Ausgabe 
11.5.1913
 
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Freunde suchten ihm abzuraten, die Lehre dieses fremden Teufels zu predigen oder, wenn er es durchaus wolle, in Kutschau zu bleiben, wo er sicher sei, anstatt sich unter den ausschweifenden Pöbel von Hokchiang zu wagen, der ihm den Kopf abschlagen werde, und dann werde es mit seinen Predigten ganz vorbei sein. Aber nein! Ling⸗ Ching-⸗Ting wollte zu seinem Volke gehen und mit keiner andern Waffe als Gottes Wort. Er ging. Er erzählte die Geschichte von einer großen Erlösung, die es auch für den schlimmsten Sünder gebe und stellte sich als Beispiel hin. Er wurde mit Schmutz und Steinen beworfen, verwundet, geschlagen und von Ort zu Ort getrieben, aber sein Zeugnis konnte nicht aufgehalten werden. Zuletzt schleppten seine Verfolger ihn vor einen grausamen Bezirksbeamten zu Hokchiang, und falsche Zeugen brachten die niedrigsten Beschuldi gungen gegen ihn vor. Der feige Richter, froh, sich an der fremden Sekte rächen zu können, ver urteilte ihn wirklich zu grausamen Stockschlägen, und unbarmherzig wurde der grausame Bambus auf seinem bloßen Rücken geschwungen, bis das Fleisch in Fetzen hing. Er wurde als tot in das Missionsgebäude getragen, und der Arzt erklärte, daß er nie zuvor solche Verletzungen durch den Bambus gesehen habe. g

Der Missionar suchte diesen Märyrer Christi

zu trösten. Aber ehe er noch ein Wort des Trostes.

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vor kurzem noch ein Anführer der Sünder war, mit einem Lächeln:Lehrer, dieser arme Leib ist in großer Pein, aber mein Herz in großem Frieden. Dann richtete er sich zum Erstaunen des Missionars ein wenig auf von seinem blutigen Lager und sagte:Wenn ich von diesem wieder aufkomme, werdet Ihr mich nach Hokchiang zurückgehen lassen, nicht wahr?

Eine Zeitlang schien seine Genesung zweisel haft, dann begann langsam die Heilung. Eben halb geheilt, kaum fähig zu gehen, stahl er sich weg und erschien plötzlich in Hokchiang, um wieder

vor seinen haßerfüllten Verfolgern zu predigen.

War es zu verwundern, daß seine Worte des Zeugnisses, die durch so blutige Erfahrungen be siegelt worden waren, selbst seine Feinde zu seinem Heilande brachten? 5 r

Vierzehn Jahre lang hat Ling-Ching-Ting das Evangelium gepredigt. Im Jahre 1869 wurde er ordiniert. Er gewann Hunderte von Bekehrten; und eine Schar eingeborener Prediger lernte von

ihm, die Geschichte von der vollen Erlösung er

zählen. 1879 kündete seine schwache Gesundheit sein nahes Ende an; als er schon zu schwach war zu stehen, sammelte er noch die um sich, denen er von seinem Heilande hatte zeugen können und schied von ihnen singend und in der Freude unge trübter Hoffnung. Pierson,Die neue Apostelgeschichte.

e Uersammlungs-Anzeigen 1

(Versammlungen innerhalb der Landeskirche)

f Bezirk Gießen. Stadtmission Gießen, Cöberstraße 14.

Jeden Sonntag Uhr: Sonntagsschule; 4 Uhr: Jungfrauenverein; 8 ¼ Uhr: Versammlung. Uhr: Christlicher Verein junger Männer. Jeden Mittwoch: Uhr Bibelstunde. 11. Mai Pfingstsonntag; Nordeck, Wißmar, 12. Mai Pfingst⸗ montag nachm. 3 Uhr: Fest im Freien in Altenbuseck.

Bezirk Friedberg. Vorstadt zum Garten No. 8: Jeden Sonntag und Donners tag abends Uhr Versammlung. 11. Mai nachm. 3 Uhr: Schwalheim, 13. Assenheim, 14. Stammheim, 16. Nauheim, 17. Leib hecken. 18 Mai nachm. 3 Uhr: Fest im Freien in Stammheim.

2 Bezirk Alsfeld. a Stadtmission Alsfeld am Kreuz): Jeden Sonntag um 11 Uhr: Sonntagsschule; abends Uhr: Versammlung. Freitags Bibelstunde. g

11. Mai, 1. Pfingsttag, Maar, Lauterbach, Alsfeld. 2. Pfingsttag, nachmitt. 3 Uhr: Fest im Freien in Maar. Redner; Evangelist Herrmann und Hagmann. 13. Lingelbach, 14. Schwarz, 15. Eifa.

Vezirk Niederweisel. 12. Mai, Pfingstmontag, nachm. 3 Uhr: Gemeinschaftsfest in Fauerbach. 5 Abends 8 ¼ Uhr: Nieder-Weisel, Fauerbach, 15. Nieder⸗

Weisel, 16. Butzbach, 18. nachm. 3 Uhr: Kirch- und Pohl⸗

göns, abends 8 Uhr: Nieder-Weisel.

Bezirk Sellurod.

Sellnrod: Jeden Sonntag 12 Uhr: Sonntagsschule, abends 8½¼ Uhr: Versammlung. 18. Mai, Uhr: Helpershain, Unter-Seiber-tenrod, Klein⸗ Eichen und Ruppertenrod.. Versammlungen für Frauen und Jungfrauen durch Schwester Anna Eigenbrodt: 12. Mai. Pfingstmontag nachm. Uhr: Unter-Seibertenrod, abends 8 Uhr: Ober⸗Seibertenrod; 13. Köddingen, 14. Helpershain, 15. Wohnfeld, 16. Groß⸗ Eichen. 18. nachm. Uhr: Sellnrod, abends 8 Uhr: Klein-Eichen. 22 gezirk Lich. Lich, Butzbacherstr. 17. Jeden Sonntag 12 Uhr, Sonntagsschule. 5 4 Uhr: Aumene ee Uhr: allgemeine Versammlung.

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Versammlungsanz. ꝛc. bis zum 8. Mai erwünscht.

Redakteur: Stadtmtisstonar Herrmann-Gießen. Mitarbeiter: Pfarrer Sperber⸗Cassel, Pfarrer Mockert-Frankfurt a. M. und die Prediger

der Pilgermtsston.

Verlag der Buchhandlung der Pilgermtsston.

Druck von Otto Meyer in Gießen, Ludwigstr. 30.

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