denken, weil dieser Silberstrick der falsch berühmten Kunst ihm die Kehle zugezogen hat. Wie andächtig, einer höhern Sache würdig, beten dann die Erdrosselten iyr neues Glaubensbekenntnis vom Urschlamm her. Statt an den lebendigen Gott zu glauben, der Himmel und Erde ge⸗ schaffen, glauben sie an Urschlamm, Urzelle und wie all diese Urmärchen heißen mögen. Arme Sklaven, deren Her— kunft im Schlamm liegt.
„Wollen sie nicht einmal unsere reren sammlungen besuchen?“ so fragte ein junger Mann seinen Geschäftskollegen,„o nein, denken Sie, was würden die Leute dazu sagen, wenn ich zu den Frommen ginge!“ gab er zur Antwort. Das sind auch elende Sklaven, die stets fragen, was werden die Leute sagen.
Ja, alle diese Sklaven, sie haben einen harten Herrn, der unbarmherzig über sie eine Geißel schwingt. Die 1 der Trunksucht und Unzucht, der Nutz ucht und Ehrsucht, sie verschlingen ganze Kapitalien. enn mancher das Geld, das er für seine Leidenschaften aus⸗ gegeben, auf einem Häufchen liegen hätte, er würde staunen über dessen Größe. Mancher könnte sich dafür ein Häuschen, ja sogar ein Haus kaufen, der jetzt als armer Sklave auf Miete wohnt. Und wie viel Seelenkapital, wie viele Kron—
üter der Ewigkeit gehen durch diese elende Sklaverei ver— oren! Mancher muß einige Stunden der Fleischeslust mit lebenslangem Siechtum und frühem Tod bezahlen. Die Syphilis ist die Feuerpeitsche auf dem Rücken der Unzüchtigen. Ein Tischler, der seine Güter alle im Alkohol verpraßt hatte, wurde vom Wirt vor die Tür gesetzt, weil er kein Geld mehr hatte. Da stand er vor der Wirtshaustüre und maß mit seinem Meter die Weite der Türe. Er schüttelte den Kopf.„Sonderbar“, sagte er,„durch diese Türe gingen all meine Aecker und Wiesen, ja mein Haus mit Scheune und nun kann ich nicht mehr hindurch.“ Und was steht dem Sklaven zuletzt bevor? Geld verloren, etwas verloren; Gesundheit verloren, viel verloren; Seele verloren, alles verloren! So heißt es hier. Der Abgrund der Hölle wartet auf die armen Sklaven. Doch ist das denn nach Gottes Willen? Nein. Armer Sklave, du sollst gerettet werden. Einer geht über den Sklavenmarkt, einer sieht deine Ketten, einer hat tiefes Erbarmen mit dir. Jesus, dein Heiland.
Folge Ihm und du wirst ein Freiherr, eine Freifrau 8 Er zerbricht der Sünde Ketten und macht alles, alles neu!
Aus dem Feuer errettet. Sach. 3, 2.
Ein Missionar fragte einen bekehrten Indianer, was er eigentlich dem Heiland zu verdanken habe. Er sollte doch einmal ein Zeugnis davon ablegen. Der Indianer wußte zuerst nicht, wie er sich klar
und deutlich darüber aussprechen sollte. Nachdem
er eine Weile still nachgesonnen hatte, sammelte er eine Anzahl von dürren Blättern und legte sie in einem Kreise auf den Boden. Dann zündete er die Blätter an und legte einen Wurm, den er gefangen hatte, mitten in den Feuerkreis hinein. Das Tierchen spürte die Flammen bald hier, bald da, und versuchte, nach irgend einer Seite hin zu entkommen. Allüberall aber brannten die Flammen
und trieben es zurück. Da plötzlich griff der In⸗ dianer mit seiner Hand in den Feuerkreis hinein, hob den Wurm heraus und legte ihn fern von dem Feuer auf einen feuchten guten Boden. Dann schaute er den Missionar mit tiefem Ernst an und sagte:„Das hat Jesus für mich getan.“
8 Der Philasaph kichte und das Gebet.
Der fromme Baron von Kottwitz unterhielt sich einst mit dem berühmten Philosophen Johann Gottlieb Fichte über den Glauben. Der Philosoph erklärte, beten könne er nicht, das Kind müsse beten, aber der Mann müsse wollen. Auf die Frage Fichtes:„Stimmen Sie damit nicht überein?“ antwortete Kottwitz:„Herr Professor, wenn ich morgens aufwache und an alle die Pflichten denke, die ich den Tag über erfüllen soll und dann an meine Schwachheit und wie es mir so oft an Geduld und Liebe und Weisheit fehlt, so kann ich nicht anders, ich muß meinen himmlischen Vater bitten:„Herr, hilf Du mir!“ Uuẽud wenn ich am Abend mich schlafen lege und an alles denke, was ich den Tag über versäumt und gefehlt habe, so kann— ich nicht ruhig einschlafen, wenn ich nicht vorher meinen himmlischen Vater gebeten haben!„Vergib mir:““— „Herr Baron,“ sagte jetzt Fichte,„ich wollte, ich wäre so weit wie Sie.“ Bald darauf erkrankte Fichte am Typhus, den er sich im Militärlazarett geholt hatte, und starb. In seinem Testament hatte der große Philosoph den frommen Baron von Kottwitz, den er nur dies eine Mal gesprochen hatte, zum Vormund seines einzigen Sohnes ernannt.
e Wohin schaut Gott? Was tut Gott?
Missionar P. Wagner erzählte, wie ihm ein— mal diese 2 Fragen zugerufen wurden von einem Zuhörer. Dieser wollte den Missionar versuchen in seiner Rede, um ihn zu fangen. Der Mann erzählt folgendes: Ein König stellte diese 2 Fragen einem seiner Weisen und dieser sollte sie ihm in 14 Tagen beantworten und wenn er es nicht fertig bringe, so solle er sterben. Diese Fragen brachten den Weltweisen so weit, daß er nicht mehr essen und schlafen konnte. Als einer seiner Schüler zu ihm kam, fragte er ihn, was ihm fehle. Der Weise erzählte ihm seinen Kummer. Dieser Jüngling erbat sich vom König, daß er diese Fragen beant⸗ worten dürfe für seinen Lehrer.—
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Beit Afstesd. Sonntag, den ZI. August, nachmittags 2½ Uhr:
27. Oberbreidenbgch, 28. Altenburg.
31. Aug. Maar und Lauterbach, 3. Lingelbach, 4. Schwarz, 5. Eifa.„„
Fest sm Ffesin sn Efta. 25. Lauterbach, 20. Kirtorf,


