Einzelbild herunterladen

«r. 19»

e«te &

®on 1870-71 btm Ansturm Aüdeut)chlands entgegen zu jeHeu, d«h die Reue kommt zu spät und der Zeiger deutet aus die Stunde, in der einmal wieder mit Gewalt Ordnung in der Welt geschafft werden muß. Wae England und Frankreich in jahrzehntelangen Ränken und im Bunde mit Rußland gegen das ansstreb-nd- Deutsche Reich böser erdacht haben, er muß chuen jetzt vergolten werden. Daß die Abrechnung eine gründ­liche wird, dafür bürgt UNS der Opfersinn des gesamten deut­schen Volkes und der Kampsesinut unserer Truppen, dessen oberster Kriegsherr bei dem Ausmarsch seiner Garden gelobt lat, das Schwert nicht eher wieder in die Scheide zu stecken, bis es Deutschlands Ehre an seinen Feinden gerächt hat.

' Frankfurt a. M.. 20. August. Das beoorstehend« Eingrei­fen Japans in den Weltkrieg scheint den Japanern, die hier zahlreich in Franksurt weilten, schon vor Wochen bekannt ge­wesen zu sein. Denn bereits -NI 28. Juli erhielten die in hie. stge» Geschäften nud Fabriken angcstcllten Japaner die telegra­phisch- Aufforderung, zur sofortigen Heimkehr nach Ostasien, eine Tatsache, di- damals als für Deutschland günstig aufgcsaßt wurde. Aus den hiesigen wissenschaftlichen Instituten, wo die gelben Herren bald Hausrecht besaßen, find sie seit fünf Tagen still nud heimlich verschwunden, ohne Dank und Abschicdsgruß. Heute weiß man, warum cs geschah.

Königliche Eisenbahndirektio» Franksurt ». M. Don Sams­tag, den 22. d. Vits. ab verkehrt zwischen Frankfurt H. und Hamburg-Altona ein Schnellzug in folgendem Fahrplan: Franksurt ab 8,20 Vorm., Friedberg ab 8,58, Bad-Nauheim 9.05, Gießen an 9.34, ab 9.36, Marburg ab 10.09, Kassel an 12.08, ab 12.20, Hannover an 3.05, Hamburg an 6.17, Altona n 6.38 nachm. Altona ab 8.47 Vorm., Hamburg ab 9.10, Han­nover ab 12.28, Kassel an 3.50, ab 4.00, Marburg ab 6.01, Gie­ßen an 627, ab 6.29, Bad-Nauheim ab 0.59, Friedbcrg ab 7.05, Frankfurt H. an 7.40 nachm. Die Züge halten außerdem noch in Döttingen. Kreiensen, Elze, Lehrte, Celle, Uelzen, Lüneburg und Harburg. In Kassel ist Anschluß nach und von Berlin und zwar Kassel ab 12.50, Berlin Schl. Bahnh. an 9.07 und Berlin Schl. Bahnh. ab 7.25, Kassel an 2.24. Eine Gewähr dafür, daß Sie Züge ständig verkehren, und eine Gewähr für die Rück- odrr Wciterbesördernng bei Anschlußoersäumnl» wird nicht ge- leistet. Reisegepäck wird nur in beschränktem Maße befördert. Bei den Zügen ist für den Bezirk der Eisenbahndirektion Frank­surt der Ortsverkehr zwischen Frankfurt und Friedberg, Fried­berg und Bad-Nauheim, Franksurt und Bad-Nauheim, Bad- Nauheim und Gießen, Gießen und Marburg und Gießen und Fricdberg ausgeschlossen. Ueber die Einlegung von Schnell­zügen aus anderen Hauptstrecken folgt weiter« Nachricht. Hessen-Nassau.

* Höchst a. 91., 22. August. Die hiesigen Farbwerke stellen ihre Arbeiter nur noch bis 20. August unentgeltlich zur Ernte­arbeit zur Verfügung. Nach diesem Tage sind diese Hilsskräfte nur noch gegen Lohnzahlung zu haben.

* Wiesbaden, 22. August. Ein Held von 1866 und 1870-71 gestorben. Der General der Artillerie z. D. Wilhelm v. Körber verstarb im 89. Lebensjahre in Wiesbaden. In dem deutschen Kriege 1866 und in dem deutsch-französischen Kriege 1870-71 zeichnete sich der Verstorbene aus den Schlachtfeldern Böh­mens, als auch bei Mars la Tour und bei Braune la Roland« hervorragend aus. Für seine Heldentaten wurden dem Hel­den der Orden Pour le merit« und das Eisern« Kreuz 1. Klasse verliehen.

* Wiesbaden, 22. August. Die große Haupttierschau der Landwirtschastskammer für den Regierungsbezirk Wiesbaden die Ende September d. I. in Haiger stattsinden sollte, fällt aus, ebenso ist bis auf weiteres die mit der Schau verbundene Ee-

Ularjchiert Oesterreich?

Von Paul S ch w c d e r.

Was ist s mit Oesterreich! So fragt man den, der in den letzten Tagen die Doppelmonarchie von ihrem südöstlichen Zipfel aus auf dem Wege durch Ungarn über Wien nach Oders- tcrg durchquert hat, und die bange Frage lautet: Marschiert Oesterreich? Man hat so gut wie garnichts von den bisheri­gen Operationen des Bundesgenossen gehört und die versrühte Siegesmeldung von dem Einzug in Belgrad, der irgendeine greifbare Siegesnachricht bisher nicht gefolgt ist, kann hier und da die Vermutung wachrufcn, als ob Oesterreich-Ungarn gegen­über den deutschen Erfolgen etwas säumig sei.

Da ist es angebracht, mit aller Entschiedenheit zu betonen, daß dieselben Verhältnisse, di- gegenwärtig für das Deutsche Reich Geltung haben, auch für Oesterreich-Ungarn maßgebend sind. Man kann nicht gut mit Nachrichten auswarten, ohne die Absichten der österreichisch-ungarischen Heeresleitung vorzeitig zu entschleiern. Aber das muß denn doch im Interesse der Heeresleitung sowohl wie des gewaltigen Kriegshceres der verbündeten Doppelmonarchie mit aller Entschiedenheit betont werden, daß es drüben ebenfalls rüstig 'vorangeht und daß vor allem der Aufmarsch sich mit genau derselben Exaktheit voll­zogen hat wie bei uns. Nur ist zu bedenken, daß Oesterreich- Ungarn in Wirklichkeit zweimal mobil gemacht hat: das erste Mal, als cs gegen die Serben ging und nur die Reserven ein- berusen wurden, und das zweite Mal, als Deutschland die Kriegserklärung an Rußland ergehen ließ und demzufolge Oesterreich-Ungarn sich veranlaßt sah, auch noch den gesamten Landsturm aufzurusen, der aber nicht etwa das letzte Aufgebot »nrstellt, sondern vielmehr unserer Landsturmsormation ent­richt.

De» Verlauf beider Mobilisierungen konnte ich aus der Heimfahrt von Scmlin nach Berlin ungestört und sogar in Be­gleitung eines inzwischen nun auch zu den Fahnen geeilten lie­benswürdigen Leipziger Kollegen beobachten, dessen Bilder demnächst in den illustrierte» Beilagen her deutschen Zeitungen erscheinen und di« Hexode»» gtänznd« Exaktheit de, öfterreichi- schen Aufmarsches ^»' vollem lsimfang erweisen werden, soweit ihr- Veröffentlichung,- ppportum zischein^.-- Soweit man über den großangeleaten striegspUu der Sesterrrtcher überhaupt etwa, lagen tan». Läuft « lk« Delcnllichen daraufhinall».

Neu« Tage»z«te»»g. »««»tag, oe» ei. mugujt i»i«

ueraloersammlung de» Verein» nassauischee Land- und Forst- wirte verschoben worden.

Starkenburg.

* Tarwstadt, 18. Aug. Von der Landwirtschastskammer.

Wenn auch schon öfter darauf aufinerksam gemacht wurde, daß die wichtigste Arbeit des Landwirtes jeßt ist, die Ernte einzubringen, so scheint es doch nötig, diese Mahn­ung zu wiederholen. Man macht die Beobachtung, daß die Landwirte, welche doch tatsächlich einen Mangel an Arbeits­pferden haben, sich tcilwcile mit Arbeiten beschäftigen, die vorerst noch unterbleiben können.

So mutz cs beißen zuerst die Ernte cinfahren, dm n das Pflügen der Stoppeln und Ausfahren des Stallmistes.

Wer fertig ist mit der Ernte helfe mit feien Gcspann- tieren dem Nachbar und erst dann, wenn die Ernte zu Hause ist, denke er an das Stoppclpsliigen.

Aber noch eine weitere Mahnung ist hervorzuhebcn. Es handelt sich nicht allein darnni, die diesjährige Ernte zu sichern, sondern vor allem ist äußerst wichtig auch für daS kommende Jahr zu sorgen.

Wir müssen damit rechnen, daß für das nächste Früh­jahr der ausländische Klee-, Luzerne- und Esporsett.'sainen fehlt. ES gäbe daher einen großen Ausfall an Futter, wenn nicht eine genügende Menge dieser Sämereien zur Verfüg­ung steht. '

Landwirte laßt daher den letzten Schnitt zur Samenge- winnung stehen. Die Futtcrcrntc war dieses Jahr sehr gut, sodaß auf das Krünfnttcr des letzten Schnittes teilweise ver­zichtet werden kann.

Landwirte, das ~ bat Futter genug geliefert, seid vorsichtig im Verla, ibcstandes und denkt, daß der

Krieg längere Zeit ann »nd auch nach demselben

noch Flcischnahrung in genügender Menge zur Verfügung stehen muß.

* Darmstadt, 20. August, lleber die Verpflegung von Kriegsgefangenen erläßt der Hessische Landesverein vom Roien Kreuz an die sieben eingerichteten Verband- und Erfrifchungs- stcllen folgende Grundsätze: 1. Deutsche Soldaten gehen unter allen Umständen denen des Feindes vor. 2. Die Verpflegung von unvcrwundeten Kriegsgefangenen ist Sache der Militär- verwaltnug, nur in Ausnahmefällen tritt das Rot« Kreuz für sie ein. 3. llnverwundete Kriegsgefangene sind zu verpflegen mit einfachen Nahrungsmitteln in einer Menge, die zum Le­bensunterhalt eben ausrcicht. Keine Leckerbissen, kein Tabak. 4 . Verwundete Kriegsgefangene sind zu behandeln, wie ver­wundete Deutsche. 5. Eisenbahnwagen mit unoerwundctcn Kriegsgefangenen dürfen nur von männlichen Hilfskräften be­treten werden. 6. Damen sind zum Dienst des Roten Kreuze» nur in schlichter Kleidung ohne Hut zugelassen. Sollte eine Dame im Verkehr mit Soldaten de» Feindes sich würdelos be­nehmen, so ist sie ohne Ansehen der Person vom Bahnhof ans- zuweifen, nachdem ihr vorher Ausweiskarte und Armbinde ab- gefordert worden sind. Bedauerlich ist es, daß dieser Artikel 6 zugesügt werden mußte, Der erste Derwundeten-Transport ist gestern Nacht hier eingetroffen. Es find etwa 80 teils schwer teils leicht Verwundete verschiedener Regimenter, di« zum Teil von der belgischen, teils von der französischen Grenze kamen und meist in dem in der Techn. Hochschule eingerichteten Lazarett untergebracht wurden. Um den Preistreibereien der Groß. Händler auf dem Wochenmarkt entgegenzuarbeiten, hat das Po­lizeiamt angeordnet, daß von jetzt ab da»Aufkäufen von Gegenständen des Wochenmarktverkehr» zwecks Wiederverkaufs erst von 9 Uhr ab zugelassen wird. Die Marktzeit bleibt im

übrigen auf vorm. 0 dir abends 5 Uhr bestehen. Die ausge- stellte» Gegenständ« dürfen nicht zum Schein daflehe», sondere

jedem Käufer muß aus Verlangen der Preis angegeben und die Ware gegen Zahlung des Kaufpreije» überlassen werden.

Frankfurler Wetleibericht Voraussage: Wechselnd bewölkt, einzelne Regenschauer,

kühl, nordwestliche Winde, Besserung in Aussicht.

Eilir lirfjrriigriioiurrtr Mhmig.

Berlin, 20. August. Der Minister für Handel und Ge­werbe hat aus vielfachen Beschwerden ersehen, daß zahlreiche Gewerbetreibende ihren Abnehmern mitgcleilt habe», sie könn­ten jetzt di- Lieserungen nur noch gegen Barzahlung aussich reu. Die Forderung von Barzahlung IIN Verkehr zwesckien der Kausleuten kann unter Umstände» durch den Zwang der Ver­hältnisse gercchtserttgt fein, darf aber nicht ohne dringende Not zu einem allgemeinen geschäftlichen Grundsatz erhoben werden da hierdurch das gesamte Wirtschaftsleben schwer gefährde, wird. Die nachdrückliche Mahnung, die der Deusich- Handels­tag an feine Mitglieder gerichtet hat, weift mit Recht darauf hin. daß. wer durch fein unnötig rigoroses Verhalten die In­teressen der Allgemeinheit verletzt, Gefahr läuft, daß ihm selbst von den Banken, insbesondere der Reichsbanl, der Kredit entzogen oder befchränlt wird. Der Minister erwartet, daß all- berufenen Stellen ide Mahnung nachdrücklich nuterstützen Daß an die Einsicht der Beteiligten nicht umsonst appellier, wird, zeigt sich übrigens in einem Rundschreiben von angrseq. neu Firmen des Berliner Eifcnwarcnhandels, die unter Ruf- gäbe ihres anfangs eingenommenen schroffen StondpunNe-. di« Frage der Kreditgewährung einer Vereinbarung im Einz.-lsall« oorbehalten wollen.

Eine Bitte

an die Dllilltll des Rotes Areszes.

In den nächsten Tagen kann es sich ereignen, dtiß hier Verwundcten-Züge ankommenl Machen Sic cs nicht auch so als wie jeneDeutschen" Damen in 1870/71, ans die nuv.i »och nach Jahren mit Fingern deutete. Die hab-n bei den Zügen, wo verwundete Deutsche und Franzosen kamen, zu­erst die Franzosen gestärkt, und wenn dann noch Zeit >n r sich um die Deutschen bekümmert. Es sollen und niüssen si alle verpflegt und gestärkt werden, das ist Mensch.-,ipsiillit aber unsere Brüder, die für uns ihr Leben eingesetzt h.iben die kommen zuerst und dann erst die, die gegen uns gefoch ten haben. Ich habe so oft in dieser schweren Zeit Gelegen­heit gehabt, die Damen vom Roten Kreuz zu bewundern, wie Sie gesprungen sind, mit Eimern voll Suppe. Tassen Kaffee, mit Körben voll Brot und Erfrischungen, wenn rin Zug mit unseren Kriegern ankani. Nicht wahr, ui.-inc Damen? Sie nehmen sich auch unserer Verwundeten gierst anl

Ei» Veteran,

Verantwortlich für den politischen und lokalen Teil: Ottc Hirsche!, Friedberg: für den Anzeigenteil.- K. Schi d l, Fricdberg. Druck und Verlag derNeuen Tageszeitung", _ A. G Friedberg i. H. _

Kragujevae-Nisch ausgebaut hat, sondern die serbischen Herr­schaften nach Möglichkeit zu zernieren. Die ersten Anzeichen, daß diese Zernierung eines ganzen feindlichen Landes voll­kommen gelungen ist, machen sich schon jetzt bemerkbar: denn die im Osten angrenzenden Staaten: Rumänien, Bulgarien und

Griechenland denken natürlich garnicht daran, den serbischen Nachbar irgendwie zu verproviantieren und noch mehr Schwie­rigleiten werden den Serben von den neuerworbenen Gebieten im Süden bereitet, von wo aus cbensalls die Zufuhr bereits stockt. Es bleibt also nur noch Montenegro, dessen einziger brauchbarer Zufuhrhasen Antivari jedoch inzwischen von Kreu­zern der österreichischen Mittelmecrslotte beschossen worden ist, sodaß die braven montenegrinischen Hammeldiebe Mühe haben werden, sich selber ausreichend zu verpflegen, zumal sie ja in­zwischen auch noch mobil gemacht haben.

Außerdem beginnt sich im gegenwärtigen Augenblick auch Albanien zu rühren. Unter diesen Umständen erscheint es unbillig, schon jetzt irgendwelche entscheidenden Wassentaten von der verbündeten Armee verlangen zu wollen. Selbst gegen ei­nen Einmarsch in Belgrad bestehen zurzeit noch die schwersten Bedenken. Notorisch ist die Stadt längst von allen Einwohnern verlassen, nachdem von der Laudon-Schanze von Semlin her die ersten Schüsse auf die Feste abgegeben worden sind. Der Bahn­hof und da» Zollhaus ist demoliert. Das Post- und Telegra­phenamt beim Abzug der serbischen Behörden versiegelt bezw. unbrauchbar gemacht worden. Gleichzeitig sind die Kaufhäuser und Hotels von den zurückgebliebenen Komitatschi» ausgeplün, dert worden, während die Bankhäuser ihre festen Bestände in Eisenk'sten verpackt und in unterirdischen Gewölben an der Save versteckt haben. Dazu kommt, daß durch dt« Beschießung seiten» der Donaumonitor« auch schon hier und da Feuers- brünste entstanden sind und wieweit etwa tn der Stadt und aus der Fest« Minen gelegt find, und sonstige Annehmlichkeiten der Einzichenden harren, ist noch ganz ungewiß. Di« österreichisch, ungarischen Truppen würden also ähnlich« Zustände oorsinden, wle die Franzosen bet dem Brand vo» Moskau. Ihr Ecgnrr aber fitzt viele Bahnstunden südöstlich im festen Kragujcvac und noch weiter südöstlich in sslisch. und di« dortigen Befestigungen sind so angelegt, daß l-pderkundtg« .Strategen mindestens sechs Wochen für die Erobentilg. dieser Leiden Plätze rechnen. D- nun aber auch dle Oesterreicher.Dloltke'« Satz von einer mög­lichst großen Zlnhäusung ipön Druppenmassen an den entschet- dendeif Stellen sich zu elgen milchtti. werden, so wird es voraus- B6ttl4 Noch WoLeitttordeiisj^Le-rüsr au» vieler Eeaend lraend- l,

welche cntscheidenden Nachrichten erhalten. Es kommt hinzu, daß der Vormarsch der österreichischen Armee von Bosnien aus mit aller nur denkbaren Vorsicht ansgesührt werden muß, da von Süden aus Störungen durch montenegrinische Banden zu erwarten sind. Dann aber und dies ist die Hauptsache muß man bei dem Vormarsch der österreichisch-ungarischen Ar­mee nach Serbien mit den gewaltigen Entfernungen rechnen, von denen wir gar leine rechte Vorstellung haben. Schon von Budapest bis Belgrad haben die Ocsterreicher nur eine einglei­sige Bahn zur Verfügung und von Bosnien aus sicht an die serbische Grenze nur die Kleinbahn von Sarajewo »ach Bise­grad zur Verfügung. Von Sabac, dem drillen Einsallspunlt, der Ocsterreicher, aber gibt es gar keine Schicnenoerbindun, und in Serbien selbst werden die vorhandenen Bahnen wahr scheinlich überhaupt nicht mehr brauchbar sein.

Schließlich aber hat der strategische Ausmarsch der österrei­chisch-ungarischen Armee auch insofern eine grundlegende Acn- derung erfahren müssen, als durch die inzwischen erfolgte Kriegserklärung Deutschland» an Rußland der Bundnissall ein­getreten ist und Oesterreich-Ungarn einen Teil seiner Truppen für die russische Grenze zur Verfügung stellen mußte. Selbst­verständlich war in Oesterreich-Ungarn dieser Fall van vorn­herein vorgesehen und die Truppenverteilung läßt dies auch llar erkennen. Aber unter diesen Umständen wird man woh! den Schwerpunkt der österreichisch-ungarischen Operationen überhaupt ans den mehrere hundert Kilometer nördlich gelege­nen russischen Kriegsschauplatz verlegen müssen und man wird hoffen dürfen, daß ein wesentlicher Teil der Erfolge im Osten den österreichisch-ungarischen Wassenbrndern zugcsprochen wer­den kann. Nachdem in den letzten Tagen die deutschen mit den österreichisch-ungarischen Truppen südlich von Czenstochau Füh­lung genommen haben, ist klar zu erkennen, daß der österrei­chisch-ungarische Ausmarsch auch an der russische» Grenze voll­zogen ist, und da die zweite Mobilmachung in Oesterreich- Ungarn an demselben 2. August stattfand, an dem bei uns die allgemeine Mobilmachung erfolgte, so kann man unmöglich von den österreichischen Truppen mehr erwarten, als bisher von ihnen geleistet worden ist, zumal in der »ielfach noch von Pri­vatbahnen durchzogenen weiten Doppelmonarchie der Hochge- dilgscharakter vorherrschend ist und die Zusammenziehung de- Iruppenmassen unter diesen Umständen web: Jett be'"'-ri:chte als bet uns in Deutschland