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Seile L

Der deutsche Kaiser.

Berlin, 3. August, Unter den Linden und vor dem -uiglichen Schloß sammelten sich bald nach der Bekanntgabe >.'r Mobilmachung viele Hunderttausende von Menschen.

Jeder Wagenverkchr hörte auf. Der Lustgarten und der ' rcio Platz vor dem Schloß waren dicht angefülli von den leaschenuiasfen, die patriotische Lieder sangen und wie auf

' .ommaudo gleichmäßig immer wieder den Ruf erneuerten:

, £v;r wollen de» Kaiser sehen!" Gegen Yu Uhr erschien der Kaiser

1:1 millleren Fenster der ersten Etage von einem unbeschceib- ich starken Jiibel und von Hurrarufen begrüßt. Patriotische ’ieiK'r wurden angestimmt. Nach einiger Zeit trat in der leuge Aliihe ein. Die Kaiserin trat an die Seite des Kaisers, 'er den Plasten zuwinktc, daß er sprechen wolle, llnter tief- :cni Schweigen sprach der Kaiser dann ungesähr mit weithin rnehmbarer, langsam stärker werdender Stimme'

„Wenn cs zum Kriege kommen soll, hört jede Parte, ans, wir sind nnr »och dentschc Brüder. In Fricdcns- zeitni hat mich zwar die eine oder andere Partei angc- rriffc», das verzeihe ich ihr aber jetzt von ganzem Hirzen. Wenn uns unsere Nachbarn den Frieden nicht gönnen, d in» Hussen und wüiischcn wir, daß unser gutes deutsches Schwert siegreich ans dem Kampf hrrvorgchcii wird."

An diese Worte des Kaisers schloß sich ein Jubel, wie er vohl noch niemals in Berlin erklungen ist. Tw Menge 'linnute begeistert erneut patriotische Lieder an.

Tie Ereignisse haben unser Blatt überholt. Es ist so lekommcn, wie wir am Samstag vorausschen konnten: Die russische Antwort ist ausgeblieben, die Mobilmachung ist er­folgt und

Begeisterung in Deutschland.

In Alldeutschland herrscht lodernde Begeisterung. Fein von jedem Uebcrmut herrscht überall eine feste Zuversicht. Man ist sich des Ernstes der Lage bewußt und weiß, daß es um Sein oder Nichtsein handelt. Treffend kennzeichnet ein Gedicht der „Frankfurter Zeitung" die Stimmung, in dem es heißt:

Wir standen und schwiegen — nun ist es vorbei!

Vorbei das Zcuder» und Zagen!

Hin über die Land schwingt sich ein Schrei:

Ihr w o l lt es, so s o l l t ihr es tragen!

Wir standen besonnen, Gewehr bei Fuß.

Und bissen die Zähne zusammen,

Nun ist es vorbei! Dir Volk meinen Griißl Es reißt uns hinan in die Flammen!

In Friedberg wurde die Mobilmachung gegen %7 Uhr bekannt. Kiirz darauf wurde sie ans den Straßen unter Trommelwirbel bekannt gemacht. Bald entwickelte sich ein lebendiges Straßenbild. Vor dein Kriegerdenkmal ivielte die Militärniusikschule vate:ländische Weisen, die von der Menge begeistert begleitet wurden. In der Brauerei Steiu- häußcr aus der Kaiserstraße bildete sich eine patriotische Vcrsanilung, wobei Ansprackien gehalten lind oaterläi'dische Lieder gesungen wurden.

Am Sonntag setzte sich das Treiben fort, das durch die Mobilmachung ein etwas kriegerisches Aeußere gewonnen hat. Tie Kirchen waren bis aus den letzten Platz gefüllt In der Stadtkirche sprach Pfarrer K leebcrgcr über den Text: Wenn ihr werdet hören vvii Krieg und Kriegsgeschrci, so fürchtet euch nicht.

Ein schönes Bild vaterländischer Begeisterung zeigte sich am Spätnachmittag in BaöNauhciiu. Aiif der Terraj'e er- schienen 4 Studenten in Loienr: Ein „Starleuburger" ans Gießen (Corps), ein jencser „Germane" (Burschenschaft, ein „Tarnistädter" aus Gießen, (Laudsmanuschast) uiid ein Mit­glied der österreichischen Burschenschaft „Teutonia" aus Prag. Als sie, eine deutsche Fahiic tragend, die Terrasse beträte», '.'grüßte sic die Kapelle mit einem vaterländischen Marsch. 7'iner der Stiidenten, Herr Eugen S ch in ahl, betrat die 'kauipc und hielt eine von vaterländischem Geiste getragene Ansprache an dir Aiiwesenden, kc mit brausender Zustim­mung ausgenommen wurde, ifcim zur Seite standen ent- lößten Hauptes seine Begleiter, gewissermaßen die Einigkeit 'er drei wehrhaften Korporciionen Tenbischlands und Lcstcr- eich.s darstellend. Als die Ansprache beendet war, setzte die Kapelle mit der „Wacht am Schein" ein und unter allgcmei- i.eili Jubel bestiegen die Studenten ihren Wage:: ilud fuhren U'ii Friedberg.

Studenten NN die Front!

München, 2. Slug. Tao hiesige Korps Fraaconia vei- ijentlicht heute unter dem Auf „Stüde» te» an die 3 ' r o n teine Aufforderung, daß üch die Studentenschast als Führer der Jugend, freiwillig zum Kriegsdienst melden ''ögc. Alle Mitglieder des Korps Franconia find freiwillig iingctreten. Einen ähnlichen Ausruf veröffentlicht heute die tiuschenschast Euelsia an die Lurichenschastcn.

Eine bemrrlenswcrte Arjprach« des Reichskanzlers. Berlin, t. Aug. Eine dichte Ättenscheninenge bevölkert lmn:er »och die innere Srad! Berlins und namentlich die Lin­den und den Platz vor dem Schloß. Eine große Schar von Meisschr» zog auch vor das Reichslanzierpalais und brachte Sein Reichskanzler stnrinifche Ovationen dar. Die Menge tiinmte die Lieder an „Heil Dir iia Slegerkranz" und „Lobe den Herrii" Tor Neichsinnzler erschien an einem Fenster des erslen Stockes und richtete an die Menge folgende Worte, die politisch dodurch besonders beinertenswect find, daß in ihnen sie Möglichlrit zum Ausdruck kommt, es lönute in letzter Stunde vielleicht doch noch der Kriez »ereilelt werden:

I» Ihrem Liede haben Sie unserem Kaiser zugejubelt. Ja, dir iuiseren Kaiser stehe» wir alle ei», wer und welcher Gesin- i ; uns welche» Glaubens wir sein möge», für ihn lassen wir öa: iiiid Bliit. Der Kaiser ist genötigt worden, die Söhne n £clh'i .tu den Wassen jii rufen. Wenn uns jetzt der Krieg

»cae Xagcsjctiaitft, «antag. ot« l. »ngnst 1«I«

befchieden fein sollt«, so weiß ich, daß alle jungen Männer be-

rett sind, ihr Blut zu lasten für den Ruhm und die Größe

Deutschland,. Aber wir können nur siegen in dem festen Ver­trauen aus den Gott, der die Heerscharen lenkt und der uns bisher so oft den Sieggegeben hat. Und sollte Gott in letzter

Stunde uns diesen Krieg ersparen, so wollen wir ihm dafür danke». Wenn es aber anders wird, dann mit Gott für König und Vaterland."

Stürmischer Jubel begleitete diese Rede des Reichskanzlers.

Die Sozialdemokratie besinnt sich aus ihr« Pflicht!

Das Organ der bayerischen Sozialdemokratie, die Münche- >ier Post, nimmt zu der politischen Lage und der Haltung der Sozialdemokratie Stellung. Das Blatt führt u. a. aus:

„Eine Niederlage wäre gleichbedeutend mit dem

Dolkezufammenbruch. Vernichtung und namenlosem Elende für uns alle. Unser aller (bedanken bäumen sich gegen diese Möglichkeit aus. Unsere Vertreter im Reichstag haben uns

unzählige Mal übereinstimmend erklärt, daß die Sozialdemo­kratie ihr Vaterland im Augenblick der Gefahr nicht im Stiche lassen tonne. Wenn die Stunde schlägt, werden die Arbeiter das Wort einlöscn, das von ihren Vertretern hierfür gegeben worden ist. Die Sozialdemokraten werden ihre Pflicht erfüllen und sich darin in keiner Weise übertresfen lasten."

Die sozialdemokratische Mannheimer Dolksstimme schreibt in ihrer Mittagsausgabe vom Samstag:

Aber wenn der Krieg uns vom russischen Zarismus auf- gezwungen wird, dann muß und wird die letzte Entscheidung, wie immer sie ausfallen mag — über alle Klassenunterschiede und Weltanschauungen, über alle sonstigen Differenzen hin­weg —, ein einiges, allseitig geschlossenes Volk finden, bereit, mit dem letzten Blutstropfen die Unabhängigkeit und Größe Deutschlands gegen jeden Feind zu verteidigen. ...

Diese erfreuliche Nachrichten stehen im Einklang mit der Haltung verschiedener lokaler Führer der Sozialdemokraten, die, wie »ns gemeldet wird, durchaus und freiwillig ihre Pflichten erflillen.

Zur Ergänzung sei noch mitgeteilt, daß die „Franksurter Bollsstimine" in ihrem Nachruf zu Prof. Jaures schreibt:

„Er hat in diesen unheilschwangeren Tagen in dersel­be» Richtung gewillt, wie die deutsche Reichs- regierung. deren kühle Besonnenheit wir erst gestern anerkannten.

Also auch in Bezug auf die Sozialdemokratie können wir jetzt in den ersten Stunden sagen:

Ein Volk, ein Heer l

Amnestie in Hessen.

Darmstadt, 1. Aug. Das Staatsininistcrium veröf­fentlichte soeben einen Gnadenerlaß des Großhcrzogs, wonach alle Personen des aktiven Heeres, der Marine und der Schutz truppen vom Feldwebel, bezw. Wachtmeister oder Deckoffizier einschl. der Unter- und Militärbeamten, sowie alle Personen des berulaubten Standes vom Feldwebel abwärts, sofern sie

NN«; ')lnTct[j bar 3J?oTitTmrtffcitnß »in^arufon worbatt unb o uc

Einstellung gelangen, die gegen sie von den bürgerlichen Ge­richten und Verwaltungsbehörden verhängten Geld- oder Frei­heitsstrafen oder der noch nicht oollstreikten Teile derselbe» in Gnaden erlösten werden, sofern die Gesaintdauer der Freiheits­strafen ein Jahr nicht übersteigt. Ausgeschlosten von der Be­gnadigung sind nur Personen mit Ehrenstrasen und solch«, di« während der Strafverbüßung oder Untersuchungshaft sich schlecht geführt haben.

Eröffnungssitzung des Reichstages.

Amtliches Telegramm.

Berlin, 2. Aug. Die Eröffnungssitzung des Reichstages findet im Weiszen Saale am Dieirstag, den 5. August um 1 Uhr statt. Fraktionssitzungcn finden statt: Konservative: Montag abend 7 Uhr: Reichspartei: Dienstag nachmittag 2% Uhr;

Zentrum: Dienstag, II Uhr vorm.: Rationalliberale: 7 Uhr

abend-: Freisinnige: Montag abend 7 Uhr; Sozialdemokraten: Montag, 1t Uhr vormittags.

Dem Reichstag wird bei seinem Zusammentritt am Diens­tag eine Anzahl von Gesetzentwürfen vorgelegt werden, deren schleunige Verabschiedung durch die kriegerischen Ereigniste ge­boten ist, betreffend Nachrichten finanzieller, rechtlicher und wirtschaftlicher Art. Vor allen Dingen wird der Reichskanzler ermächtigt weiden müssen, zur Bestreitung des Kriegsbedarfs nach dem Verbrauch der verfügbaren Summen weiter die er­forderlichen Mittel flüssig zu machen.

Ferner sollen zwecks bestrer Befriedigung des Kreditbedürf« nistes Darlehnskassen errichtet werden, wie sie sich bereits im Jahre 1888 und 1878 bewährt haben.

Die Vorschriften über die Notensteuer und Notendeckung, sowie über den Berkchr mit Rcichskastenscheinen, Reichs- und Prioatbanknotcn werden Aenderungen erfahren müssen, um den Verkehr mit den Zahlungsmitteln den außergewöhnlichen wirtschaftlichen Bedürsnisten anzupasten.

Aus rechtlichem Gebiet wird ein Gesetz den Schutz derjeni­gen Personen zu regeln haben, die infolge des Krieges in der Wahrnchinuirg ihrer Rechte behindert sind. Diese soll in An­lehnung an die bewährten Vorschriften des entsprechenden Ge­setzes vom 21. Juli 1870 geschehen. Daneben werden durch ein besonderes Gesetz die Fristen des Wechsel- und Scheckrech­tes zu verlängern sein.

Ein weiteres Gesetz soll einzelne Handhaben schassen, um die weitgehenden Veränderungen, die der Arbeitsmarkt in­folge des Krieges erleiden muß, nach Möglichkeit auszuglei­chen.

Zur Abwendung gemeiner Rot ist ferner erforderlich, daß auf Grund eines besonderen Gesetzes der wucherischen Ausbeu­tung der gegenwärtigen Verhältniste durch die Händler mit Gegenstände» des täglichen Bedarfes, wie Nahrungs- und Fut- tcrmitteln, Naturalprodulten, Heiz- und Leuchfftosfen u. der­gleichen mit Nachdruck entgegengetreten w«rd«n kann.

Schließlich sollen die Unterstützungen, die das Gesetz vom 28. Februar 1888 für die Familien der in den Dienst eingetre­tenen Mannschaften vorsieht, in den Grenzen des Möglichen erhöht werden.

Sämtliche Gejetzentwüese haben am 1. August 1911 dir Zustimmung des Bundcsrats gesunden. Da sie nur das ent­halte». was im Hinblick auf den uns aufgezwungenen Krieg erforderlich und selbstverständlich ist, kann bei der vaterländi­schen Gesinnung der ganzen Bevölkerung mit Sicherheit er­wartet werden, daß der Reichstag sie rasch verabschiedet.

Aufruf!

Rach langem, bangem Warten lst die Entscheidung gefallen. Der deutsche Kaiser hat sein Volk zu den Waffen gerufen. Wir stehen unmittelbar vor dem Kamps, dessen harte politische Not­wendigkeit schon mehr wie ein Jahrzehnt keinem politisch Ein­sichtsvollen verborgen sein konnte und von dessen llnausbleib- lichkeit ernste Vaterlandsfrcunde in jahrelanger cnijagungs- voller Arbeit unser Volk zu überzeugen suchten. Nach drei- undvierziger reich gesegneter Friedenszeit wird das deutsch, Volk vor die ernst- Aufgabe gestellt, was einst di- Väter in heldenmütigem Ringen uns geschaffen, zu bewahren und neu zu erkämpfen. Die schwerste Schicksalsstunde unseres Reiches dämmert heraus, um Sein oder Nichtsein unseres deutsche» Staates wird jetzt gelämpft, di- höchsten Güte: deutscher «ul- tur stehen auf dem Spiele, die unvermeidliche Auseinander­setzung zwischen Deutschtum und Slaventum hebt an.

Wieder, wie vor 44 Jahren, findet die ernste Stund- ein ernstes Volk, einig in ruhigem, entschlossenem Willen zur Ab- wehr der von Lst und West drohenden Gefahr. Ohne lleber- Hebung, aber fest entschlossen, das Letzte eii^usetzcn in diesem Kampfe, der uns ausgedrungen ist, wie einst der vor 11 Iah, ren, ziehen wir voll Eottvertrauens in diesen Krieg, der ein Verteidigungskrieg in des Wortes edelster Bedeutung ist.

Ungeheure Opfer an Gut und Blut, so hat der Kaiser selbst in Berlin einer vieltausendköpfigen Menge zugerufen, werden von unserem Volke gesordert. Wir find gerüstet, sie zu bringen. Tausende und Abertausende deutscher Männer und Jünglinge stehen bereit auf ihres Kaisers Ruf, in dieser großen geschicht­lichen Stunde für ihr Vaterland ihr Leben zu lassen.

Da geziemt cs auch den Zurllckbleibenden, alles einzu­setzen, diesen ernsten Kamps bis zum siegreichen Ende durchzu- sühren. Auch für di« i» der Heimat Verbleibenden gibt es Ar­beit die Fülle.

Das Rote Kreuz steht sich vor Unübersehbare große, ernste, schwere Ausgaben gestellt, die er nur dann befriedigend durchführen kann, wenn ihm dabei die freudige freiwillige Hilfe de- gesamten deutschen Volkes zu teil wird. Viel tausend Hände find nötig, den Verwundeten die erste Hilfe angedeihen zu lassen. Krankenträger- und Pfleger weiden in Menge ge­braucht. Bei durchkommenden Truppentransporten sind hun­derte Hände nötig zur Verabreichung von Lebensmitteln uni Erfrischungen. Vor allem harrt unserer deutschen Frauen uni Jungsrauen aus diesem Gebiet «ine große, lohnend« Ausgab« ein Geist echter Menschlichkeit, tätiger Vaterlandsliebe. Wir sind überzeugt, daß sie sich dieser Aufgabe heute so wenig ent­ziehen werden, wie dereinst t*>t ii I»h>rn ,yrr Mütter und

Di« unterzeincheten Vorstände laden alle Männer uni Jünglinge (über 28 Jahre), die vom Militärdienst befreit sind, für Dienstag, den 4. August, abends 8X Uhr, und sämt­liche Frauen und Jungfrauen (über 18 Jahr«), soweit sie sich noch nicht zue Verfügung gestellt haben, für Mittwoch, den 5. August, abends 8H Uhr. in dem Saal Uber den Pferdeställe» zu ernster vaterländischer Arbeit ein.

Der Vorstand de» Zmeigverein» »«» „Roten Kreuz".

Der Vorstand des Alice-Frauenvereinr.

Erklärung Frankreichs.

Paris, 3. Augst. Der Präsident und die Mitglieder der Regierung haben einen Ausruf an das französische Volk er­lassen, in welchem es heißt: Frankreich, das seine friedlichen Absichten im Verlaufe der letzten tragischen Tage kundge- geben hat und Europa den Rat zur Mäßigung und ein leben- diges Beispiel der Verständigkeit gab, seine Anstrengungen zur Erhaltung des Weltfriedens verdoppelte, bat sich auf alle Eventualitäten vorbereitet und jetzt die ersten unerläßlichen Maßnahmen zum Schutze seines Gebietes getroffen, einge­denk seiner Verantwortung und im Bewußtsein, daß es ein« geheiligte Pflicht verletze, wenn es die Dinge so ließe, wie sie sind. Die Regierung hat die Anordnungen getroffen, die die Lage gebietet. Die Mobilisation bedeutet nicht den Krieg. Im Augenblick erscheint sie im Gegenteil als das beste Mir tel, um den Frieden in Ehren zu erhalten. Schließlich fafll das Manifest: Die Regierung hoffe noch, eine friedlich« Lösung zu erzielen.

(Diese Fricdcnssichcrung erweist sich als dieselbe Heuch:- lei, wie sie bei dem Telegiamm des Zaren an den deutschen Kaiser zutage trat; denn in dem Augenblick, wo die franzö- fische Regierung die Hoffnung ausspricht, daß der Frieden zu erhalten sei, schritten bereits seine Truppen zum Bruche dek Völkerrechts und überschritten ohne Kriegserklärung dir deutschen Grenzen.

Die österreischich ungarische Armee.

Die teilweie Mobilisierung des österreichisch-ungarischen Heeres hat gezeigt, welch ein ausgezeichneter Geist in dieser großen und verbündeten Armee herrscht und welch ein inniges Band sie mit ihrem höchsten Kriegsherrn vereinigt. Wo und wann »ur unter de» an die Grenze beorderten Truppe» der Name Kaiser Franz Joses genannt wurde, da weckte er di, hellste Begeisterung und das Echo stürmischer Jubelruje. In dieser Liede und Verehrung seines Heeres erntet Kaiser Franz Josef d>c Früchte der Sorgfalt, des Ernstes und der Treue, wo- mit er sich Zeit seines Lebens seinem Heere gewidmet hat. In dem Oesterreich-Ungarn behandelnden, bei Alfred Schall in Berlin erschienenen ausgezeichneten Saunnetwerke „Die Heer« und Flotten der Gegenwart" ist das Verhältnis de» Kaiser« zu seiner Armee in anziehender Weise geschildert. Schon i» jungen Jahren trat bei Franz Joses seine Liebe zum Heere, sei»