Ich bin machtlos.“
würde Ihnen gern helfen, aber wie kann ich es? „Wir wollen in die Kajüte hinuntergehen und beten.“„Jch sah den Mann Gottes an, und dachte bei mir selbst, er ist reif für das Irrenhaus, so etwas hörte ich noch nie. „Herr Müller“, sagte ich,„wissen Sie, wie dicht der Nebel ist?“„Nein“, erwiderte er,„mein Auge ist nicht an die Dichtigkeit des Nebels ge— wöhnt, wohl aber an den lebendigen Gott, der alle Umstände meines Lebens leitet.“ Er ging hinunter auf seine Kniee und betete einfach und schlicht, daß ich bei mir dachte, dies Gebet würde für Kinder von 8 oder 9 Jahren passen. Es war etwa so.„O Err, wenn es mit Deinem Willen übereinstimmt, räume bittte den Nebel in 5 Mi— nuten hinweg. Du weißt die Verabredung, die Du für mich in Quebec machtest. Ich glaube, es ist Dein Wille.“ Als er gebetet hatte, legte er seine Hand auf meine Schulter und sagte mir, ich solle nicht beten, denn 1. glauben Sie nicht daran und 2. hat mich der HErr schon erhört. Ich sah ihn an und Georg Müller sagte,„Kapitän, ich kenne meinen HErrn 57 Jahre, es ist noch nicht ein einziger Tag gewesen, wo ich nicht bei meinem Gott vorgelassen wurde. Kommen Sie, öffnen Sie die Tür, und Sie werden sehen, daß der Nebel fort ist.“ Als wir herauskamen, war der Nebel vollständig verschwunden und Sonntag Nachmittag war Georg Müllerrechtzeitig in Quebec.
— Weißt du auch von solchen Gebetserhörungen?
Stehst du auch mit dem Allmächtigen im Bunde?
Auch eine Krone.
Ein gefangener französischer Offizier fand eine Bibel. Er wurde von ihrem Inhalt so er— griffen und von der Wahrheit des Christentums so überzeugt, daß er beschloß, sein Leben Gott zu weihen. Als seine Freunde und Begleiter ihn verspotteten, daß er nun auf einmal so ernst werden wolle, sagte er:„Ich tue nichts mehr als das, was mein alter Schulkammerad Berna— dotte auch getan hat.“„Ja,“ sagten seine Freunde, „er wurde aber nur Lutheraner, um die Krone von Schweden zu erlangen.“ Der christliche Of⸗ fizier erwiderte:„Mein Motiv ist dasselbe, nur mit einem kleinen Unterschied, Bernadotte wollte die schwedische Krone gewinnen, ich will aber die himmlische Krone besitzen.“
Eine verlorene Krone.
Eine Dame träumte eines Nachts, sie sei im Himmmel und sah sich alle Schätze an. Zuletzt kam sie in das Zimmer, wo sich die Kronen be— fanden. Unter ihnen fiel ihr eine ganz besonders prächtige auf, und sie fragte:„Für wen ist denn jene dort?“„Sie war für dich bestimmt,“ sagte der Engel,„du arbeitest aber nicht für sie, und deshalb wird sie nun jemand anders tragen.“
Achtung nor dem Aumen Gottes!
„Du sollst den Namen deines Gottes nicht
mißbrauchen; denn der Herr wird den nicht unge— straft lassen, der seinen Namen mißbraucht,“ so lautet ein heiliges Gebot Gottes, das aber gröb— lich und gräßlich von jung und alt übertreten wird. Gedankenlos wird der Name Gottes und Jesu Christi als Flickwort, als Ausruf bei Über—⸗ raschungen, beim Erschrecken, beim Bewundern, beim Bedauern, bei tausenderlei Gelegenheiten von Leuten gebraucht, die sonst ihre Worte mit Bedacht wählen. i
Der berühmte amerikanische General und Präsident Washington saß einst mit mehreren seiner Offiziere und Beamten bei Tische. Da stieß einer von ihnen einen Fluch aus. Washington ließ Messer und Gabel fallen, sah den Flucher groß an, so daß er die Augen niederschlug, und sagte:„Ich hätte geglaubt, wir alle betrachteten uns als anständige Männer!“
Auf Höflichkeit, auf Anstand, auf passende Ausdrücke wird gehalten, das gehört zur guten Erziehung, aber Gottes Namen immerfort miß— brauchen, das fällt in„guter“ Gesellschaft kaum noch auf.
Ein wackerer Mann ging dem Fluchen in seiner Umgebung dadurch zuleibe, daß er immer ein kleines Käßlein bei sich führte und von den- jenigen, die er fluchen hörte, zehn Pfennig darein forderte. So hatte er bald ein schönes Sümmchen beieinander, das er an die Heidenmission ablieferte.
Wenn man es ähnlich machen wollte und für jedes unbedachte„Ach Gott!“,„Ei Herrjeh!“ einen Nickel bekäme, so würde man schnell ein reicher Mann werden.
Der Pariser Missionsinspektor Casalis fuhr einst mit einem Freunde auf dem Bocke einer Postkutsche. Der Postillon, welcher in der Mitte von ihnen saß, hatte auch die üble Gewohnheit, daß er alle Augenblicke über seine Gäule hinein⸗
fluchte. Casalis machte ihn auf das Sündhafte seines Tuns aufmerksam, und der Postillon gab auch zu:„Freilich ist's nicht recht; aber das
läuft mir nachgerade aus dem Munde, ohne daß ich's merke.“„Dann gestatten Sie,“ erwiderte ihm jetzt Casalis,„daß wir Sie durch freundnachbar— liche Rippenstöße auf jeden Ihrer Flüche aufmerk- sam machen.“„Meinetwegen,“ sagte der Postillion, und nun puffte es bald von dieser, bald von jener Seite, so oft ein Fluch über seine Lippen glitt. Ohne Widerrede ertrug er diese Zurechtweisung, und bald nahm er sich so zusammen, daß die Rippenstöße gar nicht mehr nötig wurden. Und es ging auch so.
Wollen wir uns nicht selbst und unsere Um— gebung daraufhin beobachten und prüfen und, wenn's not tut, bessern?
Redakteur: Stadtmisstonar Herrmann⸗Gießen. Mttarbeiter: 5 Pfarrer Sperber⸗Cassel, Pfarrer Mockert⸗Frankfurt a. M.,
und die Prediger der Pilgermission. Verlag der Buchhandlung der Pilgermisston, Druck von Otto Meyer, Gießen.
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