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Ti 28 . | 3Uuftrierte Soiintagsbeilagc zur „Neuen Tageszeitung".

1914 .

Maria Venalus. <s«qe»un^>

Bon (tffriröf ckotermund-öchoenhagen.

„War das eben Könitz oder Czersk?" fragte Thekla. „Ich achtete

nicht genau daraus, Maria."--„Nej», du irrst dich mit beiden.

Wir sausten schondurch t'r.- Etargard."

„Ist das möglich? Wo blieb denn da die Zeit? Nun haben wir ja nur noch eine Stunde Bahn^ fahrt bis Dir- schau. Weißt du. wer dort ist, mich ab­zuholen? Mein Bräutigam nimmt mich in Dirschau in Empfang. Du mußt wissen, daß Helmut Forstassessor ist, und sein Vater ist Forst­meister in Sob- boiiitz. Hel­muts Mutter ist schon sechs Jahre tot; sein Vater konnte Weihnachten nicht in Han­nover sein,

denn er war bettlägerig.

Nun ist er wie­der wohlauf.

Da macht cs ihm Mutter nach: sie liegt schon eine

Woche zu Bett.

Ach nein, es ist nichts Ernst­liches, meinte der Hausarzt, ich wäre sonst auch nicht ge­

fahren. Mutter wollte natürlich mit mir zusammen reisen, so war cs abgemacht. Gegen Vaters Begleitung inußte ich mich bis gestern Abend verzweifelt wehren; es ist doch besser, er bleibt daheim."

Dirichau! Mit großen feurigen Augen brauste der O-Iug über die Weichsclbrücke. Im nächsten Augenblicke war die erleuchtete

Eisenschlangc in die Glas­halle gekeucht.

Vollfieber»- der Ungeduld stand die junge BrautimGang des Wagens, der sich nach ihrer Ansicht viel zu lang­sam leerte. Da gewahrte sic unmittelbar vor dem brei­ten Fenster die schlanke Ge­stalt ihres Ver­lobten und da­neben, eben­falls in Wald- uniform und Gehpelz, Hel­muts Vater.

Hastig schob sie die Scheibe herunter. „Guten Tag, Liebsterl Tag. Vater! L> wie freue ich mich!" Lautes Stun- mengewirrund Bahnhofslärm machten die Entgegnungen derbeiöen Her­ren den neu­gierigen Ohren unverständlich.

„Bitte, Hel­mut, komm eben herein. Ich möchte dich einer liebenBe- kannten vor­stellen, und ich will dir hier

= Die Mutter hat den Lisch gedeckt,

Und zwölf Uhr hat'» geschlagen.

ssrost Mahlzeit, Linder! DH, da» schmeckt!

Schon lange Knurrt der Wagen.

Vun stellt ein jede» seinen Wann Sei Schweinefleisch und Knödel,

Wan weist nicht, wer e» bester Kann,

Die Süden oder Wädel.

Wan glaubt, es wäre Hexerei,

So leeren sich die Lrller,

Nach dem Gemälde von B. Dauitrr. Hungrige Gesellschaft. <Pd-»..D-riag der Pd-M Union. Miln-drn.,

Jix ist die Jungfer Annemrei,

Und Weister Han» noch schneller.

Dem Karo wird'» unheimlich schier Sei solchem Appetite;

Ihr lieben leut', wa» wird au» mir? Vergißt mich nicht, ich bitte!

Doch schlirstlich wird auch er bedachk, Und satt ist endlich jeder.

Und reinrr Lisch ist auch gemacht La, morgen gibt'« gut Wetter. -z.

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