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Nothelfer oder König. Ist das nicht auch eine ernste Frage für dich, Kind Gottes? Du denkst noch mit tiefem Schmerz an jene Zeit, da deine Sünde wie eine Bergeslast auf deiner Seele lag. Ja, da konntest du ringen und schreien, und du hast es erfahren, daß der Herr barmherzig ist und vom Aussatz der Sünde befreit. Der Herr hat sich über dich erbarmt, du kannst fröhlich be kennen:So wahr als die Sonne am Himmel noch prangt, so wahr hab ich Sünder Vergebung erlangt. Aber bist du nicht mit dieser Gabe fortgegangen, hast vielleicht vor anderen groß geredet von deiner Bekehrung, wohl auch mit schön klingenden Worten gebetet in der Versamm lung und hast doch das eine vergessen, was not war? Zu den Füßen Jesu sollte dein Platz sein; du aber ginst in eigner Kraft weiter, sonntest dich in dieser einen Erfahrung und gabst nicht dem Herrn als deinem König dein Leben zu freier Verfügung. Zum Nothelfer, der dir die drückende Last deiner Sünde abnahm, war er dir recht, aber dann gingst du wieder auf deinen eigenen Wegen weiter. Die Erfahrung der Sündenver gebung ist gewiß das erste und nötigste im Leben, aber ihr muß ein Leben der völligen Hingabe folgen, sonst gleichst du den neun Aussätzigen, denen man die Heilung nicht abstreiten konnte, die aber doch nicht in der rechten Stellung waren zu Jesus. Nur zu den Füßen Jesu ist der rechte Platz für Jünger Jesu. Hat dich deine Be kehrung dorthin gebracht?

Jene neun Aussätzigen gingen nach erfahrener Heilung weiter auf dem Weg des Gesetzes, hin zu den Priestern. Sie mögen nachher viel eifriger gewesen sein als vorher in der Erfüllung des Gesetzes. Glücklicher war auf jeden Fall der eine, der den Weg des Gesetzes verließ und sich dem Heiland in die Arme warf.

Kind Gottes, das du durch Jesu Blut erlöst bist, verlaß den beschwerlichen Weg des Gesetzes, suche nicht mehr dein Heil in deinem Tun, sondern nimm es an im Glauben. Jesus will dein König sein, drum verlaß dich auf ihn und traue es ihm zu, daß er dich hindurchbringen wird. Er wird herrschen und wird auch alle die Feinde in dir zum Schemel seiner Füße legen. Setze deine Hoffnung ganz auf die Gnade und mühe dich nicht ab in Werken eigner Gerechtigkeit. Du hast es mit einem König zu tun, der dich sicher hindurchbringen wird, bis du ihn einst sehen wirst

in seiner Herrlichkeit. August Jung.[Magen. Es ist das genau das Seitenstück zu dem*

N

Uom Cssen.

Essen und Trinken hält Leib und Seele zu b

sammen, sagt ein Sprichwort, und es gibt niemand, der diese Behauptung bestreiten wollte. Die Lust zum Essen und Trinken, der Appetit, wie man gewöhnlich sagt, ist der Gradmesser des körperlichen Wohlbefindens, und wenn er nachläßt oder ganz aufhört, so kommt Krankheit oder gar der Tod. Die Sorge um Essen und Trinken ist aber nicht

nur ganz allgemein, sondern wird fast allgemein ö

auch so übertrieben, daß der Heiland gleich zum Beginn seiner Lehrtätigkeit, in der Bergpredigt, die Leute nachdrücklichst warnte:Ihr sollt nicht sorgen und sagen: Was werden wir essen? Was werden wir trinken? Denn euer himmlischer Vater weiß, daß ihr das alles bedürfet. Und schon der weise Sokrates(gest. 399 v. Chr.) pflegte von sich zu sagen:Ich esse, um zu leben; andere Leute leben, um zu essen. Ja fürwahr, es gibt auch heutzutage noch viele Menschen, die kennen kein höheres Interesse, als gut zu essen und gut zu trinken. Fehlt ihnen dies einmal an einem Tag, so fehlt dem ganzen Tag der Sonnenblick; eine schlechte Mahlzeit, ein mißratenes Gericht kann sie ganz unglücklich, bitter und grämlich, ja selber ganz ungenießbar für andere Leute machen. Das alles ist aber nur ein Zeichen, daß man mag man es Wort haben oder nicht eben noch im Fleisch lebt und dem Fleisch dient, daß einem vielleicht gar, wie Paulus einmal derb sagt:der Bauch der Gott ist. (Phil. 3, 19.) Der Christ, der durch die Wieder-

geburt ein Geistesmensch geworden ist, sagt dagegen

mit dem Apostel:Wenn wir Nahrung und Kleidung also unser schlichtes Auskommen haben, so lasset uns genügen. 1. Tim. 6, 8. Und ein andermal bekennt derselbe Apostel:Ich kann hoch sein und kann niedrig sein, Ueberfluß haben und Mangel leiden. Phil. 4, 12. Der alte Pfarrer Flattich (gest. 1797) ließ sich in der letzten Zeit seines Lebens jeden Mittag immer das gleiche kochen ein Schüsselchen Reisbrei; und als man ihn fragte, warum er denn so gar einfach lebe, so antwortete er in seiner kurzen, schalkhaften Weise:Weil si net als Schlecker in den Himmel komme will. Er hatte also ängstliche Sorge, der listige, böse Feind könnte ihn noch vor seinem Tode in seine Schlinge bekommen; und es ist bekanntlich gar nicht selten, daß gerade ältere Leute außerordentlich viel aufs Essen halten, wie sie's gerade gern haben, und eine Abweichung von dieser Regel sehr schwer nehmen und den Hausgenossen übel vermerken. i Ein Hauptfehler der meisten Menschen ist auch, daß sie überhaupt viel zu viel essen, nämlich viel mehr als sie zu ihrer wirklichen Ernährung brauchen. Man ißt eben nach dem Genuß und nicht nach dem Bedürfnis, nach dem Gaumen und nicht nach dem

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