während des Gewitters entsprungen war.
Wo fanden sie ihn? In dem alten Schuppen hinter unserm Lehmhäuschen und zwar auf der Streu, die wir wahrscheinlich nicht lange vorher verlassen hatten. Was wäre doch aus uns geworden, wenn es kein wachsames Gottesauge im Himmel und keine Mutterliebe auf Erden gäbe? Unsere Mutter aber erholte sich nach jenem Vorfall merk— würdig schnell, und die wunderbare Errettung ihrer Kinder in jener Schreckensnacht lebte allzeit frisch in ihrer Errinnerung bis in ihr hohes Alter. Gottlob, auch die Kinder armer Taglöhnersleute stehen unter dem Schutze Gottes.„Ihre Engel sehen allzeit das Angesicht ihres Vaters im Himmel“, spricht der Sohn Gottes, und darum dürfen alle mit Zuversicht beten:„Vater, laß die Augen Dein über meinem Bette sein!“
Bist du von Jesus Christus erkannt?
er verstorbene König von Siam reiste vor eini—
gen Jahren durch Lausanne. Vorher bekam
ein Bekannter von mir ein Telegramm, daß er
sich dazu auf dem Bahnhofe einfinden sollte. Mit Mühe fand er an dem betreffenden Tage noch ein Plätzchen auf dem Bahnsteig, der ganz voller Würdenträger und bekannter Persönlichkeiten war, die mit ziemlicher Geringschätzung auf den Eindringling blickten, der keine Uniform oder irgend ein Abzeichen einer hohen Würde trug, und den niemand kannte. — Der Sug ist angekommen. Der König beugt sich aus dem Fenster, die Musik spielt, die offiziellen Vor⸗ stellungen fangen an. Da erblickt der Vönig, dessen Blicke in der Menge umhergesucht hatten, meinen Bekannten, und ohne sich weiter viel um die Gfftziere und Bekannten zu kümmern, ruft er ihn heran, lädt ihn ein, in den Wagen zu steigen, drückt ihm herzlich die Hand und läßt ihn neben sich Platz nehmen. Der Jug setzt sich wieder in Bewegung. Wieder und wieder konnte man den Ausruf hören:„Was, der kannte den König d Der Vönig kannte ihn persönlich?“ Mit einem Schlag war dieser Unbekannte der Gegen— stand allgemeiner Beachtung, vielleicht auch des Nei⸗ des, weil ihm ein König besonders Wohlwollen gezeigt hatte.
In diesem Singe müssen wir auch„von Jesus 1 sein“, wenn Er uns an jenem Tage erkennen oll.
Ihr fragt, wer die sind, welche so von Ihm er⸗ kannt werden d Das sind solche, die sich in einem ent⸗ scheidenden Augenblick ihres Erdenlebens in Seine Arme geworfen haben, solche, die von ihren Sünden überzeugt, in dem Gefühl ihres Elends nicht nur Seine Gnade, sondern vor allem die Rand des lebendigen Heilands ergriffen haben, die Ihn ehrten durch diesen Vertrauensschritt und nun mit Ihm vereinigt sind in Ewigkeit. Das sind solche, die sich durch alle Nämpfe und Versuchungen hindurch festklammern an Seiner Nand, in dauernder Lebensgemeinschaft mit dem leben, der ihr Heiland und Befreier ist. Das sind solche, die in den Prüfungen und Aengsten, in Krankheit und Trauer ihre Augen flehend auf Ihn richten wie ein
Kind, das sich in seiner Not zur Mutter wendet, und die dann dem Blick des guten Hirten begegnen so voller Liebe und Erbarmen. Das sind Menschen, die Jesus„erkennt“ im engsten Sinne des Wortes, und die Er wiederkennen wird an jenem Tage.
meidet die Grossstadt.
Die alten Deutschen nannten die großen Städte lebendige Gräber, und die Ergebnisse der neuesten statistischen Studien auf allen Gebieten des groß— städtischen Lebens lassen sich nicht kürzer und tref— fender formulieren, als die Alten es getan haben. Der Absterbungs- und Verwesungsprozeß eines Volkes tritt nirgends deutlicher hervor, als in der Großstadt. Und doch drängen sich jährlich Tau— sende nach diesen lebenden Gräbern in der irrtüm— lichen Vorstellung, in denselben ein bequemeres und glücklicheres Leben führen zu können als in der Kleinstadt oder auf dem Lande. Wie ist es in Wirklichkeit?
In der Großstadt wohnen die Menschen dicht beisammen. Ja, es sind der Menschen so viele, daß die Wohnungen die Minderbemittelten nicht aufzunehmen vermögen. Man spricht von der Wohnungsnot. In der Ackerstraße in Berlin kenne ich ein Haus, in dem 3000 Menschen wohnen. Das sind mehr Einwohner, wie manches Städtchen im Osten Deutschlands hat. Die einzelnen Familien in solchen Häusern wohnen in wenigen kleinen Räumen. Viele Familien nehmen noch Schlaf— gänger bei sich auf, um die Miete erschwingen zu können.
Der vorletzte Jahresbericht der Deutschen Zentrale für Jugendfürsorge enthält folgende Feststellungen: Berlin Waldemarstraße: 1 Stube und Küche von
der Mutter und 7 Kindern bewohnt. Ebertystraße:
1 Stube und Küche von den Eltern und 5 Kindern bewohnt. Die einfenstrige Stube starrt vor Schmutz. Die Möbel sind alle fort, von früheren Vermietern wegen rückständiger Miete weggenommen. Es ist nur ein Bett für die Eltern vorhanden. Die Kinder schlafen auf der Erde. Reinsberger Straße: Küche und eine enge Stube. Eltern und 4 Kinder schlafen mit einem Schlafburschen, manchmal auch mehreren. Rügener Straße: 1 Stube ohne Bett. 3 Personen. Liesenstraße: Stube und Küche. Eltern mit 6 Kindern. Marienburger Straße: 1 Stube und Küche. Eltern mit 9 Kindern.
Diese traurigen Wohnungsverhältnisse hängen aufs engste mit der Arbeitslosigkeit zusammen. Manchmal stürzen nach einer freien Hausdiener— stelle 10—20 Personen, die zum Teil höhere Schulen besucht haben oder gute kaufmännische Bildung nachweisen können.
Die Arbeitslosigkeit und Wohnungsnot finden ihre Steigerung in der OGbdachlosiglleit. Wer als Fremder in Berlin nicht über erhebliche Mittel


