Ausgabe 
26.1.1913
 
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die Nacht würde leuchten wie der Tag, die Finsternis wäre wie das Licht(Pf. 139, 12). Auch deine Geheimnisse mein Freund, sind offenbar vor Ihm, alle, und in ihrem ganzen Umfange.

Es gibt viele Dinge auf der Erde, welche nicht aufgeklärt werden, weil die Menschen die Geheimnisse Ihrer Schuld mit in das Grab nehmen. Jedoch Gott läßt es zuweilen, wie in diesem Falle, geschehen, daß aus den Gräbern Geheimnisse ver borgener Schuld hervorkommen. Auf diese Weise erinnert Er alle Menschen daran, daß alles eines Tages an das Licht gebracht werden wird, sowohl das, was verborgen ist in den Gräbern, als das, was verborgen ist in den Herzen und Gewissen.

Gibt es nicht in deinem Leben Dinge, welche du keinesfalls den Blicken anderer Menschen preis geben möchtest? Denke einmal nach und prüfe deinen Lebensweg! Derselbe liegt vor den Augen Gottes klar enthüllt im hellen Lichte der Ewigkeit. Gott sieht die Menschen, und Er urteilt:Da ist keiner, der Gutes tue, auch nicht einer! Aber wie ernst:Der Lohn der Sünde ist der Tod! (Röm. 6, 23.) Der Tod nicht nur der irdische Tod, der ist nur der Gerichtsbote Gottes, sondern der ewige, der zweite Tod. Deine Geheimnisse werden einst alle offenbar werden. Alles, was du jetzt zuzudecken bemüht bist, wird vor dir und anderen

unerbittlich aufstehen, wenn du gerichtet werden wirst aus den Bücher, in denen jedes unnütze Wort, das du gesprochen hast, verzeichnet ist. Es ist aber nichts verdeckt, was nicht aufgedeckt und verborgen, was nicht kund werden wird. Illes muß offen- bar werden vor Dem, der Augen hat wie Feuer flammen. Hast du Geheimnisse solcher Art? Ja, du hast sie! Deshalb höre: Mache deine Ge⸗ heimnisse selbst offenbar! Sage du sie Gott! Schütte Ihm dein Herz aus und breite Ihm deine Sünde aus! Tust du das in Aufrichtigkeit, so wirst du bald merken, daß dein ganzes Leben in der Gottesferne war, wohl vor den Meuschen be deckt mit einem guten Schein aber die Wahrheit, die Wirklichkeit deines Lebens war ein verborgenes Geheimnis. Mache es jetzt in Demut vor Gott offenbar, indem du Gnade und Vergebung suchst.

O, verstehe doch, zu welcher Gnade du ge rufen bist, wenn du mil deiner Schuld im Glaubens- vertrauen zu Jesu kommst. Dann erblickst du das schon vollzogene Gericht über alle deine Sünden. Denn deswegen war Jesus auf dem Kreuz, deswegen trug Er leidend und sterbend den Fluch deiner Sünde, damit du das Wunder der Gnade erleben solltest: Das Gericht über alle meine Sünden ist vollstreckt. Dann streckt der Herr dir die Gnadenhände entgegen und sagt dir durch Sein Wort:Deine Bünden sind vergeben! Dein

Glaube hat dich errettet! Gehe hin in Frieden!(Luk. 7, 48 u. 50).

General von Viebahn.

ausgebreitet werden; was du jetzt flüsterst, wird von den Dächern gerufen werden. Alles, alles, was du verborgen hast, wird vor dir klar und

Eine sehsne Gabe.

Gesegnet sind die, welche die Gabe besitzen, sich Freunde zu machen; denn dies ist eine von Gottes besten Gaben. Sie schließt vieles ein, aber vor allem die Kraft, aus sich selbst mitzuteilen und zu schätzen, was in anderen edel und liebenswert ist.

Ein Leben ohne das Glück.

Zwei noch nicht zwanzig Jahre alte Mädchen gingen von zu Hause fort, um sich zuamüsieren. Ungefähr zwei Jahre hielten sie sich in London auf, und alles schien gut zu gehen. An die Mutter daheim, oder an Gott und die Ewigkeit aber dachten sie nicht. Plötzlich erkrankte die eine der beiden Mädchen sehr schwer. Als sie in ihrem Bett, das ihr Sterbebett werden sollte, lag, drangen von unten auf der Straße die Worte eines Liedes zu ihr hinauf:Wahres Glück und ew'ge Freude fand ich bei dem

Heiland mein. Zweimal wurde dies wiederholt.Alice, horch doch! sagte die Kranke zu ihrer Freundin gewandt. Wieder wurden die Worte gesungen. Mit dem letzten ihr zur Verfügung stehen⸗ den Atem sagte sie:O, dann gibts also wahres Glück, und ich habe es nie gefunden! Einen Augenblick darauf war sie entschlafen.

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Was singen sie nur?