Ausgabe 
20.4.1913
 
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Die bei einem Zuge Geretteten müssen 1700 betragen. Ich ordnete an, daß die zahlreich um herliegenden Schädel auf einen Haufen zusammen gelegt würden, um als Momen tom dessen, was die Sklavenhändler dem Volke getan, zu dienen. In einer Woche müssen wir 500600 gefangen haben. Die gleiche Anzahl haben wir wohl seit anderthalb Jahren jede Woche gehabt.

Am 25. Juni:Gestern kam Kunde vom Gessi(dem braven, edlen Italiener, der unter ihm wirkte). Gessi sagte:Die letzte der Räuber- und Sklavenhändlerbänden ist aufgerieben. Er ist um vieles gealtert zurückgekehrt..

Dann kam die gefahrvolle und vergebliche Expedition als Gesandter des Khediven zum König Johannes von Abessinien.

Bei der Vorstellung bei dem letzteren bestand Gordon darauf, als Engländer sowohl wie als Abgesandter des Khediven mit der gebührenden Hochachtung vom König behandelt zu werden. Weißt du denn, fragte ihn da dieser in sehr unzivilisierter Weise,daß ich dich auf der Stelle töten könnte? Gordon, der wohl wußte, daß jener ein Gefolge von geblendeten und ver stümmelten Gefangenen mit sich herumführte, er widerte, daß er ganz bereit sei zu sterben und ihm also der König nur eine Gunst damit erweisen würde, indem er ihm also eine Tür erschlösse, die er nicht von selbst öffnen dürfe.Dann hat also meine Macht keinerlei Schrecken für dich?Nicht den geringsten! lautete Gordons Bescheid. Da gab der König Johannes nach.

Doch nun wurde Gordons Gesundheit infolge der vergeblichen und gefahrvollen Expedition zu König Johannes schwankend; er mußte sich Ruhe gönnen und Agypten verlassen. Er konnte wohl sagen:Den Sklavenhändlern habe ich ihre Ver ließe und Festen zerstört und das Volk dahin gebracht, daß es mich lieb hatte.

Und wir, die wir mit Bedauern erkannt

haben, daß Ende des Kampfes waren, wissen dennoch, daß sie Siegeszüge in einem Kriege waren, der sicher lich ein Eroberungskampf ist, wenn auch die Er obernden einer nach dem andern gar oft Mär tyrer sind. g Lieber Leser, möchtest du dir nicht auch dort im Sudan ein Denkmal setzen? Gelegenheit und Platz ist noch da. Die Sudan-Pionier-Mission, deren Sitz in Wiesbaden, Emserstraße 12 ist, hat dort eine gesegnete. Missionsarbeit. Kannst du nicht selbst hingehen und die Liebe Jesu ver- kündigen, so kannst du doch den Missionsgeschwistern durch Gebet und Gaben die Hände stärken. So setzt man sich auch heute noch Denkmale in dank baren Heidenherzen, die bestehen, wenn der Zahn der Zeit die andere Denkmäler schon längst zer nagt haben wird.

Freunde, daß ich's allen sage, welche Herrlichkeit

seine Siege leider noch nicht das

Eines Sterbenden letzte Worte.

Derselbe war Handwerker, 48 Jahre alt, ein bescheidener nüchterner Christ, der allem Schwär

merischen abhold war. Seine letzten Worte sind in keiner Weise durch die Phantasie ergänzt, sondern so, wie sie der Sterbende mit klarer Stimme, bei vollem Bewußtsein, alle Anwesenden tief erschütternd, gesprochen: a

Ach, wo bin ich? Welche Herrlichkeit! Ich sehe die Herrlichkeit Gottes, ich sehe meinen Hei- land! Ich stehe an der Pforte des Paradieses. Ach, ich kann es nicht aussprechen, mir ist so wohl, ich fühle keine Schmerzen mehr. Was seid ihr Leiden dieser Zeit gegen solche Herrlichkeit! Mein Los ist mir aufs Lieblichste gefallen, mir ist ein schön Erbteil geworden. Rufet mir meine

ich sehe. Noch wenige Minuten und ihr seht mich nicht mehr. O, tut Buße und haltet fest an Jesu. Welche Herrlichkeit liegt vor euch und wird euch angeboten. O, werft sie nicht von euch, glaubt an den Sohn Gottes, es ist kein eitler Wahn, wie so viele meinen. Ich kann es jetzt mit Ge wißheit sagen, das Wort Gottes ist wahr. Ich höre die Posaunen der Engel, ich habe nur noch einige Minuten. Ihr bleibt hier, benutzt diese Gelegenheit, tut Buße und ergreift das Heil, das euch angeboten wird. a

Ach, ich bitte euch alle, die ihr hier seid, sagt es allen meinen Freunden. Ich war ja der allergeringste auf Erden und ein großer Sünder und habe doch die 5 Gottes, meines Heilandes, gesehen. Ich war kein Angesehener, kein Reicher, kein Gelehrter, kein Weiser, sondern der allerniedrigste, nur ein geringer Handwerker, aber mein Heiland hat sich meiner erbarmt und mich angenommenz ich habe Gnade vor seinen Augen gefunden, ja, er hat meinen Glauben nicht zu Schanden werden lassen. Aber glaubet nicht, daß ich etwas Besonderes droben bin und eine besondere Stellung einnehme, als ob ich ein Heiliger wäre. Ich will ja nur ein Türhüter sein an den Pforten des Paradieses. Es ist ja eine unaussprechliche Herrlichkeit.

Ach, jetzt erst sehe ich recht ein, warum ich so viel leiden mußte. Mein Glaube mußte erst durch Leiden bewährt werden, von allem Unlauteren geläutert werden. Und mein Gott hat mich ja nicht verlassen in meinem Leiden. Wenn ich wollte schwach und ungeduldig werden in meiner großen Not, in den Tagen meiner Leiden, und wenn ich rief zu dem Herrn: O Herr, hilf mi

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