, Brüder und Söhne hinausgrzogen ms Feld, um di- Feinde, die unserem Vaterland« einen Krieg um seine Existenz ausgezwun- gen haben, niederzuweesen.

In glänzendem Si-geszug haben unsere todesmutigen, von Heldengeist beseelten Truppen die von Osten und Weste» an- dringenden Feinde zuiückgejchlagen und den vaterländischen Buden von den Schrecken des Krieges beftcit.

Wir aber, die wir in der Heimat zurückgeblieben find, haben die heilig.« Pflicht, für die Berwundeien und Kranlen unierer vnvernteichlichen Arme« Fürlorae »u treffen und die

Geile 3.

hilfsbedürsüge» Angehörigen unserer tapfere, Krieger gegen Mangel und Rot zn schützen!

( Hierzu bedarf cs gewaltiger Mittel, aber wir sind alle ein- müttg von dem Wunsche und Willen erfüllt, mit Freuden zu geben, nm» in unseren Kräften steht und so wird unsere herz, lich» Bitte, UNS durch reichliche Spenden zu unterstütze» überall opferbereite Herzen finden.

Jeder «ede nach seinen Kräste«: anch die kleinste Gabe ist willkommen.

E» bleibt den Gebern überlasten, ob sie ihre Geldspenden sofort oder bis Ende Oktober leisten wollen,

Di- Sammlungen erfolgen durch Bürger unserer Stadt die sich in dankenswerter Weise in den Dienst des vaterländi- schcn Werk» gestellt haben.

Zentrale für Kriegssürsorge:

Beigeordneter W i n d c ck e r, Vorsitzender.

Deutsche Männer und Krauen!

Es ist uns wohl noch nie so klar geworden, wie eben jetzt, wie wichtig er ist, mit den vorhandenen Nahrungsmitteln Haus zuhalten. Es ist nicht nur unnötig, es ist eine gewaltige Ge fahr für unser Volk, wenn nach wie vor die Vernichtung von Nahrungsmitteln, die zur Ernährung von Millionen von Mensche« ausreichcn, durch Brennen und Brauen sortgcsctzt wird, Kartoffeln gehören jetzt aus den Tisch, nicht in den Maischbottich, Gerste muß zum unmittelbare» Nahrungsmittel werden.

Jede Verwendung von Nahrmigsmitteln zur Herstellung entbehrlicher Eenußmittel treibt die Lebcnsmittelpreise höher!

Sollen wir uns schon in Fricdcnszciten aller berauchenden Getränke enthalten, um wie viel mehr jetzt während des Kris ges.

Tut doch unseren wackere» Kriegern nichts mehr not, als ein klarer Kops und eine sichere Hand, Jeder Deutsche wird gern auf ein Gcnußmittcl Verzicht leisten, wenn er für »ns nm unser Dasein als Volk geht.

Manche Brauereien stellen schon setzt völlig olfojjolfv-ic Erfrischungsgetränke her: das sollten alle für ihre Pslicht hal­ten, wie auch olle Brennereien Alkohol nur für industrielle Zwecke Herstellen sollten.

Der Deuffche Vortruppbund.

Römerbnutnen

Hervorragendes Tafelwasser.

Jede Woche treffen mehrere Transporle beste gefahrene

jüngere u. ältere Pferde

bei mir ein. Sämtliche Pferde werden mit guter Garantie zu müßigen Preisen verkauft.

Bekannt reelle Bedienung.

Simon Kaufmann,PstrdthlNidlüW

Nied er rveilel. Tklkioil M !!Wach

Betarmtinachimg.

Die in Bürgeryuariiercn untcigebrachicn Unteroffiziere und Mannschaften des 2. Bataillons Reserve Ins. Rcgis. 222 werden am Freitag, den 11. d. M vormittag» umquartieri. Die für dieft bis jetzt ausgcgebcnen Quariicrbillets haben da- her nur für die Zeit vom Datum der Ausstellung bis cinich'' lich 10. September Gültigleit.

Fricdberg.den 8. September 1914.

Der Bürgermeister: Stahl.

Franksurtcr Wetterbericht.

Woltjg, zeitweise Niederschläge, mäßig warm, südwcst " lichc Winde.__ **>

Eaiw. Beim soeben slattfindendcn Hrrbsteramen für Einjährig Freiwillige hoben bis jetzt 26 schüler der «pöh. rcr'jchc» Höheren Handelsschule bestanden. Der Unterricht an der Reatabteiliing der Anstalt konnte trotz der Kriegsun- rnhen bis zu den Ferien o .necbt erhalten bleiben und der in der Handelsabteilnng wird erst gegen Mitte September schließen. Das Wintersemestcr nimmt mit dem 12. Oktober feinen Anfang.

Verantwortlich für den potitischn und lokalen Test: O tto H i r f chcl. Friedberg: für den t nzeigenteil: K. S ch m i d l. Fricdberg. Druck und Verlag d rNeuen Tageszeitung", « « Friedbcna i. H.