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Der König berief eine große Versammlung zusammen als die Zeit da war, welche er bestimmt hatte. Alle Augen waren auf den Jüngling ge— richtet. Der König fragte:.
„Mohin schaut Gott? Der Jüngling ließ ein Licht bringen und vor den König stellen und fragte ihn; Kannst du o König sagen, daß das Licht nur nach Osten, Norden, Süden oder dem Totenland scheint? Gott machts ebenso, er schaut in alle Lande.
Der König pries den Jüngling und voller Neugier die zweite Frage:
Was tut Gott? Der Jüngling bat, daß der Weise hereingerufen würde. Als der Weise herein kam, zitternd, weil er glaubte, daß ihm doch das Leben genommen werde, sprach er zum König:„Setze dich hieher“ und bat den zitternden Weisen auf den Königsstuhl zu sitzen. Nun sprach er zum König:„Das tut Gott. Den König setzt er auf den Sitz des Schülers, den Jünger macht er zu seinem Minister, und den Meister setzt er auf den Königsthron. Er schickt die Menschen hin und her wie der Spieler die Figuren beim Schachspiel.“„Das waren Worte der Weisheit“ riefen die Zuhörer alle aus.
Gott stößet die Gewaltigen vom Stuhl, Luk. 1, 52. 53. Viele reden von Gott und sagen vieles von Gott, aber wo Gott ist, das wissen sie nicht. Gott hat die Weisheit der Welt zur Torheit ge⸗ macht 1. Kor. 1, 19. 20. Gott ist nahe, aber sie sehen und hören ihn nicht; denn sie sind blind und taub. Ja, wohin schaut er? Er ist ein Licht, er hat Augen wie Feuerflammen, er schaut in alle Lande. Er schaut auf einen jeden Menschen hernieder, und sie werden es nicht gewahr. Was tut er? In Pf. 139 haben wir eine herrliche Beschreibung darüber. Er geht uns nach im ganzen Leben, nicht um uns zu erschrecken oder zu vernichten, sondern um uns zu retten und selig zu machen. Also hat Gott die Welt geliebt, daß er seinen eingebornen Sohn gab, auf daß alle, die an ihn glauben, nicht verloren werden, sondern das ewige Leben haben.
Weißt du es, lieber Leser, wo Gott ist, wohin er schaut und was er tut? G. Wiedmeyer.
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Schwesternleben. Vor Jahren stand in einer vielgelesenen Frauen— 5 ein Aufsatz mit der Überschrift:„Ein eruf, der glücklich macht.“ Mit viel Liebe und edler Begeisterung waren die Schönheiten und Vorzüge des Diakonissenberufes geschildert. Was war der Erfolg? Wohl an 200 Anmeldungen und Anfragen kamen in dem Diakonissenhause an, dem die Verfasserin jenes Aufsatzes dienen wollte.
stellte
Aber die Frucht blieb aus: Von allen, die sich nach den genauen Bedingungen erkundigten oder sich persönlich vorgestellt hatten, waren es nur zwei, die einen Versuch machten, die Schwestern— 8 kennen zu lernen, aber Diakonissin wurde eine.
Diese Geschichte gibt viel zu denken. Wie viele junge Mädchen leben in unseren großen Städten und den stillen Dörfern, die gern einen
Beruf haben wollen,„der glücklich macht“; aber
wie wenige wissen, daß das wahre Glück nicht an diesem oder jenem Beruf hängt, sondern allein in der Nachfolge dessen, der gesagt hat: Ich bin gekommen, daß sie das Leben und volle Genüge haben. Wenn mir je eine glückliche und voll be— friedigte Schwester begegnet ist, dann war es alle⸗ mal eine, der man es anmerkte: die hält sich ganz dicht an ihren Heiland. So wenig ich mir denken kann, daß ein Kind, das Vater und Mutter fremd geworden ist, noch wirklich fröhlich sein kann, so wenig glaube ich, daß eine Jungfrau es im Diakonissenkleid aushält, in deren Herzen nicht das Feuer wahrer Liebe zu Jesu glüht. Solche Liebe kann aber niemand sich selbst geben, sie muß durch Gottes Geist entzündet werden.
Dureh gerungen.
Wenn schlummernd deine Hülle lag, dann hab' ich wohl für dich gewacht.
Und hab' mit bittrer Rerzensangst an deine Ewigkeit gedacht.
Gefesselt war dein stolzes Berz, die Flügel lahm und b 5 müde. Um deine Lippen zuckt der Schmerz, dein ganzes Sein fleht:„Friede!“
Dein stolzer Mund mag nimmermehr das eine Jawort
sprechen, Ob auch dein Glück für alle Seit in Scherben sollt
zerbrechen.
Dein Glück? Auf jener hohen Stirn, lag stets der Wolken Schatten, Und dieser Augen voller Schein, nur düstre Flammen
hatten.
Wie wird es sein, wenn du erkennst, die Jahre, die 5 verloren,
Und dir ein neues Leben ward, aus tiefer Nacht ge— boren!
Wenn frei der Seele Schwingen sich zu hohem Flug erheben,
Wenn du mit Jubel sprechen kannst: Ich kenne jetzt das Leben!
Gräfin Bassewitz.
Bezirk nieder. weisel. 26. August Gambach, 27. Fauerbach, 5 ends 8 Uhr: Nieder⸗Weisel, Fauerbach.
28. Nieder⸗Weisel, 1. September Nieder-Weisel, 2. Kirch- und Pohlgöns, 3. Münzenberg, 4. Gambach, 5. Münster, Butzbach, 7. nachm. 3 Uhr: Maibach,
Kirch- und Pohlgöns,


