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gingS jmn Postamt, wo iic meisten Einrichtungen zertrümmert und die Dienstwohnungen und sonstige Postzimmer gewaltsam geöffnet wurden, ein Teil der Möbel wurde zertrümmert und bcschnmtzt. Von hier ging es zum Bahnhof Die Weichen wurden entfernt, die Tienströiime geplündert und die Fensterscheiben eingcfchlagen. Auch in Privatbetrieben richtete man Verwüstungen an. I» Trimbach nahm man den Gastwirt Paulus gefangen: man drückte ihm ein Gewehr in die Hand, mit dem er auf die deutschen Truppen schieben sollte. Es gelang Paulus, zu flüchten und wieder zu den Scinigen zu gelangen. Zwei Lehrer aus Breiteuau und Ilrbcis wurden ebenfalls gefangen genommen und sind bis heute nicht zurückgckehrt.
prinr Friedrich von Kelsen veriviindkt.
Eroubcrg, 5. Scpt. lW. B. Nichtamtlich.) Prinz Friedrich von Hessen, der älteste Sohn des Prinzen Friedrich Karl von Hessen, der mit den Hanauer Manen ’ Leutnant in den Krieg zog, ist in Frankreich durch ein rust- schuß verwundet worden. Sein Befinden nt deu Eustän- den nach gut. .
Der dritte ilerlnl! des Kaules tippe auf dm Zchlachiielde.
Der Prinz Ernst zur Lippe, ein Vetter de? regierenden Fürsten Leopold IV. zur Lippe, der zweite Sohn des Prinzen Rudolf ist am 28. August auf dem Felde der Ehre geblieben. Sein Oheim, Prinz Friedrich Wilhelni zur Lippe, Kommandeur eines Jnsantcrieregimcuts, ist ihn? bekanntlich gleich zu Anfang des Krieges heldenmütig in deu Tod vorangegangen. Nimmt man hinzu, daß der ebenso den Heldentod gestorbene Generalleutnant z. D. Prinz Friedrich von Sachsen-Meiningen ein Schwager des Fürsten Leopold IV., nänilich Gemahl von des letzteren Sch öfter, Prinzessin Adelheid zur Lippe, war. so ergibt sich, daß der regierende Fürst zur Lippe gleich im ersten Monat des Krieges schon drei Mitglieder seines, engsten Verwandtenreise^ auf dem Schlachtfeld? verloren hat.
(Sitte Heldentat.
Stuttgart, 6. Sept. Noch einer Mitteilung des stellvertretenden Generalkommandos hat Leutnant der Reserve Matthes mit seinem Zuge eine feindliche Batterie vernichtet. Sechs Geschütze, 18 Mimitionswagen sowie viele Pferde wurden erbeutet.
Dentjche Post nt Lüttich.
Berlin, 6: Scpt. (W. B. Amtlich.) Im Bereiche des- kaiserlich deutschen General-Gouvernements Belgien toird in den nächsten Tagen eine dein ReichSpostauit unterstellte Post- und Telegraphcnverwattu! g eingerichtet. Mit der Leitung dieser Verwaltung ist Lber-Postdireitor Geheimer Obcrpostrat Rongc (Erfurt) betraut, deiu die Posrrate Flci- chcr und Schüller und die Oberpostiuipektoren Pohl, öiein- mnnn, £MI) rrb Reinbold sowie das erforderliche Bureau- personal zngewiesen find. Tic Poftverwaltungen von Bay- ern und Württemberg sind ersucht worden, auch ihrerseits Beamte zu der deutschen Pvst- und Teleara>ü'enverwal>:mg in Belgien abznordnen.
(fiiir amilidif Mfilww iiiifr puu’i).
Berlin, 4. Sept. (SB. «. Amtlich.) Be
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Ilntcrflübunaru fiir fniüilirn non 5 tldrilgs- Ikilllthmr fiiil) JiriBf ^r f< nm'rrjlii!; üii'n.
Berlin, 5. Sepl. (W. B. Amtlich.) Die aus Giuad der ReichSgcsctze vom 28. Februar 1888 und !. " t 1.1!) zu.
stehende» Unterstützungen fiir Familicu de i-a.den .g i• dienst eingctretencn Mannjchipstc» trogen nicht, wir vills.ich angenommen wird, den Ehara'ter von. ' ".nenunt-e-.'ii'.tz- iinge», sondern es find Zuwendungen. die »nbewtttcll u- Angehörigen dieser Mamifchgsteu oeirMi-ü gewähren, find. Es werden in, Falle der Aedüriiigleit gewährte Fiir die Ehefrau in den Somiiicruwuatcu bis eiuichließlich Ln ber mindesi s i) M.. in de» Monate» - .-«brr b.s e.u- schließlich April 12 Ml., sär die übrige» in Betrau': meuden Porsoucu, Kinder »iw. mindestens l, TT. unoneN licki. Tie Nnterstiitzungen werden l>alb»ionai!icl> i,, voraus bozahlt. Tic Unteistützungsauträge sind von den Ein- pkunasberechtigteu bei der Genieindebesiördl- >» Stidten
Szene Tageszeitung. Montag, oen 7. September 181«.
beim Magistrat des Aufenthaltsorts zu stellen, wo ihnen
auch jede weitere Auskunft erteilt wird. Den Anträgen sind die Ausweise in Familien-Unterstiitzungs-Angrlesen- heiten, welche sich an den Kriegsbeordernngen befinden und nach Abstempelung durch die Truppenteile »sw. den Empfangsberechtigten durch die Einberufenen zugehcn, brizi'- fügen. Tie Angehörigen können sich auch an die zuständigen Bezirkskommandos wegen Ausstellung von Bescheinigt»', i-m über den erfolgte» Diensteintritt melden. Ist auch diele Bescheinigimg nicht alsbald zu beschaffen, so empfiehlt es sich, den Rat und die Bcrinitlluna der Gemeindebehörde in Anspruch zu nehmen.
Kein Lcparatfricde.
Amsterdam, 0. Sept. Aus London wird osfiziell gemeldet: Sir Edward Erey, Paul Camion u. Eros Benk- kcndorsf haben eine Erklärung unterzeichnet, nach der England, Rußland und Frankreich sich gegenseitig verpflichten, während des gegenwärtigen Krieges keinen Separatfrieden zu schließen. Die drei Negierungen sind übereingekom- n:cn, daß für den Fall der Beratung von Friedensbcdingunge» keine der verbündeten Regierungen Friedensbcdingungen stellt, ohne zuvor die beiden Verbündeten befragt zu haben. Von Belgien ist in der Erklärung nicht die Rede.
London, 5. Scpt. „Morning Post" erklärt, England müsic das günstige oder ungünstige Schicksal der sranzöstschcn Armeen teilen. Irgendwelche Trennung beider Kräfte bedeute den Anfang der Niederlage.
Dir piirkri vvr drr Krirgsrrlrilirnng.
Berlin, fi. Scpt. Aus Genf wird berichtet: Aus Italic» gelangt die Meldung hierher, dast England die Kriegserklärung der Türkei au dir Verbüudctcn als bevorstehend betrachtet.
Ans Frankreich.
Rauen von den Franzosen geräumt.
Kopenhagen, 5. Sept. Rach einer hierher gelangten Nachricht haben die Franzosen Rouen geräumt.
Rouen ist die Hauptstadt des gleichnamigen Arrondiste- ments im Departement Scine-Inserieure, wichtiger Eisenbahnknotenpunkt und hat etwa 120 OOO Einwohner. Es ist eine der reichsten und industriellsten Städte und Mittelpunkt der Baum- wollindustric Frankreichs.
Paris vor der Verteidigung.
Paris, 0. Sept. Die Stadt setz! die Dorbcreitungen zur Verteidigung fort. Das Boulogner Gehölz wurde teilweise wcgrasicrt und die Wege »ach Paris verbarrikadiert. Der Zustrom Freiwilliger ist ungeheuer.
Berlin, 0. Sept. Die „B. 3." meldet aus Genf: Der Polizeipräsekt von Paris gibt bekannt, daß von jetzt an nur eine gewisse Anzahl von Tore» für das Publikum geöffnet bleibt, die übrigen werden geschloffen. Die Militärzonen und gewisse Punkte des nördlichen Weichbildes werden geräumt. In den Außengemeinden wurden aus Anordnung der Maires die Fahnen eingczogen.
Die Stimmung in Frankreich.
Basel. 5. Sept. Hier liege» solgende Zeitungsmeldungen vor: Dem Pariser „Matin" zufolge befinden sich in Paris 000000 Arbeitslose. Ein an die italienische Zeitung „Stampa" von dem italienischen Hauptmann der Reserve Ar- naldo Eipallo'aus Paris gerichteter Bries besagt, die Engländer hätte» sich offen über das völlige llnvorbereitsein der Franzosen ausgesprochen. Cipallo sei in Lille auf französische territoriale Truppen gestoßen, die mit alten Graßgewchren bewaffnet gewesen wären. Die englischen Offiziere hätten besonders beklagt, daß die Franzosen sich in den Waffengattungen, die sie selbst erfunden Höllen, von den Deutschen hätten übcrslügeln lasten. So hätten die Deutschen über vielmehr Aeroplane vcisügt und diese sowohl bei Erkundungen, wie in der Schlacht selbst mit viel größerer Geschicklichkeit gebraucht, als die Franzosen. Der Rückzug aus Lille habe sich in großer Unordnung vollzogen. Kein Mensch hätte gewußt, wohin er gehen solle. Eipalla betont, daß er nichts von Grausamkeiten der Deutschen gehört habe. Die Engländer hätte» Befehl gehabt, nachdem sie morgens in Lille eingcrückt waren, abends wieder nach der Küste in die Gegend von Hazebronk abzugehen. Da der Zug nicht gesahren sei, mußten sie zu Fuß abriickcn. Schließlich sei ein leerer Zug gesandt worden, womit sie nach Staples gefahren seien. Die Maroklaner und Senegalese» hätten am 2. d. M. aus dem Durchmarsch nach dem Osten Paris passiert. Der Vorbeimarsch hätte zwei Stunden gedauert. In Paris befände» sich viele englische und belgische Ofsizierr.
Verwandte Seele» finden sich ... .
Als neulich bekannt wurde, daß der Exkönig Manuel von Portugal, der seinem Luderleben den Verlust seines Thronchens verdankt, in enzliich: Dienste getreten sei, bemerkten wir, daß sich alle Lumpen der Welt bei unseren Feinden zusammenfinden. Di' Ansicht finbet eine weitere Bestätigung, indem be- tan-.if wird, daß der amcriaknische Preisboxer, der Reger Johnson, nis Freiwilliger mit den Franzosen kämpfe, Johnson entging in Amerika mit knapper Rot dem Gelpuchtwerden, weil er sich in gemeinster Weise gegen weiße Frauen benommen hatte. All' dies Gesindel findet sich in rührsamer Eintracht im Dieiverband zusammen.
Die englischen Verluste.
Amsterdam, l>. Sept. Die Engländer, die bisher offiziell behauptet hatten, ihre Verluste betrügen nur vier.ausend Man», gebe» jetzt offiziell zehntausend zu.
London, 0. Sept. De» Zeituiigen zufolge sind Schritte getan worden, um eine parlamentarische Retrutierungskom- mission zu bilden, an der alle Parteien teilnehmen sollen. Präsidenten sind Asquith, Bonor Law und als V.'tlreicr der Ar- bciterpartei Arthur Heuderlon.
London, 5. Sept. Do» Reutersth« Bureau meldet uns
Kapstadt: Etwa achthundert deutsche und österrcichüche Reservisten werden in einem besonderen Lage.' bei Johannesburg als Kriegsgefangene zurückgehaltcn. Der Prinz von Salm. Salm unid andere Offiziere erhielten besondere Ouartire in Bloemsontein.
Furcht vor -kr -küiichkn Imntfion.
Malmö, 5. S-rpt. (SB. B. Nichtamtlich.) „Sydsvcnska Dagbladct" meldet ans Nstad: in den englischen Hasen herrsch« große Furcht vor der deutschen Flotte. In Hirtlepool würden an jedem Abend vor den Docks Torpedonetze nuS- gespannt. Die Nervosität wegen der deutschen Minen an der britischen Küste sei unbeschreiblich. Außerhalb des Tyne seien an einem Tage 5 Fahrzeuge in die Lust geslogen, drei englische »nd zwei fremde. Die Rekrntenanwerbung für die britische Armee gehe langsam vor sich. In einer Stadt von 7000 Einwohnern hätten sich nur 100 Mann gemeldet- größtcntcils Strolche und andere heruntergekommene Menschen. In England herrsche strenge Zensur. Das Volk er- fahre den wirklichen Zustand auf dem Kriegsschauplatz nicht; die Niederlagen der Engländer würden von den Zeitungen als Bagatelle hingestcllt. Im großen und ganzen herrsche wenig Begeisterung für den Krieg. In mehrere» großen Jndustricbczirken liege die Arbeit nieder.
England alsAnftifter dcrGelücn
Tokio, 6. Sept. In der gestrigen außerordentlichen Sitzung des Landtages gab der Minister des Aeußcrn einen llcberblick über die letzten Ereignisse. Er erklärte, daß anfangs August Großbritannien mit Hinweis auf den Vertrag Hilfe von Japan erbeten habe, da deutsche Kriegsschiffe den englisch-japanischen Handel bedrohten und man sich in Kiautschou auf de» Krieg vorzubereiten scheine.
Ans Rußland.
Deutsche in Rußland.
Petersburg, 5. Scpt. Zwischen der russischen und deutschen Negierung ist ein Abkommen getroffen worden, durch das den beiderseitigen Untertanen gestattet wird, das feindliche Land zu verlassen. Diese Erlaubnis erstreckt sich auf Offiziere, sowie Personen zwischen 17 und 45 Jahre» und auch Verdächtige nicht.
Eine Proklamation des Großsllrfte» Nikolai.
Lemberg, 5. Sept. Im Besitz vieler gefangener russischer Soldaten wurde eine Proklamation des russischen Generalissimus Erosürsten Nikolai Nilolajcwitsch gesunden, die sich an die „russischen Bruder" in Galizien wendet und ihnen die Besrciung vom „sremden Joch" und die Bereinigung unter dem Banner des einigen, unteilbaren Rußlands verkündet: e» solle keine unterjochten Rüsten mehr geben. Die Proklamation, in der die Oesterreicher als „Schwaben" bezeichnet werden, schließt mit der Aufforderung, für Rußland und den Zaren zu beten
Nach Berlin!
Berlin, 5. Sept. Die „V. Z." meldet aus Kopenhagen: Rach einer Privatmeldung der „Politiken" aus Petrograd wurde auf Veranlastung des Zaren dort ein nationaler Flaggentag veranstaltet mit Verkauf russischer Flaggen. Es kamen 50 000 Rrrbel zusammen, und der Zar bestimmte, daß die Summe dem russischen Soldaten zu überreichen sei, der zuerst Berlin erreiche. (Die 50 000 Rubel, die wohl in Papierrubeln ausbezahlt weiden, sind inzwischen fällig geworden, denn nicht nur die ersten Rüsten, sondern sogar die ersten K a- nonen haben Berlin erreicht).
Dkutllhlini-s Zmesrng »nd der hkilige Zchul- Klirklnikratilis.
Ein Freund unseres Blattes schreibt uns:
Das Provinzialschulkollegium von Berlin, der Hauptstadt des deutschen Reiches, hatte angcord- net, daß die diesjährige Sedanfcier ausfalle, damit der Schulbctricb nicht Not leide. Die Militärverwaltung war aber angesichts der herrlichen Siege unserer Truppen anderer Ansicht als die Herren von der Bnreaukratie. Den» der Oberbefehlshaber in de» Marken bestimmte unter anderem, „daß am 2. September, dem Scdantage, an welchem die ersten eroberten Geschütze in die Rcichshauptstadt cingcholt werden, der Unterricht in allen Schulen ausfalle." Ilnd so ward das Berliner Sedanfcst 1914 ein Volksfest im edelsten Sinne des Wortes, würdig der großen Zeit, die wir eben erleben. In keinem Jahr war der Sedantag so geeignet, der heutigen Jugend in seiner ganzen Bedeutung klar zu werden, als gerade dieses Mal. Um so tiefer ging deshalb auch allcrwärts die Erregung über das klägliche Verhalte» des Berliner Provinzialschul- k o I l e g i n m s.„ Ein Direktor, der die glänzenden Wasscn- tatcn unserer Heere stillschweigend übergehen wollte, würde ein Beispiel pädagogischer Kurzsichtigkeit geben, das seine sofortige Entlassung rechtsertigen könnte. Eine Schnlbc- höidc aber, die eine solche Verfügung für die ihr unterstellten Anstalten erließe, würde sich in so bedenklicher Weise bloßstellen, daß man ganz energisch mit ihr nbrechncn müßte. Sic würde den Vorwurf ans sich laden, das Beste unseren Kindern vorznenthalten, was man ihnen, den künftigen Männern und Frauen, in diesen Tagen initgebci, kann: Tie Begeisterung." Leider aber sind ans dem Holze des Berliner Provinzialschulkollegiiims auch noch andere Schulbehörden geschnitzt. So wurde zum Beispiel auch in F. a. M. verfügt, daß „durch Siegesfeiern nicht der Schulbetrieb berührt werden dürfe." Und durch einen an- deren Erlaß wurde ebendort das Hcraushängen der Fahnen au den Schulen „geregelt". Es soll dies fortan nur neck anr telephonisch« Auweistina der Sckulzentrale aeschchenl


