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Afrika. Er wurde freundlich aufgenommen und durste das herrliche Evangelium von Jesus, dem Sünderheiland, frei verkündigen. Alles hörte der König gleichgiltig an. Endlich redete Moffat auch von der Auferstehung der Toten. Da fing der König an zu fragen, ob sein Vater, ob die in der Schlacht Gefallenen, ob die von Löwen, Hyänen und anderem Wild Gefressenen, ob die im Wüsten— wind Zerstäubten auch auferstehen würden? Der Bote Christi antwortete mit einem bestimmten: „Gewiß, nicht einer wird fehlen.“ Tief ergriffen schwieg der König eine Weile still. Dann hub er an:„Vater, ich liebe dich sehr; deine Worte sind süß wie Honig. Aber die Worte von der Aufer— stehung sind zu groß, um sie zu hören; die Toten dürfen nicht auferstehen. Ich habe meine Tausende erschlagen, und sollen die auferstehen?“
So gibt es heute noch viele Menschen. Sie
leugnen die Auferstehung Christi und der Toten,
weil es keine Auferstehung geben darf. Denn wenn es eine Auferstehung gibt, dann gibt es auch ein Gericht; dann müssen sie auch Rechenschaft geben von ihren bösen Taten; dann gibt es auch eine Hölle, eine Verdammnis. Und davor graust diesen Menschen. Darum wollen sie nicht an eine Auferstehung glauben.
Sind diese Leute aber ruhig und glücklich dabei? Viele nicht. Sie suchen es sich immer wieder einzureden: Kein Jenseits gibt's, kein Wiedersehn. Aber in ihrem Gewissen redet eine andere Stimme. Der wohlhabende, fein gebildete, geistreiche und als ausgezeichneter Gesellschafter sehr beliebte Amerikaner Saunders, der auch an keinen Gott, keinen Himmel und keine Hölle glaubte, trat eine Reise nach Europa an. Ein Freund geleitete ihn ans Schiff. Der sonst so fröhliche, lebhafte Weltmann war ernst, schweigend, nach— denkend geworden. Ein Zug tiefer Trauer lag auf seinem Gesicht. Endlich sprach er:„Freund, es ist etwas, das seine dunklen Schatten auf alle Lust meines Lebens wirft.“„Und was könnte das wohl sein?“ rief der Freund verwundert und betroffen.„Nun,“ erwiderte S. sehr ernst und legte dabei die Hand auf die Stirne,„wenn's doch wahr wäre, was die Bibel sagt!? Ja, wenn ich gewiß, ganz gewiß wüßte, daß nach dem Tode alles, alles, aus ist, dann könnte ich glücklich sein. Aber hier liegt der Stachel, der mir keine Ruhe läßt. Wenn die Bibel wahr ist, dann bin ich ewig verloren; dann ist der Reiz meines Lebens dahin; dann ist meine Zukunft schrecklich!“ Der Freund stand erstarrt, und S. eilte zu Schiff. Kurze Zeit darauf lief in New-Vork die Schreckens⸗ botschaft ein, das prächtige Schiff sei im Sturm an einem Felsen gescheitert und S. mit den andern in der Tiefe des Meeres begraben. Welch trauriger Abschluß dieses Lebens!—
8 Wenn's aber doch wahr wäre? Tönt es nicht so in stillen Stunden auch in euren Herzen, ihr Ungläubigen und Spötter, die ihr aufgeht in den Lüsten dieser Welt und euch miteinem Lächelnüber
den Gedanken an die Auferstehung hinwegzusetzen
sucht? Und es ist wahr! Der Herr ist wahr— haftig auferstanden, und es gibt eine Auf- erstehung. Fast möchte es scheinen, dies sei eine Schreckensbotschaft, bei der wir erzittern müßten? Gottlob ist es aber nicht so. Nur die Feinde Christi müssen erbeben; denn für sie gibt es nur eine Auferstehung zum Gericht und zur Ver⸗ dammnis. Für die Jünger Jesu aber war die Osterbotschaft eine selige Freude, die allem Zagen und Trauern ein Ende machte. Und wir brauchen hinter der Freude der Jünger nicht zurückzustehen. Auch wir können Ostern erleben. Die Ostersonne kann aufgehen in unsern Herzen. Der beste Be— weis von der Auferstehung Jesu ist der Erfahrungs— beweis. Wir können den Auferstandenen erleben. Dann mögen Tausende von den Gelehrten und Großen dieser Welt die Auferstehungstatsache leugnen. Es macht uns nicht irre.
Kürzlich besuchte ich einen schlichten Bergmann in einer Augenklinik. Er hatte sich bei einer Explosion eine schwere Verletzung beider Augen zugezogen. Es bestand keine Hoffnung, daß er je das Licht der Augen wiedererlangen würde. Daheim hatte er eine Frau mit 7 Kindern, von denen das älteste 14 Jahre, das jüngste einige Monate alt war. Aber keine Klage kam über die Lippen des schwer— geprüften Mannes. Dunkel, sehr dunkel war's um ihn her; doch in seinem Innern war's Licht. Da leuchtete die Ostersonne; Jesus lebte in ihm. Das erfüllte ihn mit hoher Freude in tiefem Leid. Das machte ihn ruhig auch im Blick auf die Zu⸗ kunft. Was sollte aus ihm werden, was aus der Frau und den unversorgten Kindern? Er wußte: Jesus lebt! Und das gab ihm jene wunderbare Ruhe und Kraft, über die sich sogar der leitende Arzt wunderte. Dieser Kranke zitterte auch nicht bei dem Gedanken an die Auferstehung der Toten, sondern freute sich auf den Tag, da auch der Blinden Augen wieder geöffnet werden, daß sie ihn sehen, an den sie hier geglaubt. Innerlich gestärkt und erquickt kehrte ich von jenem Kranken- besuch heim, war mir doch aufs neue die kost— bare Wahrheit bestätigt worden: Jesus lebt! Er lebt in den Seinen, für die Seinen. O seliges Wissen!
Ja, es wäre traurig, wenn's keinen Aufer— standenen und keine Auferstehung gäbe. Dann wäre dies Leben nicht lebenswert. Nun aber heißt es Joh. 11, 25. 26:„Ich bin die Auferstehung und das Leben. Wer an mich glaubet, der wird leben, ob er gleich stürbe, und wer da lebet und glaubet an mich, der wird nimmer—


