priestern und Schriftgelehrten kam und ihnen. seine Missetat bekannte, bekam er von ihnen die herzlose Antwort:„Was gehet uns das an? da sieh du zu!“ Wenn die Welt mit ihren armen Opfern ihre Absicht erreicht hat, dann geht sie über dieselben zur Tagesordnung über, und die armen Betrogenen haben das Nachsehen und das Zusehen, wie sie fertig werden Die Welt hat ein Doppelgesicht. Sie kann nur trügen. Ihre Freundlichkeit ist eine erheuchelte. So auch die bekannte Freundlichkeit vieler Wirte. Sie beruht auf selbstsüchtiger Berechnung. Hat sie ihren Zweck erreicht, so wirft sie ihr Opfer fort, wie eine ausgepreßte Zitrone, oder läßt es halbtot liegen. Das mußte Fritz N. erfahren. Er kam hernach auf die„Schnapsliste“. Das konnte seinen Untergang nicht mehr aufhalten. Noch sehe ich seine bejammernswerte Gestalt vor mir, die un— ordentliche, schmutzige Kleidung, das vom Alkohol ausgemergelte Gesicht, das immer auf den Boden gerichtet war, seine zittrige Haltung! Ließ er sich auf der Straße blicken, so war bald verfolgt von der rohen Dorfjugend, die sich über ihn lustig machte. Wer war an seinem Verderben Schuld? Zunächst er selbst. Einsichtige Leute warnten ihn, aber umsonst. Wer noch? All die freundlichen Wirte, die ihn ausgesogen hatten. Wer noch? Der Tyrann Alkohol, dieser Volksverderber und falsche Freund. Fritz N. ist ein warnendes Exempel auch für dich, der du meinst, nur im Kreise der Wirtshaushocker dich wohlfühlen zu können; oder für dich, der du den Alkohol als ein so harmloses und nötiges Getränk ansiehst. Die Trunksüchtigen werden das Reich Gottes nicht ererben. Laß dich
warnen, ehe es zu spät ist! G. Bieber.
Christum anziehen. Gall
Es gibt nach Gal. 3 27 Menschen, die Christum angezogen haben. Womit sind aber die andern bekleidet? Die ersten Menschen flochten sich gleich nach dem Sündenfall Schürzen von Feigenblättern. Doch dieses Kleidungsstück erfüllte keineswegs seine Aufgabe. Es sollte die Schande zudecken. Dazu eignen sich aber Feigenblätter schon ihrer Form wegen nicht. Es konnte auch unmöglich die Leiber wärmen, würde sicher auch bald zerrissen sein. Da kam Gott und kleidete Adam und Eva in Röcke von Fellen. Diese nun erfüllten ihren Zweck, sie deckten wirklich, hielten warm und waren haltbar.
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Diesen Vorgang dürfen wir als Bild gebrauchen.
Der Mensch ist sich heute noch seines Falles bewußt. Er schämt sich bis zu einem Sünde. Um seine Schande zu verdecken, er sich den Schurz selbstgemachter Gerechtigkeit um. Doch er muß bald erkennen, die Suͤnde kommt immer wieder zum Vorschein; ganz wohl ist mir nicht dabei; meine eigene Gerechtigkeit hat keinen Halt, sie ist wirklich ein unflätig Kleid. Nun aber gab Gott etwas— seinen Sohn— „unsere Gerechtigkeit“(1. Cor. 1, 30). Wer ihn annimmt, dessen Sündenschande ist wirklich zugedeckt(Ps. 32, 1); er hat Frieden(Eph. 2, 4); seine Gerechtigkeit hält ewig. Er besitzt ein Kleid, das seinen Bedürfnissen völlig entspricht. Es ist die Gerechtigkeit, die vor Gott gilt.
Wie wird nun dieses kostbare Gewand, Christus, angezogen? Durch die Taufe, sagt das Wort. Hier ist unter Taufe nicht eine bloße Besprengung mit Wasser zu verstehen. Johannes der Täufer sagt:„Ich taufe euch mit Wasser zur Buße; der nach mir kommt, der wird euch mit dem heiligen Geist und mit Feuer taufen“(Matth. 3, 11). Das Feuer ist ein Bild verzehrender Kraft. Eine solche sündenverzehrende Kraft ist Christi Blut (Joh. 1, 7). Wer also Christum anziehen will,
gewissen Grad seiner wirft
der muß„in Christi Tod getauft sein“(Röm. 6,
3. 4.) Er muß in aufrichtiger Buße und in lebendigem Glauben die reinigende Kraft des Blutes Christi erfahren haben. Wer sich nun gebeugt hat und gereinigt ist, der erlangt den hl. welcher Zeugnis gibt unserm Geist, daß wir Gottes Kinder sind. Hast du dieses erfahren, dann wisse, du hast Christum angezogen.
Es ist für uns unbedingt notwendig, daß wir mit Christo bekleidet sind. Nur wenn wir in ihm erfunden werden, sind wir gesegnet. Schon zu Abraham sprach der Herr:„In Deinem Namen sollen gesegnet werden alle Völker.“ Dieser Name ist Christus(Gal. 3, 16). Wollen wir also des göttlichen Segens teilhaftig sein, müssen wir in Ihm sein.— Nur in Ihm sind wir sicher. „Der Name des Herrn ist ein festes Schloß.“ Wenn Du je und je fällst, aufgerecht, zornig, hochmütig wirst, so beweist das, Du hast entweder Christum noch nicht angezogen, oder Du ziehst Ihn zeitweise aus. Du verlässest die schirmende Festung. Daß Simei Jerusalum verließ, war sein Tod. 1. Könige 2, 3646.— Nur in Ihm erfüllen wir unsern Zeugenberuf. Benjamin Franklin versuchte lange vergeblich, seine Leute von der Tatsache zu überzeugen, daß Gips den Boden reicher und fruchtbarer mache. Da nahm er Gips und streute ihn als einen Satz neben der Landstraße auf einen Acker. Der Weizen, der auf den so gekennzeichneten Buchstaben aufging, war doppelt so hoch und grün wie das übrige
Geist,
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