Ausgabe 
14.12.1913
 
Einzelbild herunterladen

Alkohols, der seine Opfer in den Häfen der Armen und Irrenhäuser, der Gefängnisse und schließlich der Hölle landen läßt.

Hörst du nicht die Angstrufe der Ertrinkenden d Willst du klagend und jammernd über den Schaden des Volkes müßig zusehen, wie so viele im Glase er trinken? Es wird jetzt viel geklagt und geschrieben über das Alkoholelend. Aber mit Händeringen und Schreien ist dem Ertrinkenden noch nicht geholfen. Das Schimpfen über den Alkohol und seine Helfers⸗ helfer hilft ihm auch noch nicht! Es gilt vielmehr mutig und beherzt zuzugreifen und ihm die Retterhand oder eine Stange zu reichen. Du denkst vielleicht mit kaltem Nerzen:Soll ich meines Bruders Hüter sein d⸗ Ja! Es ist dein Bruder, der ertrinkt. Sieh, wie er mit den Wellen ringt. Darum komm ihm zu Hilfe. Wie versagt doch die Wirtshausbruderschaft, wenn einer aus ihrer Mitte dem Verderben zusteuert! Kalten Herzens stößt man ihn aus und überläßt ihn seinem Elend. Du aber, der du der Bruderschaft Christi angehörst, eile zur Hilfe. Willst du auch versagen d Sei kein Gaffer, sondern ein Retter! An ersteren ist kein Mangel; an letzteren fehlt es so häufig. Welch eine Freude, einem Menschen das Leben gerettet zu haben! Wie viel größer aber und edler ist die Freude, einer Seele vom ewigen Tode zum ewigen Leben verholfen zu haben! Dazu hat uns der Herr berufen. Er will uns alle zu Menschenfischern machen undauf sein

Wort laßt uns das Netz auswerfen. 5 G. Bieber.

Die Uhr des menschlichen Lebens.

(s ich noch ein Knabe war, rief mich mein Vater eines Tages zu sich, um mir zu zeigen, vie man sehen könne, wieviel Uhr s es sei. Er saägte mir, wozu der große Zeiger da sei, nämlich die Minuten anzugeben, und der kleine Zeiger, um die Stunden zu zeigen, und ließ mich die Zahlen auf dem Zifferblatt lernen; ich kam nicht eher davon, als bis ich meine Lektion gut wußte. Nun war ich aber auch gleich weg, um zu meinem Kameraden zu kommen und mit ihnen weiter zu spielen. Aber mein Vater lief flugs hinter mir her:Halt, Andreas, ich habe dir noch etwas zu sagen.

Ich kehrte geschwind wieder um und wunderte mich im stillen, was ich wohl noch zu lernen hätte; denn ich dachte, ich wüßte alles an der Uhr nun eben so gut, als mein Vater.

Andreas, sagte er,ich habe dich nun gelehrt, daß du immer die Tageszeit herausfinden kannst; ich muß dir nun aber noch sagen, wie du es machst, um zu wissen, wieviel Uhr es in deinem Leben sei.

Das war mir völlig neu. Voll Ungeduld war tete ich, daß es mir mein Vater erklären sollte; ich stand aber wie auf Kohlen, denn ich wollte fort zu meinem Kameraden. g

mal zu spät erkennen!

3

Die Bibel, sagte er,spricht über das mensch⸗ liche Leben, daß es siebenzig Jahre währt, und wenn es hoch komme, achtzig Jahre. Das Leben ist frei lich sehr unsicher und es ist möglich, daß du keinen Tag mehr lebst; aber wenn wir die achtzig Jahre des Lebens in zwölf Teile teilen, wie die Stunden am Zifferblatte sind, so kommen beinahe sieben Jahre auf jede Stunde Wenn ein Knabe also sieben Jahre alt ist, so ist es ein Uhr in seinem Leben, und so ist es nun bei dir; wenn du vierzehn Jahre alt wirst, dann ist es zwei Uhr bei dir; und wenn du zwanzig Jahre alt wirst, so ist es drei Uhr, wenn Gott dein Leben so lange fristet. So kannst du immer wissen, wieviel Uhr es in deinem Leben ist, und so oft du nach der Uhr siehst, kann sie dich daran erinnern. Mein Urgroßvater starb nach dieser Berechnung um zwölf Uhr; mein Großvater um elf, und mein Vater um zehn. Um wieviel Uhr du und ich sterben wer den, Andreas, das weiß allein der, der alle Dinge kennt. g

Nie habe ich seit der Zeit die Frage gehört: Wieviel Uhr ist es, noch glaube ich, daß ich je nach der Uhr gesehen habe, ohne mich der Worte meines Vaters zu erinnern.

Ich weiß nicht, lieber Leser, wieviel Uhr es in deinem Leben ist, aber ich weiß wohl, was die Glocke bei mir geschlagen hat; und wenn ich noch irgend etwas in der Welt tun will, was ich bisher versäumt habe, so ist es hohe Zeit anzufangen. Meines Vaters Worte haben dem Zifferblatt an der Uhr für mich eine so ernste Wichtigkeit gegeben, die es nie in meinen Augen gehabt haben würde, wenn er mir das nicht gesagt hätte. Sieh dich vor, mein teurer Freund, ich bitte dich dringend und frage dich hin und wieder einmal: Wieviel Uhr ist es in deinem

Leben? r Lebenskräfte.

Der bekannte unlängst verstorbene Brocklyner Prediger Dr. F. Talmage, hielt einmal in Sidney (Australien) eine Predigt über die Schtheit der Bibel. Im Laufe der Predigt erzählte Talmage, daß er vor einigen Jahren Gladstone, den berühmten englischen Staatsmann(geb. 1809), in Ramarden besucht und an ihn die Frage gerichtet habe: Nimmt Ihr Glaube im Alter ab p Gladstone erwiderte: Je älter ich werde, desto mehr erfahre ich, daß Kräfte des Lebens aus

gehen von der gläubigen Berührung mit meinem Heiland. O, fügte er hinzu, das ist die wichtige Auf⸗ gabe eines Staatmannes, das Evangelium Jesu

Christi in die Herzen des Volkes zu bringen. Ich bin 40 Jahre mit der Regierung des britischen Reiches verbunden gewesen, und habe 60 der größten Genies unserer Seit kennen gelernt. Von diesen 60 waren 55 überzeugte, gläubige Christen, und die andern fünf achteten das Christentum hoch.

Mein teurer Leser! Hast du es auch schon er fahren, daß von dem Evangelium Lebenskräfte aus- strömen? Röm. J, 16 steht geschrieben, daß das Evangelium eine Uraft Gottes ist, die da selig machet alle, die daran glauben. Möchtest du dies nicht ein