Ausgabe 
1.6.1913
 
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Groschen von demselben sie Euch übrig lassen wolle. Keine Zeile wird in Euren Staaten gedruckt, ohne daß fremde Gewissensangst sie deutet. Kein Schiff darf mehr in Eure Häfen einlaufen, kein Frachtwagen über Eure Grenze rollen, ohne daß fremde, sich mästende Zöllner die Früchte des Fleißes Eurer Untertanen durch Schikanen und Gewalt verkümmern. Spione

bewachen Eure Blicke, Spione zählen Eure Fußtritte,

und alle Wände Eurer Paläste haben Ohren Fran zösische Soldaten entführen gewaltsam Unglückliche, die Eurem Schutze vertrauten, um sie zu ermorden. Nicht einmal durch milde Formen ist man bemüht, das Joch erträglicher zu machen. Nicht in den rohesten Jahrhunderten erlaubten sich die Mächtigsten eine solche Sprache gegen minder Mächtige(s. 6. fran zösisches Bulletin, worin den Königen verboten wird, sich in Zelten aufzuhalten), als nun Ihräglich hören und mit Respekt erwidern müßt. Französische Ge sandte kommen, um Eure Länder zu regieren, und ihr Übermut gleicht jenem der römischen Prokonsule in den besiegten Provinzen.

So ist denn Deutschland wirklich in seiner tiefsten Erniedrigung! und war es schon, als der unglückliche Palm für dieses Wort sein Blut vergoß. Tiefer und immer tiefer sinkend, was ist seitdem aus Deutschland geworden! Ein Menschenmagazin für Frankreich! ein gebundenes Tier, das auch dann noch immerfort gemilcht wird, wenn schon Blut statt der Milch aus den Brüsten fließt. Französische dotierte Generäle, französische Zöllner und französische Beamte aller Art erpressen und verprassen den Schweiß der Deutschen und verspoͤtten die Unglücklichen. Wessen Gefühl sich hierbei nicht empört, der ist kein Deutscher und am wenigsten ein deutscher Fürst.

Napoleon dachte eben, die Deutschen sind geborene Sklaven, mit denen er machen könne, was er wolle. So schrieb er am 2. Dez. 1811 an Marschall Davout, den Generalgouverneur der Elbmündungen:

Urteilen Sie doch selbst, was zu befürchten ist von einem so braven, so vernünftigen, so kalten, so ge duldigen Volke, das von jeder Ausschreitung so weit entfernt ist, daß kein einziger Mann während des Krieges in Deutschland ermordet wurde.

Vor dem Königsberger Schlosse standen am Neujahrstage 1813 einige hundert neu einberufene Rekruten aufmarschiert. Ein des Weges kommender französischer Gendarm fand bei seinem Versuche, die Reihen zu durchschreiten, nicht das erwortete Ent⸗ gegenkommen und stieß, viehisch wie er war, einem Rekruten mit dem Fuße dermaßen vor den Leib, daß der Gestoßene vor Schmerz zusammenbrach. Alsogleich fielen die Kameraden des Unglücklichen über seinen

[Schrecken für die andern Sklaven.

Peiniger her. gung, die den Tyrannen niederwarf.

Und wer ist heute, nach hunderte Jahren, des

deutschen Volkes größter Tyrann?

Wer untergräbt unsre Festungen, wer. das Blut des Volks aus? Wer füllt die Totenhöfe, die Kerker mit deulscher Jungmannschaft? Nicht Napo leon ist es, sondern Apollyon, der Geist des Abgrundes, siehe Off. 9. 11. Und so schleicht dieser Geist, der stets verneint, durch unsre deutschen Gaue wie ein Vampyr, er füllt die Großen mit Dünkel, die Kleinen mit Neid, die Gelehrten entleert er der Wahrheit, die Ungelehrten erfüllt er mit Lüge und Haß, die Reichen macht er zu Herrschern, zu Tyrannen, die Armen zu

Revolutionären, bis er alles so aufeinander gehetzt

hat, daß sich die Menschen wie Tiere zerfleischen. O Land, Land, höre des Herrn Wort, laß dem Verderber Apollyon nicht das Regiment! Hin zu dem ge kreuzigten, auferstandenen Christus sei unsre Losung! Er ist der Heiland unseres Volkes.

Erbarmen.

Erbarmen, du Wort, so warm wie der milde Sonnenstrahl, der in erstarrte Herzen dringt. Wie schön ist es, daß Gott in die Menschen Erbarmen gelegt hat! Ein Tiger hat nur Blutdurst in seinem Innern. Er zerreißt ohne irgend ein Gefühl von Mitleid das Kind, das schutzlos in seine Krallen ge rät. Keine Tränen, keine Bitten, können die Bestie

rühren, ihr Opfer loszulassen; es liegt eben in ihrer

Natur keine Spur von Erbarmen. Wie ganz anders ist doch der nach Gottes Bild erschaffene Mensch! Da steht Christus, unser Herr, vor der Stadt Jerusalem und weint über ihre Not. Am Grabe des Lazarus treibt ihm das Erbarmen die Tränen aus den Augen, und Erbarmen war es, das ihn nach der Schlacht bank von Golgatha trieb. Wie groß und reich ist der Mensch, der von diesem Erbarmen Jesu etwas in sich trägt!

as gibt dir jetzt dein Jesus.

Ein zehnjähriger Negersklave hatte einen sehr strengen Herrn. Als ein großer Feind der Mission wollte der Sklavenhalter es durchaus nicht dulden, daß seine Sklaven in die Missions-Versammlungen gingen. Doch die Liebe Gottes in Jesus hatte bereits im Herzen des zehnjährigen Tim solche Wurzeln ge schlagen, daß er trotz vieler Schläge immer wieder

nach der Tagesarbeit zu den Missionaren ging, um

von dem Sünderheiland zu hören. Da beschloß der Tyrann, an Tim ein Exempel zu statuieren zum

J

Es euiand jene große Fre been,

Der Junge wurde