Ausgabe 
7.12.1913
 
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Gemeinschaftsblatt für Hessen.

Dleses Blatt erscheint wöchentlich einmal.

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Redakteur: Stadtmisstonar Herrmann⸗Gießen. Mitarbeiter: Verlag der Buchhandlung der Pilaermission

und die Prediger der Pilgermtsston

Pfarrer Sperber-Cassel Pfarrer Nocke t⸗Frankfurt a..,

Druck von Otto ener. Gietzen

Nr. 49. Sonntag, den 7.

Dezember 1913.

SS

Sie steinigten Stephanus. Apostelgsch. 7, 5460.

Wir nennen Stephanus den ersten Märtyrer. Er war der erste, der um der Wahrheit des Evangeliums willen sein Zeugnis mit dem Tod besiegeln mußte. Viele sind seither den gleichen Weg gegangen. Auch heute noch gibt es viel Haß und Feindschaft gegen die wahren Bekenner Jesu. Das Beispiel eines Stephanus dient vielleicht vielen zur Ermutigung, wenn die Feinde wüten; es ist aber auch eine Beschämung für manchen Leidensmüden, f

58 Warum wurde denn Stephanus gesteinigt? Warum ist denn immer so viel Haß gegen die Bekenner Jesu vorhanden? Stephanus hatte den

Menschen ihre Sünden vorgehalten. Sünde tun, das wollen die Leute. Aber man darf die Sache nicht beim Namen nennen, sie nicht ans Licht ziehen. Das Leben und das Zeugnis frommer Menschen dringt dem Sünder wie ein Nagel ins Gewissen, deshalb der Haß. Stephanus wußte, was auf dem Spiele stand; aber er scheute sich deshalb nicht, die Wahrheit zu sagen. Liebe Seele, wagst du es auch, deinen Heiland zu bekennen, wenn es Spott und Verachtung nach sich zieht? Ist dein Leben und Wandel ein Zeugnis für Jesus? Oder drückst du ein Auge zu bei den Sünden deiner Umgebung, und richtest du dein Leben so ein, daß es niemand auffällt, daß du ein Nach⸗ folger Jesu bist? Wir brauchen Leute, die den Geist der ersten Zeugen haben, die treu zu ihrem Heiland stehen und sich in keiner Lage seiner schämen..

2.Es ging ihnen durchs Her z. Das war die gute Wirkung der Predigt von Stephanus. Das Evangelium ist eine wunderbare Kraft Gottes. Wenn es in seiner ursprünglichen, unverfälschten Gestalt dargeboten wird, verfehlt es auch heute seinen Zweck nicht. Wir haben heutzutage viele schöne Predigten, aber das ist vielfach auch alles. Es soll bei uns nicht so sein. Es ist nicht gut, wenn unbekehrte Leute es in unsern Versamm⸗ lungen immer schön finden. Wir können die Menschen nicht bekehren, aber wir müssen das Evan⸗ gelium in seiner durchschlagenden Kraft bringen. Hier heißt es:Sie bissen die Zähne zusammen. Das war auch eine Wirkung. Es muß Ent⸗ scheidungen geben. Und du, lieber Zuhörer, wenn ein Pfeil dein Herz verwundet hat, beißt du auch die Zähne zusammen, ballst du auch die Fäuste?

3.Voll heiligen Geistes. Die Leute um Stephanus herum waren voll Zorns er war voll Geistes. In einer Versammlung vor Gleich gesinnten ist es leicht, fromm zu sein und ein Zeugnis abzulegen. Man hört oft die Klage,