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Gedenke, dah Du ein Deutscher bist!

Besinnet Euch in diesen schweren Stunden auf diesen Spruch. Traget den Kopf hoch und zeigt die kühle Besonnenheit, die den, Deutschen ziemt.

Erschweret Niemand durch unbesonnenes Handeln die ohnehin schon schwierige Lage.

Schon mehrfach haben wir darauf hingewiesen, datz es den öffentlichen Kredit mindern heitzt, wenn nunmehr Gelder in gröfferew Matze an Kaffen und Banken abgehoben würden.

Lasset dort Erter Geld, wo Ihr es vordem sicher wähntet!

Es ist dort so sicher wie vorher.

Dann begehe man nicht die Torheit und weise Papiergeld zurück, deffen Wert gesichert ist und volle Kaufkraft auch in Zuluns- behält. Auf der anderen Seite möge man auch den Gcschäftslentcn nicht den guten Willen unmöglich machen und alle kleinen («in kaufe mit grösteren Geldscheinen zu begleichen suchen. In diesem Falle sind die Geschäftsleute einfach vor die Unmöglichkeit gestellt die Scheine anzunehmen, da es ihnen an Wechselgeld s-hlt. Auch müssen die öffentlichen Kaffen mit gutem Beispiel vorangehen unk nicht, wie es von der Eisenbahn vielfach gesagt wird. Papiergeld zurückzuweisen. In der jetzigen Zeit sollte jeder, der es nur irgend ermöglichen kann, feine Einkäufe gegen bar betätigen ; denn die Geschäftsleute erhalten eben ihre Waren nur gegen Vorausbezahlung.

Endlich wenden wir uns an die deutsche F r a n. Herrlich strahlt ihr Bild aus vergangenen, groben Tagen zu uns in dir Gegenwart. Wir sind gewih, datz auch unsere Zeit kein schwaches, sondern ein starkes Geschlecht finden werde. Wohl begreifen und wür­digen wir den Schmerz, wenn man vom Liebsten, was man hat, mutz scheiden. Aber macht nicht über die Masten dem Mann, der hinaus mnst in den Kampf, das Herz schwer. Bedenkt, wie ihm zu Mute ist. wenn er seine Lieben verlassen mutz. Vergrötzert nicht durch Euren Schmerz dte Stunde des Leides und zeiget Euch in dieser ernsten Zeit als deutsche Krauen!

Interesse dafür aus das lebhafteste zutage. Seine Erzieher und Instruktoren. Coronini und Hauslad haben mit Bewunderung von dem Feuereifer ihres fürstlichen Zöglings gesprochen. Datz er später nicht mit Radetzkys Heer die Gefahr teilen durfte, sondern auf die Weisung seines kaiserlichen Oheims aus Grün- den »er Staatsraison Radetzkys Heerlager verlassen mußte: das war für ihn eine bittere Pflicht. Seinem Feldherr» hat Frar-o Iösef immer ein« tief« und unerschütterlich« Dankbarkeit »ntgegengcbracht. Als Radetzky auf seine wiederholte Bitte vom Obesbesehl« der Arme« in Italien enthoben ward, schrieb ihm sei» Kaiser: „Sie werden stets tn jedem meiner Schlösser, sowohl in Stra, Monza, in der Villa Reals zu Mailand, als zu Wien in meiner Burg, im Palaste des Augartens, dann zu Hltzendors »ach Ihrer Wahl mein herzlich gern gelehener Gast sein." Als der Freiherr von Cablenz von dem ruhmreichen Feldzüge in die Elbherzogtümer zurückkehrte, konnte er sich tief­bewegt über die Hand beugen, di« ihm sein Kriegsherr kame- radschastlich und herzlich entgegenstreckte. Kaiser Franz Joses legt den größten Wert daraus, mit seiner Armee in ganz per. t»>ii.ber Kühlung zu stehen. Er liebt es, seine Offiziere, und zwar nicht nur >ene hoyere. ,—Uni uh kennen zu ler-

nen. Sie werden in beträchtlicher Anzahl bet den riuv, empfangen, zn Hofsestlichkeiten herangezogen, mit Einladungen zur Hostasel beehrt. Es ist geradezu staunenswert — bei Au- dienzen und beim Cercle tritt dies besonder, deutlich hervor —. wie eingehend der Kaiser sich über Verhältnisse und Per- sanen informiert, wie ihn sein Gedächtnis niemals täuscht, wie geduldig und beharrlich der Beherrscher so mächtiger Staats- bicte auch verhältnismäßig minder bedeutsame Angelegenhei­ten der Armeeangehörigen eingehender Beachtung würdigt. Ein ganz spezielles Interesse widmet der Kaiser der Ausbil­dung der Truppe». Jetzt sreilich muß er aus sein hohes Alter mehr Rücksicht nehmen, als ihm willkommen ist: aber solange es iigeird möglich war und ist, ließ er sich durch keine Wetter­unbilden zurückhalien. Regelmäßig pflegte er die Frühjahrs- Parade aus der Schnrelz selbst abzunehmcn. Vor Beendigung der Ausbildung in der Unterabteilung inspizierte der Kaiser gern die Truppen der Garnison Wien, Pest und Bruck an der Leitah bis ins kleinste hinein. Dabei hat «I für das Parade­mäßige kaum Interesse: um so größeres Gewicht legt er aus seldmäßige Ausbildung. Es ist nicht sogar leicht, in solchen Fällen das Lob des Kaisers zu erringen. Seine Kritik ist sach­lich vertieft, klar und ernst, vor allem aber bei unverkennbarem Wohlwollen einschneidend wahr, Zn hundert kleinen Zügen und Zeichen hat sich die große und ganz persönlich« Lieb-, die Franz Joses füc sein Heer hat, geäußert. So in der Stistung von allerlei Auszeichnungen, die den Ehrgeiz der Ofsiziere und der Mannschasten anzusporncn geeignet sind, so in der sozialen Fürsorge für die Töchter, di- Witwen und die Waisen der Qssiziere und der Unterosfiziere. Kein Wunder, daß sich gleich­sam ,cder einzelne Soldat des großen österreichisch-ungarischen Heeres durch ein persönliches Band mit seinem Kriegsherrn vcrlnüpjt suhlt.

Bon der deutschen Dft«ireii;e.

Das Union-Telegrapbenbliro meldet: Die deutschen

Druppcn hätten brr Thvrn dir russische Grenze überschritten. Alrxnndro besetzt.

Hvhcnsalza. 3. August. Ein- russische Patrouille wurde von den deutschen Truppen überrumpelt. 30 Russin wurden gefangen genommen, mehren: getötet.

Allrnstcin. 2. August. Bisher haben im Allgemeinen kleinere Artilleriegefcchte stattgefunden.

Deutsches Kampflied.

1. Tie Ehre gilt'», das teure Vaterlandl

Ringet sie blutig nieder in den Sand

Alle Feinde — laßt uns retten das teure Vaierlandi

Sie wollen uns knechten und ketten.

Wir wollen im Grab ihnen betten.

2. Es mahnt, es ruft der alten Krieger Geist.

Hört, was er uns vollbringen heißt!

Deutsche Taten! Laßt uns mahnen

Vorn bebrcn Heldengeist.

Er führet uns herrliche Bahnen,

Wir siegen, die Enkel hoher Ahnen.

3. Ihr Wälschcn all', ihr Slaven insgesamt.

Zittert, wenn deutsche straft aufstammtl Deutsche Treu ringt euch nieder.

Die aus freiem Herzen stanlmt.

O Freiheit, dir brausen unsre Liederl O Treue, du rette »ns wieder I

4. Deutsche Fahnen, schwarz, weiß und roi,

Wir folgen dir, nur dir!

Hoch flattre, hoch, mein Doppelaarpanier >

Ewig unverlor'ne, ruhmreiche Zierl Alle Banner in deine» Sölden,

Sic seien die gewärttgen und holden I

5. O alte Nacht, o Heldenblut, o Licht I Goldene Freiheitssonne, bleich« nicht,

Strahlenwonne, Deutschlands Größe,

<£u« /Star« hrvn p^n’üPiti i' irfot!

O Fahne, deutsche Wonne, deutsche Größe,

Vom Uebel uns erlöse, uns erlöse!

6. Die Ehre gilt's, du deutscher Völkerbund,

Stark ist der Feind, im Schlachten ward es kund. Deutsche Schwerter, seid geschwungen.

Euer Anblick niacht gesund.

Kein Sang sei des Friedens mehr gesungeik,

Bis die Kraft und das Reich ist errungenl

Aus dem Arndt-Albuin.

Ans der Heimat.

* Fricdberg, 3. August. Vom 4. August ab findet eine dreimalige Bricfbestellung statt. 1. Bestellung: 7 Uhr vormittags mit den in der Nacht eingegangenen Brie­fen. 2. Bestellung vormittag» 11 Uhr nach Ankunft des 2. Zuges von Frankfurt — an 7,54 Uhr — und des Zuges von Gießen — an 830 Uhr —. 3. Bestellung nachmittags 5 Uhr nach Ankunft des 3. Zuges von Frankfurt — an 2,54 Uhr — und des 3. Zuges von Gießen — an 3,30 Uhr —. Die Paket­bestellungen und die Geldbestelliingen werden ziveimol um 7 Uhr vormittags und 5 Uhr nachmittags ausgejührt-

—r. Fricdberg, 3. August, Wir verweisen auch an die­ser Stelle auf die kirchliche Anzeige in diesem Blatt, wonach für die einberufcnen und in den ersten Tagen ausriickendcn Mannschaften unserer evangelischen Zivilgemeind« und ihre Angehörigen heute Abend um 8 Uhr in der Stadtkirche ein« Abschicdsseier mit anschließender Abendmahlsfeier gehalten wird.

* Fricdbcrg.Fauerbach, 3. August. Der Stieget« und Will- tärverein veranstaltet heute Abend ’AO Uhr im Bereinslolal von Wtkh. Sang, für die zum Heeresdienst einberufenen Ka- meraden eine Absichedsfeier. Die Mitglieder weiden hierzu herzlich etngeladen. Eiste willkommen.

* Fricdberg, 3. August. Verschiedene an UNS gerichtet- An­fragen veranlassen uns, darauf hinzuweifen, daß die An- und Abmeldungen der oerficherungspflichttgen Personen nach wie vor bei der Ortrkrankenkess- erfolgen muß. Der Kriegszustand ändert daran garnichts. Auch die zur Fahne einberufenen Mannschaften müssen abgemeldet werden, da dt« Kasienverwal- tung nicht wissen kann, wer einberusen ist. Di- Beittäge wer­den nach wie vor so lange angesordert, bt» die vorschriftmäßige Abmeldung erfolgt.

An unsere Leser!

In den nächste« lagen wird unser« Zeitung nicht inimer regelmäßig den Beziehern zugefiellt werden können. Wohl sind wir zur gewohnten Stund« serttg, aber die Eisenbahn steht in diese« Woche nur tu Dteasten de, «aterlandes Die Züge, di« dem P-rson-no-rkehr dienen. werden auf da- Min­destmaß zurückgeführt und unser» Boten werde» nicht pünktlich die Zeitung abliefer» rönnen, wir »»«rd»» all«, tn». um di« Zustell uaa k« kelhmitt«. wie »ne möglich, zu bewertst-lliae».

aber wir bitten um Rücksicht, weun eine Verzögerung e «iritt kluch wenn die Postbestellungen nicht regelmäßig einireijen, ioare man mit Borwürsrn, denn auch die Beamten der Post habe» eben wahrlich einen schweren Dienst und man möge alle» tun, ihn zu erleichtern.

Erklärung.

Bevor der Krieg ausgebrochen war, wurde schon gcuieb dct, daß die Preise versch, ebener Lebensmittel ungebulirlich in die Höhe getrieben würden, so wird z. B. gemeloei, daß in Frankfurt für die Milch höhere Preise gefordert und daß Kartoffeln mit 8 M und darüber für den Zeiitner l. zahlt würden.

Wir erklären als selbstverständlich, daß wii die ernst« Lage nicht benutzen, um ungerechtfertigte Preise für uusrc Pro­dukte zu verlangen. Wir halten fest an den mit den 2>'i!«i> Händlern vereinbarten Preise rmd sind nicht gcjoniir», eine Preiserhöhung eintrrtcn zu lasten. Auf der anderen Seit« möge uns das Publikum unterstützen, falls eine Knappheit eintretcn sollte, möge es den Verkauf der Milch einjckiränkc::, Ferner mögen die städtischen Organe, z. B. die Handelskammer Schritte erwägen, die einer Verteuerung der K r a f t f u t t e r m i t t e l, die wft zur Erzeug,mg der Milch gebrauchen. Vorbeugen sollen.

Was die Kartoffeln anbetrifft, so werden gegenwärtig auf dem Lande Preise bezahlt, die bei einen, Verkauft-prei. von 4-^denZentner dem Händler einen an^'mcssepe, Verdienst sichern. Sollten übermäßige Preise verlangt wer den, so sind wir bereit, auf dieser Preisgrundlnge d-r-kt, Verkäufe zu vermitteln, falls sich städtische Konsunienten zu. fammenschlicßen. Zu warnen ist vor einem Einkauf einer großen Menge von Kartoffeln zur jetzigen Zeit, es handelt sich »m Frühkartoffeln, die sich nicht halten, sondern bald verderben.

Und dann noch eins: Die Erutr steht bevor! sie harret der Einfuhr I Hunderttausend« von Händen, die bereit ivaren sie einzusahren, sind fort in den Krieg. Tic Gespanne sind der Erntearbeit entzogen worden. Auf der andere» Seile sind durch die Krise Tausend« fleißiger Hände ver­dienstlos geworden. Wir fordern auf, bei der Ernte zu helfen: Die Männer sichern sich einen Verdienst und Helsen, daß zn den Wirren und Bitternissen des Krieges nicht noch die Nöte einer Teuerung dazutreten.

Seien wir alle einig im Dienste für unser Vaterland! Der Vorstand der Vrrrinigtcn Landwirte für Frautsurt a. M

und Umgrgeud. Hensel. Hirschel.

BekllNktmlllhuU.

Unsere Schalter sind bis auf weiteres nur vormittags

bis VI tllir pfiiift.

Kneiibttg, 3 . August 1914 .

iUittflbeutJdjf EMlmI'.

Jepositenkasse uni) Wechselstube.

Verantwortlich für den politischen Teil: Otto Hirschel, Friedberg; für den lokalen und unterhaltenden Teil Bernhard Lenz, Friedberg-, .für den Anzeigeuteil: Karl Schmidt. Fricdberg. Druck und Verlag der „Neuen Tages­zeitung". A.-G.. Friedberg i. H,