U,immer 188
^onnersrag. den lii. August li)14
7. Jahrgang
Die
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..4lrne kagr-zettnng" ericheint i-den Werltag. Regelmäßige Beilagen Kauer au» Hessen"
den Agenten monatlich 50 Psg. Hinzu tritt Postgebühr oder Träger,ohn. An.eigen: Gnmdzeile '.0 Vjg Erfüllungsort Friedberg. Sistriftleitung und Kerlag Friedberg lHe sie»), Hanaueriraße IT
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Der deutsche Boden vom ^eind gesäubert!
1500 Gefangene. — Unsere wagemutige Flotte. — Französische Lttgenberichte.
Drr drullchc Oodkn vom Fein- gtläubrrt.
das ist die wichtigste und die ersreulichste Botschaft des gestrigen Tages. Tic Hoffnungen unserer Gegner sind schmäh- lich zuschanden geworden. Acht Tage nach Ausbruch des Krieges sollten eine Million Franzosen durch das Vogescn- loch in das Elsaß einsallen und die deutschen Landen über» schweinmen und ebensoviel oder noch nichr Kosaken unsere östliche Grenzen überfluten. Die Versuche dazu sind, wenn auch mit weit schwächeren Kräften gemacht worden, überall ahcr mußten unserer Feinde deutscher Kraft und deutscher Tapferkeit Weichen und heute steht kein Feind mehr auf deutschem Boden.
Tie Siegesmeldungen aus Mülhausen und Lagardc konnten ergänzt werden. Bei Mülhausen wurden 10 Offiziere mit 513 sranzöjischen Mann gefangen und 4 Geschütze erobert. Bei Lagnrde steigert sich die Zahl der französischen Gefangenen von 700, wie zuerst gemeldet wurde, auf über 1000 Mann, sodaß in diesen beiden Kämpfen über 1500 Franzosen in deutsche Gefangenschaft fielen.
Auch unsere tatendurstige Flotte ließ wieder was von sich höre». Wie ein Husarcnstücklcin mutet cs an, daß es unserem Kreuzer „Gocbcn", der vordem algerische Küstenbefestigungen beschossen hat, gelungen ist, den englischen Kriegsjchisfen bei Messina zu entweichen und die hohe Sec zu erreichen. Auch die kühne Fahrt deutscher Unterseeboote nach den Shetland-Inseln beweist, daß man bestrebt ist, die Engländer fortwährend in Atem zu halten.
Auch das sind wieder erfreuliche Nachrichten und sie haben den Vorzug, bah sic wahr sind, während Franzosen und Engländer wieder nach dem altgewohntem Rezept von 1870 arbeiten und die unsinnigsten Berichte über französische Siege zu Land, englische Scesicge und deutsche Niederlagen in die Welt hinansposaunen. Sollte cs unverständige Leute geben, denen cs nicht genug mit unseren Erfolgen ist, so geben wir zu bedenken, daß wir übermenschliches von unseren Truppen nicht erwarten können. Was geleistet werden k o u n t c, das ist geschehen und wir können mit dem Ergcb- nis vollauf zufrieden sein. Man bedenke, daß in 1870 über I l Tage dal,ingegangen sind, bevor die ersten Schläge gefallen sind. Heute haben wir die herrlichen Erfolge nach kaum 8 Tagen zu buchen. Aber noch handelt es sich nur um oen Dnlang. Tic Entscheidungskämpfc werden noch geschla- gen und wir werden sie kämpfen unter dem Ruf:
Wir müsse» siegen!
(fnuliiiiö der Siegt von Wlhaulkn u. lagarde.
Amtliches Telegramm.
Bei Mülhausen haben die deutschen Truppen 10 sranzö- sischc Ossizicre und 513 Mann gefangen genommen. Außerdem wurden erbeutet, 4 Geschütze, 10 Fahrzeuge und eine große Anzahl Gewehre. Ter deutsche Bode» ist vom Feinde gesäubert.
Bei Lagarde sind den deutschen Truppen über 1000 »u- verwnudrte Kriegsgefangene in die Hände gefalle», übe: ein Sechstel der b idc» sranzösischc» Regimenter, die im Gciccht standen.
Die Flotte bteivt nicht untätig.
Amtliche» Telcgrainm.
Berlin, 12. Aug. Deutsche Unterseeboote sind im Lause der letzten Tage die Ostküstc Englands und Schottlands entlang gefahren und bis zu den Shetlandsinseln gelangt, lieber das Ergebnis dieser Fahrt kann aus naheliegenden Gründen bis jetzt nichts niitgcteilt werden.
dtliiiliitn SMe im Mitlelinter.
Amtliches Tclcgraimn
Berlin, 12 .Aug. S. M. Panzerkreuzer „Gäben" und tleiner Kreuzer „Breslau" sind am 5. August nach ihrer Unternehmung an der algerischen Küste in den neutralen italienischen Hasen von Messina cingclausen und haben dort aus deutschen Tanipscrn ihre Kohlenvorräte ergänzt. Ter Hasen lvnrdc von englischen Strcitkrästcn, die mit uns'ren Schissen Fühlung bekomnicn hatten, bewacht. Trotzdeni ge» lang eS den Schiffen, am 6. August aus dem Hafen von Messina die hohe Set zu gewinnen. Weiter läßt sich aus naheliegenden Gründen noch nichts mittrilen.
£Ion den österr.-nngnrillhkn SriegstlhlNlpIiihtn.
Wien, 11. Aug. (W. B.) Im Süden ist nichts besonderes voraclnllrn. nur unbedeutend» GrenrlchirnüU- l. Fm
Norden versuchten russische Kavallcriepatrouillen östlich der Weichsel gegen San vorzugchen, wurden aber überall ,uriick- geworfen. Gegen Brody versuchten die Russen mit drei Es- kadrons und Maschincngewhrcn vorzugehen, wurden aber über die Grenze zurückgeworsen.
Dareslalam von den (fmjiiiniimi liklihsßtu.
Amtliches Telegramm.
Brrlin, 12. Aug. Englische Zeitungen bringen die Nach, richt, daß der Hasen von Tarcssalam von den Engländern angegriffen und der dortige Fuiikcnturm von ihncn zerstört worden sei.
Französische Liistcnverichte.
Berlin, 12. August. Als Zeichen, mit welchen Mitteln die Franzosen die öffentliche Meinung zu bearbeiten suchen. — nachstehend einige Auszüge, die aus einem Paiijcr Telegramm zusammcngcstcllt und die in der Welt verbreitet sind. Tie schwache deutsche Erenzschutzabtcilung bei A l t k i r ch hatte die Weisung, vor einem überlegenen Gegner auszuwci- chrn. Inzwischen sollten stärkere Krästc zusammcngczogcn werden. Dieser unbedeutende Vorgang wird von den Franzosen folgendermaßen geschildert: Eine sranzösischc Brigade erschien
vor Altkirch, das mit sehr starken Feldbefestigungen rer sehen (ein offenes Städtchen) und von einer deutschen Brigade verteidigt war (garnicht verteidigt — einige Kompagnien wichen aus). Die Franzosen gaben ein Beispiel, wie ein glänzender ungestümer Sturm ausgesührt wird. Ein Regiment machte einen besonders großartige» Angriss und nahm die deutschen Befestigungen. Die deutschen Truppen slohen sogar aus den in zweiter Linie sich befindlichen Werken. Sic erlitten be! der Versolgung große Verluste und konnten sich nur im Schutze der Nacht retten. Altkirch bereitete den Franzosen einen begeisterten Enipsang, Ehrenpforten wurden errichtet und die Grenzpfähle ausgerisscn. Am frühen Morgen des nächsten Tages wurde die Versolgung wieder ausgenommen. Die Deutschen fluteten in vollständiger Deroute zurück. Um 5 Uhr nachmittags trafen die Franzosen in Mülhausen ein, mit frenetischem Jubel begrüßt. Die Eroberung von Mülhausen findet im Elsaß einen gewaltigen und begeisterten Widerhall. General Iossre hat eine Protlamation erlassen, die den Stolz und die Begeisterung der sronzösischen Soldaten ausdrückt, daß sie als erste Träger der Wiedervcrgcltung bcrusen seien, die in den Falten ihrer Fahnen die energischen Worte führen: Freiheit und Recht! Kriegsminister Messimy beglückwünschte telegraphisch General Iossre zu der glänzenden energischen Ofscnstve. Sächsische Kriegsgefangene (bei Allkirch-MUIHauscn bcsanden sich gar keine sächsischen Truppen) hätten betont, cs sei ein Kummer für die Sachsen, sich an diesem Kriege beteiligen zu müssen.
Uebcr Lüttich wird verbreitet, daß die Festung und die Forts heute noch in der Hand der Belgier seien: die Deutschen hätten mit 120 000 Man» 40 000 Belgier angegossen. Aus deutscher Seite fehlte die Artillerie zur Unter- stütznng. Das deutsche Arlillcrieseuer sei schlecht geleitet gewesen, während das F:ucr de: belgischen Artillerie höchst exakt war. Die Deutschen hätten 0000 Tote g.h bl: 8000 Mann
wären gefangen genommen und 24 Kanonen hätten die Belgier erbeutet. Seit zwei Tagen arbeiteten 00 000 Arbeiter an den Weiten. Sie sührtcn in den Forts und den Zwischenräumen Derschanzungcn aus: os sei Sein Zweifel, daß eine so ausgebautc Festung vollständig uncinnehnibir geworden sei. Zwischendurch ist die Rede ren ausgerirbencn und versprengten Kavallerie-Divisionen und von aus s-eicm Felde gefangenen deutschen Regimentern. Aus belgisch:! Seite wird nur von heroischer Tapferkeit gcsprcchcn, die rrn der srarzisischen Regierung d»rü- Verleihung der Militärmedo.ille an den König der B:l- gier und der Ehrenlegion an die Festung Lüttich ancrlanni 'roden sei.
frau?öHlt»jfr Aufm i;;i i>;r (fliiiiirr!
M iillh - i IN (Baden), 12. August. Am Montag Huben Flieger des französischen Generalissimus Pakete ron in Belfert gedruckten Ausruscn herabxcwcrsen, die selgende» Wortlaut hatten:
„Ansrns des sranzösischc» Gcncralissim.us e.n dir Elsässer - — Kinder des Elsaß! Re.ch 44 Jahren schn-.erzlrchcu Wirren: betreten französische Soldaten wiederum d.n Boden eures edlen Landes. Sie sind die ersten Arbeiter des großen Werkes der R e v a n ch c ; cs erfüllt sie mit Rührung und Stolz. Um das Werk zu vollbringen, geben sie ihr Leben dah-ii. Die srcnzösilche Ration steht einmütig hinter ihnen, und in den Falten ihrer Fahne sind die Zauberworte cingegraben: Recht und Freiheit! Es lebe das Elsaß, cs lebe Frankreich!"
Die Unterlevrift lautet' Der iranun'che Generalissimus:
Iossre. Gebracht durch die sronzösischen Esyuadrillc» Mülhausen
|üii ‘5 die Irtmwlfii frjiüilfn.
Aue. dem Leserkreis wird der „Franks. Ztg." eine Reihe von Aeußerungen mitgeicilt. die die in Franlsurt für lurz, Zeit vnlergcbrachtc» sranzösischcn Gejangenen getan haben: „Wir haben die Deutschen nur gcschc», wenn sie im Laus schritt aus uns zukamcn. Unsere Toten hatten säst nur Kopf und Brnstwunden. Bei Mülhausen waren die Deutschen uns einmal auf 50 Meter nahcgckommen und schaffen alles über de» Hausen. Unser Leulnant sagte. Wo stecken sic nur? Auch er sah trotz des Feldstechers nicht» — alles war grau. Die Erde und die scldgrauen Unisormen sahen sich ähnlich. wie ei» Ei dem anderen. Wir haben unsere alten Excr zicrunijcrmc» behalten und mit diccsn sind » ir aus Bclsort anegerück», weil nichts anderes da war!"
Englisches.
Rom, II. August. England will, wie verlautet, ein zweite? Heer aujstcllc»: Lord Kitchencr habe gestern Aussor- derunacn an alle Erasschasisräte des Königreichs gesandt, ihm dabei behilflich zu sein. Das englische Publilum boykottiert deutsche Geschäfte, Getränte und Waren. Das „Daily Chro, nicle" verlangt, daß das den Deutschen auferlcgte Verbot, Waf- scn »nd Automobile zu besitzen und das Telephon zu benutzen, auch auf die Oe st erreich er und Ungarn auogedchni werde.
In London soll ein Telegramm cingcirosscn sein, daß Japan England ireubleiben werde.
Die englische Flotte.
Rom, 12. August. Ein cnglischccs Geschwader wurde zwischen Korfu und Patras gesichtet, ein anderes, bestehend aus inchreren Panzern und zehn Torpedobooten, aus der Höhe von Ancona (Italien).
Eine englische Fecmdculcgioir-
Rom. 10. August. In London hat sich eine Fremden- 1,-gion gebildet, di» neben dem englischen Heer lämpsen soll.
Die Engländer bssürchtcn einen Flottenllderfall.
Rom, 12. August. Die Furcht der Engländer vor einem deutschen Arberfall aus die englische Küste ist wieder erwacht. Der inilitärische Mitarbeiter der „Times" schreibt, England müsse sich auf einen Handstreich der deutschen Flotte vcrberciten. Die geeignete Zeit dazu seien die nächsten beiden Wochen Es sei nicht anzunchmen, daß eine junge Flotte wie die deutsche, die sich ihren Lorbeer erst verdienen müsse, in den Hasen sich verbergen werde. Auch der Historiker Holland Roshüll diesen Handstreich für möglich.
Die Tschechen gegen Nnszland.
Prag, 12. August. „Sias Raroda" sagt in seiner Besprechung der Reden des russi scheu Kaisers und des Mi. nisterpräsidentcn Snsonow: Der russisch- Kaiser will gla». bcn machen, daß Rußland auch für seine slawischen Brüder tonpse, lind glaubt z» sehen, daß die Bereinigung der Slawen mit Rußland stark und unzertrennlich vor sich gehe, während Urtcllrsäbigc gerade das Gegenteil sehen. Bon den slawische« Ratio»:» Oesterreich-Ungarns sehnt sich keine einzig, nach der Bereinigung mit Rußland. Man hat in per tschechischer Ratio» niemals den Ruj nach Vereinigung mit Rußland vernommen, das die slawische Solidarität nur zu egoi> stischci: Zwecken mißbraucht hat. Rußland kämpst einen gro> ßen Kamps, aber nicht für die Slawen, sondern für die Geltend, mechung seiner eigenen egoistischen Ziele, sür die Verbreitung sein:r Macht über alle slawischen Stämme und sür die Untcr- diüniinn der Individualität der slawischen Völker. Die slaws. scheu Völler werden mit allen Kräften danach trachten, daß der furchtbare Kamps nicht aus Rechnung des Slawentums gesührst, werde.
(Fiti jrtyaiillßcj OSflflüua^rr in Sff.
Rom, 12. Aug. Ein japanisches Geschwader ist nachj einer Meldung d:r „Agrnzia Stcsoni" unter Admiral Tcwo in See gcgai.gcn.
Ein nitMicr Spa iu Stockholm ufrljaM
Kopenhagen, 12. Ang. Nach Meldungen ans Stockholm wurde dort der berüchtigte russische Spionageagcnt Ha'-'Per verhaftet. Dieser wohnte seit einigen Tagen unter dem Name» Mety iu einem Stockholmer Hotel, wo ihn ein Gast erkannte, der den kaumiandicrenden Admiral in Kenntnis setzte. Ter Admiral entsandte eine Patrouille, die Hanip'r verhaftete und mit ihm eine in seiner Begleitung besindl:che englische Tanie, bei der Tinmonten >>n Werte von vielen


