infwärts! Gemeinschaftsblatt für Hessen. .—
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N 4
Dieses Blatt erscheint wöchentlich einmal.
Sonntag, den 11. Mai 1913.
6. Jahrg.
0 heil'ger Geist, du Tröster, du Geist der Wahrheit, du treuer Zeuge, kehr bei uns ein!
Joh. 15, 16—27.
Pfingsten, das Fest, an dem man insonder— heit des heiligen Geistes gedenkt, ist herbei— gekommen. O heilger Geist, kehr bei uns ein, und laß uns deine Wohnung sein! So tönt es an diesem Festtage in Kirchen, Kapellen und Vereinshäusern. Es ist wie das Weihnachts- und Osterfest ein Fest der 6 Freude, aber nicht—ʃ mur deshalb, weil das s f Anschauen der in üppiger Blütenpracht dastehenden Natur draußen freudigen Gefühlen Raum ver— schafft, sondern weil das Volk Gottes daran erinnert wer— den soll, daß es von
Gott eine große Gabe erhalten hat. Sind wir zu Weihnachten an die unaussprech— liche Gabe des Soh— nes Gottes erinnert worden, werden wir zu Ostern an die Gabe des ewigen,
Was in unsern Textworten als in der Zukunft zu geschehen ausgesagt wird, das liegt jetzt in der Vergangenheit. Er ist vom Vater gekommen— der Tröster— der Geist der Wahrheit— der freue Zeuge— und wir dürfen seine Wirkungen er- fahren.— Das Wort, das Luther hier mil Tröster übersetzt hat, heißt auch Advokat, Bei— stand und Fürspre— cher. Die Person des heiligen Geistes— und er ist eine Per— son und nicht bloß ein Begriff(deun wie könnte ein Begriff ein Fürsprecher sein!) — ist unser großer Advokat, der uns beim Vater vertritt mit unaussprech— lichem Seufzenz denn wir wissen nicht, wie wir beten sollen. Und wenn wir weiter unsere Schwachheit, unser Unvermögen fühlen, dann dürfen
unauflöslichen Le— bens gemahnt, so ist es an diesem Feste die Gabe des heiligen Geistes, die im Mittelpunkt jeder Fest— betrachtung stehen sollte. a
Wahrlich, der heilige Geist ist uns gegeben. Wir brauchen kein Pfingsten wie zur Apostelzeit zu ersehnen und erflehen. Nein, er ist da, und wir erfahren seine Wirkungen, die Wirkungen des heiligen Geistes, sobald wir uns ihm öffnen.
wir, wenn wir eine Wohnstätte des heiligen Geistes geworden sind, erfahren, daß er unserer Schwachheit aufhilft.
Menschen voll heiligen Geistes sind immer Menschen voll Kraft gewesen.„Wenn ich schwach bin, dann bin ich stark,“ so konnte Paulus sprechen, in dessen Herz die Liebe Gottes ausgegossen war durch den heiligen Geist. Und der Mann, der es fertig brachte, in großer Feigheit seinen Meister


