Ausgabe 
8.9.1914
 
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Jfe. Ul

hetzte, sagte der Fürst:Das war Hochverrat an der weißen Rasse. Es wird viel Wasser die deutschen Ströme herab- flicßen, bis der Deutsche das England vergißt, dessen Freundschaft von uns und in erster Linie von unserem Kai­ser so beharrlich und ehrlich erstrebt wurde, mit dem wir so gut in Frieden und Freundschaft hätten leben können, wenn England uns nur den Platz an der Sonne gegönnt hätte, aus den das deutsche Volk ein Recht hat und den es sich, und wenn die Welt voll Teufel war', nicht nchinen lassen wird. Aber glauben Sie mir: Wir werden das Feld behaupten, wir werden känrpfen, bis wir einen Frieden erlangen, wür­dig der Opfer, die unser Volk mit heiligen. Ernste bringt!"

Neuer Gewaltstreich Englands.

Nach einem Privattclegramm derFranks. Ztg." hat der englische Kommandant in Kairo den Reservefonds der ägyp­tischen Dette Publique mit Beschlag belegt, ferner die slüsstgen Fonds der dortigen Naionalbank und des Finanzministeriums, insgesamt acht Millionen Psund Gold, die mit einem Spezial- schiss nach London gesandt wurden. Für den Gegenwert wur­den Zwangsnoten ausgegebcn.

Italiens Neutralität.

Nom, 7. Sept. DemCorriere d'Italia" zusolge erklärte der Ministerpräsident 2 a l a » d r a , die gegenwärtig vorhan­denen Truppen genügten zur Gewährleistung der Neutra­lität. Eine allgemeine Mobilmachung ersolge nicht.

Abttilk der brntldjcn Gk!iin-jchllst m (Tokio.

Berlin, 7. 2cpt. (Amtlich). Die Mitglieder unserer Bot­schaft in Tokio und der K e » s u l a i c in Japan sind am 31. August mit dem amerikanischen DanrpferMinnesota" »ach den Bereinigten Staaten abgereist.

Dnm-Dnm Ges .hasse.

Berlin, 7. Sept. (Amtlich). Beim Kricgsministerium ist folgende Mitteilung des Armeeoberkommandos der 5. Armee cingegangcn. Leutnant der Reserve Bader, Führer der Fcld- sernsprechabtcilung, Detachement Kämpffer, bat hierher ge­meldet, daß er bei der Einrichtung der Fcldtelcgraphenstation in Longwy eine große Menge angcbohrler Insaniericge- schosse, die in Kisten verpackt waren, vorgcsunden hat. Ein Stück ist bcigcsügt. Das Geschoß der beigefügten Patrone zeigt an der Spitze eine tiefe, von einer Maschine hergestellte Ein­bohrung und ist somit ein sogenanntes Dum-Dum-Ee- schoß.

Die erste Fahne.

Die erste eroberte sranzösische Fahne erbeutete der Reser­vist P s e u s e r aus Wiirzburg nicht wie seither gemeldet der Musketier Fischel aus den, Wcstsälischcn vom 2. Batail­lon des baycrisckßn Reservc-Fnsanteric-Regiments Nr. 13 beim Sturm aus den Eol de St. Marie, westlich von Marlirch, nicht Ältkirch, am 22. August. Pfeuser wurde schwer verwundet und besindct sich seit dem -l. September im Bürgcrhospital in Frank­furt a. M. Die Fahne ist jetzt in der Kuppelhalle des Armen­museums in Münchcm

La France est riiinee.

Ein Kavallerie-Offizier in einem süddeutschen Standort, der bis jetzt nicht mit ins Feld gezogen, sondern Ersatzmann- schastcn und Freiwillige ausbildet, sprach dort einen gefangenen sranzösische» Oberst vom 7. französischen Kürassier-Regiment. Während des Gesprächs deutete der Oberst ans die Mannschas- ten, die den weiten Platz füllten und jrug, ob all' dieblesses" wären. Als der Ossizier dem Franzose» bedeutete, es seien absolut keineblesses", sondern Reservisten. Landwehrlente, Freiwillige, die nur aus den Augenblick warteten, dem Feinde entgcgengesührt zu werden, knickte der Oberst zusammen, schluchzte laut aus und sagte mit Tränen erstickter Stimme, wie der Offizier in einem nach Wiesbaden gerichteten Bries schreibt: Tont est perdu pour ma pauore France, nous in' avons plus mt homme pour remplir nos pcrtcs: de nouveau nous sommcs trahis par notrc gouverncmcnt komme 187V. mais maintcnant cela scra bcaucoup plus pire komme 18707t pour nous La France est ruincc!" (Alles ist verloren für mein armes Frank­reich, wir haben keinen Mann mehr, um unsere Verluste zu er­gänzen. Don neuem sind wir verral-n von unserer Negierung wie 1870. Aber heute wird es uns viel schlimmer gehen wie ,870-71. Frankreich ist ruiniert).

Der Kaiser in Codlcuz.

Anfangs der vorletzten Woche hielt der Kaiser aus der starthausc in Koblenz eine Parade ab und unterhielt sich dabei hauptsächlich mit den Landwchrleuten. In einer Landwehr- iompagnie siel dem obersten Kriegsherrn ein Wehrmann mit großem schwarzen Bart auf. Auf die Frage des Kaisers, wo­her er stamme, erwiderte dce bärtig- Krieger mit Stolz:Aus Württemberg!"Ra", sagte de: Kaiser,die Schwaben Ha­ie» 7071 ihre Pflicht brav erfüllt, daran werten sie cs dics- i»l »uch nicht fehlen lassen."Jawohl Mt.jestät", ries so urt. daß man es über das ganze Feld hören konnte, der wackere kchwabe.

Einem Kölner Postsekretär, Gesreiter der Landwehr bei et»er Telegraphen Abteilung. der den Ehin.-.-Feldzug mitge- i«chr hat und bei der Parade die Chinamedaille trug, redete :tx Lsifer an und fragte nach seinem Stand und Wohnort, mit welchem Truppenteil er den Feldzug mitgcmacht habe und ob er in China Deutsch oder Chinesisch telcgr rphicrt hätte. Auf >ie AntwortDeutsch" erwidert- der Kaiser in heiterem Ton: ,R», das Chinesisch ist aber auch zu schwer, cs hat ja 20 000 ver­schiedene Zeichen."

Ein Landwehrmann, der sonst die Kölner als Mitglied von Peter Prang» Kölner Bühne erheitert, erzählte:Wir sind

Landwehr zweiten Aufgebots und liegen schon seit dem driiten Mobilmachnngstag in Biirgcrqnartieren. Als die Siegcsnnch- «bt au» Lo'brinoen kam. befahl nnier Kaiser alle Landwehr-

-ieu« Tage,z«»ung. Dienstag Mit 8. «eptemver 191«

leute auf den Uebnngsplatz, um ihnen die frohe Nachricht per­sönlich zu überbringen. Wir zogen nun los, durchweg alles verwegene Gesellen und in aller möglichen und unmöglichen Ausrüstung. Die einen in Drillichzeug mit Tornister an­dere wieder in Feldmützen ujw. Aber dasür war der Parade­marsch an Majestät vorbei einfach großartig. Der Kaiser un­terhielt sich mit den Landwchrleuten in leutseliger Weise. Er war sehr gut aufgelegt. Er srug nach Herkunst und wie allen der Krieg gefiel. Einstimmig wollte alles nach Belgien und Frankreich: cs sei zu langweilig hier. Jetzt srug der Kaiser einen Kölner: Wo sind Sic dann her, Uhs Kölle. Majestät. So so! Da war ich ja auch vor nicht langer Zeit. Köln ist noch eine Sladt, die laß ich mir gefallen. Da gibt» ja noch so viele Kinder! Datt stemp, Majestät! sagte der Kölner. So ist cs recht, sagte der Kaiser macht nur fleißig so weiter, und klapste ihm nus die Schulter. Worauf der Kölner sagte: Ja, Majestät ich bcnn ävvcr Junggesell, worauf der Kaiser in herzliches Lachen ausbrach.

Beim Abrücken der Truppen fiel dem Kaiser die stramme Haltung mehrerer älterer Landwehrleute auf. Aus Befragen antworteten die Wehrleutc, daß sie deutsche Turner wären. Der Kaiser belobte die Turncrsoldatcn und äußerte zu seinem Stabe: Da sind die schönen Folgen unserer deutschen Friedensarbeit! Don den Wehcleutsn verabschiedete sich Seine Majestät mit dem Ruse:Lebt wohl, deutsche Turner!" Doller Freude stimmte die Abteilung dus Lied an:Turner aus zum Streite." Der Kaiser winkte den Soldaten noch cinigcmale freundlich zu.

Lei den riilkichrn Cefaußentu.

Am vorigen Sonntag sind von Ostpreußen 10 000 gefangene Ruficn in Breslau angckommcn, die in einem Barackenlager in Brockau untergcbracht worden sind. Die BreslauerM. Z." bringt hierüber folgende Schilderungen:

Die russischen Soldaten sind in eine zementgraue Uniform gekleidet, die bei näherer Betrachtung nicht im entferntesten einen Vergleich mit der Fcldbellcidung unserer Soldaten aus- hallcn kann. Der Äoff ist ein Lodenstoff und fühlt sich recht dünn an. Alle tragen Mützen in gleicher Zementfarbe mit grünem Schirm. Einzelne sind mit Ordensbändern geschmückt. Die wenigen mit einem Mantel versehenen Soldaten machen einen besonders ungünstigen Eindruck. Die Mäntel sind aus rotbraunem Filzstofs, der auch recht schlecht zu sein scheint. Der einzige wirklich gute Ausrüstungsgegenstand sind die Stiesel. Schwarz von Farbe sehen sie überaus wettcrsest aus und bilden so zu den übrigen Bekleidungsgcgcnständen einen seltsamen Kontrast.

Alle diese Menschen bewegt offenbar nur eins: Esten! Lang­sam geht's zur Ansgabestcllc in die Kantine. Ein große Schiistel mit Linsensuppe und einem großen Stück Fleisch oder Wurst, dazu ein Laib Brot, das ist das erste warme Mittagcsten in der Gefangenschaft. Daß es den Gefangenen schmeckt, er- lennt man an dem wohligen Behagen in ihrem Antlitz. Die stupiden, völlig abgestumpft scheinenden Ecsichtszüge erhellen sich, da sie nach langem Darben eine ausreichende Mahlzeit er­halten. Einer nach dem anderen steht auf, um sich die Wasier- slejche zu süllen. Einige lausen sogar Limonade, Einen rei­ßenden Absatz finden Zigaretten, deren Bcrkäuser von den Ge­fangenen geradezu bestürmt wird. Unter den gefangenen Offi­zieren ficht man viele, die eine gut gespickte Börse ihr eigen nennen. Ein Soldat ein russischer Jude aus dem polnischen Distrikt erzählt mir, daß cs bei Allcnstcin den Rüsten sehr schlecht gegangen sei.

Rur wenige Soldaten tragen, wie mir auffällt, Achselklap­pen. Aus Befragen erzählt mir einer, daß sie die Achselllappen heruntergcrijsen haben. Doch sieht man aus den Achselklappen der anderen, daß die Gefangenen hauptsächlich den Jnfanteric- regimentern 140, 141, 142, 143 und 144 angehören.

Ein jüdischer Soldat, der sich ziemlich gut deutsch zu ver­ständigen vermag, erzählt mir, daß die Regimenter dem Mos­kauer Militärbezirk angehürcn. Er erzählt weiter, daß bereits im März d. I., also vor säst einem halben Jahre, die Reser­visten zu Manövcrübungcn einberuscn wurden. Nach kurzer Zeit schon, so erzählt er weiter, wurden wir nach den westlichen Grcnzdistriltcn gebracht und seit dieser Zeit beständig unter Waffen gehalten. Wir exerzierten viel und hatten anstrengende Fclddicnstitb ungen, aber geschostcn haben wir nie. D. h. mit scharfen Patronen wurde nicht geschosten. Die ganze Zeit über Hutten wir nur Exerzicrpatroucn. Erst als es über die Grenze ging, also unmitielbar vor dem Feind, wurde» uns scharfe Patronen ausgchändigt. Uno da soll man sieben? Er spuckte in weitem Bogen aus, kraute sich am Kopf und fuhr fort:

Wer weiß, wieviel hunderttauscnde Rubel für unser seldmäßigcs Schießen bewilligt waren und in den Taschen der Großen verschwanden!" Dann ging er müde weiter. Die we­nigen Worte, die er gesprochen hatte, find ein weiterer Beweis dafür, daß Rußland fchon vor Monaten mobilisierte, was nu­ferer Kriegsvcrwaliung freilich kein Geheimnis war, von rus­sischer Seite aber durch Berpsändnng mehrerer Ehrenworte stets abgcleugnct wurde Nachdem die russischen Mannschaften ge­speist rrarrp, wurde'! die Offiziere etwa 100 an der Zahl zur Sp: 7mg geführt. Auffallend ist, daß cs zumeist ältere Männer sind. Ar!» sie tragen Feldunisorm und sind größten, teils mit Mänieln. viele auch mit Gummimänteln, versehen. Sie machen einen gedrückten Eindruck. Die Säbel sind ihnen abgcnommen worden. Aus den Epaulelis ersieht man. daß sie höhere Dienstgrads cingcnominen hoben: Leutnants sind in der Minderzahl. Die meisten gehören der Jnfanicrictruppe an, doch sieht man auch Kavallerie- und Pionierofsi-iere und einige Acrzte

Einer der Offiziere gib! mir auf Befragen in cu lijcher Sprach: Tniwort. Er sagt.Unjere Leute haben sich sehr tapfer ! geschlagen, aber gegen eure Maschinengewehre und gegen eure Artillerie konnten wir nicht aufkomme». Fast jedes eurer Schrapnells platz!: in unseren Reihen und richiete furchtbar: Verheerungen an. Und eure Maschinengewehre mähten ganze

, Kompagnien nieder. Es war fürchterlich."

] Die Offiziere, die, wie erwähnt, über ziemlich viel Geid verfügen, machten Einläufe in Zigarren und namentlich in Zi- garoltc» und ließen sich aucb die Erfrisch»»««» munden. Ihnen

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wurde Suppe. Braten und Kompott gor eicht, und alle, die ich sprach, äußerten sich in enthusiastischer Weise über die huma - Behandlung, die ihnen zuteil geworden ist,

Akbtr rillßsche SchtiiklichlMi,

gegen deutsche Landsleute erfährt derBerli. Lokal-Anz." vor einem der Betroffenen folgendes:

Ich führte in Dombrowa seit 1911 ein- Wirtschaft. An 11. Juli d. I. begannen in Dombrowa größere Tcuppcnzusam- menziehungen. Die Bevölkerung wurde in den Glauben ge­setzt, es handle sich nur um Manöver, Da ich aber aus dem Benehmen der bei mir verkehrenden Truppen, die ausschlicß. lich Kosaken waren, schließen mußte, daß diese Truppenbeweg­ungen kriegerischen Zwecken dienten, so begab ich mich sofort zur Bank, aus der ich ein Guthaben von etwa 14 000 Mark hatte, und wollte mein Gew abhebcn. Dort wurde ich mit den Wor­ten abgewiesen, daßan deutsche Schweinehunde nichts mehr ausbezahlt würde."

Am 18. oder 20. Juli kam dann der Ausweisungsbefehl. Durch Vermittlung des deutschen Konsulats in Warschau wurde ich mit meiner Frau und meinem Kinde durch Finnland nach Deutschland geschafft. Wir waren ungefähr 4000 Mann von Lodz aus: wir wurden mit der Bahn nach Moskau transpor­tiert und von dort mit einem Dampfer nach Deutschland. Noch während meines Aufenthaltes in Dombrowa waren meine Schwägerin und die beiden Brüder meiner Frau von Kosaken erschlagen worden. Meine Frau wurde von vier Kosaken miß­braucht: zwei andere Kosaken zwangen mich, indem sie mir einen Säbel auf die Brust und einen in den Rücken setzten, die­sem zuzusehen. Natürlich wollt« ich mich dem Anblick dadurch entziehen, daß ich mich herumdrehte, wurde jedoch durch Säbel­stiche wieder zum Hinsehen gezwungen,"

Aus Frankreich.

Die Stimmung in Paris.

Der Pariser Dertreter des GenferCourier" berichtet:

Die Ankündigung der Regierung, sie werde nach außer­halb übcrsiedeln, erfolgte erst, nachdem die gesamte Regierung Pari» schon seit sechs Stunden verlosten hatte. Andererseits wäre cs ihr nicht mehr möglich gewesen, zu entkommen. Denn sofort nach Bekanntwerden des Manifestes strömten Hundert­tausende von empörten Menschen nach dem Elisce und nach dem Place de la Eoncorde und eröffneten ein Stcinbombardement gegen di« Regierungsgebäude, ohne daß die ausgebotene Poli­zei nennenswerte Anstrengungen machte, die Menschenmengen abzudrängcn. Die beiden Bortore des Elisees sind zertrüm. wert, nur wenige Fensterscheiben des Palais sind ganz geblie­ben, Bis nach Mitternacht dauerten die Kundgebungen des Bolkes gegen die Regierung, als plötzlich derWirtin durch Anschläge an seinen Tafeln bekannt gab, daß die Regierung bereits Paris verkästen habe. Es war wie eine Entsetzensbot- fchaft, die in das Bolk drang, und di« Revolution wäre viel­leicht schon diese Nacht gekommen, wenn nicht die Poliezi zu einem Radikalmittel gegriffen hätte: sie ließ sämtliche elek­

trische Lampen der inneren Stadt auf ein« Stunde ver öschen; Paris lag in Nacht. Aber die Wut des Volkes, das sich schmählich seinem Schicksal überlasten sieht, war unaussprechlich. An dem Place de Rivoli fraternisierte die dortige Wache von etwa 25 Soldaten offen mit den Demonstranten."

Die Regierung von Bordeaux.

Bom Einzuge der sranzösischen Regierung in Bordeaux er­fährt dasEiornale d'Italia" folgendes:

Die Ankunft des Präsidenten der Republik mit den Mit­gliedern der Regierung und des diplomatischen Korps (es fehlte nur der Botschafter der Bereinigten Staaten, destcn Schutz die Fremden in Paris anvcriraut wurden) erfolgte in aller Stille. Auf dem Bahnhofe war eine Kompagnic ohne Fahne und Musik aufgestellt, Trommler schlugen den Ee- neralncarsch. Die Soldaten präsentierten, sonst unterblieb jedc Feierlichkeit. Die Einfahrt in die Stade ging ebenso still von- statten, kaum daß ein Hochruf aus Frankreich ertönte. Poincare sah bleich und gedrückt aus. Er erwiderte den stum­men Gruß der Menge mit müder Handbcwegung. Der Prä­sident und die Minister fuhren in die Präfektur, hielten sofort eine Sitzung ab. In später Abendstunde sind auch die Redak­tionen desTemps", desRadical", desJournal", der Agence Havas" und derIllustration" eingetroffen. Sie wer den sich aus Mangel an Papier aus die Herausgabe kurzer Bulletins bsfchränlen. Auch die Banken find aus Paris ver­legt worden.

Es herrscht also gerade keine Bordeaux-Stimmung in Bor

deaux!

Die Kriegssteuer für Lille.

Rotterdam, 7. Sept. Aus London wird gemeldet: Die Deutschen legen der von der sranzösischen Besatzung geräumten Stadt Lille und Umgegend eine Kriegs st euer von 20t Millionen Francs auf.

Frankreich braucht Soldaten.

Paris, 7. Sept. Gestern ist ein amtliches Dekret veröf fentlicht worden, das bestimmt, daß die Jahr cs k lasse 191 1 auogcbildet, nach Verlaus von einigen Monaten mobilisiert und sofort durch die Jahresllasse 1915 ersetzt wird, die ihrerseits in der Weise ausgcbildet wird, daß sie, sobald dies irgend möglich ist, ohne Verzug ins Feld rücken kann.

Ans England.

W.itere Schiffsverlustr.

Amsterdam, 7. Sept. DerNieuwe Rotterdamsche Torr* meldet, der englische KreuzerPathfinder", gebaut 1904, i*t auf dem Weg von Tyne nach Newcastle auf eine Mine gc- fU-jen und gesu nk c n. Diele Menschen sind dabei umgekom-

DieTuner" vom 2. September enthält eine Nachtrags-- Verlustliste der Admiralität, in der Namen der Besatzungen der geschützten Kreuzer ..Arclhusa",Dearkeh". sowie der Torpedo,, boolszeistörcr..Druid". ..L J orrfr<; nnh ..Phönir" »nffintteti stod.