Beilage zur „Neuen Tageszeitung".
2 !r. 208 I Samstag, den 5 . September 1914 . * I 7 . Jahrgang
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All6 meiner Porflnrche.
Otard de» Drogen Eutjcheidnnaen.
lii". n V •'>—*. Ach sprach ,,u ben Ruhmredigen, rufemtt i :,I | J, Uno zu bei) Gatt lasen, pochet Nicht aus i*»;n>otl. lebet r ..;t halsstarrig, e» Hab« teure Slot, weder v»» Aufgang »och ' :>.dc>-z'ng, «och vom Gebirge in der Wirst«. Tenn Gott ist luchter, ber diese» »iebriget unb jenen erhöbet Lieb« Gemeind«
Welch «irre Wendung burch Götter Fügung. so karr» u»ser Batk mit seinem alter, Kaiser Wilhelm arrch in biese» lagen Mieder sprechen' Die vergangene Woche hat fortgesetzt. war bre »orige bcgonrie» hatte, weit irber unser hasse» hinaus, jo weit, bah wir. so viel Menjchenaugcn sehen, sage» tonnen: ber Krieg ist wohl »och nicht zu Gr,de. aber wie er z» Ende gehen wirb, bar ist säst schon entschrebcn. Unb wieber. wie heute vor r logen, sage» wir voller Dank: Lob, Ehr unb Preis sei Gott, non Ewigkeit zu Ewigkeit. Ja. da» ijt's, war seht besonber» bei UNS gesagt werbe» must: Gott gebührt unser Dank! Da» )>f( un, bavar bewahr hast wir meinen, wir selber hätten »IS alle» getan. An zweierlei Hinsicht meinen wir dar: ein riol denken wir babei an un». bie baheimgeblieben finb Wir »rege» uns wohl sreuen unb auch stolz sein aus unsere Salda- ' aber zugleich wollen wir un» hoch ruhig klar machen: Wir stier, mir daheim habe» zu all dem da brausten doch so gut r ' grr nicht» getan! Unb wenn auch jeder von UN» manch« !l:ecit mehr hat leiste» müsse» alr sonst, wenn wir auch man- <>" lei besondere Mühe» und Einschränkungen aus un» ge- n > men hoben, da» ist doch alle» miteinander nicht der Mühe
> rt nennen, wenn man dagegen von unseren Verwundeten i ststeo hört, wie sie sich brausten habe» .abmühen und quälen nie» ur» oe» Sieg zu erringen! E; ist not. dast wir UN»
bis selber jagen, damit nicht über den Siegesnachrichte» bei uns jener Hochmut aujkomnrt. der sei» vom Schust in sicherem .irmii 't graste Worte redet, und so Gotte» Zorn herau»sorbert! il»» den Daheirngebliebenen steht u» der» ganze» Sieg kein --"er Teil zu. al» Lob und Dank, unsere» Soldaten brauste», aber ganz besonber» unserem Herrgott im Himmel! Unb bas st da» andere Teil: Ahr habt e» an dem, wa» wir bisher ge- r.igl haben, r ohl gehört, oast wir ganz gewist unseren Soldaten de wohlverdiente Ehre nicht nehnren wolle»! Aber darüber. da, müssen wir wisse», gebührt Gott die Ehr«. Wir dirrsen nicht vergesse», dast auch unsere Soldaten und heersüh-
> r bei aller lupserkert, doch Gotte» Werkzeuge waren, dast ' >-. it e» war. der un» den Sieg gegeben hat! Da» wissen ge- r >de unsere Saldate» selber am beste»! Lest doch die Briese, dre sie schreiben: Ammer wiederholen sie: betet und vertraut aus Gott! Und wenn man die Verwundeten erzähle» hört, dann spürt man'» deutlich au» ihre» Worten heraus: Wenn wir daheim eure neue Siegesnachricht lesen, dann klingt da» so sicher und setbstverstänblich. aber sie, die brausten im Schützen- grade» lagen, »nb die Gewehrkugeln über sich hinsurren hör- len. wie Bienenschwärme, sie wissen, dast da» nicht so sicher und etbstveistänblich ging, sonoer», dast Schritt sür Schritt und Mi orrte für Minute ihnen war. wie ein reine» Gnadengeschenk von Is.'it! Ein verwundeter Ossizier sagte »»»: E» ist mir heute noch wie ei» Wunder, dast ich noch am Leben bi», und dann mrrrdc er so ernst und sprach: ja man wird fromm da draußen! Ar unsere Soldaten spure» c»: der Sieg kommt von Gott, und »aram drirsen und müsien auch wir c» spüren und un» demll- ügrn unter Gotte» allurächtige harrd. Und dahin gehört n»» roch ganz besonder» da», wovon unser Bibelwort redet, wenn :» den Menschen »erweist, so zu tu», al» habe e» keine Not von, Ausgang und vorn Niedergang und vorn Gebirge in der
Wüste! Wir sagten ja vorhin selbst, de» Kriege» Ausgang ist säst entschieden, ober wir setzten mit Bedacht hinzu: so weit
Menschenaugen sehen! Bor drei Blochen haben wie noch in unserer Angst und Not gesungen und gebetet: mit unserer Macht ist nicht» getan: aber da» wollen wir auch jetzt nicht vergesse», Ivo wir au, der ärgsten Rot herau» sind: da» jagen wir nicht deshalb, weil wir kein Zutrauen hätten zu unseren Soldaten und Feldherren, sondern weil gerab« dies« selber un» sagen: hast e» kein« Rot hat. da» liegt allein bei Gott! Za de» Kriege» Ausgang liegt bei Gott, den» dieser ganze Krieg ist ja nicht Menschenwerk, sonder» ein Gotlesgericht über Völker und Menschen! Und auch. — da» wolle» wir ja nicht vergessen — über unser deutsche» Volk! Wir haben'» ja in biesen lagen gespürt in unserem Darf, unb ringsum im gauzen Vogelsberg«, als die Nachrichten kamen von unseren llbern, ihrem Kamps und ihren Verlusten: da spürten wir. daß Gott auch über un» ein Gericht gehen läßt! Da« wollen wir erkennen in ernsten Gedanken: Gott richtet auch über UN» in diesen Tagen, aber wir wollen dabei nicht vergessen: Gott richtet nicht zu ver
derben und zu verdammen, sonder» um UN« auf den rechte» Weg zu leiten, und nur wer sich von ihm nicht will leiten lassen. dem wird sein Gericht zum Verderbe». Da» Volk Israel hat vor seiner Wegsührung in die Verbannung auch gemeint, ihm könne nicht« geschehen, weil e» Gotle» Volk sei. und da» englische Volk meint heule noch, e« sei Gotte» Voll und Gott schütze e» ganz besonder»: Wir aber wollen in diesen ernsten
Zeilen erkennen, dast nur da» Volk Gotte» Volk ist und unter Gotte» Schutz steht, da» aus Gotte» Stimm« hört und Gotte» Willen tut!
L. 8 ! Wir wissen e» alle, in diesem surchtbaren Kriegsjahr 1914 entscheidet sich unser und unsere» Volkes, unserer Kinder und Kindeskinder fernere» Geschick. Menschlicher Unverstand meint, der Krieg entscheidet» Da» ist nicht wahr! Wenn wir den Sieg gewinne» und tm Siegestaumel die Stimme Gotte« überhören, dann wird unser Volk gerade so verderbe», wie da« englische Volk verdorben ist! Der Krieg ist Gotte» Gericht, und darin entscheidet sich unser Geschick, ob wir in diesen Tagen lernen, aus Gotte» Stimme zu hören und seine» Willen zu tun! Denn die Welt vergeht mit ihrer Lust, wer aber den Willen Gotte» tut. der bleibet in Ewigkeit. Amen.
Kriegsandacht.
Text: 2. Mos. Kap. 3 V. 5: „Gott sprach: Tritt nicht herzu, ziehe dein« Schuhe au» von deine» Füsten. den» der Ort, da du stehest, ist heilige« Land."
An de» Berg Horeb führt un« unser Textwort. Mose» steht in der Wüste bei seiner Herd«. Da siebt er plötzlich in der gerne eine Flamme au» einem Busch cmporzüngeln. Er will näher heran, un, nachzujeherr, warum der Busch nicht verbrenn«. Da rief ihm Gott da« Wort zu: „Tritt nicht herzu, ziehe dein« Schuhe aus von deinen Füße», denn der Ort. da du stehest, ist heilige» Land." — Was will ihm Gott an» Herz legen? — Last alle» weltlichen Sinn dahinten, hier stehst du vor dem Allmächtige» und heiligen. Beuge dich vor ihm in den Staub. Last dein Herz reinigen von aller Sündenschuld. Sei still« und erkenne, dast ich Gott bin. Fühle den Ernst dieser Stund«!
„Ziehe deine Schuhe au» von deine» Füsten, denn der Ort, da dur stehest, ist heilige« Land." Ich lasse e« mir gesagl sein, so oft ich die Kanzel betrete, um euch da» Evangelium zu verkündigen Viele Jahre habe ich es getan. Es war immer Friedenszeit. An jedem Sploesterabend und Reujahrsmorge» gedachte ich stets de» Frieden» und dankte Gott, dast er uns
wiederum ein Jahr des Frieden» geschenkt hatte und wir haben ihn angerusen: Herr, wenn e« dein Will« ist, last auch im neuen Jahr nicht Kriegslärm unser Land erfüllen! — Nun ist da, Jahr 1914 zum Kriegsjahr geworden. Wer hätte die» am An< jang diese, Jahre» geahnt!
„Ziehe dein« Schuh« au, von deinen Füsten, denn der Ort. da du stehest, ist heilige» Land." Ich wtkl e» zu Herzen nehmen, besonder» in dieser ernsten Zeit, da bi« Gemeinde, di« sich im Gott«»hau» »«rsammelt, der Stärkung und Ausrichtung vor allem bedars. Kein« Z«itu»g»au»schnitt« will ich bringen, kein« politischen Betrachtungen hier anstelle», »ur da» Evan getrum verkündigen, di« froh« Botschaft, welche die Müden stärkt, di« lraurigen tröste, dt, hossenden fröhlich macht, dem Sünder Gnade verheißt.
Der Raum, in dem lhr euch jetzt besindet, di« Stätte, an der ich hier stehe, ist heilige» Land. Wt« viel« habe» schon hier aus den Bänken gesessen, wie viel« aus dieser Kanzel ««■ standen im Laus der Jahrhundert«. Wie viele Generationen hat diese» Gotteshau» überdauert. Ueber Lüg Jahre steht e« schon, und die Zeugen de« Evangelium», di« hier ihre» Mund ausgetan, haben viel erzählen können von de» Leben« Kreuz und Leid. Welche Stürme sind in diesen 2K Jahrhunderten über unser Vaterland daht»gebraust! Wen» dies« Ajand« re- den könnten, würden ste auch viel erzählen von der Liebe und Gnade unsere« Gotte», der di« nicht »erlässt. die sich zu ihm flüchten.
„Ziehe drin« Schuh« au» von beine» Füße», denn der Ort, da du stehest, ist heilige» Land." Dort in der Groststadt Berlin, wo tausend« und abertausende nicht» mehr fragte» »ach Kirche und Gotte» Wort, wo di« Kirchenaustrittsbewegung mit Macht einsetzt«, waren am 2. August 36 000 aus der Straße zu einem Gottesdienst versammelt und haben nach der Ansprache de» Geistlichen in großer Ergriffenheit zusammen da, Vater Unser laut gebetet. „Ziehe deine Schuh« au» von deine» Füße», den» der Ort, da du stehest, ist heilige» Land". Der Platz, wo sonst die Meng« der Fußgänger sich drängt, dt« elektrischen Wagen und die Kraftwagen lärmend dahineilen, ist aus einrnat stilles, heilige» Land. 30 000 Andächtige sollen die Hände und rusen zum Vater im Himmel.
„Ziehe deine Schuhe au» von deinen Füsten, denn der Ort. da du stehest, ist heilige« Land". Wir betreten im Geiste ein Schlachtfeld in dem AugenbNck, wo der Kanonendonner verstummt ist, und die heretnbrechend« Rocht dem erbitterte» Kamps« ein End« macht«. Sonst bringt die Nacht i» Feld und Wald Stille, hier nicht. Da liegen in Scharen die Verwunde ten. Wie die Wunden brennen und schmerzen! Wie sehnt man die Krankenträger herbei! Minute» werden zu Stunden. De« Verwundeten Gedanken eilen zur Heimat. zu den Eitern und Geschwistern, zu Frau und Kinder». Beim Lampenschei» sitzen sie daheim um de» Tisch herum und spreche» von den letzten Schlachten und sprechen von ihm, der jetzt verwundet aus dem Schlachtfeld liegt und — sie wissen e» nicht. Und wie viele Toten! Wie sie so sanft ruhen! Junge», frische» Leben ist hin gewelkt. Nu» ziehe» die Sterne am Himmel heraus, und der Mond geht so still und feierlich durch die Abendwolke» und wirst sein fahle» Licht auf der Toten bleiche, Angesicht. Stille wird'» und immer stiller. „Ziehe deine Schuhe au» von bei ne» Füsten, denn der Ort, da du stehest, ist heilige» Land."
Wir haben gelesen von dem kurze» Kamps vor Helgoland, in dem unsere braven Seeleute al» echte Deutsche kämpsterr gegen ein« vielfache Uebermacht. Sie sind treu bi» in den Tod. Sie wissen, e» geht in den Tod. Sie weiche» nicht. Da» Schiss ist schwer getroffen: bald wird e» sinke». Sie stimmen da» Lied an. da» sie schon als Knabe» so freudig langer:
Erna und Ilje.
Roman von T. Fenßner.
Z!> lFoitsetzungl.
„Es gibt ei» tüchtiges (öeiuitter,“ sagte der Rittergut ..besitzer ,u seiner Tächter, „und es dürste ratsam sein, schleunigst den Rückweg anzuireten, denn nur ungern möchte ich mich oan dem Unwetter im Walde iiberraschen lassen."
Schneller als sie gekommen, schritten Vater und Tochter durch den verdüsterten Wald dern Städtchen zu, um noch zur rechten Zeit das schützende Obdach zu erreichen.
Wilder und wilder brauste der Sturm und in unheimlicher Weise verfinsterte sich das Firmament. das eben noch im tieislen Blau erstrahlte. Das Rollen des Donners, das in immer kürzeren Intervallen hörbar wurde, hallte dumps von Bergen und Felsen wieder. Als die beiden Wanderer den Wald ver- lieszen. ran der Stelle, wo die prächtige Billa Rosalie in herrlichem Karten am Waldessaurne liegt» ging ein mit Schloszen vermischter Regenschauer nieder.
„Wir kommen nicht weiter," sagte Herr Ruth, „unter solchen Berhältnissen wäre ein Weitergehen nahezu mit Lebensgeahr veräunden und ich denke, roir suchen in Billa Rosalie eine Znflncht, bis das Unwetter vorüber ist."
Schweigend nulte Ilse. Sie bebte am ganzen Körper, denn sie gehörte zu denjenigen Personen, die stets in bange Furcht geraten, wenn ein schweres Gewitter im Anzüge ist. Dazu kam noch, daß sie als echte Guisbesitzerstochler an die noch nicht eingeernteten Feldjrüchte dachte, denen die innner stärker nieder prasselnde Schloßen enornien Schaden zusügen mußten.
Kaum hatten sie das schütz«nde Obdach betreten, da brach das llnwetler mit elenientarer Gewalt los. .Wie «littenelte Höllenaeistec tobt« der orkanortrae
I Sturm über Feld und Wald, alles mit sortreißend was | nicht genügenden Widerstand bot. Grellsarbige Blitz«
. fuhren im Zickzack aus nachtschwarzen Wolken und der ! ihnen unmittelbar folgende, gleich einer Gewehrsalve knatternde Donner ließ die Herzen erbeben und ver setzte die Gemüter in ängstlichste Spannung.
Rur wenige vermögen sich dem Eindruck zu entziehen, den dieses gewaltige Naturereignis aus uns Menschen ausübt, und selbst den Atheisten, der längst den frommen Glaube» der Kindheit im Getriebe der Welt verloren, durchschauert, wie das letzte Bibrieren längst verklungener Saiten, di« Ahnung höherer göttlicher Gewalten.
Nachdem sich die Haustür hinter ihnen geschlossen hatte, trat ein Mädchen von etwa achtzehn Jahren im Hausflur den Ankominenden entgegen. Trotzdem sich Ilse ihrer eigenen hohen Schönheit voll bewußt war, mußte sie sich bei ihrem Anblicke gestehen, daß sie noch nie eine so seltene Bereinigung von Liebreiz, Anniut und Würde erblickt hatte! Ein Meisterstück schien die Natur in dieser holden Mädchenblüte er schnffen zu haben: Augen, unergründlich wie die
Meerestiese verliehen dem süßen Gesicht einen ganz besonderen Zauber.
„Wir bitten wegen unser» formlosen Eindringens um Verzeihung," redete Ruth si« an, „aber das geradezu lebensgefährlich« Wetter dllttte uns zur Entschuldigung dienen."
„O bitte," sagte das schöne Mädchen mit ihrer weichen wohlklingenden Stimme, „wir freuen uns aus' richtig Ihnen unser gastliches Heim anbieten 'zu dürfen,., und mit einladender Handbewegung öffnete sie die Tür zum Wohnzimmer.
„Onlel!" Tante! Ich bring« Gäste!" rief sie- „der Herr und die Dame suchen in unserem Hause Schutz gegen das Unwetter," mit diesen Wotten motivierte sie den Anwesenden gegenüber das unverhoffte Erscheinen der Fremden.
Im Zimmer besanden sich ein schon älterer Herr in Iägerkleidung, der, als Ruth und Ilse das Zimmer betraten, in augenscheinlich behaglicher Stimmung an einem runden Tisch« saß,' zu seinen Füßen lag ein schön gesteckter Hühnerhund, ihm gegenüber saß seine Frau, eine ehrwürdige Dame mit wohlwollendem Ge sichtsausdruck. Außer diesen beiden besand sich noch ein junges Mädchen im Zimmer, das sich von dem zuerst erwähnten, welches ttej brünett war, im wesenr lichen durch seine goldblonde Haarfarbe unterschied.
„Freut mich! Freut mich! sagte der Herr in Jägerkleidung, den Ankommenden zur Begrüßung die Hand reichend, »mein Haus hat noch Raum sür viele."
„Hoffentlich hält das Wetter nicht allzu lange an," sagte Herr Ruth, sich aus dem angebolenen Stuhle niederlassend: Ilse folgte seinem Beispiel.
„Doch! Doch!" meinte der andere, „es koinmt noch besser, sie können mir glauben, es kommt noch besser, jedes Wetter, das von Rord-Nord-West kommt, kann wegen der hohen Fischkuppe nicht weiter, und verweilt darum Uber unserem Talkessel länger als nötig und oft auch zuträglich ist. Ein alter Erunrock wie ich versteht sich schon etwas aus» Wetter," setzte er mit einer» gewiffen Selbstbewußtsein hinzu. Letzteres war auch nicht ungerechtsettigt, denn gleich wie der Seemann, der oft wochenlang nichts sieht als Himmel und Master und dadurch Gelegenheit erhält beide auf das Sorgfältigste zu studieren, um dann aus Grund der gemachten Beobachtungen mit Sicherheit seine Dispositionen zu treffen, ebenso weilt auch der Forstmann ost genug im Freien, um aus dem Raunen der düsteren Tannen, dem Knarren der alten Kiefern und dem ängstlichen Zittern der Espe, überhaupt aus der geheimnisvollen Flüstersprache des Waldes di« Natur verstehen zu lernen.
^Fortsetzung folgt.)


