Einzelbild herunterladen

7. Jahrgang

tlmiium; 194 _ xonnerstag. den ÄV. August 1914.

Tic nitrat «' ace»>r>«aa, n c^tmt irten Uttltog. Regelmäßige BeilagenDer Kauer nu» fitircn",Yie ^pinu^ulic". Ke,»,oprci»: Sei den Po stau stallen oierielin.irluti , > bet den Agenten tnonaihd) :><i Pia. >>N,U ln!t Postgebühr ober Irägerloljn. A»,eigen : Trans eile rv Piz. lokale P,g An,eigen von auswärts werden durch Po lnrI>nn,,n.- er ioSen Erfüllungsortriedberg. Schriftlriinng und Verlag Friedberg lHeüen), Hanauer nage 11 Fern Viecher 44 Po Ischeck-E»-Il» Sir. 4Si9, Am! Frantsart o. tt.

Neue Erfolge in Belgien und im Elsaß.

©utc Zuversicht. Lieg der deutschen Waffen. Krieg mit den ©elven. Revolution im

Kaukasus.

Zuversicht!

I» zwei siegreichen Treffen in Belgien und im El'ah Ist cs gestern den Franzosen wieder einmal gezeigt worden, was es heißt Deutschland anzugreisenl mit blutigen Käufen u. den schwersten Derlustcn sind sie geworfen worden. Sind cS auch noch keine Schlachten, die eine endgiltigc Entscheid­ung gebracht babcn, so geben sie doch eine zuversichtliche Stimmung auf den konilnenden vollendeten Sieg. Denn bisher sind in allen Gefechten, wo unsere Truppen mit dem Feinde ziisammengekonnnen sind, sei es im Westen od r im Osten, unsere Waffen siegreich geblieben.

Zuversicht atmet auch die Stimmung, die von amtlicher Seite ansgeht. Tort gelten unsere bisherigen Erfolge nur als das Vorspiel zu der Entscheidung, die sich vorbereitet. Der Ansinarsch unserer Streitkräste geht unbeirrt seine» wohlbedachten Gang. Man darf sich nicht beunruhigen lassen, wenn Überall Verschwiegenheit waltet und so wenig Nachrichten an die Ocsfentlichkcit dringen. Ter Tag wird bald konnncn, an dein man erkennen wird, wie nützlich die­ses Schweigen ist und daß sie dem Datcrlandc von Nutzen ist. Nur so viel sei gesagt, das, wir der nächsten Z'.iku ist mit großer Zuversicht ins Auge schauen können.

Daran ändert auch die Tatsache nichts, daß nun auch die gelben Assen an Dciitichland den Krieg erklären wollet. Hier werden noch fortwährend Kriegserklärungen anpe- nommen!" stand an einem Kriegs-Eisenbahnwagen geichrie- ben. Es zeigt das, mit welch' gutem Humor unsere Trup­pen den Hatz unserer Feinde ausnehmen. Wie ein Straß'»- räubcr sucht Japan Deutschland zu überfallen und sich eben- falls einen Anteil an der Diebesbeute z» sichern. Es märe eigentlich schade, wenn das gelbe Gesindel bei unseren Feinden fehlen würde.

Als bei Beginn des Krieges die falsche Meldung aufge- taucht ist, datz Japan gegen Nußland gehen werde, erfüllte es uns mit Mihbehagcn, daß diese eklen, gelben Gesellen, von denen wir Mnstcreremplare, scheu und gedrückt gleich geprügelten Hunden, durch unsere Stratzcn schleichen sahen, Bosheit und Tücke in den geschlitzten Augen, unsere Bundes­genossen sein sollten. Wir wollen diesen Ruhm England neidlos überlassen, das schon in Afrika den Schwarzen das Tck>anspiel bietet, wie sich di« Wcitzen untereinander mord.'n.

Ter Pfeil, den der perfide englische Schütze eben auf den Begen legt, wird, dcsien sind wir gewiß, dereinst mit Sicherheit auf seinen Absender zurückschnellen. Tie ich rief, die Geister, wcrd ich nun nicht los, das wird das heimtückische Albion zu seinem Schaden erfahren müssen. Das gelbe Ge­sindel in Japan hat seit feinem kurzen Anstreten in der Weltgeschichte scbon mehrfach bewiesen, datz es an Treulosig­keit und Hinterlist mit Erfolg selbst gegen England jeder­zeit konkurrieren kann. Altcngland wird dies auch 511 spüren bekomme» und dereinst den Tag verfluchen, wo es die gelbe Rasic seinem Krämerprosit zuliebe gegen die euro­päische Kultur zu Hilfe gerufen hat. Wir haben den gelben Räuber nicht zu fürchten und geht auch Kiantschou verloren, cs ist ja einerlei, ob cs vorerst an den englischen oder den japanischen Aasgeier zur Beute fällt, über sein endgilti-ics Gcschiit wird auf den Schlachtseldcrn Europas abgerechnet werden.

Möglich wäre es, daß nun auch die Vereinigten Starten wo man vor der gelben Gefahr auf der Hut ist, in den Gang der Ereignisse cingreifcn werden, denn cs ist kaum anzunchmcn, datz sie die Japsen im stillen Ozean schilten und walten lassen nach Belieben. Auch nach dieser Seite hin, winken England Gefahren, denn Kanada hängt nur sehr lose an England. Auf alle Fälle war cs ein verzwei' l- tcr Streich, den England gewagt hat. Wenn England schon zuvor gcbrandmarkt im Kreise der Staaten dagestand?» hat, mit dem Ausrollen der gelben Gefahr hat cs sich als der Kultnrjcliündcr Europas bewiesen.

Sir Edward Grcy, der sich als Vertreter der libe­ralen Ideen in England anfgcspielt hat, steht heute noe der ganzen Welt als der Urheber des meuscheumordende» K.rie- ges da. Denn ein Preis auf den Kopf eines Raubmörders ausgcsctzt wird, so sollte man mit Fug und Recht ans den Kops dieses Massenmörders Millionen setzen.

Napoleon I. ist unser Feind gewesen, aber selbst dem Feind müssen wir anerkennen, datz er ein grober Mann gewesen ist. Sein vorschanendcr Geist hat schon vor mehr als hundert Jahren cingeschen, datz England der Todsemd Europa's ist. datz Enrovo nicht eher Frieden und Ruhe er­

wirken kann, als bis der englische Heuchler, der aus seiner sicheren Insel die Völker in die Kriege hetzt, vernichtet jei. Ter grötzte Triunws der Menschheit würde erzielt, oean dieser Krieg die Folge hätte, das, die Welt von der Herrsch.jt Englands befreit werde.

Sirarridjr ©ftrdjtc in Schien uiiii im Elsaß.

Tic französische 5. Kavallerie Division wurde gestern unter schweren Verlusten bci Pervez nördlich Namur voll unserer Ka­vallerie zurückgcworfe«.

Bayerische und badische Truppe» schlu­gen die bis Weiler 15 Kilometer nordwest­lich von Schlcttstadt vorgeörungenc 55. französische Infanterie-Brigade, brachten ihr grosse Berlristc bei und warfen sie über die Vogesen zurück.

Bom serbischen Kriegsschauplatz.

Wien, 19. A»g. Wie dieRcichspost" meldet, haben die österreichisch-nngariselien Truppen auch bei Progo.r, 23 Kilometer westlich von Semlin, die Save überschritten und die serbische Stadt Lbrcnowatsch genommen.

Revolution in Rnff.-Kankasieu.

Konstantinopel, 19. Aug. WieJkdnm" erfährt, ge­winnt der Aufstand im Kaukasus gegen Rußland an Ans- dehnnng. Die Aufständischen hnben die Brücke über den Araxessluß an der einzigen Eisenbahnlinie gesprengt, die Rußland mit Persien verbindet. Die russischen Truppen fliehen mit ihren Waffen und Gepäck an die türkische Grenze. Vorgestern hat eine große Zahl Soldaten die Grenze über­schritten, um aus türkisches Gebiet zu flüchten. Tie Preise für Lebcnsmittel sind im Kaukasus auf das Vierfache ge- stiegen. Es wird immer schwieriger, den Aufstand z>» un­terdrücken.

Das sapamschc Ultimatum.

Berlin, 19. August. Ter hiesig« japanische Geschäfts- träger hat im Austrage seiner Regierung dem Auswärtigen Amt eine Rote überreicht, worin unter Berufung nus das englisch-japanische Bündnis die sosortige Zurückziehung der deutschen Kriegsschisse aus den japanischen und chinesischen Gewässern ed:r die Abrüstung dieser Schiffe, ferner bis znm 15. September die bedingungslose llebergnbe des gesamten PackstgebieteS von Kiautschou an die japanischen Behörden und die ««bedingte Annahme dieser Forderungen bis zum Ti. Aiignst verlangt wird.

Acr ßailtr au das rrftf Carl» tttgiii! tut.

In der Ansprache, mit welcher sich der Kaiser vor seiner Abreise ans Polsdäm vom Leibrcgiment der Hohcnzollwn, dem Ersten Gardereginient z» Fuß, verabschiedete, wie? er auf die früheren glorreichen Känipfc dieses Regiments hin und führte dann ans:

Unser alter Ruhm ist ein Appell an das deutsche Volk und sein Schwert. Und das ganze deutsche Volk bis auf den letzten Mann hat das Schwert ergriffen. Und so ziehe ich denn das Schwert, das ich mit Gottes Hilfe Jahrzehnte in der Scheide gelassen habe. (Bei diesen Worten zog der Kaiser das Schwert aus der Scheide und hielt cs hoch über seinem Haupte.) Das Schwert ist gezogen, das ich, ahne siegreich zu sein, ohne Ehre uicht wieder einstccken kan». Und Ihr alle sollt und werdet mir dafür sorgen, daß es erst in Ehren wieder eingesteckt werden wird. Tasür bürgt Ihr mir, datz ich den Frieden meinen Feinden diktieren sann. Auf in den Kamps mit den Gegnern und nieder mit den Feinden Brandenburgs! Drei Hurras auf unser Heer!

Ter Regimcntskonimandcur sprach in seiner Erwiderung da? Gelöbnis ans, daß das Garderegiment cs den tzrena- dirren des groben Königs glcichtun werde.Unser nnbc- zwingbarcr Wille zum Siege soll gleich sein dem, der die Stürmer von Ehlum und St. Privat beseelt hat. Und s.der von uns, der in den beiden Regimentern in Reih und Glied steht, weiß datz cs nur eins gibt für uns: zu siegen ober zu sterben."

neuer Balkaubnud?

Wien. 19. August, lieber die Mission der tiirtischen Staatsmänner Talaat und Halil in Sofia und Bukarest Ichicibt dieNcichspost": Ein neuer Balkanbund ist wirklich im Ent­stehen begriffen, aber nicht als Werkzeug Rußlands. sondern zur Verteidigung gegen Rußland, zur Wahrung der Freiheit der östlichen Balkanstaaten und zur Sicherung Koastantinapels und der Meerenge. Die Aktion ist weiter gediehen, als die heute vorliegenden Nachrichten erwarten lasten.

Zur ©iiluahme von Lchabah.

Wien, 19. August. Ungarische Blätter erfahren Einzrl. hcitcn über die Einnahme von Schabatz, aus denen hervor» geht, daß Frauen und Kinder aus alten Karabinern schossen nnd Bomben warfen., ohne jedoch viel Unheil anzurichten. Ser­bisch« Soldaten schossen auf Abteilungen des Roten .^reun« und auf Aerzte. Scharenweise schwammen serbische Soldaten in vollständiger Ausrüstung durch die Save, die Donau und die Drina zu den Oesterreichern herüber, sodaß in kurzer Zeit 500 serbische Deserteure eingefangen wurden. Die Soldaten hoben hervor, wie glänzend sich die österreichischen Geschütze bewah­ren. welche eiserne Disziplin bei den Oesterreichcrn herrsche und wie sparsam sie mit der Munition umgingen.

Innm Sdjniifrigkfitfii in Sfririrn.

In Risch hat sich infolge Typhus-Epidemie, Berpfieg- ungs- und Wohnungsmangel, schwerer Ausfchreitunge» russischer Ossiziere und neuer Konflikte zwischen Hee­resleitung und Regierung die Lage äußerst kritisch zugespitzt. Der Bahuverkehr auch an der rumänisch-serbischen Grenze ist eingestellt. Aus meiner Rückkehr nach Salonik fand ich das Bahugeleise in der Nähe von Köprulu zerstört: Ursache schwere Kampfe zwischen Mazedoniern und Serben, welch letztere eine Niederlage erlitten, da sie die Südgrcnze gegen Griechenland zwischen Jstip und Monastir aufgegeben und sich zurückgezogen haben. Die Zufuhr aus Griechenland ist ausgebliebe».

Oie (Tiirfcfn brtrn für uns.

Wien, 19. August. DerPolitischen Korrespondenz" wird aus Konstantinopel gemeldet, daß In allen dortigen Moscheen Gebete für den Sieg der österreichischen nnd deut­schen Armee veranstaltet werden. Das sei, bemerkt diePol. Korresp.", höchst bedeutsam, denn ZUIN ersten Male in der Ge­schichte des Ottomanenreiches geschehe es, daß die Muselmanen in ihren Gotteshäusern für den Sieg christlicher Völker beten.

Stimmungsumschwung in Griechenland.

Stimmungsberichte aus Saloniki verzeichnen einen Stim- mungsumschwung gegen Serbien, wohl die Folge dis Kriegs­ausbruchs zwischen Deutschland und Rußland. Die Syinpa- thien der Griechen stehen aus Seiten der Deutschen.

Das englische .Kriegsgeschäst.

London, 19. August. Aus London wird gemeldet: Die Regierung macht große Anstrengungen unter Ausnützung des Krieges Deutschland von den Auslandsmärkten zu verdrän­gen. Beim Handelsministerium ist eine besondere Abteilung unter dem TitelHandelsinsormationen" neu eingerichtet, di« sich mit dieser Ausgabe befassen soll. Die Regierung sammelt durch ihre Organe in den Kolonien wie im neutralen Ausland Muster deutscher Waren. Diese sollen in London ausgestellt werden. Der Handelsminister fordert durch ein Rundschreiben die englische Erwerbswelt aus, die jetzige Konjunktur anczu- nützen.

Belgische Gefangene.

Hamburg, 19. August. 700 belgische Gefangene darunter Offiziere, trafen auf dem Schießplatz Münster in der Lüneburger Heide ein. Sie waren durchweg in schlechter Ver­fassung.

Ans dk!il Ailterhlilt krlchgfstn?

Aachen, 19. August. Bei dem belgischen Ort Bisee sollen abermals 2 Offiziere, 2 Unterossiziere und 6 Mann durch Zi­vilisten aus dem Hinterhalt erschossen worden sein,

Keine liebtSßilbkN für Kritgsgkfaligevk.

Die Eisenbahndieektioncn haben verfügt, daß den unver- wundeten französischen, russischen, b.lgischen usw. Kriegsgefan­genen unter keinen Umständen Liebesgaben verabfolgt werden dürfen, solange der Eisenbahntransport dauert. Auf Bahnhöfen, wo Aufenthalt vorgesehen ilt, werden die betreffen- den Wagen sofort abgesperrt, so daß tei.ie Verbindung zwischen dem Publikum und den Gefangene» besieht. Die Eesangenen,