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Alexe Tageszeitung. Samstag den s. Sepiemvcr i»lt

Wette?

Deutschland. Deutschland über alles, über alles in der Welt",-l bringen ein dreifaches Hurra auf den obersten Kriegsherrn aus^, und dann gchlls in die Tiefe. Noch ein kurzer Kampf, der letzte Kampf, der Todcskampf und stille wird's über den^ 1 Wassern. Tritt nicht herzu, ziehe deine Schuhe aus von deinen-, Fähen, denn der Ort, da du stehest, ist heiliges Land."

Und nun noch einen Blick in die Lazarette, Da liegen die Verwundeten in luftigen Solen und sauberen Betten, von zar­ten Händen sorgsältig gepflegt, Menschliche Neugierde bleibe brausten. Hier hat nur die tätige Liebe Zutritt. Wie herzlich dankbar sind sie für jedes Wort, für jede Tat und Gabe der Liebe. Sie erzählen von dem surchtbarerr Ernst der Schlachten,, von der blutigen Arbeit, von letzten Krusten Gefallener. Aus den Augen leuchtet die Hoffnung, bald wieder gesund zu sein. Daun gchlls wieder hinaus znm lieben Regiment.Ziehe deine Schuhe aus von deinen Füste», denn der Ort, da du stehest, ist heiliges Laud."

Wir gehcu wieder heim. Es ist Abend geworden, und die Nacht senkt sich hernieder. Wir sitzen im Kreis unserer Lieben. Bibel und Gebetbuch liegen aus dem Tisch. Die Andacht be­ginnt. Wir danken Gott für die Siege, die er uns schon ge­schenkt und bitten ihn um ferneren Beistand, Er wolle all die trösten, die Schweres tragen muffen. Es ist still im Zimmer. Gatt, ist in der Mitte! Alles in uns schweige und sich iningst vor ihm beuge.Ziehe deine Schuhe aus von deinen Füsten,

> nn der Ort, da du stehst, ist heiliges Land."

Deutscher Mut und deutsche Treue, deutsche Frömmigkeit und Elaubenszuversicht heiliges Land! Ziehe die Schuhe bei Verzagtheit und des Kleinglaubeus, des Weltsinns und der Weltfcligkcit aus, dann komm' und stelle dich auf diesen heili­gen Boden. Wir saffcn die Hände, blicken nach oben und beten zusammen: Ach bleib mit deiner Treue bei UNS, mein Herr und Gott, Beständigkeit verleihe, hilf uns aus aller Not! Amen!

L a tz m a n n , Fricdberg-Faucrbach.

Lceräuber und Steppenmorat.

Kennt auch Not kein Gebot, kann im Kriege nicht immer das in friedlichen Zeiten geborene Recht seine Geltung behaup­ten. must cs hinter der eisernen Notwendigkeit zuweilen zurück- stehen, so wird doch ein kriegführendes Volk, wenn ihm mcnsch- heitliche Kultur nicht bloßer Firnis ist, die Moral nicht ver­letzen. Um so stärker die Notlage, je größer die Zahl der,Geg­ner ist, um so mehr wird sich solch ein Volk auch mühen, die im Frieden in besonderer Berücksichtigung des Krieges herausge- arbeiietcn Sittengesetze, die ihren Niederschlag in der Genfer Konvention fanden, anzuwendcn. In den Kriegen der Neuzeit sieht man ein allgemeines Sinken der Moral, die allgemein gültigen Sittlichkeitsgcsetzc werden mit Füßen getreten, wenn dadurch die Möglichkeit winkt, den Gegner zu vernichten. Mehr wie je tritt das in diesem Kriege in Erscheinung, der ja ein Vernichtungskrieg gegen die Deutschen sein soll. Alles was deutsch ist. soll ausgetilgt werden, so will es England. Seine ganz aus den kapitalistischen Handel gestellte Politik meint kei­nen Nebenbuhler ertragen zu können. Die gefährlichen Fol­gen der britischen Handelspolitik schildert schon im Jahre 1890 der Anstifter des schamlosen Ucbcrsalles auf die Buren, Herr Jos. Ehamberlain:

Nie zuvor hatte unser Vaterland einen so ungeheuren Reichtum aufzuweiscn; nie zuvor zeigte sich dieser so ofsen auf allen Straßen; nie zuvor wurde auch der Druck der Ar­mut so bitter empfunden und nie grinste noch die Armut den Maffcn so entgegen, wie jetzt, so hoffnungslos, der Menschenwürde entkleidet, dem Elende überlasten. Im Lause der letzten 20 Jahre ist zuverlässigen Berechnungen nach das Nationalvermögen um 000 Millionen Pfund ge­stiegen. Und doch seufzt eine Million unserer Mitbürger im Armenhause, und einige Millionen mehr würden gerne dort ihre Zuflucht nehmen. Die Ursache deffen ist einfach die. daß die geschaffenen ungeheuren Rcichtümer in einige große Taschen geflossen sind, daß Individuen und Klaffen Rcichtümer erlangt haben, die die kühnsten Träume der Habsucht übertrcffen und zu einer sinnlosen Verschwendung

,oonMitteln , reizen, fur.die.mon sonst keine Verwendung weist. Die große Ma^c .derjenigen, die daarbeiten und spinnen" hat aber keinen'Anteil an diesen Reichtümcrn er­langt,'.und eine Menge von Menschen, die größer ist als die Einwohnerzahl unserer Hauptstadt, ist dem nackten Elende und der Not überliefert. Darf cs da wundernehmen, wenn von Zeit zu Zeit das Eemurre der Unzufriedenheit oder der Aufschrei der verzweifelten Wut an unser Ohr schlägt?"

Jetzt, da England die Welt verbaut sah, zettelte es den Krieg an. Wenn irgendwo, so ist bei ihm dieDreieinigkeit Krieg, Handel und Piraterie nicht zu trennen". Von alters- her wahllos in den Mitteln, schreckt es auch jetzt vor keiner Vergewaltigung der Moral zurück. Wahrlich, Lord Btzro» hat recht mit seinem Ausspruch, daß England die eine Hälfte der Welt schlachtet, die andere prellt. Auf Raub und Mord, wie sie sonst nur Steppenvölker kennen, ist di- englische Politik ge­stellt. Im Durcnkricge pfiff England aus die Genfer Konven­tion, und was die völkerrechtswidrigen Dumdum-Eeschoffe nicht vermochten, das vollendete das Hungerfystcm in den Konzen­trationslagern. Dieser Ueberliefcrunz ist England treu ge­blieben. Ja, cs rühmt sich noch seiner Piratenmoral in einem amtlichen Bericht über den durch das Auslaufen auf eine Mine uutcrgcgangenen KreuzerAmphion". Mit satanischer Freude wird bekanntgegeben, daß die von dem BäderdampferKöni­gin Luise" aufgcfischtcn deutschen Seeleute im untere» Vorder­teil desAmphion" untcrgcbracht und fobuchstäblich von ihrer eigenen Mine zerrissen" wurden.

Der Seeräubermoral der britischen Ecntlemcn entspricht die Steppenmoral seiner Verbündeten. Von den rohe» Ge­walttätigkeiten der Franzosen gegen die Deutschen in Marseille und Nizza bis zu dem behördlich organisierten Franktireurkrieg in Frankreich, Belgien und Serbien ist es die gleiche Kette ei­ner entsittlichten Kriegführung. Aller Gesittung bar ist die An­ordnung des französischen Oberbefehlshabers Joffrc, nach der die Soldaten im Falle der Gefahr die Uniform mit einem im Tornister befindlichen Zivilanzug vertauschen sollen, um dann den deutschen Soldaten in den Rücken zu fallen. Vermutlich auch aus Veranlaffung der obersten Heeresleitung verüben die Franzosen Frauen- und Kinderraub. Wie brüchig muß es doch mit dem Gewissen unserer Gegner bestellt sein, daß sie zu sol­chen Mitteln ihre Zuflucht nehmen. Macchiavelli könnte seine Freude haben an solcher Ueberfctzung seiner Theorie in die Praxis. Ein sittlich gefestigtes Volk must derartige Rückfälle in die äußerste Barbarei verurteile».

Forscht mau nun nach den Gründen dieser Vcrwttderung, so sicht man an dem Schulbeispiel England, daß sic in der ka­pitalistischen Lebensausfaffung wurzeln. Der Materialismus ertötet jede Moral, er entsittlicht die Völker und wirst sie in die Barbarei zurück. Das sollte zum Denken Anlaß geben, daß wir nicht die Grundlagen aller sittlichen Werte preisgeben dür­fen. Sie aber ruhen im Mutterfchostc der eigenen Heimat. Erst die innige Berührung mit der Natur und das reine, ehr­liche Verhältnis zu ihr bringen sie hervor und zeugen Treue, Eottvcrtraue», Gerechtigkeit und Stärke. Diese Grundlagen muffen wir auch im Erwerbsleben in Ehren halte», dürfen sie nicht außer acht lasten, damit die Stärke unseres Volkes erhal­ten bleibt und sich die Friedensmoral auch inr Kriege bewährt.

Warum ist Krieg?

Hader begann auf Erden, sobald mehr Menschen als zwei lebten, und es ward Neid und Hast und Zwietracht und ist nicht gestillt worden bis heute.

Doch hat Gott die Liebe des Friedens und die Sehnsucht nach Frieden in unsre Brust gepflanzt, und das Ehristentum ermahnt uns, daß wir sollen barmherzig und freundlich sein gegen alle Menschen.

Wie darf denn Krieg sein in der Welt? -

Du Törichter, gehe hin und frage Gott und seine Geschichte und Offenbarung, und sie werden dir sagen: frage das Leben und die Erfahrung, und sie werden dirs deuten.

Du sollst den Frieden begehren, aber di« Welt begehret den Krieg- du sollst de» Friede» lieben, aber die Welt hastet die ' Ruhe. Darum ist Krieg! |

Tiird) Unglück und Not lernen wir zum Himmel auf- schauen, durch Unglück und Rot werden unsre Kräfte geübt, denn unsre Unvollkommenheit könnte den ewigen Frieden nicht ertragen,

Weil wir so böfe sind, darum, ist Krieg, und weil wir so nichtig sind, darum ist das Uebcl. Wehe aber dem Manne, der unschuldigem Blute durstet, der unschuldige Völker zu unter­drücken ttachtct! Seine Bosheit fällt auf seinen Kopf zurück, und Gott im Himmel wird den Wüterich strafen.

Wer Tyrannen bekämpft, ist cm heiliger Mann und wer Uebermut steuert, tut Gottes Dienst. Darum ziehet getroit in solchen Krieg und streitet fröhlich unter dem Panier der Gerech­tigkeit.

Wer aber die Freiheit zu unterdrücken auszicht, und damit unschuldige Völker als Knechte dienen, der erhebt das Schwcri gegen Gott den Herrn, und treffen wird ihn, der die Blitze vom Himmel wirft. Denn früher oder später findet Gott den Uebermut und misset jeglichem seinen gebührenden Lohn

Michertilch.

Die seit langem in allen Teilen der Bevölkerung bciicble, humoristische Familicnzcitschrist,Der Guckkasten", hat den gegenwärtigen Kricgsercignissen durch die Herausgabe einer jede Woche erscheinenden illustrierten Kriegs-Chronik Rechnung getragen, worin der Ernst der Zeit und was die deutsche Na­tion bewegt in Wort und Bild geschildert und die heiteren Mo­mente glossiert werden. Bei der starken Nachfrage nach allen graphischen Erzeugniffen, die sich mit dem Krieg befassen und bei den künstlerischen und literarischen Qualitäten der Mit­arbeiter des Guckkasten, werden die im Einzelverkauf aujtau- chcndcn Nummern der Zeitschrift rasch vergriffen sein. Es empfiehlt sich deshalb am meiste» ein festes Abonnement auf den Guckkasten, das für MI. 3. vierteljährlich lohne Portos bei jeder Buchhandlung und bei jedem Postamt, auch für ein­zelne Monate, jederzeit bestellt werden kann.

Kirchliche Anzeigen.

Evangelische Gemeinde.

13. Sonntag nach Trin., b. September.

Gottesdienst in der Stadtkirchc.

Dorm. 9% Uhr: Herr Pfarrer Ritter.

Anschließend Feier des hl. Abendmahls.

Nachm. 2 Uhr: Katechismuslehre für die Mädchen (S-- ttt> kirche): Herr Pfarrer Ritter.

Abends 8'A Uhr: Herr Pfarrer Klebriger.

Gottesdienst in der Burgkirchc.

Vorm. 8A Uhr: Herr Kandidat Martin.

Vorm. 11 Uhr: Kindergottcsdicnst: Herr Pfarrer Dich' Gottesdienst im Stadtteil Fauerbach.

Vorm. 10 Uhr: Herr Pfarrer Zatzmann.

Katholische Gemeinde 11. Sonntag nach Pfingsten.

Schlltzengelfcst.

Gelegenheit zu beichten Samstag nachm, von .-. ä s früh von Uhr an.

'AI Uhr: Frühmeff,

8 Militärgottesdicnst lStNgmcffe mit Predigt).

MIO Uhr: Hochamt mit Predigt.

Nachm. 2% Uhr: Monatsandacht der Rofcntranzb.ainr

schuft.

Die während des Krieges üblichen Abendandachten wer­den in dieser Woche an drei Abenden gehalten, außer den am Mittwoch und Freitag üblichen ist zur gleichen Zeit f8Uhrs auch am Dienstag eine Andacht wegen des auf diesen Tag fal­lenden FestesMariä Geburt".

Feierabend Fricdbcrg.

Sonntag, den 6. September 1911:Besprechung wegen Ab­gabe von Büchern und Zeitschriften an die hiesigen Kricgs- lazarctte; dann 8'A Uhr: Besuch des Abendgottcsdieustcs. (Ge­sangbuch mitbringen)."

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