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wir deutsche Untertanen werden/' Russische Flüchtlinge kommen mit Weib und Kind in großer Zahl hier an, um in
Dc> tjchland Schutz zu suchen und hier die kommende Kricgszeit zu vcibringen. Von der Zurückziehung des Militärs aus dem Grenzgebiet erzählen die Flüchtlinge tolle Sachen. Danach sind die verlaflenen Kasernen von der Bevölkerung völlig aus- zciavbt worden. Was nicht niet- und nagelfest war, wurde gestchlen. Das ganze Inventar, sogar die Fenster wurden sertgctragen. (Solche Erzählungen sind freilich mit einiger Vorsicht aufzunehmcn. D. Red.) Wenn der Geist des russischen Heeres auch nur zu einem Bruchteil dem entspricht, den die De- sc»teure zeigten, dann ist es um dir russischen Militärverhält- niii: sehr schlecht bestellt. Masiendesertion wird an allen Erenz- ülei gangen beobachtet. ' .
Revolution in Nusfisch-Polen?
Amtliches Telegramm.
Berlin, 7. August. Die heute in Berlin eingetrossene Len.bergen Zeitung „Kurycr Lwowski" vom 4. August veröffentlicht Mitteilungen von Reisenden aus Russisch-Polen. Danach iam es in C z e n st o ch a u kurz vor der Besetzung durch die Preußen zu einem Kamps zwischen Arbeitern und Kosaken mit vielen Toten und Verwundeten aus beiden Seiten In Sosnowice stellte sich kein Wehrpflichtiger, vielmehr kam es zu einem Aufstand. Bei dem Kampf mit den Kosaken trugen die Arbeiter viele Verletzungen davon. Beim Rückzug sprengten die Rusien das große Elektrizitätswerk in die Luft, das den Jndustriebezirk mit Licht und Kraft versorgt. Ferner berichten Reisende, daß in der Nähe von Warschau die Arbeiter ein großes Magazin mit Lebensmitteln und Munition im Werte von mehreren Millionen in die Lust gesprengt haben. Bei dem sich anschließenden Kampf mit dem Militär sind sämtliche Arbeiter getötet worden. Der Warschauer Korrespondent der Zeitung „Wielkopolanin" meldet, daß die Russen ihre Kanonen aus Warschau heraus in die zweite Verteidigungslinie gebracht haben. Der Einfluß der ruffenfreund- lichen Partei fei im Sinken. Deutsche und Oestcrreicher könnten Warschau, ohne Widerstand befürchten zu muffen, einneh- mcn, weil das Volk nicht an eine Verschlechterung, sondern an eine Verbesserung seiner Lago dadurch glaube. Rußland sei her eigentliche Feind des polnischen Volkes.
Die Russe» in Pole».
Ein schweizerischer Heilgehilfe, der bisher in Schlesien be- schästigt war, schreibt der „Franks. Ztg.":
In den letzten Tagen, vor und nach dem Ausbruch der russisch-deutschen Feindseligkeiten, mußte ich einige Male über die Grenze auf russisches Gebiet, da ich 2 höhere ruffische Offiziere, die in einem schlesischen Bad zur Kur weilten, noch in krankem Zustand nach Rußland bringen mußte. Bei dieser Gelegenheit kam. ich mit russischen Truppen in nahe Berührung und bekam Einblicke, die ich hier wicderzugcbcn versuche Das ganze dortige Militärwesen hat einen bedenklichen Eindruck auf mich gemacht.
Wie bereits bekannt sein dürfte, haben russische Truppen schon einige Tage vor dem Kriegsausbruch die Grenze bemacht und verstärkt. Haufenweise lagen sie auf den nahe d:r Grenze gelegenen Bauerngehöften. Bauern, Weiber, Kinder und Soldaten teilen die ohnehin schon beschränkten und von Schmutz strotzenden Räumlichkeiten der Bauernhöfe. Wie sich die Soldaten gegenüber den Frauen und Mädchen benehmen, kann ich nicht in Worte kleiden, ohne die Scham und jedes humane Gefühl zu verletzen. Familiensinn und Rechte werden mit Füßen getreten. Wehrlos stehen die Bauern dem Treiben der Soldaten gegenüber, und mllffen sich stillschweigend alle; gefallen lassen, wenn sie nicht fürchten wollen, von den barbarischen Kosaken geschlagen und gepeitscht zu werden. Dem Altohol vorwiegend dem Branntwein, wird in einem solchen Maß gefrönt, daß ein großer Teil der Mannschaften am Mittag schon betrunken ist. Schwankend, singend, pfeifend und lärmend treiben sich Soldaten herum und man sieht sie in einer Ecke oder in einem Strohhaufen liegen, um ihren Rausch aus- uschlasen. Von Reinlichkeit und Ordnung keine Spur. Schmutzig die Haare, Gesicht und Hände, noch schmutziger die Unisormstücke, an denen Truppenabzeichen kauin zu erkennen sind, so lungern diese Soldaten umher. Mit wütenden Gebärden tritt so ein Kosake in einen jüdischen Krämerladen und mit gezogenem Säbel zwingt er den Juden, ihm neue Wäsche zu geben. Flehend bittet der Jude um Nachsicht, doch wuchtig schlägt der Kosake mit dem Säbel auf den schmutzigen Ladentisch und der Jude muß ihm die Wäsch« herausgeben. Mit rohen! Lachen verläßt der Kerl de» Laden. Einige Soldaten konnte ich sehen, die überhaupt keine Leibwäsche trugen. (Bei den aus den zeutralruffijchen Gouvernements stammenden Soldaten, die von Haus aus nicht ans Tragen von Wäsche gewohnt sin», wird das fast immer zutrefjen. A»m. d. Red.) Zufälligerweise tam ich bei der Revision der Papiere einem Kosaken gegenüber zu stehen, dem kleine Dinger massenhaft in de» Haaren hermnlralibelten.
Ma» wird sich fragen: wo find denn die Offiziere, Die
sitzen in irgend einer Schenle mit einigen Weibern und ver- oriugcn dort den ganzen Tag bis in die Nacht hinein. So sind die Soldaten auf sich selbst angewiesen. Die Prooiantzu- suhr ist schlecht organisiert: tagelang kommt keine Sendung an die nahe der Grenze liegenden Soldaten. Dafür hacken diese den Beuern die halbreifen Kartoffeln auf Leu Feldern ans. stehlen ihnen Gemüse, überhaupt alles, was sie erwischen und Esten dien:. Die Pferd« stehen zum Teil im Freien, zum T eil sind sie in Scheune» und Remisen untergebracht. Da und dort stehen einige Soldaten mit gezogenem Säbel und za engen die Bauern, ihnen die Pferde zu putzen und zu futtern, iv,- eben falls tief i:;t Schmutz stehen. Die Insubordination ist ganz gewöhnlich. Die Sotdateu schrnipsen in rohester Weise auf die Osiizierr und den Zaren. Die ganze Bevölkerung zittert vcr denk rohen Treiben der Soldaten, hauptsächlich der Kosake». Bon vielen habe ich sagen hören, wenn nur die Deut jch-n bald ins Laub kämen und diese Bande« niederhauen
Reu« Lagerzritung. estnfng, SM 8 . August 1,1,
würden, dann wären st« befreit von der Angst und den Mißhandlungen und würden vv» den Deutsche» bester behandelt. Die Stimmung der.Ni oöHeutig tst fHr^egen da- Za-
rentum.
Boykott tnylijchtr Waren in Amerika.
Berlin, 7. August. Eine sehr große Anzahl Deutsch-Amerikaner erläßt, wie der „Konfektionär" mttteilt, in amerikanischen Zeitungen einen Ausruf, i» welchem die Deutsch-Amerikaner erklären, in Zukunft vom Ankauf englifchcr Waren abzu stehen.
Die FebengmittelverlorMg unseres Volkes.
Allmählich flaut di« in den Großstädte» bei Bekanntwerden der Mobilisierung elnfetzend« Panik aus dem Lebensmit- tclmarkt ab. Wie ein Taumel war besonder» über die kleinen Leute die Furcht gekommen, sie müßten bei Ausbruch des Krieges verhungern. Zur Ernüchterung hat viel beigetragen die von den Behörden vorläufige Festsetzung des Höchstpreises. Aber noch immer spuckt die Angst in den Köpfen, die annehmen, Deutschland stehe durch die gesperrte Einsuhr am Rande des wirtschaftlichen Abgrundes. Zu Befürchtungen ist aber kein Anlaß, denn sobald die großen Truppenvcrschiebungen ausgehört haben, kann wieder die gleichmäßige Bersorgung des Marktes eintreten, und zwar aus genügend vorhandenen Vorräten. Da erfreulicherweise die Ausfuhr von Lebensmitteln aller Art unterbunden ist, können die gesamten Erträgniffe der heimischen Landwirtschaft dem Inlands erhalten bleiben und weiden, da die Spekulation in Fortfall kommen muß, den Ausfall der Einfuhr decken. In Brotgetreide sowohl wie in der Fleischvcrforgung, denn die Vieh- besonders die Schweinehaltung ist dem Vorjahre gegenüber bedeutend gestiegen. So steht unsere Landwirtschaft wohlgerüstet da und bereit, ihre Pflicht in der Nahrungsmittel-Versorgung zu erfüllen.
Selbst die „Frankfurter Zeitung", die früher bekanntlich auf einem anderen Standpunkte stand, berechnet in einem Aussatz, betitelt: Wir haben Brot! unsere Ectreideproduktion und unsere Vorräte und kommt zu dem Schlüße, daß wir zu Befürchtungen gor keinen Anlaß haben. Dar Blatt schreibt:
„Ater selbst wenn die Ausfuhr wirklich ganz abgeschnitteu würde: wir brauchten sie nicht. Denn dann steht es einfach so, daß wir mehr Roggenbrot statt Weizenbrot effen müßten, was uns gar nichts schaden wird. Weizen haben wir zu wenig, aber Roggen haben wir mehr als genug, wir müffen also die Geschmacksrichtung etwas ändern und die Bäcker sollte« damit schon heute beginnen. Weizen und Roggen zusammen aber haben wir genug. Denn erstens werden unsere Millionen von Soldaten sich ja wohl zu einem größeren oder kleineren Teile bald jenseits der deutschen Grenzen ihre Nahrung holen. Und zweitens: Wenn die Getreide-Ernte so gut wird, wie in den letzten Jahren — und dafür sprechen alle Anzeichen — so fehlt uns, wie die obigen Ziffern zeigen, ja nur ein ganz kleinen Bruchteil unserer Versorgung. Für 4g Wochen haben wir eigenes Brot, nur für I Wochen beziehen wir es aus dem Ausland. Das besagt, daß uns auf ganz lange Zeit hinaus, sobald wir unsere Ernte herein haben, gar nichts fehlt. Dann sind wir für fast ein Jahr versorgt. Und es wäre nur eine kluge und sehr wichtige Vorsichtsmaßregel, wenn wir zugleich noch an den anderen Ersatz dächten, den wir gteichsalls im eigenen Lande haben: an die Kartossel. Etwas mehr Kartosseln effen und etwas weniger Brot, dann sind wir dieser Sorge gänzlich ledig. Ueberhaupt müffen wir die Kartoffel schonen: sie
hat in Frtedenszeiten in großem llmsange (in kleinerem Umfange auch der Roggen) zur Schnaps-Fabrikation gedient. Das muß jetzt eingestellt werden. Wir brauchen jetzt nicht Schnaps, jcnderu wir brauchen Brot und wir brauchen — Viehsut- t er. Auch hierfür muß uns die Kartosfel helfen, als Ersatz für die Futtermittel, die uns das Ausland, vor allem Rußland mit feiner Gerste und Kleie, nicht mehr liefern wird. Unsere Vieh-Bestände sind, vor allem an Schweinen, erfreulich hoch. Auch an Fleisch wird es uns also nicht fehlen. An Zucker und an Salz decken wir bequem unseren eigenen Bedarf."
Wesentlich aber ist, daß die Lindwirtschaft Hillfe für die bevorstehende Ernte findet.
Die männlichen Arbeitslosen der Städte, die Frauen der Einberufenen, sie können Arbeit und Verdienst finden und dabei zugleich eine vaterländische Pflicht erfüllen, die rückwirkend Allen zum Besten dient. Aus der Notarbeit ersprießt uns aber hoffentlich ein tieferes, anhaltendes Verständnis für den Segen der Landwirtschaft und für die Eigenart der ländlichen Bevölkerung unter den Städtern. Der Bauer wird deu Liebesdienst fteudig vergelten und das ganze Volk durch das gegenseitige Kennculernen reichen Nutzen haben. Ist dem Krieg aber längere Dauer beschiedcn, heert er Teile deutscher Flur und bringt er eine begründete Teuerung, dann heißt es für alle, sie gefaßt ertragen, tapfer in dem Gedanlen an die Wackeren, die im Felde sichen und ihr Leben cinjetzen. Fürs Erste aber haben wir nicht zu klagen, selbst wenn, was ebenfalls noch nicht zu erwarten ist, die Einfuhr von nicht gerade unentbehrlichen Ecnußmitteln wie Kaffee, ins tSocken gerät. Roch kann die Landwirtschaft die Speicher füllen, wenn sich sonst untätige Hände regen.
München, 7. A»g. Tic Bayerische Ttnatörcgicruilg schreibt: Die deutsche Ernähr»»« ist gesichert. Tie diesjährige Ernte übers,cigt deu Bedarf vielleicht in rcichlichci» Maße. A» Getreide verbleiben nach d,r Aussaat nvch 2,4 Doppelzentner pro .tkops der Bevölkerung, Tie diesjährige Kartoffelcriltc wird dir 54 Millionen Sonnen des Vorjahres noch übersteigen nud zusammen mit dir Heuernte »ud den noch vorhandenen Futtermitteln und der voraussichtlich reichen Rübcncrnte vollkomincn nnsreichen.
Zur Nrrhiitiiiili m Ausschreitungen riilfiidjfr ssrnteardeilrr
hat der Praußrjche Landeskriegeroerdand im Einvera:hmen mi, den Behörden landfinrmfteie Mitglieder der Kricg--roer- »ja» als Uekerwachunasman »schäfte» zur Vcriügung gestellt.
Dieje werden bewaffnet und von deu Laudraten mit der Eigen, schast als Polizeibeamte ausgestattet. Die Organisation tn den einzelnen Kreisen wird durch die Landräte und die Dor- stäudc der Kreiskriegerverbände des Rähercn geregelt. Ersuchen um Entsendung von Schutz Mannschaften stnd an den zuständigen Landrar zu richten.
Schmicdkgejellru für Zwecke der Heeresverwaltung gesucht.
Wie man mittcilt, ist der Bedarf an Schiniedegcsellm, di< für Zwecke der Heeresverwaltung Verwendung finden sollen, jetzt besonders groß. Die Handwertskaimnern haben sich deshalb mit den Innungen in Verbindung gesetzt, und es ist erwünscht, daß auch die nichtdicnsttauglicheu Gesellen sich :n ar» ßerer Zahl melden.
Aufruf an die Landwirte!
Die Einbringung der Ernte ist jetzt dir wichtigste Auf gäbe aller Deutschen, die nicht dem Feinde gegenübcrstchcn. Bei de» Arbeitsnachweisen haben sich bereits Arbeiter in großer Zahl zur landwirtschaftlichen Arbeit gemeldet.
Freiivillige jedcn Alters und Standes haben sich als Erntehclfer angrboten. Es gilt jetzt, diese Arbeitskräfte da. hin zu bringen, wo sie gebraucht wcrdru. Ich bitte alle Landwirte, ihren Bedarf an Arbeitskräften sofort bei der Landwirtschaftskammcr oder der von ihr bezcich-.eien Stell, anzumeldcn. Freie Eiscnbahnfahrt wird in weitem Unisang, gewährt werden.
Für die Erntehilfe ist in meinem Ministerium Leipzigerplatz 7 und 9 eine
Zentralstelle unter brr Lcitnug des Ministcrialdircktors Brümmer crrich, tet, die jrderzeit auch mündliche Auskunft erteilt.
Der Minister für Landwirtschaft, Domänen und Forstcn.
Freiherr von Schorlemcr.
Ardeitsurlchweisstklienutmiltliing im Kriegsfälle.
Die Landwirte und die Gewerbetreibenden werden daraus ausnierksam gemacht, daß sie ihren etwaigen Bedarf an Arbeitskräften umgehend per Postkarte, per Telefon oder mündlich bei den nachstehend verzeichnetcn öffentlichen Arbeitsnachweisen am zweckmäßigsten anmelde». Wir bemerken hierbei, daß die Arbeitsnachweise gehalten sind umgehend a» Stellen, die sie nicht besetzen können, dem Mitteldeutschen Arbeitsnäch- weisvcrband in Frankfurt a. M. mitzuteilcn. Es genügt die Anmeldung bei dem zunächst gelegenen Arbeitsnachweis. Dop- pelmcldungen sind zwecklos. Zur Erleichterung erfolgt die Vermittlung während des Kriegsfalles vollkommen kostenlos. Rur die Transportkosten sind von dem Arbeitgeber zu tragen. Er empsiehlt sich die Arbeitsbedingungen dem Arbeitsnachweis zur Erleichterung der Vermittlung mitzuteilen.
Alzey Aschaffenburg Bebra Bensheim a. B. Biebrich a. Rh. Bingen a. Rh. Butzbach Casiel Eorbach Darmstadt Dieburg Eltoill« Ems Fechenheim a. M. Frankfurt a. M. Friedberg i. H. Fulda Gernsheim i. H. Gießen Eroß-Karben Grün- berg i. H. Hanau a. M. Herborn Höchst a. M. Hungen Kreuz, nach Langen Limburg a. L. Mainz Marburg a. L. Raffau Nastätten Bad-Nauheim Oberlahnstein Oberursel Offenbach a. M. Oppenheim Rüdesheim a. Rh. Weilburg a. L. Wetzlar Wiesbaden Wildungen-Bad Witzenhausen Worms a. Rhein,
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Krankenfürsorge für die Angehörigen der Einberufene».
Das Eroßh. Staatsministerium macht in einem Ausschreiben darauf aufmerkfam, daß die zum Heere einberusenen Kran- kenkaffen-Mitglieder ihren Angehörigen in Fällen der Krankheit bei Kassen mit Fairiilienuntcrstützuiig die gesetzliche Fa- milienhilse dadurch fichern können, daß sie das Versicherungs- Verhältnis bei ihrer Krankcnkaffe freiwillig fortsetzen. Für die vom Hessischen Staate beschäftigten Versicherten werden in Fällen dieser Art die gesamten Versicherungsbeiträge (auch dl/ der Versicherten) aus die Staatskasse übernommen.
Deutscher Grnß!
Ihr habt den Krieg uns aufgczwungen,
Du Frankreich und du Ruffenzar —
Es nimmt das Schwert nur notgedrungen Ein Volk, bas froh des Friedens war!
Ihr habt den Krieg aus dem Gewisse»
Und über Euch komm' alles Blut —
Ihr habt aus Frieden uns gerissen In frevlem, srechem llebermut!
Ganz Deutchland ist nun ausgestande»
Und Flamme» sprüht sein hcilger Zor» Parteicnunterschiede schwanden Wie Feuer aufzehrt dürren Dornt Das ganze Volk ist eine Seele In der Entrüstung krastvoll klingt^
Im Racheschrci sich aus der Kehle Zu des Gerechten Throne schwingtk
O Gott, den Sieg gib deutschen Waffe»
In dem uns anfgedrungnen Krieg,
Laßt uns im Kampfe nicht erschlaffenl Gerechter! Dcntschland gib den Sieg!
Das ganze Volk ist eine Stimme:
„Verflucht sei Rußlands Heuchelei!
Das Herz, das drob nicht brennt im Grimluc:
Verflucht! Verflucht! Verflucht es sei!"
Das ganze Volk glüht eine Flamm«
Uln seines edlen Kaisers Thron —
Es ist von einem mutgen Stamme Und srpicht den Feinden blutig Höhnt Entweder siegen oder sterben!
Ist unser heiligster Entschluß —
Wir sind ja großer Väter Erben -»
Das ist, o Feind, an Dich mein Grüßt
Armin Kraft. Landwehrman».


