Ausgabe 
31.8.1913
 
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1 5 Aufwärts! Gemeinschaftsblatt für Hessen.

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Dieses Blatt erscheint wöchentlich einmal.

Sonntag, den 31. August 1913.

Gottes Bandschrift. König Belzazer machte ein herrlich Mahl seinen tausend Gewaltigen, und soff sich voll mit ihnen.

Und da er trunken war, hieß er die güldenen und silbernen Gefäße herbringen, die sein Vater Nebukadnezar aus dem Tempel zu Jerusa lem weggenommen hatte, daß der König mit seinen Ge waltigen, mit seinen Weibern und seinen Kebsweibern da raus tränken.

Also wurden hergebracht die güldnen Gefäße, die aus dem Tempel, aus dem Haus Gottes zu Jerusalem, ge nommen waren; und der König, seine Gewaltigen, seine Weiber und Kebsweiber tran ken daraus.

Und da sie so soffen, lobeten sie die güldenen, sil- fk

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bernen, ehernen, eisernen, hölzernen und steinernen Götter.

Eben zur selbigen Stunde gingen hervor Finger als einer Menschenhand, die schrieben, gegenüber dem Leuchter, auf die getünchte Wand in dem königlichen Saal; und der König ward gewahr der Hand, die da schrieb.

Da entfärbte sich der König, und seine Ge danken erschreckten ihn, daß ihm die Lenden schütterten, und die Beine zitterten.

Da wurden alle Weisen des Königs herein gebracht; aber sie konnten weder die Schrift lesen, noch die Deutung dem Könige anzeigen.

Des erschrack der König Belzazer noch härter,

Dantel 8, 26 28. und verlor ganz seine Farbe; und seinen Ge waltigen ward bange.

Das ist aber die Schrift, allda verzeichnet: Mene, mene, tekel, u-pharsin.

Und sie bedeutet dies: Mene, das ist, Gott hat dein Königreich gezählet und vollendet.

Tekel, das ist, man hat dich in einer Wage gewogen, und zu leicht gefunden.

Peres, das ist, dein Königreich ist zerteilet, und den Medern und Persern gegeben.

Aber in derselben Nacht ward der Chaldäer König Belzazer getötet. 8

Daniel 5, V. 17, 89, 25-28 und 30.